Von der Anfrage bis zum Projekteinsatz

Ein Blick hinter die Kulissen von GULP

(März 2008)
Seit der Firmengründung 1996 hat GULP mehr als eine halbe Million Projektanfragen an IT-Freiberufler vermittelt. Mittlerweile rekrutieren mehr als 2.000 Unternehmen aus den Bereichen Personalvermittlung, Unternehmensberatung, Software-/ Systemhaus, IT-Dienstleister und Endkunden aller Größenordnungen - von der Einmann-Firma bis hin zu multinationalen Keyplayern - über GULP ihre externen IT-Mitarbeiter. Damit ist GULP heute eine der führenden IT-Personalagenturen im deutschsprachigen Raum.
Allerdings fallen auch GULP weder die Kunden noch deren Projektanfragen einfach so in den Schoss. Sie sind das Ergebnis harter Arbeit, denn von der Kundenanfrage bis zum Projekteinsatz eines IT-Freiberuflers sind es mehrere Schritte. Einen Blick hinter die Kulissen gewährt Ihnen GULP in diesem Artikel.
Mix aus Empfehlung und Akquise
 
Bei vielen projektanbietenden Unternehmen hat sich www.gulp.de zwischenzeitlich als wichtigste Quelle für die Besetzung von IT-Projekten im deutschsprachigen Raum herumgesprochen. Immerhin sind über 90 Prozent aller deutschen IT-Freiberufler in der GULP Profiledatenbank eingetragen. Ein beträchtlicher Anteil der Neukunden nimmt heute auf Empfehlung bzw. durch Mundpropaganda von selbst Kontakt mit GULP auf, um von diesem umfangreichen Kandidatenpool zu profitieren. Erweitert wird dieser Kundenkreis durch kontinuierliche Akquise des stetig wachsenden GULP Vertriebsteams in München, Köln, Stuttgart und Frankfurt am Main. Das Knüpfen neuer Kontakte erfolgt über Internetrecherchen, Messen und Veranstaltungen sowie ihr wichtigstes Arbeitsmittel – das Telefon. Erste geschlossene Bande zu Projektleitern und Einkäufern vertiefen sie durch ständige, aber wohldosierte, Beziehungspflege. Bis der zeitliche und finanzielle Akquiseaufwand in einer konkreten Projektanfrage mündet, kann jedoch einige Zeit vergehen.

Die Akquise trägt erste Früchte trägt, wenn sich ein neuer Kunde mit einer konkreten Bedarfsanfrage an GULP wendet. Auf dem Weg zum passenden Kandidaten bietet GULP verschiedene Services an. Nutzen Kunden die Dienste von GULP als Personalagentur übernimmt GULP die Kandidatenauswahl nebst Vertrags- und Rechnungsmanagement. D.h. GULP recherchiert und sichtet die Freiberuflerprofile, kontaktiert und wählt die passenden Kandidaten aus, schlägt diese dem Kunden vor, kümmert sich um Interviewtermine, die Vertragsabwicklung oder auch die Betreuung der Freiberufler im Projekt. Der Kunde kann sich somit ganz auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Mittlerweile stammt der Großteil des Umsatzes von GULP aus dem erfolgsabhängigen Agenturgeschäft, dessen Vorgehensweise im Folgenden näher beschrieben wird.
Bedarfsanalyse ist das A und O
 
Allein im vergangenen Jahr liefen 127.769 Offerten über die GULP Server. Hinter jeder einzelnen Anfrage steht ein spezieller Kunde mit ganz spezifischen Anforderungen und Erwartungen. Nur, wenn die Vertriebsmitarbeiter ihre Kunden sehr gut kennen, deren Bedürfnisse verstehen und mit der jeweiligen  Unternehmenskultur vertraut sind, können sie diesen fachlich wie menschlich passende IT-Mitarbeiter vorschlagen.

