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| Small is beautiful |
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Small is beautiful' oder frei nach
Goethe: In der Beschränkung zeigt sich der Meister. Die Erfolgschancen
eines IT-Projekts lassen sich schon durch die Begrenzung des Aufwandes
verbessern. So hat die Standish
Group
für den US-Markt ermittelt, dass IT-Projekte am ehesten erfolgreich
verlaufen, wenn sie nicht länger als sechs Monate dauern, nicht
mehr als sechs Mitarbeiter und ein Budget von nicht über 750.000
USD haben.
Dabei ist auf Seite des Auftraggebers Voraussetzung, dass die Anforderungen,
Zielsetzungen und Ressourcen klar definiert sind und die Führungsebene
das Projekt unterstützt. Voraussetzung auf Seite des IT-Freiberuflers
ist das sichere Verfügen über entwicklungsrelevantes Know-how
gepaart mit Branchenkenntnissen und zumindest Offenheit für
Projektmanagementfragen.
Projekte managen mit System
Nach einer in angelsächsischen Ländern gängigen
Definition ist ein IT-Projekt dann ein Erfolg, wenn die vereinbarte
Leistung nach messbaren Kriterien innerhalb des vereinbarten Zeit-
und Geldrahmens erbracht wurde. In der Leistungsbeschreibung oder
Spezifikation wird ein abnahmefähiges Ergebnis vordefiniert,
das in einem bestimmten Zeit- und Finanzrahmen erreicht werden soll.
Professionelle Projektarbeit enthält immer die Dimensionen
Leistung, Zeit und Geld.
Der Einsatz eines professionellen Projektmanagementsystems (PMS)
garantiert zwar nicht den Erfolg eines Bill Gates. Ein solches Tool-Kit
erfordert einerseits als zusätzlicher Steuerkreis zusätzlich
Leistung, Zeit und Geld sowie bei größeren Projekten
die Einrichtung eines eigenen Project Office. Vom Projektmanager
wird erwartet, dass er die unterschiedlichen Eingabe-Verarbeitungs-Ausgabe-Methoden
für PMS kennt und anwenden kann und im Kerngeschäft des
Kunden möglichst umfassende Kenntnisse hat.
Andererseits trägt PMS dazu bei, dass ein Projekt im Leistungs-,
Zeit- und Geldrahmen bleibt. Und es verringert das Vorkommen größerer
Fehler. Im Projekt verbessert es die Kontroll- und Korrekturmöglichkeiten.
Und es verhilft zur projektübergreifenden Wirkung des Erfolges.
Um Erfolg wiederholbar zu machen, benötigt ein Projekt Soll-Vorgaben,
Ist-Werte und am Ende eine Soll-Ist-Analyse. Letztere ermöglicht
die projektübergreifende Erfahrungsverwertung.
Die Nachhaltigkeit eines Projekterfolgs zeigt sich im nachweislichen
Beitrag zum Geschäftsergebnis, d.h. zur Umsatzsteigerung, Gewinnsteigerung,
Kostenreduzierung, Vermögenssteigerung des Unternehmens. Um
den Nachweis erbringen zu können, ist schon im Projektantrag
darzustellen, wie sich das Projekt auf das Geschäftsergebnis
auswirken soll und wie das gemessen werden soll. Das bedeutet auch,
dass die nachhaltigen Bedürfnisse des Kunden zu ermitteln und
zu berücksichtigen sind. In großen Unternehmen wird bei
der Planung, Entscheidung und Bewertung von Projekten oft mit Kennzahlen
gearbeitet. Der E.ON-Konzern z.B. verwendet ROCE (Return on Capital
Employed - Kapitalrendite). Dabei wird ein IT-Projekt, das voraussichtlich
weniger bringt als die Mindestrenditevorgabe, nicht genehmigt. Bringt
es im Nachhinein weniger, dann muss sein Befürworter damit
rechnen, dass spätestens beim nächsten Projekt seine Angaben
und Schätzungen genauer hinterfragt werden.
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| Flexibilität
und Modularisierung |
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Für das Projektmanagement und die Projektprozesse werden zunehmend
Flexibilität und Modularität gefordert. PASS begründet
das mit der Verkürzung von Produktzyklen sowie mit der Zunahme
geografisch verteilter Projekte und virtueller Projektteams.
