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Alle Jahre wieder treffen sich IT-Freiberufler, Projekt- und
Schulungsanbieter sowie System- und Beratungshäuser auf dem Freiberufler-Kongress
in München. Dort besuchen sie Vorträge und Workshops, knüpfen
Kontakte und nehmen die seltene Gelegenheit wahr, sich mit Gleichgesinnten
über Trends, Technologien und die Marktsituation auszutauschen.
Das Interesse an der von freiberufler info organisierten Veranstaltung
wächst und wächst. In diesem Jahr kamen weit über
350 Besucher zu dem Fachkongress, mehr als jemals zuvor. Der Vortragssaal
war bei sämtlichen Referaten praktisch bis zum letzten Platz
gefüllt, und an den Ausstellungsständen herrschte von
morgens bis abends reger Betrieb. Mehr als 80 Prozent der Besucher
zeigten sich denn auch sehr zufrieden mit dem Kongress. Neben thematischen
Dauerbrennern wie Scheinselbstständigkeit, Vertragsgestaltung
und Honorarfragen dominierte heuer vor allem die etwas durchwachsene
Marktsituation die Gespräche.
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Die Aussteller freuten sich über das rege
Besucherinteresse.
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| Die
Marktsituation |
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Übereinstimmung herrschte darüber, dass die großen
Boomzeiten für den IT-Markt erst mal vorbei sind, die Branche
aber weitaus besser dasteht, als ihr angeschlagener Ruf vermuten
lässt. Dass sich die Projektanbieter derzeit mit Angeboten
etwas zurückhalten, belegt die GULP-Umfrage
"Von der Festanstellung in die Freiberuflichkeit". Der
zu Folge stellt die Projektakquise für Freiberufler zur Zeit
das mit Abstand größte Problem dar. Diese Angaben korrespondieren
auch mit der wirtschaftlichen Gesamtsituation. Praktisch im Monatstakt
werden derzeit die Wachstumsprognosen nach unten korrigiert. So
prophezeiten die fünf führenden Wirtschaftsinstitute noch
zum Jahresbeginn für Deutschland ein Wachstum von 2,1 Prozent.
Seit Juli aber rechnet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung
(DIW) nur noch mit 1,0 Prozent. Der internationale Währungsfonds
IWF sagt eine Konjunkturerholung für das vierte Quartal 2001
voraus, während Wirtschaftsminister Müller noch im Juni
von einem drohenden Nullwachstum sprach, nun aber auf zwei Prozent
hofft.
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| Alles
halb so schlimm |
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Trotz der undurchsichtigen Gesamtsituation steht die IT-Branche
jedoch recht gut da. So fehlen laut European Information Technology
Observatory in Deutschland rund 440.000 IT-Fachkräfte. Der
IT-Informationsdienst www.silicon.de
meldet, dass 52 Prozent der deutschen Unternehmen offene IT-Arbeitsplätze
anbieten. Ganz ähnlich urteilt der Deutsche Multimedia Verband
DMMV: Ihm zufolge können hierzulande drei von zehn Arbeitsplätze
der Bereiche Internet und Multimedia nicht besetzt werden. Selbst
die Worst-Case-Studie der IDC-Marktforscher vom Juni 2001 ist nicht
mal halb so wild, wie der Titel: "How bad will it get"
("Wie schlimm wird´s kommen?") vermuten lässt.
Sicherlich prophezeit IDC Westeuropa bis zum Jahr 2003 ein um bis
zu 150 Milliarden Dollar geringeres IT-Investitionsvolumen als bislang
angenommen. Damit bleiben aber immerhin noch 7,9 Prozent Wachstum
für den IT-Bereich. Ähnlich zuversichtlich sind auch die
Freiberufler selbst. In der GULP-Umfrage
"Kippt der Markt?" meinen 84 Prozent der Befragten, die
momentane Flaute sei nur von kurzer Dauer.
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| Die
Vorträge |
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Der Vortragssaal war
bei sämtlichen Vorträgen
praktisch bis zum letzten Platz gefüllt.
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Wichtigste Voraussetzung für einen erfolgreichen
Geschäftsgang in einem schwieriger werdenden Umfeld ist die
wachsende Bereitschaft des Freiberuflers zur Mobilität, Flexibilität
und Weiterbildung. Zu diesem Schluss kamen praktisch sämtliche
Vorträge der Veranstaltung. Für alle, die nicht zum fünften
Jahreskongress der Freiberufler kommen konnten oder wollten, fassen
wir nachfolgend die Kernaussagen der Referate zusammen.
