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Zusatzqualifikation Projektmanagement

Bald Must-have für Projektaufträge?

(Februar 2004)
Inhalt dieses Artikels:
Projektmanagement, nicht nur für Projektmanager | Projektmanagement-Ausbildung als Merkmal zur „Allein“-Stellung | Breites Weiterbildungs-Angebot | Die führenden Anbieter von Projektmanagement-Zertifizierungen | Fazit
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Ab 2005 wird die DB Systems IT-Projekte nur noch an zertifizierte Projektleiter übertragen. Dadurch will das System- und Beratungshaus der Bahn die Projektarbeit standardisieren, um seinen Hauptkunden zufrieden zu stellen und sich auch im externen Markt besser zu positionieren. (Quelle: Computerwoche Young Professional, 2004)

Mag es auch nicht der erklärte Wunsch eines jeden IT-Freiberuflers sein, Projektleiter zu sein, so steht diese Nachricht doch für einen wichtigen Trend: Großkunden schaffen Qualitätsstandards für IT-Projekte, mit denen sie gleichzeitig ihr internes Projektpersonal gegen externen Mitbewerb, also gegen andere Dienstleister und auch gegen Freiberufler, positionieren. Grund genug, um sich als externer IT-Spezialist Gedanken darüber zu machen, ob und wie diese Anforderung erfüllt werden kann.

 

Projektmanagement - nicht nur für Projektmanager
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Da externe IT-Spezialisten in einem Projekt die vielschichtigsten Aufgaben übernehmen, kann keine allgemeingültige Aussage zur Bedeutung von Projektmanagement Know-how getroffen werden.

Freiberufler mit dem fachlichen Schwerpunkt „Projektleitung / Organisation / Koordination“ sollten das theoretische Fundament und dessen Aktualisierung jedoch als Muss betrachten.

„Alte Hasen“ können ihr Wissen und ihre Erfahrung mit Spezialthemen wie die Leitung von Projektteams, Projektcontrolling oder effiziente Projektbesprechungen aufwerten und eingeschliffene Arbeitsmethoden durch neue Methodik oder fortgeschrittene Software rationalisieren.

>> Mache jede Aufgabe zu
einem Projekt. <<

Tom Peters

Für Einsteiger kann eine anerkannte Weiterbildung zum Projektmanager der wichtige „Türöffner“ sein, auch wenn kein noch so schönes Zertifikat die erfolgreiche Umsetzung aller grauen Theorie garantieren kann. Eine fundierte Ausbildung in diesem Bereich „auf eigene Faust“ ist jedoch eher selten: Die meisten Teilnehmer an Zertifikats-Kursen sind Angestellte, die von ihren Unternehmen zu diesen Fortbildungen motiviert werden. Für Einsteiger gilt also: Das Zertifikat verschafft das Bewerbungsgespräch, die Erfahrung den Job.

All diejenige Freiberufler, die stark in die Arbeit von Projektteams einbezogen sind, sollten eine Weiterbildung im Projektmanagement als wichtige Zusatzqualifikation ihres fundierten technischen Know-hows verstehen. Dieses Wissen hilft, Ziele abzugleichen, Strukturen zu vereinheitlichen und das Verständnis füreinander zu fördern.

 

 

Projektmanagement-Ausbildung als Merkmal zur „Allein“-Stellung
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Für den Freiberufler gilt „Zeit ist Geld“ in verstärktem Masse. Daher sollte die Investition in eine Weiterbildung nicht nur den Horizont erweitern, sondern sich auch direkt beim Stundensatz bemerkbar machen.

Eine Auswertung der GULP Profile zeigt, dass gerade mal 1,5 % aller eingetragenen Freiberufler "Projektmanagement" unter "Ausbildung" erwähnen. Auch die Auswertung der Profile nach den führenden Anbietern von Projektzertifizierungen liefert keine erwähnenswerten Werte, die repräsentative Aussagen, etwa zum Zusammenhang von Projektmanagement-Ausbildung mit dem Stundensatz, zulassen.

