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Nachlese zum 5. IT Freiberufler-Kongress
am 30. Juni 2001 in München

(Juli 2001)
Inhalt dieses Artikels:
Die Marktsituation | Alles halb so schlimm | Vorträge | Vortrag: Vom Einzelkämpfer zum Partner | Vortrag: Freiberufler erobern neue Märkte | Vortrag: Verlangen Sie das Doppelte | Vortrag: Qualifizierung außerhalb der Projektzeit | Vortrag: Partnerschaften mit Freiberuflern | Vortrag: Erfolgreiche Marketing-Präsentation im Internet | Vortrag: Scheinselbständigkeit keinesfalls abgehakt | Vortrag: COBOL- eine Perspektive mit Zukunft|
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IT Freiberufler-Kongress 2001 - Kein Besuchermangel zu beklagen
Alle Jahre wieder treffen sich IT-Freiberufler, Projekt- und Schulungsanbieter sowie System- und Beratungshäuser auf dem Freiberufler-Kongress in München. Dort besuchen sie Vorträge und Workshops, knüpfen Kontakte und nehmen die seltene Gelegenheit wahr, sich mit Gleichgesinnten über Trends, Technologien und die Marktsituation auszutauschen.

Das Interesse an der von freiberufler info organisierten Veranstaltung wächst und wächst. In diesem Jahr kamen weit über 350 Besucher zu dem Fachkongress, mehr als jemals zuvor. Der Vortragssaal war bei sämtlichen Referaten praktisch bis zum letzten Platz gefüllt, und an den Ausstellungsständen herrschte von morgens bis abends reger Betrieb. Mehr als 80 Prozent der Besucher zeigten sich denn auch sehr zufrieden mit dem Kongress. Neben thematischen Dauerbrennern wie Scheinselbstständigkeit, Vertragsgestaltung und Honorarfragen dominierte heuer vor allem die etwas durchwachsene Marktsituation die Gespräche.

Die Aussteller freuten sich über das rege Besucherinteresse.
 

 

Die Marktsituation
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Übereinstimmung herrschte darüber, dass die großen Boomzeiten für den IT-Markt erst mal vorbei sind, die Branche aber weitaus besser dasteht, als ihr angeschlagener Ruf vermuten lässt. Dass sich die Projektanbieter derzeit mit Angeboten etwas zurückhalten, belegt die GULP-Umfrage "Von der Festanstellung in die Freiberuflichkeit". Der zu Folge stellt die Projektakquise für Freiberufler zur Zeit das mit Abstand größte Problem dar. Diese Angaben korrespondieren auch mit der wirtschaftlichen Gesamtsituation. Praktisch im Monatstakt werden derzeit die Wachstumsprognosen nach unten korrigiert. So prophezeiten die fünf führenden Wirtschaftsinstitute noch zum Jahresbeginn für Deutschland ein Wachstum von 2,1 Prozent. Seit Juli aber rechnet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) nur noch mit 1,0 Prozent. Der internationale Währungsfonds IWF sagt eine Konjunkturerholung für das vierte Quartal 2001 voraus, während Wirtschaftsminister Müller noch im Juni von einem drohenden Nullwachstum sprach, nun aber auf zwei Prozent hofft.

 

 

Alles halb so schlimm
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Trotz der undurchsichtigen Gesamtsituation steht die IT-Branche jedoch recht gut da. So fehlen laut European Information Technology Observatory in Deutschland rund 440.000 IT-Fachkräfte. Der IT-Informationsdienst www.silicon.de extern meldet, dass 52 Prozent der deutschen Unternehmen offene IT-Arbeitsplätze anbieten. Ganz ähnlich urteilt der Deutsche Multimedia Verband DMMV: Ihm zufolge können hierzulande drei von zehn Arbeitsplätze der Bereiche Internet und Multimedia nicht besetzt werden. Selbst die Worst-Case-Studie der IDC-Marktforscher vom Juni 2001 ist nicht mal halb so wild, wie der Titel: "How bad will it get" ("Wie schlimm wird´s kommen?") vermuten lässt. Sicherlich prophezeit IDC Westeuropa bis zum Jahr 2003 ein um bis zu 150 Milliarden Dollar geringeres IT-Investitionsvolumen als bislang angenommen. Damit bleiben aber immerhin noch 7,9 Prozent Wachstum für den IT-Bereich. Ähnlich zuversichtlich sind auch die Freiberufler selbst. In der GULP-Umfrage "Kippt der Markt?" meinen 84 Prozent der Befragten, die momentane Flaute sei nur von kurzer Dauer.