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Vom
Einzelkämpfer zum Partner
Ulrich Bode - Gesellschaft für Informatik |
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Den einführenden Vortrag hielt Herr Ulrich Bode, Sprecher
des Beirats für Selbständige der Gesellschaft für
Informatik GI
.
Der allgemein gehaltene Überblick über die vielen Vor-,
und Nachteile, die der Freiberufler gegenüber einem festangestellten
Arbeitnehmer hat, dürfte vor allem für Neueinsteiger interessant
gewesen sein. Gestandene Freelancer dagegen sind sicherlich mit
den in dem Vortrag kurz angerissenen Themenfeldern wie Scheinselbstständigkeit,
Zukunftssicherung und Projektakquise bereits bestens vertraut.
Der zweite Schwerpunkt beschäftigte sich mit der Positionierung
des Freiberuflers in der Gesellschaft. Denn in der IT-Welt werden
die Freiberufler zwar akzeptiert, in der Öffentlichkeit dagegen
ist ihr Ruf stark verbesserungswürdig. Wahrgenommen werden
sie in der Gesellschaft in aller Regel nur als Einzelkämpfer,
nicht aber als Gruppe mit gemeinsamen Interessen. Langfristig sollten
die IT-Freiberufler danach trachten, ein ähnliches "Standing"
wie etwa Ärzte, Architekten oder Rechtsanwälte zu erreichen.
Die werden in der Öffentlichkeit längst als freie Berufsgruppen
anerkannt und pflegen als geschlossener Verband aufzutreten, wenn
es um ihre Standesinteressen geht. Für Herrn Bode ist die Zeit
des Einzelkämpfers im IT-Bereich definitiv vorbei, immer populärer
werden demgegenüber Netzwerke und Partnerunternehmungen. Eine
existenziell bedrohliche Attacke von Gesetzgeberseite, wie beispielsweise
bei der "Scheinselbstständigkeit", könnte jedenfalls
von einer starken Interessenvertretung viel eher verhindert werden
als von Einzelkämpfern.
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Freiberufler
erobern neue Märkte
Bernd Mogalle - CAP Gemini |
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Bernd Mogalle ist bei CAP Gemini im Business Development-Bereich
tätig. CAP
Gemini
beschäftigt 59.000 Mitarbeiter und ist damit das weltweit drittgrößte
Unternehmen für Management- und IT-Beratung sowie die größte
Unternehmensberatung europäischen Ursprungs. Kernpunkt des
Vortrags waren die Chancen und Risiken eines IT-Freiberuflers in
einem sich neu konsolidierenden Markt.
Die jetzige wirtschaftliche Gesamtsituation zeichnet sich durch
eine hohe Anzahl Insolvenzen aus, dies betrifft insbesondere die
New Economy. Bei vielen Firmen existieren generelle Probleme mit
der Auslastung, Projekt-Budgets werden eingefroren, das Venture
Capital fließt nicht mehr so reichlich und viele geplante
Joint Ventures werden auf die lange Bank geschoben. Erschwerend
hinzu kommt ein zunehmender Trend zum Outsorcing. Etliche Unternehmen
wollen derzeit mit dem Verkauf defizitärer Unternehmensteile
ihre Ergebnisse verbessern. All diese Umstände führen
zu einem gewissen Projektangebots-Rückgang, der allerdings
durch einige positive Einflussfaktoren abgemildert wird. Insbesondere
wächst der Bedarf an Re-Engineering und Integrations-Know-How,
auch lässt die Situation der Old Economy hoffen. Durch die
verstärkte Freisetzung von Mitarbeitern kommt es dort zu einem
erhöhten Aufkommen von Projektspitzen, die mangels personeller
Kapazität vom festangestellten Personal nicht bewältigt
werden können. Fachlich versierte Freiberufler, die eine erhöhte
Bereitschaft zum kurzfristigen Einsatz und der damit zusammenhängenden
zunehmenden Mobilität mitbringen, werden daher auch künftig
ihre Auftragsbücher relativ problemlos füllen können.
Wachsende Einsatzmöglichkeiten - insbesondere in der e-Business-Branche
- bietet zudem die zunehmende Relevanz der Bereiche Supply Chain
Management (SCM) und Customer Relationship Management CRM).
