Kurz berichtet:

Gesetzlich versicherte Selbstständige ab 2009 ohne Tagegeld

(Dezember 2008)
Selbstständige, die freiwillig gesetzlich krankenversichert sind, müssen sich nach einer neuen Vorsorge für den Krankheitsfall umsehen. Am 1. Januar 2009 treten die Neuregelungen des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes in Kraft. Dadurch erhalten gesetzlich versicherte Selbstständige nicht mehr wie bisher ab dem 43. Tag Krankengeld.
Um den daraus entstehenden Verdienstausfall im Krankheitsfall abzudecken, haben Selbstständige die Wahl. Möglichkeit eins: Sie entscheiden sich für einen der neuen Wahltarife, die die gesetzlichen Krankenkassen ab 2009 anbieten müssen. Mit der Entscheidung für einen solchen Wahltarif bindet sich der Selbstständige für drei Jahre mit seinem gesamten Krankenversicherungsschutz an die Kasse. Möglichkeit zwei: Selbstständige schließen eine Krankentagegeldversicherung bei einer privaten Krankenkasse ab. Diese entscheiden in der Regel erst nach einem Gesundheits-Check über die Policen und können Zuschläge verlangen oder bestimmte Krankheiten ausnehmen. Es empfiehlt sich, ab sofort mehrere Angebote einzuholen, um Preise und Leistungen zu vergleichen. Die Tarife und Policen unterscheiden sich zum Teil erheblich nach Beginn der Leistungen, Leistungsdauer, Tagessatz und Höchstbetrag.

Übrigens: Bereits seit 2. Februar 2007 ist eine andere Regelung des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes in Kraft, die ebenso Selbstständige betrifft. Freiberufler, die in eine Festanstellung wechseln, werden damit in der Gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig (Ausnahme: Selbstständige, die das 55. Lebensjahr vollendet haben). Das gilt unabhängig vom Einkommen und auch dann, wenn der Selbstständige vorher privat krankenversichert war. Nur wer in drei aufeinanderfolgenden Jahren ein Angestelltengehalt bezogen hat, das die Jahresentgeltgrenze überstiegen hat, kann wieder in die private Versicherung wechseln. Es empfiehlt sich, sich in solchen Fällen über eine Anwartschaftsversicherung mit der privaten Krankenkasse zu informieren, durch die Eintrittsalter und Gesundheitszustand gesichert werden.

Kommentare zu diesem Artikel:

"Ist es eigentlich rechtens? Ich war als ich den Brief von der HKK bekam noch im Krankenh. Als ich den Brief zuhause fand, stand dort lediglich die gestzesänderung und das mein Beitrag dadurch erhöht würde. Zusätzlich lag ein Infoflyer mit drin. Von daher bin ich davon ausgegangen das sich das somit automatisch erhöht hat. Denn da war auch kein Schreiben zum ausfüllen dabei.Auch nichts mit dem Vermerk das ich das bis zum 28.02.09 umgemeldet haben muß. Zudem stand ich unter so starken Medikamenten, das ich teilweise grade bis 3 zählen konnte. Verträge darf man schließlich im besoffenen Zustand auch nicht abschließen...aber Dinge die die Krankenkasse betrifft, soll ich ändern und unterschreiben? Außerdem konnte ich nicht zur Post.Der Arzt kam täglich zu mir. Habe auch niemanden der es für mich gemacht hätte. Nun wollen die mir kein Krakentagegeld auszahlen. Wer kann mir sagen, ob ich irgendwie dagegen ankomme? Danke im Vorraus. (April 2009)"

"Petition gegen diese Änderung, Zeichnungsfrist läuft aus: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=1701 (Februar 2009)"

"Unglaublich das alles!!! Am meisten ärgert mich, dass wir Versicherten erst kurz vor Weihnachten von dieser bedeutenden Änderung informiert wurden. Meiner Kasse musste ich nach den Feiertagen einzeln Angebote für Wahltarife ab dem 43. Tag und dem 22. Tag aus der Nase ziehen. Danke, dass uns Gulp wenistens informiert!!! (Januar 2009)"

