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| IT-Spezialisten kämpfen sich durch. Dünne Höhenluft,
eisige Gletscher, reißende Gewässer, heiße Sandwüsten
sind ihr Terrain, Expeditionslust und Abenteuerrausch ihr Gepäck. |
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Das jedenfalls suggerieren Recrutingbroschüren und Personalanzeigen
gerne. Wie nahe die Werbung dabei der Wirklichkeit in IT-Projekten
kommt, ahnt der Freiberufler oft nicht. Der Kampf um Erfolg oder
Misserfolg gehört tatsächlich zum Alltag der meisten IT-Projekte.
Je nach Land und Lage liegen die Scheiterquoten bei 50-80%.
Diese Zahlen stammen vor allem aus Studien des angelsächsischen
Sprachraums, wo Projektarbeit am weitesten verbreitet ist und Projektmanagementsysteme
die längste Tradition haben. In den USA scheiterten nach Untersuchungen
der Standish
Group
72% der IT-Projekte im Jahr 2000, mit abnehmender Tendenz bei Großunternehmen.
In Großbritannien waren es laut der OASIG-Studie
etwa 80% im Zeitraum 1994-1995. Von einem Anstieg in Richtung 90%
geht Silicon
für 2000 und 2001 aus.
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>>Im Jahr 2000 scheiterten
in den USA 72 % der IT-Projekte.<<
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Im deutschsprachigen Raum fehlen durchweg die harten Zahlen. Cap
Gemini
hat in 2001 zusammen mit der Universität Trier deutsche eBusiness-Projekte
untersucht, wobei zwei Drittel der Unternehmen mit einem durchschnittlichen
Umsatz von € 1,02 Mrd. angaben, dass die Projekte weder zur
Senkung der Kosten noch zur Steigerung des Unternehmenserfolges
beitragen würden. Für Österreich greift eine Veröffentlichung
der TU Graz
auf englische Studien zurück. Das
Schweizerische Bundesamt für Berufsbildung und Technologie
hat eidgenössische IT-Projekte im Jahr 2000 analysiert und
stellt eine Scheiterquote von über 50% fest.
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| Kein
Ende in Sicht |
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Dabei haben die hohen Scheiterquoten durchaus noch Steigerungspotential.
Das lassen die immer kürzeren Lebenszyklen von Software vermuten.
Waren Zyklen von 3-4 Jahren bis in die 90er Jahre die Regel, sind
es heute eher Zyklen von 2 Jahren. Nach dem bekannten 'grüne
Bananen'-Marketingprinzip kommt Software unausgereift auf den Markt
und wird unausgereift wieder vom Markt genommen. So wurde das Betriebssystem
Windows 2000, das als Servicepack 2 nach Ansicht gewerblicher Nutzer
noch nicht in einer ausgereiften Version vorlag, bereits nach 2
Jahren von Windows XP abgelöst. Auch die Pleitewelle in der
New Economy und das globale Fusionsfieber, welche die Unternehmen
zum Teil kurzlebiger machen als ihre Produkte, lassen für IT-Projekte
noch mehr Flops erwarten. All das hat zur Folge, dass kaum mehr
ausgetestete Tools und Betriebssysteme für die Entwicklung
stabiler Anwendungen zur Verfügung stehen. Khafre Systems International
registriert schon für 2001 für die USA, dass das Arbeiten
mit unausgereiften Betriebssystemen, Technologien und Tools den
Erfolg vieler Projekte verhindert.
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| Was
ist überhaupt ein IT-Projekt? |
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IT-Projekte definieren sich durch Leistung, Zeit und Geld. In der
Leistungsbeschreibung oder Spezifikation wird ein Ergebnis vordefiniert,
das in einem bestimmten Zeit- und Finanzrahmen erreicht werden soll.
Am Projektanfang stehen die Freigabe von Geldern, die Zuordnung
von Ressourcen und der Kick-off. Für die Durchführung
werden Ressourcen wie Arbeit, Soft-Skills, Fach-Know-how, IT-Know-how,
Hardware, Software und Immobilien benötigt. Der IT-Freiberufler
zählt zur Ressource Arbeit ebenso wie der Projektmanager und
die Kollegen. Die zu erbringenden Leistungen haben projektinterne
und -externe Schnittstellen und sind mit Hilfe von Meilensteinen
abnahmefähig. Am Projektende erfolgt die Abnahme aller Meilensteine,
die Schlussabrechnung und die Ressourcenfreigabe.