Flexibilität
Flexibilität bei der Auswahl und beim Einsatz von PMS ermöglicht
flexibles Reagieren auf unterschiedliche bzw. veränderte Anforderungen,
unvorhergesehene Probleme und überraschende Chancen. IT-Projekte
mit System managen heißt, zur Verbesserung der Erfolgswahrscheinlichkeit
beizutragen, immer unter den Gesichtspunkten: Was passt zum Kunden?
Was passt zum Projektauftrag? Was zum Team? Wie kann auf Änderungen
reagiert werden? Das heißt auch, PMS innerhalb eines Projektes
flexibel zu handhaben und bei Bedarf zu ändern oder erweitern,
am besten im Zusammenhang mit Reviews und mit schriftlicher Dokumentation
bzw. Vertragsmodifikation.
Entwicklerseitig resultiert mehr Flexibilität aus einer mehrdimensionalen
Sicht auf die Aufgabenstellungen und Lösungen, wie sie der
Einsatz drei- bis n-dimensionaler Würfel ermöglicht. So
arbeitet Cognos mit einem OLAP-Würfel (OnLine Analytical Processing)
zur Analyse und Auswertung multidimensional aufbereiteter Daten
oder Datenverknüpfungen, um Informationen für Unternehmensentscheidungen
zu gewinnen.
Modularisierung
Jedes Modul, Arbeitspaket oder Vorgang ist beschreibbar nach Leistung,
Zeit und Geld. Modularisierung schafft kleinere Einheiten im Projekt,
wobei die einzelnen Module überschaubarer und leichter kombinierbar
sind. Schon beim französisch-deutschen Hubschrauberprojekt
Tiger' machte das Bundeswehrbeschaffungsamt in den 80er Jahren
die Vorgabe, dass die Module einen Geldumfang von minimal €
125.000 und maximal € 5 Mio. haben sollten, damit das Projekt
überschaubar blieb.
Jedes zusätzliche Modul bedeutet aber auch mindestens eine
zusätzliche Schnittstelle mit allen Folgen wie Schnittstellenbeschreibung,
-meilenstein, -überwachung. Die Einführung eines zusätzlichen
Moduls bedeutet zunächst immer zusätzlichen Verwaltungsaufwand
und Mehrkosten.
Sollen vorhandene Module zusammengelegt werden, ist dafür
eine durchgängige Softwarearchitektur Voraussetzung. Ihr Fehlen
führt zu einer Explosion von Koordinations- und Abgleichsarbeiten.
Fusionitis' kann hier wie auch sonst in der Wirtschaft teuer
werden. Der projekterfahrene IT-Profi kann bei der Festlegung von
Modulstruktur, -größe, -zahl wichtige Inputs liefern.
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| PMS-spezifische
Darstellung |
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Ein PMS kann ein Spreadsheet, ein Zettelkasten, eine Datenbank,
ein Netzplan sein. Oder eine Software wie Microsoft Project als
Low-end oder Artemis als High-end. Als erste Übersicht kann
eine Tabelle dienen, z. B.:
| IT-Projekt |
Umfang in Tagen |
Umfang in Prozent |
| Leistungs-Umfang |
3,5 |
2% |
| Analyse / Softwareanforderungen |
14 |
7% |
| Entwurf |
14,5 |
8% |
| Entwicklung |
33 |
17% |
| Testen |
35 |
18% |
| Schulung |
32 |
17% |
| Dokumentation |
42 |
22% |
| Pilotphase |
9 |
5% |
| Bereitstellung |
5 |
3% |
| Nachbereitung der Implementierung |
3 |
2% |
| Softwareentwicklung |
191 |
100% |
Quelle: Microsoft
Project 2000 - Template/Vorlage: Software-Entwicklung
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| Organigramm:
Projekt-Softwareentwicklung |
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Der Projektstrukturplan (PSP) ist eine abstrakte Leistungsdarstellung
(Work Breakdown Structure - WBS). Er gibt Antwort auf die Frage:
Was ist zu tun? Die Gesamtleistung des Projektes wird dabei in Einzelleistungen
(Vorgänge oder Tasks) gegliedert, die über Meilensteine
(Milestones) abnahmefähig sind. Mit PMS-Software lassen sich
die Tabellen auch visuell darstellen. Dabei werden übergeordnete
Ziele, Hierarchien und Abfolgen verdeutlicht. Ebenso wird schnell
erkennbar, was fehlt oder was falsch ist:
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Visuelle Darstellung
von Tabellen mit PMS-Software.