 

 

Die Vorträge
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IT Freiberufler-Kongress 2001 - Vorträge wurden gut besucht

Der Vortragssaal war bei sämtlichen Vorträgen
praktisch bis zum letzten Platz gefüllt.

Wichtigste Voraussetzung für einen erfolgreichen Geschäftsgang in einem schwieriger werdenden Umfeld ist die wachsende Bereitschaft des Freiberuflers zur Mobilität, Flexibilität und Weiterbildung. Zu diesem Schluss kamen praktisch sämtliche Vorträge der Veranstaltung. Für alle, die nicht zum fünften Jahreskongress der Freiberufler kommen konnten oder wollten, fassen wir nachfolgend die Kernaussagen der Referate zusammen.

 

 

Vom Einzelkämpfer zum Partner
Ulrich Bode - Gesellschaft für Informatik
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Den einführenden Vortrag hielt Herr Ulrich Bode, Sprecher des Beirats für Selbständige der Gesellschaft für Informatik GI extern. Der allgemein gehaltene Überblick über die vielen Vor-, und Nachteile, die der Freiberufler gegenüber einem festangestellten Arbeitnehmer hat, dürfte vor allem für Neueinsteiger interessant gewesen sein. Gestandene Freelancer dagegen sind sicherlich mit den in dem Vortrag kurz angerissenen Themenfeldern wie Scheinselbstständigkeit, Zukunftssicherung und Projektakquise bereits bestens vertraut.

Der zweite Schwerpunkt beschäftigte sich mit der Positionierung des Freiberuflers in der Gesellschaft. Denn in der IT-Welt werden die Freiberufler zwar akzeptiert, in der Öffentlichkeit dagegen ist ihr Ruf stark verbesserungswürdig. Wahrgenommen werden sie in der Gesellschaft in aller Regel nur als Einzelkämpfer, nicht aber als Gruppe mit gemeinsamen Interessen. Langfristig sollten die IT-Freiberufler danach trachten, ein ähnliches "Standing" wie etwa Ärzte, Architekten oder Rechtsanwälte zu erreichen. Die werden in der Öffentlichkeit längst als freie Berufsgruppen anerkannt und pflegen als geschlossener Verband aufzutreten, wenn es um ihre Standesinteressen geht. Für Herrn Bode ist die Zeit des Einzelkämpfers im IT-Bereich definitiv vorbei, immer populärer werden demgegenüber Netzwerke und Partnerunternehmungen. Eine existenziell bedrohliche Attacke von Gesetzgeberseite, wie beispielsweise bei der "Scheinselbstständigkeit", könnte jedenfalls von einer starken Interessenvertretung viel eher verhindert werden als von Einzelkämpfern.

 

 

Freiberufler erobern neue Märkte
Bernd Mogalle - CAP Gemini
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Bernd Mogalle ist bei CAP Gemini im Business Development-Bereich tätig. CAP Gemini extern beschäftigt 59.000 Mitarbeiter und ist damit das weltweit drittgrößte Unternehmen für Management- und IT-Beratung sowie die größte Unternehmensberatung europäischen Ursprungs. Kernpunkt des Vortrags waren die Chancen und Risiken eines IT-Freiberuflers in einem sich neu konsolidierenden Markt.

Die jetzige wirtschaftliche Gesamtsituation zeichnet sich durch eine hohe Anzahl Insolvenzen aus, dies betrifft insbesondere die New Economy. Bei vielen Firmen existieren generelle Probleme mit der Auslastung, Projekt-Budgets werden eingefroren, das Venture Capital fließt nicht mehr so reichlich und viele geplante Joint Ventures werden auf die lange Bank geschoben. Erschwerend hinzu kommt ein zunehmender Trend zum Outsorcing. Etliche Unternehmen wollen derzeit mit dem Verkauf defizitärer Unternehmensteile ihre Ergebnisse verbessern. All diese Umstände führen zu einem gewissen Projektangebots-Rückgang, der allerdings durch einige positive Einflussfaktoren abgemildert wird. Insbesondere wächst der Bedarf an Re-Engineering und Integrations-Know-How, auch lässt die Situation der Old Economy hoffen. Durch die verstärkte Freisetzung von Mitarbeitern kommt es dort zu einem erhöhten Aufkommen von Projektspitzen, die mangels personeller Kapazität vom festangestellten Personal nicht bewältigt werden können. Fachlich versierte Freiberufler, die eine erhöhte Bereitschaft zum kurzfristigen Einsatz und der damit zusammenhängenden zunehmenden Mobilität mitbringen, werden daher auch künftig ihre Auftragsbücher relativ problemlos füllen können. Wachsende Einsatzmöglichkeiten - insbesondere in der e-Business-Branche - bietet zudem die zunehmende Relevanz der Bereiche Supply Chain Management (SCM) und Customer Relationship Management CRM).