Die durchschnittlichen Stundensätze der Projektmanager bei GULP liegen jedoch mit 77 Euro immerhin 10 Euro über dem Gesamtdurchschnitt. Bemerkenswert ist hierbei die breite Verteilung der Stundensatzforderungen und die Tatsache, dass zertifizierte Projektleiter in den Sphären der 100 Euro Stundensatz keine Seltenheit sind – wenn sie zudem entsprechende Projekterfahrung vorweisen.

Warum jedoch erwähnen so wenig Freiberufler eine Projektmanagement-Ausbildung?
Es können wirklich nur so wenige eine vergleichbare Ausbildung vorweisen.
Auch eine professionelle Ausbildung zum Projektmanager wird meistens berufsbegleitend durchgeführt und nimmt daher nicht den Zeitraum in Anspruch, um Eingang in den Lebenslauf zu erhalten.
Viele Freiberufler erwähnen eine derartige Qualifikation nicht, weil sie der Meinung sind, diese sei bereits durch ihre Berufserfahrung aufgewogen.

Welcher der möglichen Gründe auch zutreffen mag, alle lassen auf den niedrigen Stellenwert schließen, den die Freiberufler speziell dieser Ausbildung im Qualifikationsprofil beimessen. Diese Geringschätzung steht jedoch im Widerspruch zu der Einstellung beim Endkunden, bei dem eine solche Ausbildung an Wert gewinnt. Eine Chance also für Freiberufler, dieses - im wahrsten Sinne des Wortes - Alleinstellungsmerkmal für sich nutzen.

 

 

Breites Weiterbildungs-Angebot
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Den Interessenten steht ein breites Angebot für jedes zeitliche und finanzielle Budget zur Verfügung: Seminare und Schulungen bei diversen Anbietern (it-fortbildung.com extern , ...), Fernstudium / eLearning (Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht extern mit Online-Datenbank „Fernlehrgänge“, IHK Online Akademie extern , ...) sowie Fachbücher (über 700 Treffer bei Amazon extern , Bücher online mit Kapitel-Partionierung bei Ciando extern , ...), Checklisten und Arbeitsdokumente (checkliste.de extern , Redmark extern , ...)

Aufgrund der Vielfalt der Angebote müssen die persönlichen Erwartungen und Ziele detailliert mit den Lehrinhalten verglichen werden. Dabei sollten Fragen wie diese beantwortet werden:
Geht es wirklich um Projektmanagement oder eher um Releasemanagement, Software Configuration Management, etc.?
Welcher Ansatz wird gewählt: Generelles Projektmanagement mit fundamentalen Projektmanagement-Standards oder praxisnahes Management von IT-Projekten?
Welche Inhalte sind interessant? Das Angebot reicht von branchen- und berufsübergreifender Managementtheorie, Soft Skills, Teamführung, Projektplänen bis zu unterschiedlichster PM-Software.
Sprechen diese Inhalte für ein Grundlagenseminar oder für einen Spezialkurs?
 

 

Die führenden Anbieter von Projektmanagement-Zertifizierungen
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Bringt die Zertifizierung zum Projektmanager auch nicht den garantierten Mehrnutzen mit sich, so ist sie allemal ein Qualitätssiegel, das die Chancen auf Projektaufträge verbessern kann – sofern sie vom richtigen Anbieter kommt.

In Deutschland sind zwei Institutionen marktführend: Die Gesellschaft für Projektmanagement (GPM) und das Project Management Institute (PMI). Diese bieten folgende Zertifizierungen an (Stand: Juni 2006):

Gesellschaft für Projektmanagement (GPM) extern Project Management Institute (PMI) extern
Zertifizierter Projektmanagement-Fachmann
(IPMA Level D)
Certified Associate in Project Management (CAPM)
Zertifizierter Projektleiter (IPMA Level C) Project Management Professional (PMP)
Zertifizierter Senior Projektmanager (IPMA Level B)  
Zertifizierter Projektdirektor (IPMA Level A)  
 

 

Fazit
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Für die meisten externen IT-Spezialisten gilt heute, dass fundiertes Projektmanagement Know-how weder für den Projektauftrag notwendig ist, noch direkt höhere Stundensätze mit sich bringt. Trotzdem: Know-how aufbauen, noch bevor die Endkunden dies direkt einfordern, schadet nicht - gerade wenn man sich positiv vom Mitbewerb abheben will.