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Zusätzlich können mit einem PSP auch die Zeit- und Kostenangaben
visualisiert werden:
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Visuelle Darstellung
von Zeit- und Kostenangaben mit einem PSP.
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| Organigramm:
Breakdown Structure - OBS |
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Ein Organigramm (Organisation Breakdown Structure - OBS) gibt Antwort
auf die Fragen: Wer ist zuständig? Wer unterstützt und
fördert das Projekt? Die Unterstützung durch die Führungsebene
ist nach Meinung erfahrener Topmanager wie Walter Seemayer (Microsoft,
Unterschleißheim) eine notwendige Voraussetzung für den
Projekterfolg.
Mit einem Organigramm wird z. B. die Betreuung eines IT-Projektes
sowie die tatsächliche Einstufung des IT-Projekts im Unternehmen
transparent:
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Beispiel eines Organigramms
(OBS).
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| Netzplan -
Der PERT Chart |
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Ein Netzplan (auch PERT Chart genannt) beantwortet in verdichteter
Form ein ganzes Fragenbündel: Wann wird die Arbeit gemacht?
In welcher Folge (nacheinander oder parallel)? Von wem? Mit wie
vielen Pufferzeiten? Mit wie viel Aufwand an Material und Arbeit?
Was ist der aktuelle Stand? Was der Fortschritt?
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Beispiel eines Netzplanes
(PERT Chart)
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| Balkenplan: Der GANNT
Chart |
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Die in einem Netzplan enthaltenen Informationen werden in einem
Balkenplan (auch GANNT Chart genannt) anders dargestellt. Die Betonung
liegt hier auf der tabellarischen Übersicht und dem Zeitablauf.
Ist der Netzplan ein typisches Ingenieur-Tool, wird der Balkenplan
von Kaufleuten favorisiert.
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Beispiel für einen Balkenplan
(GANNT Chart)
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| PMS-spezifische
Denke |
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Nach landläufiger Meinung ist das Arbeiten mit PMS-Software
eine Strapaze. Im Gegensatz zum Arbeiten mit einem einfachen Spreadsheet
setzt sie einen umfassenden theoretischen Hintergrund voraus, auch
von der Dateneingabe und den Verfahrensentscheidungen her. Sie hat
aber besonders effiziente Leistungs- und Analysemöglichkeiten.
Zugriffe können so oft und so feinmaschig wie erforderlich
durchgeführt werden.
Vorwärts- und Rückwärtsterminierung
Vorwärtsterminierung (Forward-pass) ist die bevorzugte Methode
der Sachbearbeiter und Beamten. Ein PMS errechnet beim Forward-pass
frühe Anfangstermine (Early-start) und frühe Endtermine
(Early-finish). Ziel ist, die Freigabe der Gelder so schnell wie
möglich zu bekommen und dann so schnell wie möglich loszulegen.
Ein Nachteil dieser Methode ist die höhere Kapitalbindung,
oder anders gesagt: der Zinsverlust.
Rückwärtsterminierung (Backward-pass), also Anfangen
beim letztmöglichen Abgabe- oder Entscheidungstermin und dann
zurück rechnen, liegt vielen Politikern und Managern im Blut.
Es erfordert gute Nerven, Flexibilität, Improvisationsvermögen
und ein Finanzpolster, denn Überstunden sind in Notlagen meist
besonders teuer. Ein PMS berechnet beim Backward-pass die letztmöglichen
Anfangstermine (Late-start) ausgehend vom letztmöglichen Endtermin
(Late-finish).