Wendet sich ein Kunde mit einem konkreten Projektgesuch an GULP, erfragt der zuständige Vetriebsmitarbeiter im gemeinsamen Gespräch alle projektrelevanten Informationen. Anhand dieser Details erstellt er eine umfassende Bedarfsanalyse mit ausführlicher Projektbeschreibung, must-have und nice-to-have-Kriterien. Diese Analysen dienen den Recruitern als Basis für ihre Kandidatenrecherchen in der Profiledatenbank. "Sind Projektanfragen zu schwammig formuliert, ist das, als suchten sie in unserer Datenbank mit über 63.000 IT-Freiberuflern die Stecknadel im Heuhaufen" so der GULP Key Account Manager Thomas Riedel. Für ihn ist die Bedarfsanalyse ein entscheidendes Arbeitsinstrument. Mit ihrer Qualität steht und fällt der gesamte Rekrutierungsprozess.

Die Bedarfsanalyse dient aber nicht nur dazu, die projektspezifischen Anforderungen des Kunden zu verstehen, sondern sie ist auch entscheidend für die Kommunikation mit dem Freiberufler. "Als zwischengeschaltete Personalagentur ist es unsere Aufgabe, alle Informationen richtig zu vermitteln. Schließlich trifft der IT-Freiberufler seine Entscheidung aufgrund der Hinweise, die er von uns vorab über das Projekt erhält. Je aussagekräftiger diese sind, umso verbindlicher kann er seine Zu- oder Absage treffen. Und der Kunde hat die Sicherheit, tatsächlich auch den Spezialisten vorgeschlagen zu bekommen, nach dem er sucht. Der worst case für uns als Agentur wäre, wenn sich erst im Interview herausstellen würde, dass der Kunde einen gänzlich anderen IT-Spezialisten benötigt hätte. Mit einer guten Bedarfsanalyse kann das nicht passieren", so Thomas Riedel. Sie gestaltet den Auswahlprozess für alle Beteiligten verbindlicher.
Handverlesene Kandidaten
 
Bevor aber ein Freiberufler konkret für ein Projekt angefragt wird, recherchieren die Recruiter nach übereinstimmenden Profilen und sichten diese. Das bedeutet, die vorgeschlagenen Kandidaten sind bei jeder einzelnen Anfrage absolut handverlesen. Bei der Auswahl spielen neben den hard-facts aus der Aufgabenbeschreibung (Skills, Stundensatz) auch folgende Kriterien eine Rolle:

  • Wie viel Jahre Berufserfahrung besitzt der Freiberufler in den gesuchten Skills?
  • Wie aktuell ist diese Berufserfahrung?
  • Welchen fachlichen Schwerpunkt hat der Freiberufler?
  • Ab wann ist er zu wie viel Prozent für Projekte verfügbar?
  • Ist das Profil leserlich?

Wichtige Hinweise über die vorhandene Berufserfahrung liefert dem Recruiter z.B. eine lückenlose Projekthistorie mit Angabe von Projektdauer, Informationen zur Aufgabe, der Branche und – sofern dies vom Kunden erlaubt ist – dem Firmennamen. Ebenso sollte der fachliche Schwerpunkt im Profil klar und aussagekräftig formuliert sein. Dafür bringt eine ganze Skill-Litanei an dieser Stelle weder den Recruiter noch den Freiberufler in seiner Arbeit weiter. Das Profil nützt dem Freiberufler auch wenig, wenn dessen äußere Form nicht passt oder die Informationen unleserlich sind. Leider passiert es immer wieder, dass durch copy-paste der Profile, z.B. aus einem Worddokument, die Formatierung durcheinandergerät. Dies führt zu abenteuerlichen Schriftsalaten und Layouts, nicht aber zu Projektangeboten.