Weist ein IT-Projekt diesen Satz von Hauptaspekten auf, handelt
es sich um ein vollständiges Projekt. Ein Projekt kann in Teilprojekte
unterteilt sein, die dann wiederum mit eigenen vollständigen
Sätzen von Hauptaspekten beschreibbar sind.
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| Wichtige
Scheiterfaktoren |
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Die nachfolgenden Faktoren bilden das Minenfeld, auf dem IT-Projekte
hochgehen und dabei IT-Freiberufler aus den auftraggebenden Unternehmen
hinaus katapultieren.
Mangelnde Soft-Skills
John Gage von Sun Microsystems sieht die Bedeutung zwischenmenschlicher
Probleme: "Technology is easy - people are hard." Ähnlich
urteilen schweizerische Unternehmensberatungen: "Dem Faktor
Mensch (was im Menschen ist) und dem Faktor Unternehmenskultur (was
zwischen den Menschen abläuft), wird in IT-Projekten oft zuwenig
Bedeutung geschenkt. Der Grund dafür ist vielfach mangelndes
Wissen sowie mangelnde Methoden und Instrumente. Wer hat schon in
seiner Informatikausbildung gelernt, wie man mit Konflikten umgeht?
Wie man ein gutes Klima im Team schafft? Wie man mit schwierigen
Persönlichkeiten umgeht? Wie man Verbindlichkeit erreicht?
Wie man Gärtchendenken überwindet? Wie man auch in hektischen
und turbulenten Zeiten effizient kommuniziert?".
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>>Wer hat schon in seiner
Informatikausbildung gelernt, wie man mit Konflikten
umgeht?<<
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Fehlt im Team die Bereitschaft zu teilen - sowohl die Arbeit als
auch das projektbezogene Know-how -, dann werden Arbeiten entweder
doppelt oder mehrfach ausgeführt oder notwendige Arbeiten bleiben
unerledigt. Fällt Schlüsselpersonal aus, muss der einspringende
Mitarbeiter häufig ohne die dann dringend nötigen Arbeitsunterlagen
von vorne anfangen. Werden Teammitglieder vom Auftraggeber oder
Projektleiter allzu bürokratisch gegängelt und zu Dokumentationen
und Nachweisen bis ins letzte Detail verpflichtet, ertrinken sie
schnell in einer Flut von Papier. Zudem wird ihre Effizienz und
Kreativität regelmäßig blockiert, indem auf ihre
persönlichen Erfolgsformeln nicht eingegangen wird.
Zwar lösen sich viele Probleme von selbst, auch im Projekt.
Doch gibt es IT-Probleme, die sich nicht lösen lassen, indem
man beharrlich nichts tut. Und wer möchte bei Schieflagen schon
der Überbringer der schlechten Nachrichten sein. Bekanntlich
neigen Projektleiter ja zum Wegschauen, wenn eine Katastrophe sich
anbahnt. Auch Unternehmensführungen können so handeln.
Karen Boucher, Vice President der Standish Group, berichtet von
einem Unternehmen, das sich nach vier fehlgeschlagenen Versuchen,
ein Projekt zu realisieren, vor dem fünften geplanten Start
endlich zu einer Scheiteranalyse durchrang.
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| Dogmatismus
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Starrheit und Dogmatik sind für Walter Seemayer, Director
.Net Strategy & Developer Group der Microsoft GmbH, durchgängig
relevante Scheiterfaktoren. Sie können sich beim starren Festhalten
der Unternehmensleitung an einmal festgelegten IT-Strategien ebenso
zeigen wie beim dogmatischen Einsatz von Programmiersprachen und
Tools durch den Entwickler.