Supply Chain Management (SCM): Die Ausrichtung sämtlicher Unternehmensaktivitäten auf die Kundenanforderungen ist heutzutage einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren für sämtliche Unternehmen. Neben einer perfekt funktionierenden Supply Chain entscheidet daher vor allem ein ausgefeiltes Customer Relationship Management (CRM) - also das Management von Kundenbeziehungen - über den Erfolg einer im e-Business tätigen Firma. Dabei greifen beide Komponenten viel stärker ineinander als bisher, wobei das CRM etliche Parallelen zum SCM aufweist. Beim CRM ist ebenfalls fundiertes Vertriebs-Know-how von immenser Bedeutung, besonders gefragt sind außerdem auch hier integrative Komplettlösungen.

Die Wertigkeit der Kundenbeziehungen hat sich in den letzten Jahren zunehmend gesteigert. Der Unternehmer ist gefordert, neue Lösungen und Strategien zu entwickeln, um den Änderungen Rechnung zu tragen. Tools und (Internet)-Technologien müssen aufgestellt werden, die es ermöglichen respektive erleichtern, die Produkte und das Marketing an die Erfordernisse der Schlüsselkunden anzupassen. Dabei geht es weniger darum, eine völlig neue IT-Architektur zu entwickeln. Gefragt ist vielmehr die Anpassung bereits existierender Tools und Applikationen, Datenbanken und Vertriebsprogramme an die Anforderungen des CRM. Ein voll funktionsfähiges CRM-System integriert dabei verschiedenste technologische Komponenten, die sich in die drei Kategorien Kommunikation (Internet, Call Center), Front Office und Back Office Software aufgliedern.

GULP-Fazit
Dem erfahrenen Spezialisten bietet der IT-Markt nach wie vor gute Chancen. Flexibilität, Mobilität und die Ausrichtung auf neue Markterfordernisse sind die Kernvoraussetzungen für einen weiterhin guten Geschäftsgang. Die besprochenen Beispiele CRM und SCM zeigen geradezu exemplarisch, dass in vielen neuen Tätigkeitsfeldern mehr als nur pures IT-Fachwissen gefragt ist. Der erfolgreiche IT-Freiberufler wird sich daher vermehrt mit ursprünglich artfremden Themenbereichen wie Vertrieb oder Marketing beschäftigen müssen. Aber diese zusätzliche Mühe dürfte sich lohnen: Nach einer aktuellen Analyse der Unternehmensberatung Frost und Sullivan extern werden in Europa die jährlichen Umsätze für Supply-Chain-Managment-Software bis 2007 von derzeit 485 Millionen US-Dollar auf 2,79 Milliarden US-Dollar empor schnellen. Dies entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von über 28 Prozent.

 

 

Verlangen Sie das Doppelte
Paul Maisberger - Maisberger & Partner
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Paul Maisberger, geschäftsführender Gesellschafter von Maisberger & Partner extern, der Gesellschaft für strategische Unternehmenskommunikation mbH, hielt den vielleicht spektakulärsten Vortrag des Tages.

Etwas verwegen klingt es zumindest schon, in einem eher schwierigen Marktumfeld eine Honorarverdoppelung zu fordern. Trotz allen Krisengeredes wächst die Wirtschaft jedoch immer noch und der erfahrene IT-Freiberufler sollte stets berücksichtigen, dass er für den Kunden nach wie vor ein sehr knappes und dementsprechend hoch zu dotierendes Gut darstellt. Auch belegen Wachstumszahlen die immer noch recht gute Situation im IT-Markt. So wird nach Auskunft der Fachzeitschrift Computerwoche alleine der Bereich der Software-Wartung im nächsten Jahr um 24,3 Prozent zunehmen. Im krisengeschüttelten Neuen Markt, von dem so viel die Rede ist, tummeln sich außerdem gerade mal 350 deutsche Firmen, während es bundesweit insgesamt rund 2,5 Millionen Unternehmen gibt. Von steigenden Investitionen in Neue Technologien und einer parallel damit wachsenden Nachfrage nach IT-Fachkräften ist daher unbedingt auszugehen. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass auch die Kosten für das Qualitätsmanagement und die Weiterbildung steigen werden und die Kundenaufträge zunehmend komplex werden, ist die Forderung nach erhöhten Honoraren zumindest nicht abwegig.