Supply Chain Management (SCM): Die Ausrichtung sämtlicher
Unternehmensaktivitäten auf die Kundenanforderungen ist heutzutage
einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren für sämtliche Unternehmen.
Neben einer perfekt funktionierenden Supply Chain entscheidet daher
vor allem ein ausgefeiltes Customer Relationship Management (CRM)
- also das Management von Kundenbeziehungen - über den Erfolg
einer im e-Business tätigen Firma. Dabei greifen beide Komponenten
viel stärker ineinander als bisher, wobei das CRM etliche Parallelen
zum SCM aufweist. Beim CRM ist ebenfalls fundiertes Vertriebs-Know-how
von immenser Bedeutung, besonders gefragt sind außerdem auch
hier integrative Komplettlösungen.
Die Wertigkeit der Kundenbeziehungen hat sich in den letzten Jahren
zunehmend gesteigert. Der Unternehmer ist gefordert, neue Lösungen
und Strategien zu entwickeln, um den Änderungen Rechnung zu
tragen. Tools und (Internet)-Technologien müssen aufgestellt
werden, die es ermöglichen respektive erleichtern, die Produkte
und das Marketing an die Erfordernisse der Schlüsselkunden
anzupassen. Dabei geht es weniger darum, eine völlig neue IT-Architektur
zu entwickeln. Gefragt ist vielmehr die Anpassung bereits existierender
Tools und Applikationen, Datenbanken und Vertriebsprogramme an die
Anforderungen des CRM. Ein voll funktionsfähiges CRM-System
integriert dabei verschiedenste technologische Komponenten, die
sich in die drei Kategorien Kommunikation (Internet, Call Center),
Front Office und Back Office Software aufgliedern.
GULP-Fazit
Dem erfahrenen Spezialisten bietet der IT-Markt nach wie vor
gute Chancen. Flexibilität, Mobilität und die Ausrichtung
auf neue Markterfordernisse sind die Kernvoraussetzungen für
einen weiterhin guten Geschäftsgang. Die besprochenen Beispiele
CRM und SCM zeigen geradezu exemplarisch, dass in vielen neuen Tätigkeitsfeldern
mehr als nur pures IT-Fachwissen gefragt ist. Der erfolgreiche IT-Freiberufler
wird sich daher vermehrt mit ursprünglich artfremden Themenbereichen
wie Vertrieb oder Marketing beschäftigen müssen. Aber
diese zusätzliche Mühe dürfte sich lohnen: Nach einer
aktuellen Analyse der Unternehmensberatung Frost
und Sullivan
werden in Europa die jährlichen Umsätze für Supply-Chain-Managment-Software
bis 2007 von derzeit 485 Millionen US-Dollar auf 2,79 Milliarden
US-Dollar empor schnellen. Dies entspricht einer jährlichen
Wachstumsrate von über 28 Prozent.
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Verlangen
Sie das Doppelte
Paul Maisberger - Maisberger & Partner |
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Paul Maisberger, geschäftsführender Gesellschafter von
Maisberger
& Partner ,
der Gesellschaft für strategische Unternehmenskommunikation
mbH, hielt den vielleicht spektakulärsten Vortrag des Tages.
Etwas verwegen klingt es zumindest schon, in einem eher schwierigen
Marktumfeld eine Honorarverdoppelung zu fordern. Trotz allen Krisengeredes
wächst die Wirtschaft jedoch immer noch und der erfahrene IT-Freiberufler
sollte stets berücksichtigen, dass er für den Kunden nach
wie vor ein sehr knappes und dementsprechend hoch zu dotierendes
Gut darstellt. Auch belegen Wachstumszahlen die immer noch recht
gute Situation im IT-Markt. So wird nach Auskunft der Fachzeitschrift
Computerwoche alleine der Bereich der Software-Wartung im nächsten
Jahr um 24,3 Prozent zunehmen. Im krisengeschüttelten Neuen
Markt, von dem so viel die Rede ist, tummeln sich außerdem
gerade mal 350 deutsche Firmen, während es bundesweit insgesamt
rund 2,5 Millionen Unternehmen gibt. Von steigenden Investitionen
in Neue Technologien und einer parallel damit wachsenden Nachfrage
nach IT-Fachkräften ist daher unbedingt auszugehen. Wenn man
dann noch berücksichtigt, dass auch die Kosten für das
Qualitätsmanagement und die Weiterbildung steigen werden und
die Kundenaufträge zunehmend komplex werden, ist die Forderung
nach erhöhten Honoraren zumindest nicht abwegig.
