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"Goldener Herbst" untermauert Aufschwung im IT-Projektmarkt

3.492 Projektanfragen im November ist das beste Ergebnis seit über zwei Jahren

(November 2003)
Inhalt dieses Artikels:
Kontinuierlicher Anstieg 2003 | Über die Attraktivität der Skills | Regionale Bewegungen | Zuversicht und Skepsis bei den Projektanbietern | Herausforderungen
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Der IT-Projektmarkt entspannt sich, und zwar dauerhaft. Der vorsichtige Optimismus ist einer sicheren Zuversicht gewichen – mit Grund, denn der von GULP ermittelte IT-Projektmarktindex bewegt sich seit Frühsommer kontinuierlich nach oben.

 

Kontinuierlicher Anstieg 2003
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Das GULP-o-meter zählt die Projektanfragen an die bei GULP eingetragenen IT-Experten, das Ergebnis ist der GULP IT-Projektmarktindex – der wiederum in der Branche als guter Indikator für die aktuelle Lage im IT-Markt gilt.

Und die Entwicklungen in den vergangenen Monaten waren sehr positiv: Im Juni wurden noch 1.907, im August bereits 3.222 und im November sogar 3.492 Projektanfragen gezählt, die über GULP abgewickelt worden sind. Besser war das Ergebnis zuletzt vor über zweieinhalb Jahren im März 2001, als 3.978 Projektanfragen gezählt worden waren.

 
   
Der Projektmarktindex in den vergangenen vier Jahren
Der Projektmarktindex in den vergangenen vier Jahren.
 
   

Oktober schon mit Rekordergebnis. Der „Goldene Herbst“ in diesem Jahr übertrifft selbst die Erwartungen der Optimisten – und stellt die Ergebnisse der Vorjahre allesamt in den Schatten. Allein die Zahl der Anfragen im November ist beinahe doppelt so hoch wie im Vorjahresmonat, was aber nach Ansicht von GULP Geschäftsführer Karl Trageiser „allein noch nicht der Grund dafür ist, von einer Trendwende zu sprechen.“ Für ihn ist es die nachhaltige positive Entwicklung der vergangenen Monate im Vergleich zu den Vorjahren, die „überzeugend auf einen dauerhaften Aufschwung weist“: So übertrifft der Durchschnittswert der Monate Juli bis November das Niveau des Vorjahres um 46,5 und von 2001 um 17,6 Prozent, schließlich sogar die Zahlen aus dem „Boom“-Jahr 2000 um 4,2 Prozent.

 
   
2000 bis 2003: Der Projektmarktindex jeweils von Juli bis Oktober
2000 bis 2003: Der Projektmarktindex jeweils von Juli bis November.
 

 

Über die Attraktivität der Skills
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Welche IT-Freiberufler haben verbesserte Chancen auf ein Projekt, welche Qualifikationen profitieren besonders vom Aufschwung? Die GULP Auswertung erteilt hier kurzfristigen Spekulationen eine klare Absage, denn von Oktober zum November machten beinahe alle gängigen Skills bei der Zahl der Projektanfragen einen Sprung nach oben.

„Es lassen sich zwar hier und dort leichte Tendenzen erkennen“, so Trageiser, „die sich aber in den kommenden Monaten noch beweisen müssen.“ Jedenfalls: Die Gewinner des vergangenen Monates aus den einzelnen Bereichen haben nicht nur hinsichtlich der Zahl der Projekte zu gelegt, sondern vergrößerten auch ihr „Stück“ vom gesamten Projektkuchen.

Die Gewinner: UNIX, C/C++ und ORACLE
Bereich
Skill
Oktober 2003
November 2003
Anzahl Projekte Marktanteil an allen Projekten Anzahl Projekte Marktanteil an allen Projekten
Betriebssystem UNIX
94
8,5 %
100
10,3 %
Programmiersprache C/C++
140
12,7 %
159
16,4 %
Datenbank ORACLE
167
15,2 %
176
18,1 %
IT-Skills, die überproportional stark nachgefragt wurden (Steigerung Marktanteil und Steigerung an angebotenen Projekte, in denen diese Qualifikationen eine Voraussetzung darstellten).