"Erst wird öffentlich über die Beitragssatzhöhe des Gesundheits- fond diskutiert. Nehmen wir 15,5 % oder 15,8 % ? Bürgerfreundlich, wie unsere Politiker nun einmal sind, entscheiden sie sich für den niedrigeren Beitrag von 15,5 %; nur redet niemand von der bevorstehenden Anhebung der Bemessungsgrundlage auf stolze 44100 Euro (lt. FAZ), somit wären wir also doch bei fast 15,8% angekommen. Geschickt verpackt wird dann noch darauf verwiesen, dass schlecht wirtschaftende Kassen von Ihren Mitgliedern noch Zusatzbeiträge verlangen können. Fazit: Immer höhere Beiträge für immer weniger Leistungen, GKV macht es möglich. Man stellt sich echt die Frage, ob es nicht besser wäre, seine Krankheiten stets selbst zu bezahlen und aus der GKV auszutreten. Wenn man tatsächlich mal einen Arzt aufsucht, bekommen doch die meisten zu hören, das die Kasse es nicht zahlt und man es selber zahlen muß. Toll, wofür Krankenkasse, wenn man eh alles selbst zahlen soll. Der Bevölkerung wird mitgeteilt, dass die Kosten im Gesundheitswesen steigen und auf der anderen Seite wundern sich die Politiker, dass die Bevölkerung ihr Geld zusammenhält. Ach ja, find den Artikel gut. (Dezember 2008)"

"Das geteilte System zwischen GKV und PKV ist, auch wenn es viele nicht gerne hören mögen, ein absolut unzureichendes Modell. Die GKV _muss_ in der Regel jeden Bürger aufnehmen, die PKVen picken sich die Rosinen heraus. Der betriebswirtschaftliche Vorteil der PKVen wird zwar, wenn die Masse der Versicherten auch ein entsprechendes Alter erreicht hat, deutlich schrumpfen. Dennoch bleiben für die PKVen Vorteile, an denen auch finanzielle Ausgleichsmodelle zwischen PKV und GKV nichts ändern werden. Die beste Lösung wäre vermutlich: eine _einzige_ gesetzliche Versicherung, in der _alle_ Bürger pflichtversichert sind. Private Zusatzversicherungen können dann durchaus angeboten werden. Dann sollten die Versicherten endlich eine Kopie der vom Arzt in Rechnung gestellten Leistungen erhalten, um die Missbrauchsmöglichkeiten ein wenig einzudämmen. Und als wichtigster Punkt ist eine _echte_ Öffnung des Pharmamarktes anzustreben. Dass sich die Lobbyverbände seit jeher vehement dagegen wehren, zeigt, wie dringlich dieser Punkt ist. Schade, dass sich bislang keine Regierung oder wie auch immer gefärbte Partei traute, diesen gordischen Knoten im Gesundheitswesen zu zerschneiden. Statt dessen wird immer nur an den Symptomen gedoktert und abkassiert, statt die Ursachen der Misere im Gesundheitssystem zu bekämpfen. (Dezember 2008)"

"Klasse, dass es auch noch klare Denker gibt. Bei allem gejammere über die gesetzliche KV, für Familien ist die private selten günstiger und wird im Alter richtig teuer. Klar sind die Leistungen gering. Das liegt aber an der immer kleiner werdenden Basis der "sozialen" Bürger (zwangsweise sozialen). Warum es Ausnahmen gibt von der Solidargemeinschaft und das ausgerechnet noch bei hohem Einkommen ist völlig unverständlich. Dass sich die privaten nur die besten Früchte holen (vorallem nicht körperlich arbeitende und gesunde) ist zudem bekannt. Das ist kein fairer Wettbewerb. Trotzdem sind Familien bei den gesetzlichen oft besser dran. (Dezember 2008)"