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| Der Kritische
Pfad - CPM Critical Path Method |
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Werden an einem Tag 100 Arbeitspakete bearbeitet, sind meist über
90% davon verzögerungsfähig, ohne Projektverzögerung
in der Folge. Daneben gibt es aber auch einige wenige Aktivitäten,
deren Verzögerung zu einer Verzögerung des gesamten Projektes
führt. Die grafische Darstellung dieser zeitkritischen Aktivitäten
ist der kritische Pfad. PMS soll ihn berechnen (Critical Path Method,
Scheduling). Widmet der Projektmanager sich zuerst den kritischen
Tätigkeiten und bringt sie zum Laufen, dann läuft das
ganze Projekt innerhalb des Zeitrahmen.
Die Pfeil-Methode - ADM Arrow Diagram Method
ADM ist eine Untermethode von CPM. Ihr Hauptmerkmal ist, dass bei
der Erfassung eines Vorganges ab dem 2. Vorgang ein Bezug zu einem
anderen Vorgang herzustellen ist. Vorgänge werden nur verknüpft
mit einem anderen Vorgang erfasst. Verlorene / vergessene Arbeitspakete
kommen bei dieser Methode eigentlich nicht vor. Sie erfordert vernetztes
Denken und Kenntnis des Kerngeschäfts des Erbringers der Leistungen,
welche Gegenstand des Netzplans sind. ADM ist weder in Microsoft
Project noch in Corel Timeline enthalten. Artemis bietet ADM als
kostenpflichtigen Zusatz zur Precedence Diagram Method (PDM) an.
Vorgangsorientierte Methode - PDM Precedence Diagram Method
PDM ist eine Untermethode von CPM. Hier sind zuerst alle nur möglichen
und denkbaren Vorgänge oder Module isoliert zu erfassen. Daraus
resultiert automatisch das Problem, Schnittstellen und Constraints
optimal zu bestimmen. Die Analyse muss von einem Fachmann vorgenommen
werden. Doch kann ein Anfänger die Ersterfassung und die Weiterbearbeitung
übernehmen. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist PDM heute die
am weitesten verbreitete Methode auf dem PMS-Markt.
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| PERT Program Evaluation
Review Technique |
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PERT ist in fast jedem PMS implementiert. Mit PERT kann für
das Projekt nicht nur ein Terminziel geplant werden, sondern ist
der Profi imstande, eine optimistische, eine realistische und eine
pessimistische Schätzung für die Zeitdauer zu geben. Wer
Projekte ganzheitlich und nach Nachhaltigkeitskriterien betrachtet,
weiß, dass er die dreiteilige Schätzung optimistisch
- pessimistisch - realistisch' auch auf die Dimensionen Leistung,
Geld und Beitrag zum Geschäftsergebnis anwenden muss. Zudem
ist erfahrungsgemäss die dreistufige Schätzung um die
beiden Stufen Scheitern und Wunder zu ergänzen.
Alle vier Dimensionen mit ihren fünf Abstufungen Wunder
- optimistisch - realistisch - pessimistisch - Scheitern' können
abgebildet werden in einer vierdimensionalen Matrix oder Würfel
mit 5 x 5 x 5 x 5 = 625 Varianten, die ganz unterschiedliche Prioritäten
und Ergebnis-Zielrichtungen haben. Welche Teile dieser Matrix für
den Kunden akzeptabel sind, spielt bei der Zielgruppenansprache
und beim Projektangebot immer eine wichtige Rolle. Cap Gemini will
z.B. Kunden mit hohen Anforderungen an Leistung und Termintreue,
die aber auch bereit sind, dafür zu zahlen. Dementsprechend
lautet das Konzept OTACE (On Time, Above Customer Expectations).
Cognos zielt auf Kunden, die wenig Geld ausgeben und schnell etwas
haben wollen (10-20% des Aufwandes), dafür aber Abstriche beim
Ergebnis machen (80%-90% der Leistung).
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| Projektmanagementsoftware
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Alle PMS-Templates oder Standardnetzpläne enthalten Vorgehensmodelle.
Da diese Modelle die Vorgehensmethoden im Unternehmen und Projekt
vorgeben, ist ihre Akzeptanz ein großes Problem und bei den
bekannteren Modellen noch am höchsten. Einerseits hat der Auftraggeber
die Qual der Wahl aus einem schier unüberschaubaren Angebot.