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Das provozierendste
Vortragsthema des Kongresses war: "Verlangen Sie
das Doppelte" - und das in Zeichen eines schwächelnden
Gesamtmarktes.
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Wenn Sie als IT-Fachkraft Ihre Einkünfte steigern wollen,
müssen Sie allerdings auch einige Grundvoraussetzungen mitbringen.
Entscheidend für erfolgreiche Honorarverhandlungen ist vor
allem die Frage, wie gut Sie sich selber verkaufen können.
Nicht nur die Erbringung sondern auch und gerade die Sichtbarmachung
Ihrer Leistung sowie das Kommunizieren Ihrer Fähigkeiten gehört
in diesem Zusammenhang unbedingt dazu, denn Klappern gehört
nun mal auch zum IT-Handwerk. Dabei sollten Sie es aber nicht übertreiben,
sondern stets loyal, glaubwürdig, diskret und fair bleiben.
Wenn Sie dann noch beim Kunden einen sympathischen Eindruck hinterlassen
und einen gut entwickelten Sinn für Humor mitbringen, sollte
einer erfolgreichen Honorarverhandlung nichts mehr im Wege stehen.
Kaum zu überschätzen ist auch der Wert der Erfahrung,
die gestandene IT-Fachkräfte mitbringen. Faustregel bei Honorarverhandlungen
sollte für gestandene Freiberufler nicht die alte Regel: Stundensatz
mal Stundenzahl = Honorar, sondern die neue Formel Stundensatz mal
Stundenzahl mal Erfahrungswert = Honorar sein. Denn schließlich
fährt der Kunde mit einer erfahrenen Fachkraft am Günstigsten,
da der "Alte Hase" seinen Job schneller, effektiver, fehlerfreier
und damit auch kostengünstiger erledigt als ein Neuling.
Zu guter Letzt appellierte Herr Maisberger dafür, als Freiberufler
bei Projektverhandlungen selbstbewusst aufzutreten und einen Auftrag
ruhig auch mal abzulehnen: " Kunden, die nicht auch in Englisch
kommunizieren, keine ordentliche Website betreiben und den Freiberufler
beim Vorgespräch nicht mal zum Mittagessen einladen, sollten
Sie gleich aussortieren. Dabei handelt es sich um eine Firma ohne
Zukunft, mit der Sie spätestens dann erheblichen Ärger
bekommen, wenn es um Honorarfragen geht."
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Qualifizierung
außerhalb der Projektzeit
Stefan Stülpnagel - ed-scout.com |
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Stefan Stülpnagel ist Director Business Development bei ed-scout.de,
dem Marktplatz für Weiterbildung. Er gab in seinem Vortrag
einen Überblick über das Lernen von aktuellen, multimedialen
Inhalten unter Einbindung von Lernsupport - oder kurz gesagt E-Learning.
E-Learning ist ein weiter Begriff, der solch unterschiedliche Lernformen
wie Web Based Training (WBT), Computer Based Training (CBT) und
virtuelle Klassenzimmer - beispielsweise Videokonferenzen via Internet
- umfasst. Der Trend beim E-Learning geht in Richtung Modularisierung
des zu lernenden Wissens. Dies bedeutet, dass Weiterbildungsinhalte
stark in einzelne Abschnitte gegliedert werden, auf die der Lernende
schnell und gezielt zugreifen kann. E-Learning wird zwar weder heute
noch in Zukunft die traditionellen Präsenzveranstaltungen verdrängen,
besitzt aber gegenüber den althergebrachten Schulungen einige
Vorzüge.