Einflussfaktoren auf die zukünftige
Honorarentwicklung
Steigende Nachfrage in einzelnen Marktsegmenten
Allgemeiner Mangel an IT-Spezialisten
auf dem Arbeitsmarkt
Steigende Kosten für Aus- und Weiterbildung
Steigende Kosten im Bereich Qualitätsmanagement
Anhaltende Sonderkonjunktur durch Euro-Umstellung
Steigende Investitionen in neue (Internet)-Technologien
Steigende Komplexität der Kundenaufträge

IT Freiberufler-Kongress 2001 - Verlangen Sie das Doppelte

Das provozierendste Vortragsthema des Kongresses war: "Verlangen Sie das Doppelte" - und das in Zeichen eines schwächelnden Gesamtmarktes.

Wenn Sie als IT-Fachkraft Ihre Einkünfte steigern wollen, müssen Sie allerdings auch einige Grundvoraussetzungen mitbringen. Entscheidend für erfolgreiche Honorarverhandlungen ist vor allem die Frage, wie gut Sie sich selber verkaufen können. Nicht nur die Erbringung sondern auch und gerade die Sichtbarmachung Ihrer Leistung sowie das Kommunizieren Ihrer Fähigkeiten gehört in diesem Zusammenhang unbedingt dazu, denn Klappern gehört nun mal auch zum IT-Handwerk. Dabei sollten Sie es aber nicht übertreiben, sondern stets loyal, glaubwürdig, diskret und fair bleiben. Wenn Sie dann noch beim Kunden einen sympathischen Eindruck hinterlassen und einen gut entwickelten Sinn für Humor mitbringen, sollte einer erfolgreichen Honorarverhandlung nichts mehr im Wege stehen.

Kaum zu überschätzen ist auch der Wert der Erfahrung, die gestandene IT-Fachkräfte mitbringen. Faustregel bei Honorarverhandlungen sollte für gestandene Freiberufler nicht die alte Regel: Stundensatz mal Stundenzahl = Honorar, sondern die neue Formel Stundensatz mal Stundenzahl mal Erfahrungswert = Honorar sein. Denn schließlich fährt der Kunde mit einer erfahrenen Fachkraft am Günstigsten, da der "Alte Hase" seinen Job schneller, effektiver, fehlerfreier und damit auch kostengünstiger erledigt als ein Neuling.

Zu guter Letzt appellierte Herr Maisberger dafür, als Freiberufler bei Projektverhandlungen selbstbewusst aufzutreten und einen Auftrag ruhig auch mal abzulehnen: " Kunden, die nicht auch in Englisch kommunizieren, keine ordentliche Website betreiben und den Freiberufler beim Vorgespräch nicht mal zum Mittagessen einladen, sollten Sie gleich aussortieren. Dabei handelt es sich um eine Firma ohne Zukunft, mit der Sie spätestens dann erheblichen Ärger bekommen, wenn es um Honorarfragen geht."

 

 

Qualifizierung außerhalb der Projektzeit
Stefan Stülpnagel - ed-scout.com
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Stefan Stülpnagel ist Director Business Development bei ed-scout.de, dem Marktplatz für Weiterbildung. Er gab in seinem Vortrag einen Überblick über das Lernen von aktuellen, multimedialen Inhalten unter Einbindung von Lernsupport - oder kurz gesagt E-Learning.

E-Learning ist ein weiter Begriff, der solch unterschiedliche Lernformen wie Web Based Training (WBT), Computer Based Training (CBT) und virtuelle Klassenzimmer - beispielsweise Videokonferenzen via Internet - umfasst. Der Trend beim E-Learning geht in Richtung Modularisierung des zu lernenden Wissens. Dies bedeutet, dass Weiterbildungsinhalte stark in einzelne Abschnitte gegliedert werden, auf die der Lernende schnell und gezielt zugreifen kann. E-Learning wird zwar weder heute noch in Zukunft die traditionellen Präsenzveranstaltungen verdrängen, besitzt aber gegenüber den althergebrachten Schulungen einige Vorzüge.