So oder so werden die Freiberufler im Projekteinsatz beim Endkunden sehr bald erkennen, ob DB Systems der absolute Trendsetter ist, dem weitere deutsche Großunternehmen folgen - oder ob es vielleicht doch nur eine imagefördernde PR-Nachricht war.

 

 

 

Kommentare zu diesem Artikel:

"Sehr gut variierte Zusammenfassung (Mai 2005)"

"Der Grad an Dilettantismus im deutschen IT-Projektmanagement ist ein Skandal. Wie kann es sein, dass renommierte Unternehmen [Dresdner Bank, Deutsche Bank, Hypovereinsbank, DaimlerChrysler Services] Projekte mit Budgets weit jenseits der 50 mio. Euro-Grenze an Projektleiter abgeben, die weder nennenswerte Projekterfahrung noch eine Ausbildung geschweige denn Zertifizierung zum Projektmanager haben? Der Irrglaube, methodisches Vorgehen ließe sich durch Erfahrung kompensieren und die Trivialisierung der Projektarbeit sind Grundsteine für das Versagen zahlreicher (Groß-)projekte. Unter dem Deckmantel des Pragmatismus wird Schlampigkeit zur Projektphilosophie, werden unsaubere Dokumentation, fehlende Planung und Controlling als Effizienzgewinne gefeiert. Die Dunkelziffer gescheiterter Projekte ist immens - wie soll ein Projekt scheitern, für das nicht einmal ein klar definiertes Ziel (=Erfolgskriterium) gesetzt wurde? Da werden munter Deadlines überschritten, Meilensteine verpasst, Budgets erhöht und am Ende das Projekt als Erfolg gefeiert und der Projektleiter zum Helden des Tages gekürt. Bis die Entscheider verstanden haben, was einen guten Projektmanager auszeichnet, wird noch viel Zeit ins Land gehen und Aufklärung in dieser Richtung tut Not. Was Zertifizierungen betrifft, gefällt mir der Vergleich mit dem Führerschein. Ein Führerschein allein macht noch keinen Formel-1 Rennfahrer, aber ohne Führerschein wird es sehr, sehr schwer ein guter Rennfahrer zu werden. In (Teil/Projekt-)leitender Funktion stelle ich zumindest niemanden ohne nachgewiesene Projekterfahrung und Zertifizierung ein, auch wenn ich in Deutschland ziemlich allein mit dieser Meinung dastehe. (August 2004)"

"Was ist verkehrt daran einem Auftraggeber, die Zertifikate zu zeigen, die er sehen will? Um ein lebenslanges lernen kommt man eh nicht herum und wer es versucht ist kein Profi. Ausserdem geht niemand dümmer aus einer Prüfungsvorbereitung heraus als hinein. Auch PM entwickelt sich. Diese Diskussion um Zertifikate wird es immer geben s.z.B. auch Java-Zertifizierung. Netter Artikel - aber nix inhaltlich nix neues - machen wir das beste draus! (März 2004)"

"Das interessiert de facto keinen Menschen. Bin seit ein paar Jahren zertifiziert (PMP, besser geht's ja kaum), und die Kunden wissen nicht mal, was das ist. Halte ich alles für Hype. (März 2004)"

"Weite so! Ich denke der Artikel behandelt genau das Kernproblem vieler Projekte bzw. der "Projektindustrie", nicht oder nur unzureichend zu trennen zwischen dem Produkt/der sachlichen Leistung und dem Projekt/der formalen, zielgerichteten und effizienten Organisation und Abwicklung der Leistungserbringung. Gerade in letzter Zeit häufen sich Nachrichten über nachlässig geführte Vertragsverhandlungen im Vorfeld der Beauftragung von Projekten, diletantische Termin- und Aufwandsplanungen, offensichtlich mangelnde Kommunikation während der Durchführung usw. (einige dieser Projekte betreffen gerade uns Steuerzahler unmittelbar - Sie wissen Bescheid?!?). Klagen über das Dickicht an mehr oder weniger standardisierten Modellen hilft nicht und ist meiner Ansicht nach oft nur Vorwand um sich der Thematik zu entziehen. Man sollte für sich ein geeignetes Verfahren finden und selbstbewußt gegenüber dem Kunden verteidigen. Die Erfahrung aus der erfolgreichen Anwendung wird dann die Professionalität im Management von Projekten beweisen. Und das ist es doch was zählt... (März 2004)"