| Vorteile E-Learning gegenüber
Präsenzveranstaltungen |
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Vorteile Präsenzveranstaltungen
gegenüber E-Learning |
- Aufnahme der Lerninhalte
- Flexibilität
- Kosten
- Ergebnismessung
- Anwendungsnähe
- Kostenvorteile (bis zu 60 Prozent) |
- Hohe Interaktivität
- Motivation
- Sozialer Kontakt
- Learning by doing |
| Vorteile Virtueller Klassenraum |
Vorteile WBT/CBT |
- Einfacher Zugriff
- Geographische Unabhängigkeit
- Geringe Kosten
- Hohe Interaktivität
- Einfache Kurserstellung |
- Einfacher Zugriff
- Unabhängig von Zeit und Ort
- Lernspezifische Inhalte
- Aktualität
- Lernen im eigenen Tempo |
GULP-Fazit
Gegenüber traditionellen Lernformen punktet E-Learning
mit seinen relativ geringen Kosten, seiner Zeiteffizienz, seiner
Aktualität und örtlichen Unabhängigkeit. Spätestens
mit der Einführung von UMTS wird sich die Relevanz von E-Learning
gegenüber klassischen Weiterbildungsmöglichkeiten sogar
noch steigern, denn E-Learning als ortsunabhängige Lernmethode
erscheint wie geschaffen für den mobilen IT-Freiberufler. Ihr
größter Nachteil gegenüber den traditionellen Lernmethoden
ist der Mangel, respektive das komplette Fehlen von Interaktionsmöglichkeiten
mit anderen Teilnehmern. Eine WBT-Schulung etwa zum Thema Teamfähigkeit
bringt bei Weitem nicht so viel wie eine praktische Teamübung.
Insgesamt dürfte auch künftig eine Kombination aus Selbststudium,
CBT/WBT und Seminaren die effizienteste Fortbildungsmethode darstellen.
Sonderlich populär ist das E-Learning trotz all seiner Vorteile
ohnehin nicht: In einer GULP-Umfrage
zum Thema Weiterbildung vom Juni 2001 bevorzugten gerade mal 13
Prozent der Befragten CBT und WBT - exakt die Hälfte der 26
Prozent, die sich für Seminare aussprachen.
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Partnerschaften
mit Freiberuflern
M. Hoffmann, D.Sokolowsky - BeraterNet |
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Das BeraterNet
e.V ,
auf dem Kongress vertreten durch die beiden Gründungsmitglieder
Dietmar Sokolowsky und Monika Hoffmann, wurde Ende 1999 von sechs
Beratern der IT-Branche und Betriebswirtschaft gegründet und
zählt heute über 20 Mitglieder.
Im BeraterNet können die weiterhin vollkommen selbstständig
tätigen IT-Freiberufler Erfahrungen austauschen, gemeinsam
komplexe Projekte annehmen, sich gegenseitig vertreten, Fortbildungsmaßnahmen
beiwohnen, von den Kontakten der Mitglieder zu Unternehmensberatern
und Systemhäusern profitieren und dem Kunden gegenüber
als Gruppe auftreten. Das BeraterNet arbeitet zudem Rahmenverträge
aus, die von jedem Mitglied genutzt werden können und beauftragt
als Verein Rechtsanwälte mit der Überprüfung von
Verträgen. Die Ergebnisse, Rahmenverträge, Musterklauseln
und Auslegungen sind für Mitglieder in einem geschützten
Bereich der Beraternet-Homepage abrufbar. Der Verein verfolgt keine
kommerzielle Absichten, Vermittlungsprovisionen sind ihm ein Fremdwort.
Für die Mitglieder fallen jedoch 300 Mark Jahresbeitrag an.
GULP-Fazit
Ein Konzept wie das BeraterNet kann aus organisatorischer Sicht
nur dann funktionieren, wenn die Anzahl der Mitglieder nicht allzu
stark ansteigt. Denn ab einer gewissen Kapazitätsgrenze wird
der Verwaltungsaufwand so enorm, dass er durch ehrenamtliche Arbeit
nicht mehr bewältigt werden kann. Nachahmenswert ist ein solches
Modell für Freiberufler aber auf jeden Fall, denn die Vorteile
eines Interessenverbandes liegen klar auf der Hand: Der Kunde geht
mit einer Gruppe anders um als mit einem Einzelkämpfer, die
Mitglieder können sich gegenseitig unterstützen und vertreten
sowie Kontakte und Erfahrungen austauschen. Auch werden Interessenvereine
von Unternehmensberatungen, Systemhäusern und Endkunden eher
zu offiziellen Veranstaltungen eingeladen als Einzelpersonen und
haben entsprechende Vorteile bei der Projektakquise.