"Das Profil ist die Visitenkarte eines jeden Freiberuflers und das erste, was der Kunde von ihm zu Gesicht bekommt. Wenn dieses inhaltlich und optisch nicht attraktiv gestaltet ist, dann hat der Kandidat meist schon verloren", betont Key Account Manager Riedel. Er empfiehlt IT-Freiberuflern, ihr GULP Profil vor allem in den Feldern Verfügbarkeit, fachlicher Schwerpunkt, Stundensatz und Projekthistorie regelmäßig zu aktualisieren.
Schnelle Reaktionszeiten
 

An die Kandidaten in der engeren Auswahl übermittelt GULP per E-Mail die Projektanfrage des Kunden. Auf diese sollten Freiberufler zügig reagieren. Bei der Projektvermittlung handelt es sich um einen kurzen Verkaufszyklus, der von allen Beteiligten schnelle Reaktionszeiten erfordert. "Von der Anfrage des Kunden bis zur Lieferung der Profile vergehen i.d.R. nicht mehr als ein bis maximal drei Tage. Auch wenn das Projektangebot für einen Freiberufler nicht interessant sein sollte, erweist er sich mit einer schnellen Absage auch zukünftig als zuverlässiger Geschäftspartner", merkt Thomas Riedel an. Zu den Hauptgründen von Freiberuflerabsagen zählen: zeitlich nicht verfügbar, fachlich ungeeignet und Einsatzort nicht attraktiv.

Mit allen interessierten Kandidaten klärt der Vertriebsmitarbeiter oder sein Recruiter telefonisch noch einmal alle projektrelevanten Punkte (z.B. geforderter Stundensatz). Zugleich ist dies auch eine gute Gelegenheit, sich persönlich zu beschnuppern und näher kennenzulernen. Wie überall im Berufsleben so zählt auch hier der (gute) erste Eindruck. Er ist mitentscheidend, welche Kandidaten der Vertriebsmitarbeiter seinem Kunden letztendlich vorschlägt. Da diesem i.d.R. nicht mehr als drei Profile empfohlen werden, kommen nur die besten "Freiberuflerpakete" bezüglich Know-how, Konditionen und Verfügbarkeit in die engere Wahl.

Ebenso wichtig wie das zeitnahe Feedback der Freiberufler auf Projektanfragen ist eine zügige Äußerung des Kunden zu den vorgeschlagenen Kandidaten. Lässt er mehrere Tage auf seine Entscheidung warten, wird sich der Freiberufler parallel weitere Projekte offenhalten. Gerade jetzt, wo sich die Nachfrage nach guten IT-Fachleuten förmlich überschlägt, gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Das bestätigt auch der erfahrene Key Account Manager Riedel: "Ein klares und schnelles Nein ist allemal besser als eine Verzögerung des gesamten Prozesses. Aus durchaus nachvollziehbaren Existenzgründen sehen sich IT-Freiberufler schnell auch nach Alternativen um. Wenn der Kunde nicht rechtzeitig reagiert, kann es durchaus vorkommen, dass der Wunschkandidat bereits bei einem anderen Unternehmen im Projekt ist. Beim derzeitigen Nachfrageboom lässt sich das nicht ausschließen."

Koordinierung des Interviews
 
Möchte der Kunde einen von GULP vorgeschlagenen Kandidaten persönlich kennenlernen, folgt im nächsten Schritt das Interview. Die nicht in Frage kommenden Freiberufler erhalten entweder vom Kunden direkt oder über GULP eine Absage. Das Kennenlernen von Kunde und Freiberufler erfolgt im telefonischen oder persönlichen Interview. Die Terminvereinbarung und -Koordinierung samt Freiberuflerbetreuung (z.B. Vorbesprechung oder Abholung bei auswärtiger Anreise) übernimmt der zuständige Vertriebsmitarbeiter. Dieser ist bei den Interviews - sozusagen als "stilles Mäuschen" - i.d.R. immer anwesend, hält sich aber inhaltlich zurück. Die Gesprächsführung im Interview übernimmt meist der Projektleiter. Er stellt seine Firma und das Projekt näher vor und übergibt das Wort danach an den Freiberufler. Eine endgültige Entscheidung wird im Interviewtermin normalerweise jedoch noch nicht mitgeteilt.
Zwischeninstanz bei Verträgen
 