Ist für ihn generell ein wichtiger Gesichtspunkt, dass niemand
unersetzbar ist, dann entscheidet er sich vermutlich für eines
der bekannten Modelle. Andererseits favorisieren Mitarbeiter meist
Vorgehensmodelle mit bekannt niedrigen Testzeiten. Je nach Vorgehensmodell
sind Aufwand, Leistung und Nutzen stark unterschiedlich. Das wiederum
ist ein Beratungsfeld für den erfahrenen IT-Freiberufler.
Die Vorgehensmodelle von Microsoft Project oder Corel Timeline
werden seit Jahren in Millionen Exemplaren verkauft (Low-end). Artemis
gilt dagegen als erste Sahne (High-end). Das eher unbekannte IDEAL-Modell,
das vom US-CMM/Software Engineering Institute entwickelt wurde,
ist das einzige re-iteratives Vorgehensmodell. Es ist extrem einfach
zu handhaben und kommt auch ohne EDV-Anlage aus. Demgegenüber
hat das Vorgehensmodell von Rational Rose (RUP Rational Unified
Process) einen hohen Bekanntheitsgrad. Denn seine abgespeckte Fassung
ist in der Entwicklungsumgebung Microsoft Visual Studio unter dem
Namen Visual Modeler enthalten. TogetherSoft bietet ein Vorgehensmodell
(Feature-driven), das dem von Rational Rose (Use-case-driven) sehr
ähnelt. Das Modell von Borland hat den Schwerpunkt bei Datenbankarbeit
und hat Delphi zur Entwicklungsumgebung. Während Microsoft
zum Mainstream gehört, ist Borland beyond the Mainstream'.
Vorgehensmodelle sind auch aus der ISO-Norm 15504 ableitbar, was
zum Zertifizierungs- und Ratingtrend passt. Die Anzahl der Zertifizierungen
nach ISO 15504 ist im Vergleich zu den Ratings nach dem CMM Capability
Maturity Model aber noch gering.
Für das Management von Projekten hat das US-Department
of Defense (DOD)
eine Spezifikation entwickelt (MIL-HDBK-881, in: DoD 5000.2-R). MS
Project und Artemis haben diese Spezifikation komplett eingearbeitet.
Insofern verfügen beide Tool-Kits über eine durchgängige
Software-Architektur. Das deutsche V-Modell ist ein Entwicklungsstandard
für IT-Systeme des Bundes. Insofern es nicht an der US- Spezifikation
ausgerichtet ist, ist eine einheitliche durchgängige Software-Architektur
nicht gewährleistet. Zum V-Modell gibt "Das
Projekthandbuch"
den Kommentar: "Es erfordert eine immense Einarbeitungszeit für
alle Projektmitarbeiter und ein hohes Maß an Disziplin." |
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| Projektmanagementschulung
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Professionelles Projektmanagement ist kein Buch mit sieben Siegeln,
sondern erlernbar. Das amerikanische Project
Management Institute
bietet Seminare, Lehrgänge, Zertifizierungen. Es ist mit rund
90.000 Mitgliedern weltweit die größte Nonprofit-Organisation
im Bereich Projektmanagement und entwickelt Standards zusammen mit
dem US-Department of Defense. Der deutsche Fachverband für
Projektmanagement, die Deutsche
Gesellschaft für Projektmanagement e.V.
, schult und zertifiziert nach eigenen Standards. Er ist National
Association der IPMA International Project Management Association
und mit derzeit 1.900 Mitgliedern relativ klein. Daneben bilden
IT-Unternehmen wie Artemis, IBM, Microsoft in Allround-Projektmanagement
nach PMI-Standards aus. In Projektmanagement mit Schwerpunkt IT
schulen Rational Rose und TogetherSoft.
Viel zum Nulltarif bietet im Internet "Das
Projekthandbuch"
, eine Eigeninitiative von Andreas Kitz. Es gibt Erläuterungen
und Beispiele für alle, die ohne großen Aufwand das Fachchinesisch
von IT-Projektmanagern besser verstehen wollen oder selbst einen
Einstieg ins IT-Projektmanagement suchen. Sämtliche Dokumente
(Pläne, Übersichten, Formulare) lassen sich herunterladen
und dem eigenen Bedarf anpassen.