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Erfolgreiche
Marketing-Präsentation im Internet
Stefan Grajer - Inwema |
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Der Eigenwerbung fällt in Zeiten zunehmender Konkurrenz eine
wichtige Rolle zu und eine der populärsten Formen der Selbstvermarktung
ist die eigene Website. Dies war auch das Thema des Vortrags von
Stefan Grajer, CEO der auf E-Solutions spezialisierten Firma Inwema.
Herr Grajer berichtete zunächst über die typische Vorgehensweise
eines potenziellen Auftraggebers, der im Internet auf der Suche
nach einem Freiberufler ist (vielleicht noch nie etwas von der Firma
GULP gehört hat) und mittels Suchmaschine nach Websiten von
IT-Freiberuflern fahndet. Die Homepage entspricht in etwa der elektronischen
Visitenkarte des jeweiligen Betreibers. Entsprechend sorgfältig
muss die Gestaltung Ihrer eigenen Homepage auch sein, damit sie
beim Betrachter einen positiven Eindruck hinterlässt.
Eine eigene Homepage eignet sich ideal zur
Eigenwerbung, aber nur wenn sie die nachfolgenden Informationen
und Kriterien enthält respektive berücksichtigt:
| Inhaltlich |
- Ihr persönliches Profil
- Darstellung der bisherigen AktivitätenKenntnisse
- Referenzen
- Einsatzgebiete
- Honorarforderung (evtl. gesplittet nach unterschiedlichen
Tätigkeiten)
- KontaktformularAGB´s |
| Sprachlich |
- Präzise
- Allgemeine Verständlichkeit
- Vermeidung ungebräuchlicher Fachtermini
- Fassen Sie sich kurz |
| Optisch |
- Vermeiden Sie zu viele Frames
- Keine Ladezeiten-steigernden Animationen, Soundsamples und
sonstiger Multimedia-Kram.
- Zu viele Farben wirken unseriös
- Gute Lesbarkeit (Negativbeispiel: Weiße Schrift auf
schwarzem Grund) |
| Ausbaustufen |
| Eine ständige Aktualisierung der Inhalte führt zur
gesteigerten Kundenbindung, im Gegensatz dazu wirkt eine veraltete
Website abschreckend. Idealerweise sollten Sie jede Anfrage
binnen 24 Stunden beantworten. Gut wäre zudem ein geschlossener
Bereich für laufende Kundenprojekte sowie die Visibilität
Ihrer Aktivitäten. Einen entsprechenden Zulauf vorausgesetzt,
können Sie Ihre Website auch als Forum für den Austausch
mit Kollegen nutzen. |
| Selber machen oder erstellen lassen? |
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Unterschätzen Sie nicht den Aufwand, den die Erstellung,
Wartung und ständige Aktualisierung einer guten Homepage
verursacht. Und nur eine wirklich gute Site ist auch Werbung
in eigener Sache. Eine Baustelle, sichtbare Editoren etc.
sollten auf jeden Fall vermieden werden. Stellen Sie sich
selbst, bevor Sie mit der Konstruktion einer Page beginnen,
folgende Fragen:
- Besitze ich ausreichende HTML-Kenntnisse?
- Habe ich auch mittel- und langfristig genügend Zeit
für die Wartung?
- Kann ich griffige Texte formulieren?
- Habe ich ein "gestalterisches Händchen?"
Wenn Sie nur eine dieser Fragen mit "Nein" beantworten,
sollten Sie auf externe Hilfe zurückgreifen oder aber
von dem Gedanken an eine eigene Website Abstand nehmen. Denn
es gilt die Faustregel: Besser gar keine Website als eine
schlechte, die den potenziellen Auftraggeber nur abschreckt.
Falls Sie dagegen mit dem Gedanken spielen, sich Ihren Internetauftritt
erstellen zu lassen, müssen Sie mit folgenden Kosten
rechnen:
- Basiswebsite ohne CMS (Content Management System): ca.
3000 bis 5000 Euro (abhängig vom Grafikaufwand)
- Basiswebsite mit CMS: zwischen 15.000 Euro und 25.000 Euro
(abhängig vom Grafikaufwand und eingesetztem CMS)
- Budget pro Jahr für Hosting: ca. 500 Euro
- Budget pro Jahr für Pflege und Ausbau: ca. 2.000 Euro
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Unterschätzen Sie nicht den Aufwand, den die Erstellung,
Wartung und ständige Aktualisierung einer guten Homepage verursacht.
