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Die Balanced Scorecard im Personalwesen

(August 2001)
Inhalt dieses Artikels:
Balanced Scorecard - Was ist das? | Gesamtheitliche Betrachtung | Die Einführung im Unternehmen | Fazit
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Mit Hilfe des strategischen Führungsinstruments der Balanced Scorecard wird die Leistung von Unternehmensbereichen mittels Kennzahlen qualifiziert und quantifiziert. Sie dient u.a. der gesamtheitlichen, strategischen Zieldefinition sowie der Anpassung und Verbesserung exakt definierter Prozesse im Unternehmen.

 

Balanced Scorecard - Was ist das? nach oben
   

Eine allgemeinverständliche Definition des Begriffs Balanced Scorecard (BSC) liefert der Stuttgarter BWL Professor Karl-Friedrich Ackermann: "Im Sport bezeichnet eine Scorecard die Ergebnis- oder Zählkarte, auf der die erzielten Punkte oder die erreichten Ergebnisse eines Athleten bei verschiedenen Disziplinen verzeichnet sind. Diese Grundidee wird nunmehr auf Industrie- und Dienstleistungsunternehmen übertragen. Die Unternehmen können auf verschiedenen Gebieten >>punkten<<. Die Scorecard ist >>balanced<<, wenn die verschiedenen Gebiete ausgewogen berücksichtigt sind." Als strategisches Führungsinstrument kann die BSC die gesamtheitliche Steuerung des Unternehmens sicherstellen. Inhaltlich bildet sie den Rahmen zur Umsetzung der Unternehmensvision und -strategie mittels klar definierter Aktionen in den unternehmerischen Alltag. Verlauf und Erfolg der Strategien sowie die in ihnen gebündelten Aktionen werden regelmäßig mit Hilfe geeigneter Kennzahlen gemessen. Ziel der BSC ist es, festzulegen "was sein soll".

 

 

Gesamtheitliche Betrachtung nach oben
   

Jede BSC setzt die Existenz einer umsetzbaren Strategie voraus, die auf einer Vision aufbaut. Nur ein ganzheitlicher BSC-Ansatz kann auf den Unternehmenserfolg Einfluss nehmen. Deshalb zwingt die Einführung der BSC deren Entwickler zur Auseinandersetzung mit der Unternehmensstrategie, da sie die Quantifizierung dieser Unternehmensstrategie in allen Teilen des Unternehmens durch eine geschickte und übersichtliche Verknüpfung von Zielen, Kennzahlen, Vorgaben und Maßnahmen zur Erleichterung der Umsetzung und Steuerung dieser Strategie fordert.

Die BSC wird in vier Hauptkomponenten untergliedert, wobei von einer zentralen Vision und Strategie des Unternehmens ausgegangen wird:

1. Die finanzielle Perspektive: in der BSC werden die finanziellen Unternehmensziele zusammengefasst.
2. Die Kundenperspektive: hierunter fallen alle kundenspezifischen Daten wie beispielsweise Marktanteile in definierten Zielmärkten.
3. Die Prozessperspektive: in dieser enthält die BSC z.B. Kennzahlen zu Marketing/Vertrieb, Personalmanagement, F&E, Beschaffung, etc.
4. Die Lern- und Entwicklungsperspektive: hier wird die Funktion des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin im Unternehmen spezifiziert.
 

 

Die Einführung im Unternehmen nach oben
   

Im Personalwesen hängt die Definition einer BSC wesentlich von der Art des Aufbaus und der Führung des Personalwesens ab. Personalabteilungen lassen sich in drei unterschiedliche funktionale Kategorien einteilen: als Profit Center, als "Als-ob-Profit Center" und als Personalverwaltungen mit engen Vorgaben und Richtlinien. Für die beiden erstgenannten Kategorien ist die Entwicklung einer BSC sinnvoll, nicht aber für die letztgenannte. Die Einführung einer BSC im Personalwesen erfolgt anhand eines Dreistufenmodells:

1. Erkennen und gegebenenfalls Aufbau eines eigenen Leitbildes im Personalmanagement. Ein Leitbild ist beispielsweise anhand der Kundenorientierung erkennbar.
2. Identifikation der Perspektiven des Personalmanagements, die eine Steuerung entsprechend der strategischen Zielsetzung ermöglicht.
3. Bestimmung der Maßgrößen zur Performance Messung.

