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Und da sage noch einmal einer, IT-Freiberufler hätten
keinen Humor (hat das überhaupt schon mal einer gesagt?).
Jedenfalls meldeten sich im GULP Forum Felix und Bernd zu Wort,
um endlich
die Wahrheit über das Thema "Altersdiskriminierung" ans
Licht zu bringen. Eine Wahrheit, die den anderen Forumsteilnehmern
vor Lachen die Tränen in die Augen trieb - eine Wahrheit,
die GULP Ihnen deshalb nicht vorenthalten will.
Es war ein Dienstag. Im GULP Forum, wo sich IT-Freiberufler austauschen
und gegenseitig mit Erfahrungen sowie Informationen versorgen, wurde
gerade das Thema "Altersdiskriminierung" diskutiert.
Da kam um 17.14 Uhr ein Beitrag von Felix:
"Ja genau - furchtbar ist das! Da ist man jahrelang mit der
Akquise beschäftigt und wenn man dann endlich ein Projekt hat:
Scheibenkleister! 5. Stock, kein Aufzug und überall diese bösen
Türschwellen. Im Run auf den frischen Kaffee zieht man auch
den Kürzeren und neulich habe ich nur noch ne halbe Tasse gekriegt,
die andere Hälfte war abgefallen - wie mein Haupthaar.
Und dann die oberblonde Projektleiterin: 27 Jahre, davon 10 beim
Frisör. Mensch, die hat es gut. Der schnittige IBM-Trottel,
der bei ihr vorm Büro hockt, wird wohl dafür bezahlt, dass
er Poserpoints (sorry, Powerpoints) schreibt und die Ergebnisse abends
im Büro vorlegt. Hat man mit Hochstirn keine Chance mehr, Kollege!
Neulich fragte mich das Weib, wann ich pensioniert würde -
dabei bin ich erst 52 und höre jetzt von der Pensionierung mit
67. Ich hab ihr gesagt, dass ich auch noch mitbekommen würde, "wie
sie das erste mal Feuer unterm A..." kriegen würde. Ihre
Antwort: Sie vermute, dass in der Nähe meines A.. kein Feuer
mehr wäre. Oh Gott, ach wie furchtbar! Diskriminierend! Mobbing!
Kein Respekt vor dem Alter! Alles, was früher auf Projekt so
Spaß gemacht hat: Lang schlafen, bissl arbeiten, etwas mehr
Kaffee, abends Stöckelwild. Hat der Hans alles puttemacht.
Nee Kollege, als Freiberufler ist man als berufsmäßiges
Freiwild zum Abschuss freigegeben durch Interne, Kollegen und durch
eben diesen Hans, Knappe vom Berliner Raubritterorden."
Mittwoch Morgen, 8.02 Uhr. Felix findet einen Gefährten im
Geiste - Bernd schreibt von seiner Situation, in der er sich
im Projekt befindet:
"Mensch Felix, danke! Du sprichst mir aus dem Herzen. Mit
gewisser Berechtigung sehe ich mich als Standort-Gesichtsältesten
beim Kunden. Nur der NSM (nightly Security-Manager) sieht noch älter
aus. Auch ich schleppe mich täglich vorsichtigen Schrittes ins
Projekt, stets bemüht, mir nicht auf die Tränensäcke
zu treten.
Die Jugend unter 50 geht mir aus dem Weg, weil ich sie mit meinen
Erlebnissen aus dem letzten Krieg oder mit alten Lochkartengeschichten
langweile. Wenn ich zum Pinkeln gehe, wird mir eine halbe Stunde
abgezogen (Prostata). Kann mir auch mangels Haar kein Gel in dasselbe
schmieren so wie die Youngsters.
Andererseits fällt es mir schwer, von Diskriminierung zu sprechen:
Man hilft mir im Winter in den Mantel - und wenn sie eine Aufsichtsperson
für die weiblichen Azubis brauchen, dann mach ich das. In der
letzten Hitzeperiode bekam ich das schattigste Plätzchen und
einen eigenen Ventilator. Der fürsorgliche Werksarzt kam alle
Stunde zum Blutdruckmessen. Im klimatisierten Serverbunker stand
eine bequeme Liege für mich bereit.
So werd ich denn die 67 wohl packen. Allerdings wird die Akquise
immer schwieriger: Bei meinem letzten Vorstellungstermin begrüßte
der Kunde meinen Vermittler: "Ach, Sie haben Ihren Opa mitgebracht,
damit der auch mal unter die Leute kommt !" Es war dann ziemlich
peinlich, das Missverständnis aufzuklären."
Der GULP-Tipp an die beiden Herren zum Schluss: Sollte es einmal
mit der Akquise nicht mehr klappen - auch Deutschlands Comedy-Bühnen
könnten Verstärkung jenseits der 50 gut gebrauchen! |