Und nur eine wirklich gute Site ist auch Werbung in eigener Sache.
Eine Baustelle, sichtbare Editoren etc. sollten auf jeden Fall vermieden
werden. Stellen Sie sich selbst, bevor Sie mit der Konstruktion
einer Page beginnen, folgende Fragen:
Besitze ich ausreichende HTML-Kenntnisse?
Habe ich auch mittel- und langfristig genügend Zeit für
die Wartung?
Kann ich griffige Texte formulieren?
Habe ich ein "gestalterisches Händchen?"
Wenn Sie nur eine dieser Fragen mit "Nein" beantworten,
sollten Sie auf externe Hilfe zurückgreifen oder aber von dem
Gedanken an eine eigene Website Abstand nehmen. Denn es gilt die
Faustregel: Besser gar keine Website als eine schlechte, die den
potenziellen Auftraggeber nur abschreckt. Falls Sie dagegen mit
dem Gedanken spielen, sich Ihren Internetauftritt erstellen zu lassen,
müssen Sie mit folgenden Kosten rechnen:
Basiswebsite ohne CMS (Content Management System): ca. 3000 bis
5000 Euro (abhängig vom Grafikaufwand)
Basiswebsite mit CMS: zwischen 15.000 Euro und 25.000 Euro (abhängig
vom Grafikaufwand und eingesetztem CMS)
Budget pro Jahr für Hosting: ca. 500 Euro
Budget pro Jahr für Pflege und Ausbau: ca. 2.000 Euro
GULP-Fazit
Eine schöne Homepage als Werbung in eigener Sache kann sicherlich
nicht schaden, bringt aber - falls Sie keine weitere Form der Projektakquise
betreiben - auch nicht allzu viel. Welcher Projektanbieter fahndet
schon per allgemeiner Suchmaschine nach einem Freiberufler? Nach
einer GULP-Umfrage
gaben gerade mal 4 Prozent der Projektanbieter an, auch mit allgemeinen
Suchmaschinen nach Freiberuflern zu suchen. Demgegenüber forschten
satte 75 Prozent der Kunden in speziellen Jobbörsen nach Freiberuflern.
Selbst wenn man mal die Kosten außen vor lässt, steht
der zeitliche Aufwand oftmals in keinem vernünftigen Verhältnis
zum zusätzlichen Ertrag - sprich der Vermehrung der Auftragseingänge.
Als verlinkte Ergänzung zu Ihren Profileinträgen in Jobbörsen
macht eine eigene Homepage Sinn, ein signifikantes Ansteigen der
Projektanfragen sollten Sie sich davon allerdings nicht erwarten.
Davon mal abgesehen generiert GULP auf Wunsch automatisch eine Homepage
aus jedem eingetragenen Profil.
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Scheinselbstständigkeit
keinesfalls abgehakt
Dr. Benno Grunewald |
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Das Thema Scheinselbstständigkeit beherrscht
zwar nicht mehr die Schlagzeilen, ist aber für
den IT-Freiberufler nach wie vor von existenzieller
Bedeutung. Entsprechend gut besucht war der Vortrag
des Rechtsanwalts Dr.
Benno Grunewald ,
Lehrbeauftragter für Arbeits- und Wirtschaftsrecht
an der Hochschule Bremen und Vorstandsmitglied des
Berufsverbands "Selbständige in der Informatik
e.V.".
Herr Dr. Grunewald berichtete über die praktischen Auswirkungen
der 1999 verabschiedeten gesetzlichen Neuregelungen und ging näher
auf die Voraussetzungen ein, die dem Freiberufler den Status eines
Scheinselbstständigen samt all der damit einhergehenden finanziellen
Nachteile bescheren könnten. Den genauen Wortlaut seines Vortrags
finden Sie aufgrund der Relevanz des Themas in ungekürzter
Form auf der Seite "Scheinselbständigkeit
keinesfalls abgehakt - ein Update".
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COBOL-
eine Perspektive mit Zukunft
Uwe Müller - GID |
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Der Dipl. Betriebswirt Uwe Müller ist bei der Gesellschaft
für Informationstechnologie GID tätig. Die GID zählt
zu den führenden Anbietern für COBOL-orientierte Dienstleistungen
und Lösungen und ist Initiator sowie juristischer Verantwortlicher
der "Initiative Cobol".