"als zertifizierter GPM-PMF kann ich nur feststellen, daß ich VOR der zertifizierung genauso gedacht habe wie meine vorredner ("ein zertifikat macht noch keinen pm", "das kann ich doch schon", "ich hab doch genug erfahrung"). das hat sich im verlauf und vor allem nach der zertifizierungsmaßnahme grundlegend geändert. erst durch diese maßnahme habe ich verstanden, was mothodisches vorgehen wirklich bedeuted. bei vielen meiner kollegen, die ich vorher als kompetente projektmanager eingeschätzt hatte, ist mir mit der zeit doch eine sehr hemdsärmelige vorgehensweise negativ aufgefallen. fazit: der trend zu pm-standards wird sich durchsetzen, wenn auch nur langsam. momentan messen die auftraggeber technischen fähigkeiten (noch) mehr bedeutung bei als methodischen. meiner einschätzung nach werden es aber berater ohne entsprechende qualifikationen zukünftig schwer haben. (März 2004)"

"Die Erkenntnis, dass Projektmanagement eine eigene fachunabhängige Disziplin ist, setzt sich erst langsam am Markt durch. Zumeist werden Projektmanager -zumindest firmenintern- wie Kümmerer gesehen. Das Wissen um Projektmanagement und Zertifikate sind gut, aber Praxis ist besser! Ich frage mich, macht es Sinn einen "Führerschein" zu erwerben, wenn ich jahrzehntelang unfallfrei über viele Straßen der Welt gefahren bin? Meine Meinung: (leider nicht nur) typisch deutsch! Kann ich ein Dokument vorweisen ... (März 2004)"

"Sehr gut. (März 2004)"

"Grundsätzlich ist der Trend zur Standardisierung von IT-Management zu begrüßen. Obwohl dieser Artikel es nicht erwähnt, gilt dies natürlich auch im Bereich IT Service-Management. Die ITIL ist hier als Beispiel zu nennen. Ich erwarte beim Kunden die gleiche Entwicklung für diesen Bereich. (März 2004)"

"Auf in den Kampf der Ideologieen ;-) ITIL, PRINCE II, itSMF, ISO, PMI, DIN, V-Modell - jedes Modell hat so seine Vor- und Nachteile - einige sind zur Zeit sogar geradezu "hip". Leider wird hier in Deutschland typischerweise dem gekauften Zertifikat auf der Auftraggeberseite deutlich zuviel Glaube geschenkt (Zeugnisgläubigkeit) - im angelsächsischen Raum ist man wenigstens noch gerade in der Lage, den Wert eines Zertifikates an der lt. CV vorhandenen Erfahrung zu messen. Hierzulande verkommt das ganze zudem oft zum einfachen Merchandising-Happening: - wer die Projektaufträge nicht bekommt oder nach schlechter Leistung wieder verliert, darf dann aber wenigstens die nachträgliche Ausbildung seiner eigenen Mitarbeiter über die Fortbildung der freien Mitarbeiter oder die der Konkurrenz finanzieren..?? (sorry wegen der Ironie) An sich finde ich die meisten Fortbildungen in diesem Bereich sehr sinnvoll, die Schulungskosten sind in Deutschland unglaublich teuer im Vergleich zum Ausland, weilsich leider fast immer die gleichen Firmen die ausschließlichen Ausbildungsrechts bzw. Prüfungsrechte sichern. Bei passablen Englisch-Kenntnissen lohnt sich durchaus Flug in die USA und Prüfung dort nebst Aufenthalt in einem 5* Hotel. Zudem darf man sich dort auch autodidaktisch vorbereiten - hierzulande ist i.d.R. Teilnahme an kostenpflichtigen Prüfungsvorbereitungen Pflicht. (Februar 2004)"


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