Kurz berichtet:

Neues KfW-StartGeld für Freiberufler

(Februar 2008)
Kleine Startups mit geringem Kreditbedarf haben es häufig schwer, über ihre Hausbank eine geeignete Finanzierung zu erhalten. Für genau diese Zielgruppe startete die KfW-Mittelstandsbank deshalb im Rahmen ihrer Initiative "Kleiner Mittelstand" im Januar ein neues Förderprogramm. Das neue KfW-StartGeld fördert kleinere Existenzgründungen bis zu drei Jahre nach Geschäftsaufnahme mit einem Kredit von maximal 50.000 Euro.
Mit diesem Geld können Investitionen und Betriebsmittel, z.B. Grundstücke, Geschäftsausstattung, finanziert werden. Auch Freiberufler und kleine Unternehmen, die weniger als drei Jahre am Markt tätig sind, profitieren vom KfW-StartGeld.
Für wen?
Konditionen
Existenzgründer mit geringem Kreditbedarf Kredithöchstbetrag von 50.000 Euro bei 5 bis 10 Jahren Laufzeit; 0 bis 2 tilgungsfreie Anlaufjahre
Kleine Unternehmen und Freiberufler innerhalb der ersten 3 Jahre nach Gründung Bei mehreren Gründungen für ein gemeinsames Vorhaben kann jeder den Höchstbetrag in Anspruch nehmen.
Nebenerwerbs-Gründungen, die mittelfristig auf den Vollerwerb ausgerichtet sind Kostenfreie außerplanmäßige Tilgung
Der Investitionsbetrag kann über 50.000 Euro liegen, wenn der übersteigende Betrag mit eigenen Mitteln finanziert wird. Eigene Mittel werden nicht auf den Finanzierungsbetrag angerechnet.

Wird der Kredithöchstbetrag bei der Gründung nicht ausgeschöpft, sind weitere Folgeinvestitionen in den nächsten drei Jahren möglich. Dies gilt auch für Gründer, die anfänglich keine Investitionen getätigt haben oder ihre Gründungsinvestitionen alternativ über die Hausbank finanziert haben.

Das KfW-StartGeld wird bei der Hausbank beantragt, die den Kredit an die KfW-Mittelstandsbank durchleitet (Hausbankprinzip). Die KfW gewährt dem durchleitenden Kreditinstitut als Sicherheit eine 80%ige Haftungsfreistellung. Bei der Antragstellung ist ein Businessplan vorzulegen.

Detaillierte Informationen bei der KfW-Mittelstandsbank externer Link.

(Quellen: Presseerklärungen der KfW-Mittelstandsbank vom 26.09./27.11.07 und der IHK Bonn/Rhein-Sieg vom 21.12.07)

Kommentare zu diesem Artikel:

"Zwei Jahre sind seit diesem Bericht vergangen und nichts hat sich geändert. Ich habe mich letzten Herbst als Freiberufler (IT Branche) selbstständig gemacht. IHK und Arbeitsamt haben meinen Businessplan abgesegnet und mir den Gründerzuschuss genehmigt. Darauf hin bin ich zu den Banken los gezogen. Die meisten dieser Berater kannten dieses KfW-StartGeld nicht einmal, so dass ich die Informationen mitbringen musste. Aber diese zu lesen wäre ja mit Aufwand verbunden. Es hat nicht einmal den Eindruck gemacht, als hätten sie den Businessplan gelesen. Die meisten schauten sich meinen Finanzplan an und lehnten schon nach kurzer Zeit wegen Unrentabilität ab. Das Risiko wäre für die Hausbank zu hoch. Na dann. (Januar 2010)"

"Genauso ist es mir ergangen. Der Wunsch nach 10.000,- € wurde von der Hausbank abgelehnt. Gleichzeitig wurde aber einem ein Dispositionskredit in Höhe von 5000,- zu einem Zinssatz von 14,5 % angeboten. (Februar 2009)"

"Solche "Kleinkredite", die ueber die Hausbank durchgereicht werden muessen, kann man von vornherein vergessen - welche Bank hat an sowas schon Interesse? In solch einem Artikel sollte berichtet werden, wie schwer bzw. fast unmoeglich es ist, solch einen Kredit zu bekommen, sonst wird hier nur suggeriert, dass es Unterstuetzung gibt. (Februar 2008)"