Bei Inanspruchnahme der Agenturservices regelt GULP für den Kunden auch alle wichtigen Vertragsmodalitäten für den Projekteinsatz. Hierbei arbeitet der Vertrieb eng mit der internen Vertragsabteilung zusammen. Als zwischengeschaltete Instanz schließt GULP sowohl mit dem Kunden als auch mit dem eingesetzten IT-Freiberufler je einen Vertrag ab. Dazu Thomas Riedel: "Der Vorteil für den Kunden ist, dass er somit nur noch einen, und nicht 20 verschiedene, Ansprechpartner hat. Er schließt nur noch einen Vertrag mit GULP. Wir übernehmen dann als Zwischeninstanz alle weiteren Vertrags- und Rechnungsabwicklungen mit den Freiberuflern, die direkt bei ihm eingesetzt sind. Der administrative Aufwand liegt also großteils bei uns. Ganz nebenbei bringt es auch dem Freiberufler eine zeitliche wie organisatorische Entlastung, wenn er das Vertrags- und Rechnungsmanagement über einen starken Partner wie GULP abwickeln lässt."

Aufgrund des erfolgsabhängigen Geschäftsmodells im Agenturbereich verdient GULP erst, wenn die Projektzusammenarbeit von beiden Seiten vertraglich besiegelt ist. Für die bis hierin von GULP erbrachten Vorleistungen wie z.B. Kundenakquise, Bedarfsanalyse, Kandidatenrecherche, - auswahl und –angebot, Kommunikation, Interviews und Vertragsabwicklung entstehen weder dem Kunden noch dem Freiberufler irgendwelche Kosten.

Das Schwierigste ist es laut Thomas Riedel "einen Freiberufler beim Kunden erst einmal ins Projekt zu bekommen. Ist diese Hürde genommen, dann geht in der weiteren Zusammenarbeit vieles leichter." Im vergangenen Jahr waren über GULP rund 1.100 IT-Freiberufler im Projekt.

Kommentare zu diesem Artikel:

"Das mit den überzogenen Anforderungen wird immer schlimmer. Da soll ein Host-Experte alle WEB Techniken kennen oder der WEB-Designer soll gleichzeitig HOST-Experte sein. Natürlich mit allen Tools der gesammten Mainframe-Welt. (Oktober 2011)"

"Die meisten Anfragen von Vermittlerunternehmen ignorieren offensichtlich Angaben im Profil zu den Punkten Verfügbarkeit oder Skills. Während das bei den Skills noch teilweise zu verschmerzen wäre - nicht jeder Vermittler kann bspw. die Unterschiede von "Ruby" und "Ruby on Rails" kennen - ist diese Ignoranz beim Thema Einsatzort ... unglaublich. Max. 50% vor Ort ist eben nicht 100% Hamburg, Frankfurt oder Berlin. Mehr als 90% meiner Absagen betreffen den Einsatzort. Schöner Artikel, aber bitte auch den Vermittlern zum Lesen geben. (April 2008)"

"Naja - für den Freiberufler ist es eher egal, ob er den Vertrag mit dem Endkunden, GULP oder einer anderen Agentur macht. Das Vertragsmanagement ist vergleichbar. Was ein Vermittler aus dessen Sicht verdient, ergibt sich aus der Projektbetreuung - vorher, nebenher und nachher. Als Vermittler muss man sich da strecken, um Kunde und Consultant gleichermaßen "glücklich" zu machen. (März 2008)"

"Ich kann diesen Artikel nur bestätigen. Die vermittelten Projekte passen sehr gut zu meinen Skills und die Abwicklung mit GULP funktioniert hervorragend! (März 2008)"

"Alles Wonne Eierkuchen? Der Normalfall ist doch dass der Kunde völlig überzogene Anforderungen stellt, weil da sämtliche Schlagworte benutzt werden die auf die Schnelle einfallen und da dies meist der Einkauf regelt wird nur nach dem Preis geschielt. (März 2008)"

"Sehr Informativ. Vielen Dank. (März 2008)"