Umfrage-Ergebnis: Auf Nummer unsicher
Gewagt: Zwei Drittel der IT-Freiberufler besitzen keine IT-Haftpflicht- oder Betriebshaftpflichtversicherung
(Januar 2010)
| Inhalt dieses Artikels: Betriebshaftpflicht als Voraussetzung für Projekteinsatz? | Die meisten Freiberufler haben keine| Häufigkeit von Schadensfällen | Fazit: IT-Haftpflicht ja oder nein? |
Was, wenn ein IT-Freiberufler während seiner beruflichen Tätigkeit im Projekt einen Schaden verursacht und der Endkunde Forderungen zu dessen Wiedergutmachung geltend macht? Glücklich, wer sich doch noch irgendwie partnerschaftlich einigen kann. Glücklich aber auch, wer eine IT-Haftpflicht- oder Betriebshaftpflichtversicherung abgeschlossen hat, die diese Haftpflichtansprüche deckt oder unberechtigte Forderungen zurückweist. Zwei Drittel der IT-Freiberufler besitzen eine solche Versicherung jedoch nicht. Dabei können Schadensfälle, auch wenn sie nicht allzu häufig vorkommen, sehr schnell existenzgefährdend werden.
| Betriebshaftpflicht als Voraussetzung für Projekteinsatz? |
Schäden im fünf- bis sechsstelligen Bereich "Auch wenn der ein oder andere Freiberufler es eher als notwendiges Übel ansieht", so Günther weiter, "ist verständlich, warum Auftraggeber vehementer auf eine Haftpflichtversicherung bestehen. Viele Freiberufler werden in anspruchsvollen und sensiblen Projekten eingesetzt. Schadenpotentiale im fünf- bis sechsstelligen Bereich sind keine Seltenheit. Das übersteigt die finanziellen Möglichkeiten der meisten IT-Experten. Eine IT-Versicherung stellt im Schadenfall ausreichend Kapital zur Verfügung und sichert dadurch gleichzeitig den Projekterfolg und die Existenz des Freiberuflers ab." Grund-Deckung ab 56,53 Euro pro Monat Oft kursiert das Vorurteil, eine IT-Haftpflicht- oder Betriebshaftpflichtversicherung würde ein Vermögen kosten. Das muss nicht sein. Ein Beispiel: Die IT-Haftpflichtversicherung innerhalb der GULP Membership. Freiberufler, die GULP Member sind und mit ihrem Jahresnettoumsatz nicht über 100.000 Euro liegen, zahlen zum Beispiel für die Grund-Deckung zum Start-up-Tarif 678,30 Euro pro Jahr – also etwa 56,53 Euro im Monat. Aktuell haben mehr als 800 GULP Member die IT-Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Natürlich kann es sein, dass Freiberufler ihr Unternehmerleben lang Beiträge zahlen, ohne dass es je zu einem Schadensfall kommt. Aber sollte doch ein Schadensfall bei einem Auftraggeber passieren, haften Selbstständige (je nach Unternehmensform) mit ihrem gesamten Privatvermögen, und zwar dem jetzigen und zukünftigen. Haftpflicht, Betriebshaftpflicht oder IT-Haftpflicht? Worum handelt es sich bei einer IT-Haftpflicht- oder einer Betriebshaftpflichtversicherung genau? Laut dem Versicherungsportal exali ist beim "Abschluss einer IT-Haftpflichtversicherung (...) darauf zu achten, dass es am Versicherungsmarkt noch keine einheitliche Definition des Versicherungsumfangs und keine klare Abgrenzung zu verwandten Vertragsarten wie der Betriebshaftpflicht-, Vermögensschadenhaftpflicht- sowie Bürohaftpflichtversicherung gibt. Der Begriff Betriebshaftpflicht wird gerne im Zusammenhang mit der Absicherung von Personen- und Sachschäden aus dem Betriebsstättenrisiko und bei der Durchführung von Arbeiten bei Auftraggebern verwendet." Eine Haftpflichtversicherung ist dann eine IT-Haftpflicht, wenn der Versicherungsvertrag speziell auf die Anforderungen der IT-Branche ausgerichtet ist. Für die IT-Haftpflicht im Rahmen der GULP Membership gilt deswegen:
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| Die meisten Freiberufler haben keine |
| Trotzdem hat die Mehrheit der IT-Freiberufler noch keine solche Versicherung: Die Frage "Besitzen Sie eine IT-Haftpflicht- bzw. Betriebshaftpflichtversicherung" beantworteten
bei dieser GULP Umfrage 62 Prozent der Selbstständigen mit Nein, der Rest mit Ja. 2004 waren es noch 66 Prozent, die angaben, keine solche Versicherung abgeschlossen zu haben. Eine leichte
Tendenz hin zu IT-Haftpflicht ist zu erkennen. Blinder Verlass? ![]() Vermögen schützen Für Freiberufler gilt: Die Leidtragenden sind am Ende sie selbst, wenn es zu einem Schadensfall kommen sollte. Deswegen sollte die Motivation, eine solche Versicherung abzuschließen, nicht in einer Forderung des Auftraggebers liegen, sondern darin, sich selbst – das heißt, sein eigenes Vermögen – zu schützen. Oder wie es ein IT-Freelancer im GULP Forum formulierte: "Egal ob der Auftraggeber oder Vermittler darauf aufmerksam macht oder nicht, die Betriebshaftpflicht ist unbedingt zu empfehlen, ich zumindest würde kein Projekt ohne Betriebshaftpflichtversicherung beginnen." |
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