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50.000 Projektkontakte unter der Lupe

(Mai 2006)
Inhalt dieses Artikels:
Spitzenreiterregionen bestätigt | Gefragte Mitte | Tendenz nach oben?
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Beim Blick auf die vergangenen vier Monate des Jahres 2006 stellt sich die Frage: Wird 2006 ein neues Rekordjahr für den IT-Projektmarkt? Bereits im dritten Monat nach Jahresbeginn wurde ein neuer Bestwert im IT-Projektmarktindex erzielt: Mit 7.414 Projektanfragen verwies der März den bisherigen Rekordmonat August 2005 mit 7.157 Anfragen auf den zweiten Platz.

7.414 Projektanfragen das sind gleich 239 Projektanfragen täglich, zehn Anfragen stündlich bzw. alle sechs Minuten eine. Aber auch die übrigen Monate des Jahres 2006 können sich sehen lassen:

Monatliche Anzahl der Projektanfragen 2005/2006

Mit insgesamt 21.202 Projektanfragen im ersten Quartal 2006 lag der Projektmarktindex bereits um 45 % über dem Vorjahreswert, in dem "nur" 14.629 Anfragen gezählt wurden. Geht man noch weiter in der Unternehmensentwicklung zurück, dann liegt das erste Quartal 2006 nur unwesentlich unter dem Jahreswert von 2002: Damals wurden im gesamten Jahr 21.317 Anfragen gezählt!

Zudem erreichte GULP im April einen neuen Meilenstein in der Firmen-Historie: Die 300.000ste Projektanfrage lief über den GULP Server. Während die Zunahme von 200.000 auf 250.000 Projektanfragen noch neun Monate dauerte, verkürzte sich der Sprung auf 300.000 Anfragen auf nur noch sieben Monate. Die Nachfrage hat sich also deutlich beschleunigt. Doch an welche IT-Freiberufler richteten sich diese 50.000 Projektkontaktierungen? GULP hat dazu einen Blick in die Statistik geworfen:

 

Spitzenreiterregionen bestätigt nach oben
   

Es gibt nichts daran zu rütteln: Die Ballungsgebiete im deutschen IT-Projektmarkt sind unangefochten die Postleitzahlengebiete D6 (Frankfurt am Main) und D8 (bayerischer Raum um München). Wenig überraschend führten diese beiden Regionen auch bei den analysierten 50.000 Projektanfragen die Gebiete mit der höchsten Nachfrage an.

Regionale Verteilung der 50.000 Projektanfragen Zeitraum: Okt. 2005 - Apr. 2006

In die beiden Ballungsräume wurde mindestens jeweils jede fünfte Anfrage gerichtet. Noch gut jede zehnte Projektanfrage ging an IT-Freiberufler in den Gebieten D5 (Dortmund-Köln-Bonn) und D7 (Heilbronn-Stuttgart-Freiburg). Das Schlusslicht bildet nach wie vor die Achse Halle-Leipzig Dresden (D0) mit einem Anteil von nur 2,3 %.

 

 

Gefragte Mitte nach oben
   

Setzen die Projektanbieter angesichts der fortschreitenden "Vergreisung" der deutschen Bevölkerung im IT-Markt zunehmend auf jüngere Generationen? Die untersuchten 50.000 Projektanfragen verteilten sich in die einzelnen Altersklassen wie folgt:

Altersverteilung der 50.000 kontaktierten Freiberufler Zeitraum: Okt. 2005 - Apr. 2006

Über die Hälfte (53,8 %) der 50.000 Projektanfragen ging an Freiberufler im Alter von Mitte Dreißig bis Mitte Vierzig. Je jünger bzw. älter die IT-Freiberufler waren, desto geringer wurden die Kontaktierungen, wobei Spezialisten jenseits der 45 noch etwas bessere Karten hatten als ihre sehr viel jüngeren Kollegen von unter 35 Jahren. Im Schnitt betrug das Alter der kontaktierten IT-Spezialisten 41,3 Jahre, womit sie ca. zwei Jahre älter als alle bei GULP registrierten IT-Freiberufler (39,2 Jahre) waren.

Problematisch ist bereits seit längerem, dass der Anteil des IT-Nachwuchses weit hinter den zukünftig aus dem Projektmarkt ausscheidenden Freiberuflern zurückbleiben wird. Selbst wenn die Anbieter wollten, würden sie wahrscheinlich in den jüngeren Jahrgängen, besonders bei den unter 30-Jährigen, nicht genügend Kandidaten finden: Bei der letzten Stundensatzauswertung lag der Anteil der bei GULP registrierten IT-Freiberufler unter Dreißig bei gerade mal 3,9 %. Bei den über 55-Jährigen waren es 7,2 %. Gerade Hochschulabsolventen der einschlägigen Fachrichtungen zieht es sehr selten direkt nach der Uni in die Freiberuflichkeit. Meist sammeln sie zuerst in einer Festanstellung die so notwendige Berufserfahrung. Das sie damit richtig liegen, zeigt auch der Blick auf die Berufserfahrung der hier untersuchten Freiberufler:

Berufserfahrung der 50.000 kontaktierten Freiberufler Zeitraum: Okt. 2005 - Apr. 2006

Entsprechend der vorgenannten Altersverteilung schwankt die Berufspraxis der maßgeblich kontaktierten Freiberufler (53,2 %) zwischen zehn bis 19 Jahren. Verschwindend gering sind die Projektkontakte an IT-Freiberufler, die weniger als fünf Jahren in der EDV-Branche tätig sind. Langjährige Berufserfahrung ist also wesentlicher Bestandteil des Freiberufler-Erfolges.

 

 

Tendenz nach oben? nach oben
   

Die durchschnittlichen Stundensatzforderungen aller Freiberufler erholen sich seit 2005 langsam, aber stetig. Bei der Stundensatzauswertung im Februar 2006 stiegen sie auf 66 Euro. Möglicherweise ist beim Thema "Stundensatz" das letzte Wort noch nicht gesprochen, wie der Blick auf die analysierten 50.000 Projektanfragen zeigt:

Honorarforderungen der 50.000 kontaktierten Freiberufler Zeitraum: Okt. 2005 - Apr. 2006

Es dürfte vor allem die IT-Freiberufler optimistisch stimmen, dass über ein Viertel der untersuchten 50.000 Projektkontakte an Kandidaten mit Stundensatzforderungen zwischen 70 bis 79 Euro gingen. Insgesamt waren 63,2 % der Anfragen, und damit ihr Großteil, in Honorarregionen über 70 Euro gerichtet. Im Schnitt forderten die angefragten IT-Selbstständigen einen Stundensatz von rund 68 Euro. Eine erstes Zeichen, in welche Richtung sich die Honorare 2006 weiter bewegen werden?

Festhalten lässt sich zumindest, dass sich die Nachfrage bei den letzten 50.000 Projektanfragen beschleunigt hat und diese mehrheitlich an IT-Freiberufler mit Stundensätzen über 70 Euro gingen. Offensichtlich zieht das Tempo im Projektmarkt weiter an. Die nächsten Monate werden zeigen, ob sich diese positiven Tendenzen tatsächlich durchsetzen und festigen werden.

 

 

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Kommentare zu diesem Artikel:

"Wieder einmal interessant, wie die Entwicklung aussieht. (Juni 2006)"

"Speziell dieser Artikel ist immer sehr wertvoll. (Juni 2006)"


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