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Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren bei IT-Projekten

Teil 1 | Teil 2

(Januar 2006)
Inhalt dieses Artikels:
Ermittelte Erfolgsquote | Erfolgsquote nach Projektdauer | Erfolgsquote nach Verwendung eines Vorgehensmodells

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Wie viele IT-Projekte scheitern in Deutschland tatsächlich? Welche Faktoren beeinflussen IT-Projekte grundsätzlich? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das "Oldenburger Forschungs- und Entwicklungsinstitut für Informatik-Werkzeuge und -Systeme", kurz OFFIS e.V., im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes Virtuelles Software-Engineering-Kompetenznetz (VSEK). Das OFFIS e.V. ermittelt dazu aktuelle Erfolgs- und Misserfolgskriterien bei der Durchführung von Hard- und Softwareentwicklungsprojekten in Deutschland aus der Sicht von Projektleitern und Entwicklern. Mit den gewonnenen Daten stehen gezielte Aussagen über die Projektabwicklung bei deutschen Unternehmen zur Verfügung, die jährlich aktualisiert werden sollen.

Die erste Datenerhebung fand im Spätsommer 2005 (18.08. bis 7.10.2005) in Form einer Befragung statt. An dieser beteiligten sich 143 Entwickler und Projektleiter. Die Mehrzahl der befragten Unternehmen (84,6 %) stammte aus der Gruppe kleiner und mittelständischer Unternehmen. Mit 41,3 % waren kleine Unternehmen mit 10-49 Mitarbeitern am häufigsten vertreten. Der Anteil mittelständischer Großunternehmen (250 bis 499 Mitarbeiter) oder Großunternehmen (über 500 Mitarbeiter) betrug gut 11 %. Mit 87,4 % gaben mehrheitlich Projektleiter in Leitungspositionen Auskunft zu ihren Erfahrungen im letzten Projekt. Erste Teilergebnisse dieser Befragung wurden vor kurzem veröffentlicht.

 

Ermittelte Erfolgsquote
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Mehr als ein Drittel (36,4 %) der Projekte konnte nach Auskunft der Befragten erfolgreich abgeschlossen werden. Das heißt, dass sowohl das Budget als auch die Zeitvorgabe eingehalten wurden. Die vereinbarten Anforderungen wurden zu 100 % erfüllt.  
   
Erfolgsquote abgeschlossener Projekte in %
 
   

Mit Veränderungen wurde über die Hälfte der Projekte (57,3 %) abgeschlossen. Diese überschritten entweder das Budget oder/und den Projektendtermin bzw. die vereinbarten Funktionen wurden nicht zu 100 % erfüllt. 6,3 % der Projekte wurden gänzlich abgebrochen; der Auftraggeber erhielt keine Hard- oder Software zur Verfügung gestellt.

Zum Vergleich: Auch eine GULP Umfrage unter 36 Projektanbietern kam im September 2005 zu dem Ergebnis, dass ca. jedes zweite Projekt nicht innerhalb des vorgegebenen Zeit– und Kostenplans beendet wird.

 

 

Erfolgsquote nach Projektdauer
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Projekte mit einer geplanten Laufzeit unter drei Monaten waren mit einer Erfolgsquote von 61,5 % wesentlich erfolgreicher als der Durchschnitt.  
   
Erfolgsquote nach Projektdauer
 
   

Je länger das Projekt dauerte, desto stärker nahm die Erfolgsquote ab, verbunden mit einer gegenläufigen Zunahme der "abgebrochenen Projekte".

 

 

Erfolgsquote nach Verwendung eines Vorgehensmodells
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Die Teilergebnisse bestätigten nicht die Vermutung, dass das Vorgehen nach festgelegten Vorgaben (Verwendung eines Vorgehensmodells) den Projekterfolg positiv beeinflusst. Im Gegenteil: Projekte, die kein Vorgehensmodell verwendeten, wiesen sogar eine höhere Erfolgsquote auf.

 

 

Nähere Informationen zur Umfrage und Studie erhalten Sie bei Frau Heike Eekhoff.
Das OFFIS e.V.extern behält sich alle Rechte am Artikel vor. © 2006

 

Kommentare zu diesem Artikel:

"Ohne die Projekte in der Komplexität und der Grösse zu klassieren, ist eine Aussage schwierig. (Juni 2007)"

"Vermutlich verwendeten viele der kleinen Projekte überhaupt kein Vorgehensmodell, aber alle Großprojekte. Das verfälscht das Ergebnis. Ich glaube, es ist keine Aussage über einen Zusammenhang (Projekterfolg <-> Verwendung eines Vorgehensmodells) möglich. Für mich bleibt nur die Aussage: "Wo viel zu tun ist, gibt es mehr Fehler". (Juni 2006)"

"Wenn ich z. B. lese, dass die Anwendung eines Vorgehensmodells die Chancen auf den Projekterfolg senke, so stellen sich natürlich sofort jede Menge Fragen bezüglich: Art des Projekts, Art des Vorgehensmodells, Tauglichkeit des ausgewählten Modells für das jeweilige Projekt, Erfahrungen mit dem ausgewählten Modell im PM-Team, Einmischung des Top-Mgmtns in den Planungsprozess, politische Komponenten etc. Nicht jedes Projekt erfordert ein Vorgehensmodell, aber das richtige Vorgehensmodell in komplexen Projekten steigert in meiner Erfahrung sehr wohl die Transparenz und Erfolgschancen des Projekts. (Februar 2006)"

"Man kann das Ergebnis auch so interpretieren: je genauer die Zielvorgaben festgelegt werden, desto schlechter für deren Erreichen. Hilfe kann hier bringen, ein Projekt als Prozess zu vestehen, in dem von Zwischenziel zu Zwischenziel gearbeitet wird. Schön für den, der auch Auftraggeber hat, die das so sehen können. (Januar 2006)"

"Sind eigentlich bekannte Aussagen. (Januar 2006)"

"Sehr gute Information und bestätigt mal wieder meine "Vorurteile" über "gut geplante" Projekte. (Januar 2006)"

"Meine Vermutung mit Zahlen belegt. (Januar 2006)"


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