"Super Prinzip, nur nichts für die Praxis. Auch ich habe VOR meiner Existenzgründung als freiberuflicher Programmierer vergeblich versucht einen KfW-Kredit über 5000 Euro zu erhalten. Bei fünf Banken hab ich's versucht. Mein Fazit: IT-Freiberufler haben keine Chance. (Februar 2008)"

"Die Durchleitung über eine Hausbank stellt tatsächlich eine zusätzliche Hürde dar und sollte nach einer Info Mitte 2007 per 1.1.2008 eigentlich geändert werden. Anyway - die eigentlichen Hürden sind andere: Rating, Basel II etc. Zum Thema Rating bietet die KFW selbst lohnende Hinweise unter: http://www.kfw-mittelstandsbank.de/DE_Home/Beratungsangebot/ Finanzierungsberatung____NEU/Rating-Berater/index.jsp und wer (anstelle zu seiner "Haus"-Bank zu gehen) 5 Banken abklappert, hat bei der 5. ein wesentlich schlechteres Rating als bei der ersten, wenn nicht darauf geachtet wird, was in die Zentralkartei der Banken zu Kreditanfragen (fälschlich) eingetippt wird! (Februar 2008)"

"informativ + gut (Februar 2008)"

"Die vorherigen Kommentare beschreiben schon das Manko. Gleiches gilt für KfW-Kredite beim Hausbau u.a. Banken haben definitiv kein Interesse an der Bearbeitung von KfW-Kreditanträgen. Im Gegenteil, die internen Vertriebsvorgaben sind ganz klar gegen die Unterstützung solcher Anträge ausgerichtet. Der interne Vertriebsdruck auf eigene Produkte ist hier viel zu hoch. Dies kann sich m.E. nach nur dann ändern, wenn man KfW-Kredite direkt beantragen könnte. (Februar 2008)"

"Kann ich nur bestätigen, alles nur Augenwischerei! Die Banken zeigen keinerlei Interesse. (Februar 2008)"

"Man sollte sich, BEVOR man sich seine Geschäftsbank aussucht, darüber informieren, ob diese an einer evtl. zukünftigen KFW-Kreditvergabe interessiert ist! Und nicht HINTERHER jammern. (Februar 2008)"

"Das Problem ist nur, dass die Hausbank keine Lust hat, die Anträge zu bearbeiten, da sie fast nichts daran verdienen. Hab's bei mehreren Banken vergeblich probiert. (Februar 2008)"

"Wie wäre es mit einer Umfrage: "Welcher Freiberufler hat in den letzten 3 Jahren versucht, einen KFW-Kredit zu bekommen - und wer war erfolgreich damit?"... Das würde bestimmt zu überraschenden Ergebnissen führen! (Februar 2008)"

"Sie sollten erwähnen, wie das in der Praxis aussieht! Wenn man als Freiberufler zu seiner Hausbank geht bekommt man die Antwort: "Wir sind nicht an dieser Art Kredit interessiert - zu viel Aufwand, kein Ertrag!" Ich jedenfalls habe 5 Banken abgeklappert - Fehlanzeige! Das sieht halt gut aus - nach dem Motto "Wir tun was für die Existenzgründer!"... Und bei der IHK habe ich um Beratung gebeten - die Dame am Telefon hat mir erklärt: "Das können Sie sich sparen..." Sie mache ja die Gesetze nicht, und wie es in der Praxis aussieht, habe ich ja bereits am eigenen Leib erfahren! (Februar 2008)"

"Leider gibt die KfW sehr selten Fördergelder an Freiberufler im IT-Sektor. Diese leidvolle Erfahrung musste ich auch machen. Trotz professionellem Businessplan und guter Vorbereitung bescheinigte mir die KfW-Bank keine Zukunft, obwohl ich über 20 Jahre in der IT arbeite und eine Nische im Markt bediene. Jetzt bin ich seit drei Jahren erfolgreich tätig und kann über den Artikel nur noch schmunzeln. Schürt er doch Hoffnungen, die leider allzu oft von den Bürokraten der KfW zerstört werden. (Februar 2008)"