Vor allem unter Hinzuziehung aktueller GULP-Umfragen zeigte Herr
Müller auf, dass COBOL immer noch zu den am häufigsten
verwendeten Programmiersprachen zählt. Nur dominiert in der
IT-Branche leider das Motto: "Revolution statt Evolution":
Statt bewährte Technologien sinnvoll auszubauen, werden diese
als angestaubt verteufelt, jede Neuentwicklung wird dagegen kritiklos
in den Himmel gelobt. Einen entsprechend muffigen Ruf genießt
COBOL bei so manchem IT-Trendsetter und wer auf C++ setzt, zählt
inzwischen auch schon zu den angestaubten Legacy-Entwicklern. In
diesem Zusammenhang sprach Herr Müller auch von den "Teenie-Sprachen"
Delphi und Visual Basic. Die sollten alle trendbewussten IT-Kräfte
beherrschen und dabei nicht vergessen, dass mit XML und C# schon
die nächsten "Modesprachen" vor der Tür stehen.
Die puren Fakten sprechen allerdings eine andere Sprache: In den
letzten 40 Jahren wurden über 1000 Programmiersprachen vorgestellt.
COBOL hat als eine der wenigen nicht nur überlebt, sondern
sich auch einen dominanten Marktanteil gesichert. COBOL ist mit
einem Anteil von weit über 50 Prozent an den aktiv laufenden
Systemen die "de-facto-Sprache" für große,
komplexe, wartbare und auf lange Nutzungsdauer ausgelegte Business-Applikationen.
Dies spiegelt sich in einem Bestand von ca. 180 Milliarden Lines
of Code wieder - und jedes Jahr kommen ca. 3 Milliarden Zeilen hinzu.
Laut einer aktuellen Studie der Gartner Group werden vorhandene
COBOL-Applikationen nur im Umfang von unter einem Prozent abgelöst,
dagegen werden 15 bis 20 Prozent aller neuen Applikationsfunktionalitäten
auch zukünftig in purem COBOL realisiert. Zudem werden 80 Prozent
aller neuentwickelten Applikationen COBOL-basierte Legacy-Extensions
enthalten. Derzeit sind weltweit mehr als 2,2 Millionen COBOL-Entwickler
im Einsatz und der Bedarf ist weiterhin steigend.
Nach einer GULP-Studie
vom Frühjahr 2001 liegt der durchschnittliche Stundensatz einer
COBOL-Projektentwicklung denn auch bei ordentlichen 137 Mark und
kann sich im Vergleich mit dem C++-Satz (135 Mark) und dem JAVA-Satz
(140 Mark) durchaus sehen lassen. Da verwundert es nicht, dass auch
die Zahl der COBOL-Projektanfragen mit den Java- und C++-Projekten
mithalten kann: Ein mit dem GULP
Trend Analyzer ermittelter Vergleich der Projektanfragen zwischen
C++, Java und COBOL ergibt, dass 12,1 Prozent der Projektanfragen
im Monat Juni 2001 COBOL-Kenntnisse voraussetzten, aber nur 11,6
Prozent Java und 10,5 Prozent C++. Dass diese Zahlen den Tatsachen
entsprechen, lässt sich übrigens leicht überprüfen,
indem Sie in den GULP Trend Analyzer
die Begriffe "%Cobol", "%C++" und "%java"
eingeben.
GULP-Fazit
Trotz der immensen Verbreitung ist die Bereitschaft von Unternehmen
und Hochschulen, COBOL-Kenntnisse zu vermitteln nur sehr gering
ausgeprägt. Vernachlässigt wird insbesondere die Qualifizierung
von Nachwuchskräften. Dies wird künftig zu steigenden
Stundensätzen im COBOL-Bereich führen, da sich immer mehr
gestandene COBOL-Fachkräfte in den Ruhestand begeben, kaum
jemand nachrückt, aber zumindest die vorhandenen Systeme gewartet
werden müssen. Die Chancen, dass COBOL-Kenntnisse auch künftig
sehr stark nachgefragt werden, stehen damit sehr gut. Dies belegt
übrigens auch die GULP-Marktstudie
"COBOL lebt" vom März diesen Jahres. Dort zeigt sich,
dass COBOL zumindest im Mainframe-Bereich die dominierende Programmiersprache
ist und bleibt. Weder C++ noch Java haben in näherer Zukunft
Aussichten, den Platzhirsch COBOL zu verdrängen.
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