Eher unüblich ist, vor einem Projekt bei den interessant erscheinenden
Anbietern von Projektmanagementsoftware anzufragen, ob sie schon
einmal bei einem ähnlichen Projekt beratend mitgewirkt haben
und ob sie bereit sind:
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Berater aus einem solchen Projekt für das eigene Projekt
abzustellen |
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Standardnetzplan / Vorlage / Template für das eigene
Projekt zu verkaufen |
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Kontakt zu einem Referenzkunden herzustellen, der dann wahrscheinlich
auch aus einer Erfahrung nützliche Hinweise geben kann |
Das kostet anfangs mehr Geld, aber langfristig zahlt es sich durch
Kostenreduzierung, Leistungssteigerung und Vermeiden von schwerwiegenden
Fehlern aus.
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| Wichtige
PM-Komponenten für den IT-Profi |
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Versteht der IT-Freiberufler sich als sein eigener Manager und
seine Aufträge als Projekte, liegt es nahe, sich ins professionelle
Projektmanagement einzuarbeiten.
Partner- und Projektwahl
So wie der IT-Freiberufler ganz individuelle Voraussetzungen mitbringt,
haben auch die Projektanbieter sowie seine Auftraggeber und Endkunden
ganz unterschiedliche Profile und Philosophien. Hat er sich darüber
informiert, dann kann er prüfen, ob eine Zusammenarbeit zu
ihm passt und wie anforderungs-, bedarfs- und lagegerecht vorzugehen
ist.
Für den Projektperfektionisten kann das von Cap Gemini praktizierte
Arbeitsprinzip OTACE (On Time, Above Customer Expectations) mit
Option auf das Übertreffen von Kundenerwartungen, somit auf
nice to have', eine regelrechte Herausforderung sein. Dagegen
ist das Arbeitsprinzip von Cognos das Erreichen von 80-90%iger
Zielfunktionalität mit 10-20% des klassischen Aufwandes, eher
etwas für Minimalisten mit Zielrichtung auf must have'.
Bei beiden Arbeitsprinzipien geht es um Wahrung des Zeitrahmens,
das bedeutet oft auch Zeitdruck für den IT-Freiberufler. Dabei
zielt Cognos auf Projektlaufzeiten von drei Wochen bis drei Monaten.
Cognos-Kanada gibt "The 90-day promise". Cognos-Deutschland
spricht davon, dass die Anwendung in 21 Tagen ab Start läuft.
Dagegen gibt es bei Cap Gemini eher Projektlaufzeiten von einem
bis zwei Jahren. Bei der Budgetplanung greift Cap Gemini ebenfalls
höher und landet am Projektende eher im pessimistischen'
Bereich. Cognos will dagegen für 20% des Aufwandes 80% der
Leistung erbringen.
Ist die Erfolgsformel des IT-Spezialisten die Nachhaltigkeit beim
Endkunden, könnte für ihn ein Partner wie CSC interessant
sein. Denn die kalifornische CSC Corp., Mehrheitsgesellschafter
der CSC Plönzke AG, will die Geschäftsbedürfnisse
und -probleme der Kunden zunächst gründlich verstehen,
um von daher zu wirksamen und innovativen Lösungen zu kommen.
Derartige Erforschung der Geschäftsbedürfnisse und -probleme
von Kunden geht ins Geld, Innovationen ebenso. Für die Heyde
AG sagt Bertram Salzinger, COO: "Wir unterstützen unsere
Kunden dabei, ihre Kunden zufrieden zu stellen. Nicht mehr und nicht
weniger." Hier wird ein optimales Preis-/Leistungsverhältnis
für Endkundenzufriedenheit auf den Punkt gebracht. IDS Scheer
"berät Unternehmen aller Branchen darin, wie sie ihre
Geschäftsprozesse effizienter, kostengünstiger und damit
wettbewerbsfähiger gestalten können". Nachhaltigkeitskriterien
sind dabei Effizienzsteigerung und Kostensenkung, also Preis- und
Kostenwettbewerb.
