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Umfrage-Ergebnis

Vorvertragliches Wettbewerbsverbot

 
(Juni 2005)
 

Das Wettbewerbsverbot ist im IT-Projektmarkt generell ein umstrittenes Thema, das auch der Bundesgerichtshof mit seinem Urteil vom 10. April 2003 nicht wesentlich entspannen konnte. Noch problematischer gestaltet sich die Fragestellung beim so genannten vorvertraglichen Wettbewerbsverbot – dessen Relevanz GULP in einer kurzen Umfrage beleuchtet hat:

Die Kunden auf der einen Seite, die qualifizierten IT-Freiberufler auf der anderen Seite – und mittendrin manche Agentur, die als Mittler zwischen den Beteiligten auf Nummer sicher gehen will und deshalb den Freiberufler mittels eines vorvertraglichen Wettbewerbsverbotes an sich zu binden sucht. Damit ist der IT-Experte für den in Frage kommenden Kunden exklusiv durch die Agentur gesperrt, was kaum verwunderlich immer wieder die Gemüter erhitzt.

Unter anderem im GULP Forum wird regelmäßig Stellung bezogen, aber auch die mit 457 sehr beachtliche Teilnehmerzahl an der GULP Umfrage (die nur zwei Wochen online war!) bestätigt die Tragweite des Themas.



Bevor eine Agentur ihr Profil anbieten möchte, sollen Sie ein vorvertragliches Wettbewerbsverbot für dieses Projekt unterschreiben. Wie reagieren Sie?

Ich unterschreibe. 40 %

Ich unterschreibe nicht. 53 %
Keine Meinung. 7 %


40 Prozent hier und 53 Prozent da – einerseits ist die Verteilung auf die beiden Alternativen "Ja" oder "Nein" zweifellos deutlich, andererseits kann man aber nicht von einer herausragenden Dominanz der "Nicht-Unterschreiber" sprechen. Denn: Immerhin vier von zehn freiberuflichen IT-Experten unterschreiben das vorvertragliche Wettbewerbsverbot, weil sie

o entweder den Passus im Vertrag grundsätzlich als nicht wichtig erachten oder
o auf eine dauerhaft gute (und auch exklusive) Zusammenarbeit mit der Agentur hoffen oder
o auf juristische Schlupflöcher im Streitfall bauen oder
o angesichts der eigenen Auftragslage jeden Strohhalm ergreifen würden.


Wie oft wurden Sie bereits mit einem vorvertraglichen Wettbewerbsverbot konfrontiert?

Bei den meisten Angeboten. 20 %

Kommt öfters vor. 13 %
Ab und an. 23 %
Genau einmal. 11 %
Noch nie. 33 %


Nur jeder dritte der Teilnehmer an der GULP Umfrage hat mit dieser Form des Wettbewerbsverbotes noch nie zu tun gehabt; für ein weiteres Drittel ist dieses Thema zwar kein Neuland, aber auch nicht die Regel.

Aber: 33 Prozent aller IT-Freiberufler kennen das vorvertragliche Wettbewerbsverbot zur Genüge. Sehr häufig bzw. fast immer stehen sie vor der Entscheidung, den Vertrag dazu zu unterschreiben oder nicht.

 

Kommentare zu diesem Artikel:

"Nachdem bei mir ein lukratives Projekt durch ein vorvertragliches Wettbewerbsverbot und einen nicht seriösen Projektanbieter zum Scheitern verurteilt war, werde ich keine vorvertraglichen Wettbewerbsverbote mehr unterschreiben. (September 2007)"

"Die Vermittler werden von mir keine Unterschrift für irgendwelche Vorverträge erhalten. (Juli 2007)"

"Angesichts des BGH-Urteils bezüglich des Wettbewerbsverbotes ist nicht nachvollziehbar, wie ein vorvertragliches Wettbewerbsverbot juristisch aufrecht erhalten werden sollte, da es ja de facto das Gleiche ist. Außerdem würde das BGH-Urteil damit ja umgangen, da zwar nicht das vertragliche, dafür aber ein beliebiges vorvertragliches Verbot gelten könnte. (September 2006)"

"Mache dies auch grundsätzlich nicht mehr. Beim letzten Mal habe ich den "Vermittler" um eine Garantie der Nicht-Verwendung meines Profils gebeten, was dieser aber verweigert hat!? Ich denke, es handelt sich hier um Profilsammler, die möglichst viele Freiberufler irgendwie festnageln wollen. (Dezember 2005)"

"Sehr wichtiger Punkt. Ohne irgendwelche Gegenleistungen oder Garantien soll sich der Freiberufler einschränken, so einfach machen es sich die Vermittler. Keine Unterschrift von mir! (Juni 2005)"

"Ist ein sehr interessantes Thema. Ich hatte schon eine andere Variante. Ich sollte nix unterschreiben, vielmehr wurde mir erklärt, dass bei dem Auftraggeber in spe es so gehandhabt wird, dass solche Freiberufler auf die "schwarze Liste" kommen, und dann für eine längere Zeit nicht mehr engagiert werden. Ich habe abgelehnt! (Juni 2005)"


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