Vorteile E-Learning gegenüber Präsenzveranstaltungen Vorteile Präsenzveranstaltungen gegenüber E-Learning
- Aufnahme der Lerninhalte
- Flexibilität
- Kosten
- Ergebnismessung
- Anwendungsnähe
- Kostenvorteile (bis zu 60 Prozent)
- Hohe Interaktivität
- Motivation
- Sozialer Kontakt
- Learning by doing
Vorteile Virtueller Klassenraum Vorteile WBT/CBT
- Einfacher Zugriff
- Geographische Unabhängigkeit
- Geringe Kosten
- Hohe Interaktivität
- Einfache Kurserstellung
- Einfacher Zugriff
- Unabhängig von Zeit und Ort
- Lernspezifische Inhalte
- Aktualität
- Lernen im eigenen Tempo

GULP-Fazit
Gegenüber traditionellen Lernformen punktet E-Learning mit seinen relativ geringen Kosten, seiner Zeiteffizienz, seiner Aktualität und örtlichen Unabhängigkeit. Spätestens mit der Einführung von UMTS wird sich die Relevanz von E-Learning gegenüber klassischen Weiterbildungsmöglichkeiten sogar noch steigern, denn E-Learning als ortsunabhängige Lernmethode erscheint wie geschaffen für den mobilen IT-Freiberufler. Ihr größter Nachteil gegenüber den traditionellen Lernmethoden ist der Mangel, respektive das komplette Fehlen von Interaktionsmöglichkeiten mit anderen Teilnehmern. Eine WBT-Schulung etwa zum Thema Teamfähigkeit bringt bei Weitem nicht so viel wie eine praktische Teamübung. Insgesamt dürfte auch künftig eine Kombination aus Selbststudium, CBT/WBT und Seminaren die effizienteste Fortbildungsmethode darstellen. Sonderlich populär ist das E-Learning trotz all seiner Vorteile ohnehin nicht: In einer GULP-Umfrage zum Thema Weiterbildung vom Juni 2001 bevorzugten gerade mal 13 Prozent der Befragten CBT und WBT - exakt die Hälfte der 26 Prozent, die sich für Seminare aussprachen.

 

 

Partnerschaften mit Freiberuflern
M. Hoffmann, D.Sokolowsky - BeraterNet
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Das BeraterNet e.V extern, auf dem Kongress vertreten durch die beiden Gründungsmitglieder Dietmar Sokolowsky und Monika Hoffmann, wurde Ende 1999 von sechs Beratern der IT-Branche und Betriebswirtschaft gegründet und zählt heute über 20 Mitglieder.

Im BeraterNet können die weiterhin vollkommen selbstständig tätigen IT-Freiberufler Erfahrungen austauschen, gemeinsam komplexe Projekte annehmen, sich gegenseitig vertreten, Fortbildungsmaßnahmen beiwohnen, von den Kontakten der Mitglieder zu Unternehmensberatern und Systemhäusern profitieren und dem Kunden gegenüber als Gruppe auftreten. Das BeraterNet arbeitet zudem Rahmenverträge aus, die von jedem Mitglied genutzt werden können und beauftragt als Verein Rechtsanwälte mit der Überprüfung von Verträgen. Die Ergebnisse, Rahmenverträge, Musterklauseln und Auslegungen sind für Mitglieder in einem geschützten Bereich der Beraternet-Homepage abrufbar. Der Verein verfolgt keine kommerzielle Absichten, Vermittlungsprovisionen sind ihm ein Fremdwort. Für die Mitglieder fallen jedoch 300 Mark Jahresbeitrag an.

GULP-Fazit
Ein Konzept wie das BeraterNet kann aus organisatorischer Sicht nur dann funktionieren, wenn die Anzahl der Mitglieder nicht allzu stark ansteigt. Denn ab einer gewissen Kapazitätsgrenze wird der Verwaltungsaufwand so enorm, dass er durch ehrenamtliche Arbeit nicht mehr bewältigt werden kann. Nachahmenswert ist ein solches Modell für Freiberufler aber auf jeden Fall, denn die Vorteile eines Interessenverbandes liegen klar auf der Hand: Der Kunde geht mit einer Gruppe anders um als mit einem Einzelkämpfer, die Mitglieder können sich gegenseitig unterstützen und vertreten sowie Kontakte und Erfahrungen austauschen. Auch werden Interessenvereine von Unternehmensberatungen, Systemhäusern und Endkunden eher zu offiziellen Veranstaltungen eingeladen als Einzelpersonen und haben entsprechende Vorteile bei der Projektakquise.