"... in die private KV wechseln? Wer Familie hat, überlege sich das. Auch wenn das Gesundheitssystem nicht optimal ist, möge man nicht vergessen, dass wir auf Basis eines Solidarpakts in einer GKV versichert sind. Mehrbelastung *wird* auf uns zukommen, weil die Heilung immer teurer wird. Und jetzt schimpfen auf das, was wir im Alter an Vorteilen haben...? Es ist nicht allein der Monatsbeitrag, der zu berücksichtigen ist in der Beurteilung, auch wenn mir meine Mehrbelastung von ca. 100 Euro pro Monat weh tut. (Dezember 2008)"

"Höchstbeitrag bezahlen, aber schlechter als ein Student oder Harz-IV-Empfänger darstehen? Das lassen wir doch lieber. (Dezember 2008)"

"Nur schreien hilft nicht. Ihr müßt auch mal was tun. Tut Ihr Nichts, geht es Euch nach wie vor zu gut! (Dezember 2008)"

"Ich kann nur den Kommentar davor wiederholen. Warum wird nicht erwogen einfach 2.000 auf die Seite zu legen und gar keine Versicherung abzuschliessen. (Dezember 2008)"

"Einige gesetzlichen Krankenkasse haben Krankentagegeld auch schon ab dem 22. Tag angeboten, was ich persönlich auch genutzt habe. Nun werden aber für uns Freiberufler neue treuere Zusatzversicherungen fürs Krankengeld angeboten. Für die Berechnung des Krankenkassenbeitrages gelten ab 2009 neue Bemessungsgrundlagen und der ermäßigte Beitragssatz von ca. 14,9%, weil das Krankengeld nicht mehr inklusive ist (lt. telefonischer Auskunft meiner KK). Im Vergleich zum Vorjahr 2008 kommt insgesamt eine Mehrbelastung von ca. 1370 Euro auf einen zu. Hätte man alles beim alten gelassen hätte die Mehrbelastung ca. 960 Euro betragen, also ca. 410 Euro preiswerter. Das bringt richtig Beitrag in die Kassen. Aber damit noch nicht genug. Es kann ja auch noch der Zusatzbeitrag anfallen!!! Ich bin über dieses Gesetz total verärgert. Offentlich wird dagegen geklagt. (Dezember 2008)"

"Nachdem in den Prämien für Privatversicherte laut Gesetz auch Altersrückstellungen enthalten sind (ist sicher grundsätzlich gut), ist es ein Witz, dass ich eine sog. "Anwartschaftsversicherung" abschließen muss, damit diese Rückstellungen im Falle meines zwischenzeitlichen Zwangswechsels in die GKV nicht von der privaten Versicherung weggeschnappt werden. - Nun ja - wenigstens sollen ab 2009 diese Altersrückstellungen beim Wechsel zwischen den PKV's anrechnungsfähig werden. (Dezember 2008)"

"Unglaublich, was in unserem "Gesundheits"system läuft! Schon der 43.Tag war ja nicht gerade eine Hängematte... (Dezember 2008)"

"Mein Beitrag in der freiwilligen gesetzlichen KV steigt zum 1.1.09 von z. Zt. 248,- EUR monatlich auf 328,- EUR bei gleichbleibendem Einkommensansatz und wegfallendem Krankengeld. (Somit 70,- EUR mehr bei weniger Leistung!) "Gnädigerweise" habe ich von einer deutschen privaten KV ein Zusatzangebot für Krankentagegeld ab dem 43. Tag i. H. v. 50,- EUR pro Tag zum Monatsbeitrag 21,40 EUR bekommen. Somit würde meine monatliche Mehrbelastung bei gleichem Einkommen (verteilt auf zwei Versicherer) insgesamt 91,40 EUR betragen. Hält mich unsere Regierung für mathematisch unfähig oder geistig umnachtet? Ich kann nur jedem raten sich im europäischen Ausland (Niederlande, UK, etc.) nach geeigneten Versicherungs(zusatz)produkten umzusehen oder gleich in die private KV zu wechseln. (Dezember 2008)"

"interessanter Artikel. (Dezember 2008)"

"Warum wird nicht auch erwogen, dass man gar nichts tut? (Dezember 2008)"