Zu den Kennzahlen und Kernzielen im Personalbereich zählen beispielsweise hohe Mitarbeiterzufriedenheit, hohe Mitarbeiterproduktivitität und Mitarbeitertreue. Je nach Grundsituation im Unternehmen kann die Ausarbeitung einer BSC ein aufwändiger Prozess sein, der durch ein Projektteam durchgeführt werden sollte. Er ist umso aufwändiger, je weniger die zuvor genannten Komponenten definiert sind. Bei der Ausarbeitung einer BSC ist neben der Zusammensetzung des Teams darauf zu achten, dass der Projektverantwortliche über eine weitgefasste Handlungskompetenz verfügt. Die Personalabteilung kann entweder als Informationslieferant dienen, Mitglied des Projektteams oder sogar Träger des Projekts sein. Ein derartiges Projekt sollte auf einen Zeitraum von etwa zwei bis drei Jahren angesetzt sein, wobei die Zielüberprüfung so früh wie möglich beginnt. Laut Ackermann erschweren Informationsdefizite, fehlende Ressourcen für die Informationsbeschaffung und Erstellung der BSC sowie die mangelnde Akzeptanz im Unternehmen häufig die Einführung der BSC. Ungelöste Implementierungsprobleme, unwirksames Controlling der Zielerreichung, Probleme bei der Aktualisierung der Daten und andere Kriterien führen in der Regel zum Scheitern solcher Systeme.

 

 

Fazit nach oben
   
In Organisationen, in denen viel projektorientiert gearbeitet und bei denen häufig auf externe Mitarbeiter zugegriffen wird, ist die exakte Spezifizierung der Balanced Scorecard besonders wichtig und sinnvoll. Die Vorgaben lassen sich nur dann einhalten, wenn die Verfügbarkeit und die Leistung der externen Spezialisten kaum Schwankungen aufweisen. Deshalb müssen für solche Unternehmen verlässliche Infrastrukturen auf Seiten der Personalvermittler bereitstehen, damit die Einhaltung der Vorgaben der BSC, in diesem Fall im Personalwesen, sichergestellt werden kann. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie über ein exzellentes Werkzeug verfügen, mit dem sie die Leistung sämtlicher Mitarbeiter - also auch der externen - in Projekten exakt messen können. Eine genau ausgearbeitete BSC begünstigt die Auswahl der geeigneten Mitarbeiter und verringert die Gefahr von Fehleinschätzungen, darüber hinaus vereinfacht sie bei entsprechender Ausgestaltung die Abrechnungsmodalitäten. Allerdings müssen sich auch die Personalvermittler, sofern diese eingeschaltet werden, an den entsprechenden Vorgaben orientieren. IT Freiberufler haben den Vorteil, dass sie auf jeden Fall gemäß ihrer Qualifikation eingesetzt werden und sowohl Aufgaben als auch Termine (bei Einsatz der BSC auch außerhalb des Personalwesens) genau eingrenzbar und die Honorierung problemlos definierbar ist. Je genauer die Zielvorgaben eingehalten werden, um so einfacher ist die nachträgliche Bewertung der Ergebnisse. Und last but not least: im Projekt wird eine optimale Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer erreicht.  

 

Autor: Ulli Pesch

 


Kommentare zu diesem Artikel:

"Gut (September 2004)"

"Beispiel zur Veranschaulichung wäre nicht schlecht (März 2004)"

"Hallo Herr Pesch, gelungener Artikel. Im letzten Abschnitt kann ich Ihnen nicht 100% (subjektiv) recht geben. (Sie schreiben: "...IT Freiberufler haben den Vorteil, dass sie auf jeden Fall gemäß ihrer Qualifikation eingesetzt werden ...". Meiner Ansicht haben IT Freiberufler bzw. Externe MA den Vorteil, dass sie meist schon in vielen Organisationen gearbeitet haben und bei jedem neuen Projekt dem neuen Auftraggeber neue Impulse geben können. Gerade in grossen Projekten besteht die Problematik, dass man ein 90/10 Aufteilung hat. 10% sind absolute Spitzenkräfte, die 90% "mit durchschleifen" Grüße Michael Krause Human Resources Service & Consulting mailto: m.krause@hrsercon.de (März 2003)"


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