 

 

Erfolgreiche Marketing-Präsentation im Internet
Stefan Grajer - Inwema
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Der Eigenwerbung fällt in Zeiten zunehmender Konkurrenz eine wichtige Rolle zu und eine der populärsten Formen der Selbstvermarktung ist die eigene Website. Dies war auch das Thema des Vortrags von Stefan Grajer, CEO der auf E-Solutions spezialisierten Firma Inwema.

Herr Grajer berichtete zunächst über die typische Vorgehensweise eines potenziellen Auftraggebers, der im Internet auf der Suche nach einem Freiberufler ist (vielleicht noch nie etwas von der Firma GULP gehört hat) und mittels Suchmaschine nach Websiten von IT-Freiberuflern fahndet. Die Homepage entspricht in etwa der elektronischen Visitenkarte des jeweiligen Betreibers. Entsprechend sorgfältig muss die Gestaltung Ihrer eigenen Homepage auch sein, damit sie beim Betrachter einen positiven Eindruck hinterlässt.

Eine eigene Homepage eignet sich ideal zur Eigenwerbung, aber nur wenn sie die nachfolgenden Informationen und Kriterien enthält respektive berücksichtigt:

Inhaltlich
- Ihr persönliches Profil
- Darstellung der bisherigen AktivitätenKenntnisse
- Referenzen
- Einsatzgebiete
- Honorarforderung (evtl. gesplittet nach unterschiedlichen Tätigkeiten)
- KontaktformularAGB´s
Sprachlich
- Präzise
- Allgemeine Verständlichkeit
- Vermeidung ungebräuchlicher Fachtermini
- Fassen Sie sich kurz
Optisch
- Vermeiden Sie zu viele Frames
- Keine Ladezeiten-steigernden Animationen, Soundsamples und sonstiger Multimedia-Kram.
- Zu viele Farben wirken unseriös
- Gute Lesbarkeit (Negativbeispiel: Weiße Schrift auf schwarzem Grund)
Ausbaustufen
Eine ständige Aktualisierung der Inhalte führt zur gesteigerten Kundenbindung, im Gegensatz dazu wirkt eine veraltete Website abschreckend. Idealerweise sollten Sie jede Anfrage binnen 24 Stunden beantworten. Gut wäre zudem ein geschlossener Bereich für laufende Kundenprojekte sowie die Visibilität Ihrer Aktivitäten. Einen entsprechenden Zulauf vorausgesetzt, können Sie Ihre Website auch als Forum für den Austausch mit Kollegen nutzen.
Selber machen oder erstellen lassen?

Unterschätzen Sie nicht den Aufwand, den die Erstellung, Wartung und ständige Aktualisierung einer guten Homepage verursacht. Und nur eine wirklich gute Site ist auch Werbung in eigener Sache. Eine Baustelle, sichtbare Editoren etc. sollten auf jeden Fall vermieden werden. Stellen Sie sich selbst, bevor Sie mit der Konstruktion einer Page beginnen, folgende Fragen:

- Besitze ich ausreichende HTML-Kenntnisse?
- Habe ich auch mittel- und langfristig genügend Zeit für die Wartung?
- Kann ich griffige Texte formulieren?
- Habe ich ein "gestalterisches Händchen?"

Wenn Sie nur eine dieser Fragen mit "Nein" beantworten, sollten Sie auf externe Hilfe zurückgreifen oder aber von dem Gedanken an eine eigene Website Abstand nehmen. Denn es gilt die Faustregel: Besser gar keine Website als eine schlechte, die den potenziellen Auftraggeber nur abschreckt. Falls Sie dagegen mit dem Gedanken spielen, sich Ihren Internetauftritt erstellen zu lassen, müssen Sie mit folgenden Kosten rechnen:

- Basiswebsite ohne CMS (Content Management System): ca. 3000 bis 5000 Euro (abhängig vom Grafikaufwand)
- Basiswebsite mit CMS: zwischen 15.000 Euro und 25.000 Euro (abhängig vom Grafikaufwand und eingesetztem CMS)
- Budget pro Jahr für Hosting: ca. 500 Euro
- Budget pro Jahr für Pflege und Ausbau: ca. 2.000 Euro