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| Vertrag und
Lastenheft |
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Im Vertrag verpflichtet sich der IT-Freiberufler, eine Leistung
in einem bestimmten Zeit- und Geldrahmen zu erbringen, und das oft
unter der Überschrift Werkvertrag'. Bei neuen Abschlüssen
sollte er die seit dem 1. Januar 2002 in Kraft getretenen Änderungen
des deutschen Zivilrechts (BGB, Schuldrecht) unbedingt beachten.
Damit gelten zum Teil verlängerte Gewährleistungsfristen.
Und zum Teil ist bei Mängelrügen die Beweislast auf den
IT-Freiberufler übergegangen.
Wichtige Bestandteile des Projektvertrages sind Problembeschreibung,
Anforderungsprofil und Gewährleistung, die leicht zu Stolpersteinen
werden können. In Redlichkeit kann vom IT-Freiberufler nur
dann erwartet werden, dass er für eine Leistung haftet, wenn:
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Die Soll-Leistung vorher eindeutig bestimmbar und kalkulierbar
ist |
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Für die Ist-Leistung ein neutrales, erprobtes (validiertes,
geeichtes) Messverfahren bestimmt wird, dass später dann
auch angewandt wird |
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Für die Soll-Ist-Analyse vorher ein neutrales und erprobtes
Verfahren festgelegt wird, das später dann auch angewandt
wird |
Wird dieses Procedere eingehalten, gibt es hinterher kaum Diskussionen
über Mängel, Gewährleistung und Haftung.
Das Lastenheft beschreibt traditionell die zu erbringende Leistung.
Durch die Untergliederung der Leistung in Zeit entsteht ein Gerippe
für die Arbeitsplanung (Kapazitätsplanung, Ressourcenzuordnung).
Wird pro Leistungseinheit noch das Geld spezifiziert, ist bereits
eine ganzheitliche Projektführung gegeben.
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| Arbeitsplanung
und Vorgehensweise |
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Eine Arbeitsdokumentation mit Planung, Soll-Ist-Analyse, Rückkopplung
und Zeitmanagement ist in allen Projektphasen hilfreich, erfordert
aber auch einigen Aufwand. Langfristig zieht der IT-Spezialist daraus
Nutzen, Projektarbeit nicht nur zu leisten, sondern auch mit System
und Netzplan zu managen. Dadurch lassen sich Projekte besser vergleichen,
Angebote und Abrechnungen leichter erstellen. Wechselwirkungen und
Abhängigkeiten können grafisch in einer Art dargestellt
werden, die mit Worten fast nicht möglich ist. Missverständnisse
werden reduziert. Und Denkfehler, die ja bekanntlich erst am Ende
weh tun, fallen hierbei oft schon am Anfang auf. Zudem beeindruckt
eine Angebotsdarstellung als Netz- oder Balkenplan die meisten Interessenten
und Kunden.
Im bewährten Spreadsheet-Verfahren einmal schreiben,
immer wieder kopieren' sind zunächst die Soll-Werte tabellarisch
zu erfassen:
| Beschreibung |
Zeile bzw. Spalte |
| Vorgänge oder Tätigkeiten aus dem Lastenheft |
1 |
| abnahmefähige Meilensteine soweit bekannt |
2 |
| Schnittstellen |
3 |
| Zeitspanne in Kalender- oder Arbeitstagen |
4 |
| Arbeitszeit in Mannstunden |
5 |
| Stundensatz mit Währungsangabe |
6 |
| Gemeinkosten |
7 |
| Sonderkosten |
8 |
| Reisekosten |
9 |
| Arbeitshonorar aus Multiplikation der Werte in Spalte 5 und
6 |
10 |
| Summe der Spalten 7-10 |
11 |
| Mehrwertsteuer |
12 |
| Gesamtsumme |
13 |
Diese Tabelle enthält alle für das Angebot relevanten
Angaben zu Leistung, Zeit und Geld. Sie sollte auch dem Vertrag
zugrundegelegt werden. Denn z.B. spielen die Schnittstellen für
Haftungsausschlüsse ein Rolle. Die Meilensteine und Vorgänge
sind wichtig für die Abnahmen. Und die Gesamtsummen pro Monat
sind ausschlaggebend für Abschlagszahlungen und Rechnungsstellungen.