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>>Weil überall 'jung
und dynamisch' angesagt ist, gibt es in weniger als
50% der deutschen Unternehmen noch Mitarbeiter über
50 Jahren.<<
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So hindert das dogmatische Verfolgen einmal festgelegter Strategien
viele IT-Leiter und Personalchefs daran, IT-Talent einzusetzen,
das nicht in diese Strategien passt. Weil überall 'jung und
dynamisch' angesagt ist, gibt es in weniger als 50% der deutschen
Unternehmen noch Mitarbeiter über 50 Jahren. Dieser Dogmatismus
wirkt sich auf IT-Projekte durchaus negativ aus. Denn Knappheit
an verfügbaren jungen Talenten und Nichteinsatz erfahrener
Know-how-Träger führen zur quantitativen Unterausstattung
mit Personal und qualitativen Unterausstattung mit Know-how und
Erfahrung.
Bei der Definition der Projektziele und bei der Leistungsbeschreibung
führt Dogmatismus zu sachfremden Soll-Vorgaben. Überzogene
Anforderungen erhöhen hier das Scheiterrisiko und führen
auf jeden Fall zu einem vervielfachten Gesamtaufwand und stark erhöhten
Endpreis, wogegen bei geringen Abstrichen ein akzeptabler Preis
zu erreichen wäre.
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Porzellanladen IT-Architektur |
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Basiert die IT-Architektur im Unternehmen auf Insellösungen
und auf individueller Software ohne klar definierte Schnittstellen,
erschwert das die Verständigung zwischen den Mitarbeitern.
Und ständige personelle Umbesetzungen im IT-Bereich erschüttern
jede, selbst eine durchgängige, IT-Architektur bis in die Grundfesten.
Nach einer Untersuchung der META Group
hat ein IT-Vorstand (CIO) nur eine Lebensdauer von durchschnittlich
18 Monaten im Unternehmen. Das hat auch auf die IT-Architektur des
Einzelprojektes und auf den Einsatz des IT-Freiberuflers im Projekt
Auswirkungen.
Im Projekt bedingt die Abwesenheit einer durchgängigen IT-Architektur
und einer durchgängigen Schlüssigkeit ebenfalls den Misserfolg.
Das hat Khafre Systems International bei einer Scheiteranalyse amerikanischer
IT-Projekte ermittelt. Aus dem Einsatz unausgereifter Technologien
im Projekt resultiere eine 'zerbrechliche Architektur' und daraus
spätestens in der Produktionsphase der Absturz des Systems.
Ist im Projekt eine durchgängige IT-Architektur mit in sich
schlüssiger Nomenklatur vorhanden, ohne übergreifend angewendet
zu werden, liegt ebenfalls ein Scheitern nahe. Fehlt es der Entwicklungsphase
an Schlüssigkeit, dann fehlt es der Anwendung an Robustheit
und Fehlertoleranz. Spätestens in der Produktionsphase (Gewährleistung)
wird es wegen positiver Rückkoppelung bei den Fehlern zu einem
Scheitern kommen. So steht auf dem Wunschzettel von Mothercare (UK)
für das Christkind 2001 "A robust inventory system".
Denn das Materialwirtschaftssystem ließ angelieferte Waren
sich im Zentrallager stapeln, statt deren Auslieferung an die 424
Verkaufsniederlassungen für das Weihnachtsgeschäft 2001
zu veranlassen. Marketingfachmann Steven Buckley führt das
Desaster auf fehlerhafte Mengengerüste und unzureichende Schulung
zurück.