Unterschätzen Sie nicht den Aufwand, den die Erstellung, Wartung und ständige Aktualisierung einer guten Homepage verursacht. Und nur eine wirklich gute Site ist auch Werbung in eigener Sache. Eine Baustelle, sichtbare Editoren etc. sollten auf jeden Fall vermieden werden. Stellen Sie sich selbst, bevor Sie mit der Konstruktion einer Page beginnen, folgende Fragen:

Besitze ich ausreichende HTML-Kenntnisse?
Habe ich auch mittel- und langfristig genügend Zeit für die Wartung?
Kann ich griffige Texte formulieren?
Habe ich ein "gestalterisches Händchen?"

Wenn Sie nur eine dieser Fragen mit "Nein" beantworten, sollten Sie auf externe Hilfe zurückgreifen oder aber von dem Gedanken an eine eigene Website Abstand nehmen. Denn es gilt die Faustregel: Besser gar keine Website als eine schlechte, die den potenziellen Auftraggeber nur abschreckt. Falls Sie dagegen mit dem Gedanken spielen, sich Ihren Internetauftritt erstellen zu lassen, müssen Sie mit folgenden Kosten rechnen:

Basiswebsite ohne CMS (Content Management System): ca. 3000 bis 5000 Euro (abhängig vom Grafikaufwand)
Basiswebsite mit CMS: zwischen 15.000 Euro und 25.000 Euro (abhängig vom Grafikaufwand und eingesetztem CMS)
Budget pro Jahr für Hosting: ca. 500 Euro
Budget pro Jahr für Pflege und Ausbau: ca. 2.000 Euro

GULP-Fazit
Eine schöne Homepage als Werbung in eigener Sache kann sicherlich nicht schaden, bringt aber - falls Sie keine weitere Form der Projektakquise betreiben - auch nicht allzu viel. Welcher Projektanbieter fahndet schon per allgemeiner Suchmaschine nach einem Freiberufler? Nach einer GULP-Umfrage gaben gerade mal 4 Prozent der Projektanbieter an, auch mit allgemeinen Suchmaschinen nach Freiberuflern zu suchen. Demgegenüber forschten satte 75 Prozent der Kunden in speziellen Jobbörsen nach Freiberuflern. Selbst wenn man mal die Kosten außen vor lässt, steht der zeitliche Aufwand oftmals in keinem vernünftigen Verhältnis zum zusätzlichen Ertrag - sprich der Vermehrung der Auftragseingänge. Als verlinkte Ergänzung zu Ihren Profileinträgen in Jobbörsen macht eine eigene Homepage Sinn, ein signifikantes Ansteigen der Projektanfragen sollten Sie sich davon allerdings nicht erwarten. Davon mal abgesehen generiert GULP auf Wunsch automatisch eine Homepage aus jedem eingetragenen Profil.

 

 

Scheinselbstständigkeit keinesfalls abgehakt
Dr. Benno Grunewald
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Das Thema Scheinselbstständigkeit beherrscht zwar nicht mehr die Schlagzeilen, ist aber für den IT-Freiberufler nach wie vor von existenzieller Bedeutung. Entsprechend gut besucht war der Vortrag des Rechtsanwalts Dr. Benno Grunewald extern, Lehrbeauftragter für Arbeits- und Wirtschaftsrecht an der Hochschule Bremen und Vorstandsmitglied des Berufsverbands "Selbständige in der Informatik e.V.".

Herr Dr. Grunewald berichtete über die praktischen Auswirkungen der 1999 verabschiedeten gesetzlichen Neuregelungen und ging näher auf die Voraussetzungen ein, die dem Freiberufler den Status eines Scheinselbstständigen samt all der damit einhergehenden finanziellen Nachteile bescheren könnten. Den genauen Wortlaut seines Vortrags finden Sie aufgrund der Relevanz des Themas in ungekürzter Form auf der Seite "Scheinselbständigkeit keinesfalls abgehakt - ein Update".

 

 

COBOL- eine Perspektive mit Zukunft
Uwe Müller - GID
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Der Dipl. Betriebswirt Uwe Müller ist bei der Gesellschaft für Informationstechnologie GID tätig. Die GID zählt zu den führenden Anbietern für COBOL-orientierte Dienstleistungen und Lösungen und ist Initiator sowie juristischer Verantwortlicher der "Initiative Cobol".