Durch Erweiterung der Tabelle um die Ist-Werte lassen sich Leistungsscheine
und Abrechnungen erzeugen. Durch zusätzliche Erweiterungen
um Vergleichsformeln können Analysen durchgeführt werden,
z.B. mit der Formel Soll-Wert minus Ist-Wert' eine einfache
Soll/Ist-Analyse. Je nach Bedarf lässt sich die Tabelle noch
ergänzen, etwa um Angaben zu Tag, Anfangszeit, Endezeit, Pausendauer,
Nettoarbeitszeit; bei gleichzeitigem Arbeiten an mehreren Projekten
auch um Projekt- und Modulkennung.
Diese Informationen stellen die Minimalanforderungen an ein PMS
dar. PMS-Software ist eigentlich nichts anderes als eine veredelte
Tabellen- oder Relationale Datenbank-Anwendung mit zusätzlichen
Funktionalitäten, z.B. zur Erzeugung von Grafiken und Diagrammen.
Auch Drill-down sowie Rückwärts- und Vorwärtsterminierungen
lassen sich mit PMS-Software leichter bewältigen.
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| Selbstkontrolle
durch Testen |
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Criticality Analysis und Testen bis zum Versagen widerstreben
dem Programmierer naturgemäß. Warum soll er die eigenen
Schwachstellen aufzeigen? Und warum soll er seine eigene Entwicklung
zum Scheitern bringen? Der Schadenssachverständige Axel-Otto
Roßmann gibt darauf die Antwort: "Erst wenn man die mögliche
Schadensursache erkennt, wird ein zuverlässiges Prüfverfahren
möglich. Dazu sind ausreichende, fachkundige und betriebsnahe
Tests bis zum Versagen notwendig." Besser, der Versagens- und
Überlastungstest findet im Entwicklungsprojekt statt als in
der Produktion oder im Betrieb, wo eventuell Hacker den Versagenstest
übernehmen. In einem solchen Fall muss der Software-Lieferant
mit Imageverlust und Schadensersatzleistung rechnen.
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| Multi-Projekt-Management
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Auch Unternehmen demonstrieren im Umgang mit Projektmanagement
Professionalität. Nach Untersuchungen des Software
Engineering Institute
sind Unternehmen bewertbar hinsichtlich ihrer Fähigkeit, Software-Projekte
durchzuführen:
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Sowohl quantitativ, nach Anzahl der Projekte |
- denn bei vielen mittleren Unternehmen laufen 10-50 IT-Projekte
parallel; hier zeigt sich ihre Fähigkeit zum Multi-Projekt-Management
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Als auch qualitativ, nach Art der Projekte |
- denn die Leistungen unterscheiden sich signifikant von Inhalt
her (z. B. das Programmieren von Excel-Makros gegenüber dem
Programmieren einer Anwendung in Java in mehreren Sprachen, weltweit,
mit unterschiedlichem Zugriffsaufkommen) ebenso wie vom Einsatz
her (auf Großrechner, PCs oder Unix-Systemen).
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| Eine Strapaze,
die sich rechnet |
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Das Managen von IT-Projekte mit System ist möglich. Das Erlernen
von PMS ebenfalls. Professionelles PMS ist allerdings eine Strapaze,
die dann gerechtfertigt ist, wenn die Rechen-, Visualisierungs-
oder Risikoreduzierungsfähigkeiten von PMS erforderlich sind.
Es ist zudem kostenaufwendig, trägt aber oft entscheidend dazu
bei, dass Projekte gleichzeitig und erfolgreich abgewickelt werden
können. Wie bei allen Managementformen hängt der Erfolg
von PMS in großem Umfang von den involvierten Personen ab,
ihrem Know-how, ihren Talenten und Soft-Skills.
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| Autoren: Dr. Elisabeth Schwarz-Mehrens und Frits
Fliers |
Kommentare zu diesem Artikel:
"Sehr gute Informationen in der richtigen Dichte. (November 2007)"
"Eine gute Übersicht mit interessanten Links! (September 2004)"
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