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| Umfrage-Ergebnis |
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| Die Sache mit den Rahmenverträgen |
| (Januar
2004) |
| Es soll sie geben, die IT-Freiberufler,
die noch niemals einen Rahmenvertrag unterschreiben mussten. In
der Projektwirklichkeit aber kommt wohl ein IT-Freiberufler früher
oder später nicht umhin, sich mit dem Thema Rahmenvertrag zu
beschäftigen – wie er damit umgeht, das wollte die aktuelle
GULP Umfrage wissen. Eine Erkenntnis vorab: 305 Antworten belegen
die Relevanz des Themas. |
| Eine Definition: Der Rahmenvertrag ist
ein übergeordneter Vertrag mit allgemein gültigen Rahmenbedingungen,
den der Freiberufler vor dem Projektvertrag abschließt. Die
Details werden in einem zusätzlichen Vertrag - meistens entweder
in einem Dienst- oder einem Werkvertrag - ausgehandelt. Rahmenverträge
fallen rechtlich unter das AGB-Gesetz, an die Wirksamkeit werden daher
strenge Anforderungen gestellt. |
| Wie viele
Rahmenverträge haben Sie innerhalb der letzten 12 Monate vorgelegt
bekommen? |
| 1,8
Verträge |
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| Der Durchschnittswert aller Angaben beläuft
sich auf knapp zwei Verträge pro Jahr. Aufschlussreich ist aber
auch die Spanne, in der sich die Antworten bewegten: 80 Teilnehmer
unterschrieben 2003 keinen Rahmenvertrag, 88 beließen es bei
einem. Im Gegensatz dazu setzten fünf Freiberufler auf Masse
und unterschrieben in den vergangenen zwölf Monaten über
15 Rahmenverträge. Die Vermutung hier zielt auf Existenzgründer,
deren Businessplan zum Start eine breite Agentur-Abdeckung vorgesehen
hat. |
| Wie viel Prozent dieser
Verträge haben Sie von einem Anwalt prüfen lassen? |
| 10,7
Prozent |
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| Das Ergebnis ist deutlich und zeigt, dass
die IT-Freiberufler in den meisten Fällen es dabei belassen,
sich auf ihr eigenes Urteil zu verlassen. Nur knapp jeder zehnte Rahmenvertrag
wird von einem Anwalt juristisch geprüft, 89,3 Prozent dagegen
werden laut Umfrageergebnis ohne juristischen Beistand unterschrieben.
Eine beachtliche Zahl, die auch eine Erklärung in den Antworten
auf die letzte GULP Frage findet: |
| Warum ziehen Sie nicht
häufiger einen Anwalt zu Rate? |
 Zu teuer. 33% |
| Dauert zu lange. 9%
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Ich kenne mich selber gut aus. 30% |
Verträge sind nicht so wichtig. 6% |
Ich lasse jeden Vertrag von einem Anwalt
prüfen. 9% |
Sonstiges. 13% |
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Die Teilnehmer an der Umfrage führen
vor allem zwei Gründe für ihren Verzicht auf anwaltliche
Hilfe an: Es ist zu teuer und/ oder man kennt sich selbst gut aus.
Allerdings bleibt die Frage, ob das Preisargument – ebenso
wie das seltener angeführte Zeitargument – auf reiner
Vermutung oder auf Erfahrungswerten basiert.
Interessant ist auch das juristische Selbstbewusstsein der 30 Prozent,
die sich nach eigenen Angaben selbst gut auskennen. Auch hier offene
Fragen: Stimmt dieses Selbsturteil denn objektiv? Oder werden dennoch
teure Fehler gemacht, weil man einen Vertrag juristisch nicht prüfen
hat lassen?
Sechs Prozent der Teilnehmer schließlich halten Verträge
für nicht so wichtig – eine Einschätzung, die sehr
trügerisch sein kann, wie Rechtsstreitigkeiten immer wieder
vor Augen führen. |
| Zweifelhafte Empfehlung |
| Keine Frage, erfolgreiche
IT-Freiberufler definieren sich vor allem auch über ihre Professionalität
in fachlichen Dingen. Dazu gehört allerdings auch, bei Bedarf
auf Expertenwissen zurückzugreifen. Oder wer würde einem
Rechtsanwalt empfehlen, seine Kanzlei-Software selbst zu programmieren,
weil er damit Geld spart und sich sowieso selbst gut genug auskennt?
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