Vor allem unter Hinzuziehung aktueller GULP-Umfragen zeigte Herr Müller auf, dass COBOL immer noch zu den am häufigsten verwendeten Programmiersprachen zählt. Nur dominiert in der IT-Branche leider das Motto: "Revolution statt Evolution": Statt bewährte Technologien sinnvoll auszubauen, werden diese als angestaubt verteufelt, jede Neuentwicklung wird dagegen kritiklos in den Himmel gelobt. Einen entsprechend muffigen Ruf genießt COBOL bei so manchem IT-Trendsetter und wer auf C++ setzt, zählt inzwischen auch schon zu den angestaubten Legacy-Entwicklern. In diesem Zusammenhang sprach Herr Müller auch von den "Teenie-Sprachen" Delphi und Visual Basic. Die sollten alle trendbewussten IT-Kräfte beherrschen und dabei nicht vergessen, dass mit XML und C# schon die nächsten "Modesprachen" vor der Tür stehen.

Die puren Fakten sprechen allerdings eine andere Sprache: In den letzten 40 Jahren wurden über 1000 Programmiersprachen vorgestellt. COBOL hat als eine der wenigen nicht nur überlebt, sondern sich auch einen dominanten Marktanteil gesichert. COBOL ist mit einem Anteil von weit über 50 Prozent an den aktiv laufenden Systemen die "de-facto-Sprache" für große, komplexe, wartbare und auf lange Nutzungsdauer ausgelegte Business-Applikationen. Dies spiegelt sich in einem Bestand von ca. 180 Milliarden Lines of Code wieder - und jedes Jahr kommen ca. 3 Milliarden Zeilen hinzu. Laut einer aktuellen Studie der Gartner Group werden vorhandene COBOL-Applikationen nur im Umfang von unter einem Prozent abgelöst, dagegen werden 15 bis 20 Prozent aller neuen Applikationsfunktionalitäten auch zukünftig in purem COBOL realisiert. Zudem werden 80 Prozent aller neuentwickelten Applikationen COBOL-basierte Legacy-Extensions enthalten. Derzeit sind weltweit mehr als 2,2 Millionen COBOL-Entwickler im Einsatz und der Bedarf ist weiterhin steigend.

Nach einer GULP-Studie vom Frühjahr 2001 liegt der durchschnittliche Stundensatz einer COBOL-Projektentwicklung denn auch bei ordentlichen 137 Mark und kann sich im Vergleich mit dem C++-Satz (135 Mark) und dem JAVA-Satz (140 Mark) durchaus sehen lassen. Da verwundert es nicht, dass auch die Zahl der COBOL-Projektanfragen mit den Java- und C++-Projekten mithalten kann: Ein mit dem GULP Trend Analyzer ermittelter Vergleich der Projektanfragen zwischen C++, Java und COBOL ergibt, dass 12,1 Prozent der Projektanfragen im Monat Juni 2001 COBOL-Kenntnisse voraussetzten, aber nur 11,6 Prozent Java und 10,5 Prozent C++. Dass diese Zahlen den Tatsachen entsprechen, lässt sich übrigens leicht überprüfen, indem Sie in den GULP Trend Analyzer die Begriffe "%Cobol", "%C++" und "%java" eingeben.

GULP-Fazit
Trotz der immensen Verbreitung ist die Bereitschaft von Unternehmen und Hochschulen, COBOL-Kenntnisse zu vermitteln nur sehr gering ausgeprägt. Vernachlässigt wird insbesondere die Qualifizierung von Nachwuchskräften. Dies wird künftig zu steigenden Stundensätzen im COBOL-Bereich führen, da sich immer mehr gestandene COBOL-Fachkräfte in den Ruhestand begeben, kaum jemand nachrückt, aber zumindest die vorhandenen Systeme gewartet werden müssen. Die Chancen, dass COBOL-Kenntnisse auch künftig sehr stark nachgefragt werden, stehen damit sehr gut. Dies belegt übrigens auch die GULP-Marktstudie "COBOL lebt" vom März diesen Jahres. Dort zeigt sich, dass COBOL zumindest im Mainframe-Bereich die dominierende Programmiersprache ist und bleibt. Weder C++ noch Java haben in näherer Zukunft Aussichten, den Platzhirsch COBOL zu verdrängen.

 

 


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