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| Autoren: Dr. Elisabeth Schwarz-Mehrens und Frits
Fliers |
Kommentare zu diesem Artikel:
"Ich habe versucht, im Internet herauszufinden, was unter der Abkürzung „IT“ überhaupt zu verstehen ist. Ich stieß auf eine Website, in der ausdrücklich versprochen wird, die Frage zu beantwor-ten: 'Was ist überhaupt ein IT-Projekt? Toll! Das schien genau das zu sein, was ich such-te. Die vollständige Adresse der Website lautete beziehungsweise lautet: http://www.gulp.de/kb/it/projekt/itprojekteins.html#top Aber bei näherem hinsehen wurde ich bitter enttäuscht und gebe deshalb hier nachfolgend das aufgeblasene und sinnlose Kauderwelsch wieder, mit welchem die Autoren meinen, die Frage „Was ist überhaupt ein IT-Projekt?“ hilfreich zu beantworten. [...] Nun, was also ist ein IT-Projekt? Ist vielleicht wenigstens irgendwie durchgeschimmert, welches grobe Sachgebiet mit der Abkürzung „IT“ bezeichnet wird? Nein! Das vorstehende Blabla kann nur von einem solchen Menschen verstanden werden, der bereits weiß, was ein „IT-Projekt“ ist und also die Erläuterung durch den vorstehend ge-nannten Artikel gar nicht mehr braucht. Ja, ich muss sogar leider sagen, dass mir der gesamte Artikel nichts über die IT-BRANCHE erhellt hat – und dies, obwohl ich für mich aufgrund von Abitur und Universi-tätsabschluss und 20-jähriger beruflich branchenmässig weit gefächerter Tätigkeit (ein-schließlich der Tätigkeit als Lehrbeauftragter an Fachhochschulen) einen sicherlich über dem Durchschnitt liegenden Bildungsstand reklamieren darf. Nein! – der gesamte Artikel ist nur von solchen Menschen verstehbar, die bereits all das, was in dem Artikel beschrie-ben wird, wissen und diesen Artikel also lediglich als Bestätigung ihres bereits vorhande-nen Wissens lesen und vielleicht einige, wenige Aspekte erkennen, die sie bisher entwe-der gar nicht oder zumindest nicht so, wie von den Autoren beleuchtet, gesehen haben. Vermutlich aber hat niemand einen wirklichen Erkenntnisgewinn aus diesem aufgeblase-nen Blabla gezogen. Trotz der großen Mühe und vor allen Dingen des großen Fleißes, die beide ersichtlich in diese Ausarbeitung geflossen sind, muss ich unter dem Strich sagen: Schande über die Autoren Dr. Elisabeth Schwarz-Mehrens und Frits Fliers (Februar 2011)"
"Thema Dogmatismus:..es geht auch andersherum: ..der jüngste Mitarbeiter(intern! 53J.) der jüngste Mitarbeiter extern(45j, mit 20 Jahren Erfahrung im Consulting) - sinnvolle Vorschläge zur Reduzierung des Wartungs- und Entwicklungsaufwandes führten zum Verlust des Vertrages! - das machen wir schon immer so und bleibt auch so (System im 370er/Assambler geschrieben !) (März 2004)"
"Wirklich der beste Artikel, den ich im Netz finden konnte ... (Juni 2003)"
"Der Artikel ist fundiert und sehr Informativ. (Januar 2003)"
"Dieser Artikel ist sensationell und beschreibt die aktuelle Lage in Projekten und im erweiterten Rahmen auch diejenige der Unternehmensführung. Wir können aus Erfahrungen von mehreren Grossprojekten (< 40 Mio. Euro) 1:1 ihre Erfahrungen bestätigen und würden uns gerne an einem nächsten Artikel beteiligen. Mit freundlichen Grüssen Géza Kenessey (Geschäftsführer) PCG pro consulting group AG CH-8152 Glattbrugg / Zürich www.pcg.ch geza.kenessey@pcg.ch (Oktober 2002)"
"Als Seiteneinsteiger habe ich meine Situation immer so eingeschätzt, dass ich mir ein Scheitern eines Projektes woran ich beteiligt bin, nicht leisten kann. Ergebnis davon ist, dass alle meine Projekte zu produktiv eingesezter Software führten, also nach meiner Definition erfolgreich waren und sind. Auch kenne ich viele andere -auch nominell höher qualifizierte- Informatiker mit ähnlichen Ergebnissen. Desweiteren muss ich z.Zt. feststellen, dass dieser Umstand nicht zu verbesserten Acquisechancen führt. Vielmehr habe ich den Eindruck,dass das Lösen von Aufgaben als umsatzmindernd von Seite der IT Industrie angesehen wird. Als 'Problemlöser' ist man dann geschäftsschädlich. Nur 'gescheiterte' Projekte erhalten den Markt. (Oktober 2002)"
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