Kein Zweifel, Unix bei den Betriebssystemen und C/C++ bei den Programmiersprachen sind Skills, deren Attraktivität auf dem IT-Projektmarkt deutlich zunimmt. Das gilt bei den Datenbanken auch für das Skill Oracle, das sich nach einer kurzen Flaute wieder erholt hat.

Die Verlierer: LINUX, JAVA und DB2
Bereich
Skill
Oktober 2003
November 2003
Anzahl Projekte Marktanteil an allen Projekten Anzahl Projekte Marktanteil an allen Projekten
Betriebssystem LINUX
61
5,5 %
23
2,4 %
Programmiersprache JAVA
177
16,1 %
115
11,8 %
Datenbank DB2
40
3,6 %
28
2,9 %
IT-Skills, die weniger stark nachgefragt wurden (Verringerung Marktanteil und Verringerung an angebotenen Projekte, in denen diese Qualifikationen eine Voraussetzung darstellten).

Linux, Java, DB2 – diese Skills sind die Verlierer des vergangenen Monates. Ob sie in naher Zukunft wieder auf die Gewinnerstraße kommen, bleibt abzuwarten.

 

 

Regionale Bewegungen
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Der positive Trend seit Anfang August – hat die ansteigende Anzahl von Projektanfragen auch Auswirkungen auf die regionale Verteilung des Projektmarktes? Ein Blick in die entsprechende Analyse samt Tabelle zeigt: Die geografischen Bewegungen sind gering, aber durchaus signifikant.

 
   
Prozentuale Verteilung der Projektanfragen nach Postleitzahlgebieten in Deutschland
Zeitraum Jan 02 bis Jul 03
Zeitraum Aug 03 bis Nov 03
Prozentuale Verteilung der Projektanfragen nach Postleitzahlgebieten in Deutschland.
 
   

Verteilung der Projektanfragen an freiberufliche IT-Spezialisten
Zeitraum
Postleitzahlgebiet
D 0
D 1
D 2
D 3
D 4
D 5
D 6
D 7
D 8
D 9
Jan 02 bis Jul 03
1,7 %
5,1 %
8,6 %
5,3 %
8,0 %
10,6 %
24,9 %
11,5 %
18,2 %
4,3 %
Aug 03 bis Nov 03
1,9 %
4,9 %
7,6 %
4,5 %
8,0 %
10,4 %
22,8 %
12,3 %
21,4 %
4,2 %
Prozentuale Verteilung der Projektanfragen nach Postleitzahlgebieten in Deutschland.

Änderungen größer als ein Prozent – das betrifft nur die beiden Hochburgen des Projektmarktes, die an der Spitze des Projektanfragen-Rankings näher zusammen rücken. Zwar hält Frankfurt am Main samt den Großbanken mit 22,8 Prozent den ersten Platz, im Vergleich zur Zeit vor August 2003 hat aber in den vergangenen vier Monaten Bayern mit München als Zentrum um 3,2 Prozentpunkte erkennbar zugelegt. Entwickelt sich der weiß-blaue Süden zum Motor des IT-Projektmarktes?

 

 

Zuversicht und Skepsis bei den Projektanbietern
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Neben den Fakten und Zahlen ist es auch die Stimmung, die den IT-Projektmarkt beeinflusst, denn pessimistische Projektanbieter neigen mehr zur Vorsicht als zur Initiative. Aber auch hier ist eine deutliche Wende zum Guten zu beobachten, wie eine gerade durchgeführte GULP Umfrage bei Unternehmen, die über GULP externe Mitarbeiter rekrutieren, belegt. Insgesamt drei Fragen wurden gestellt, die Antworten darauf machen mehr als nur etwas Hoffnung:

 
   
Die Medien melden: Der IT-Markt entspannt sich. Was meinen Sie dazu?  
Wir sehen noch keine Entspannung. 47 %
Erste Anzeichen deuten auf eine Besserung. 47 %
Ja, es ist bereits deutlich erkennbar. 6 %
 
   
Die Zeiten sind bzw. waren schlecht, das ist bekannt. Aus dieser Perspektive sind die 47 Prozent der Teilnehmer, die noch keine Entspannung sehen, mit dem Adjektiv „nur“ zu versehen anstatt mit einem „immerhin“. Genau umgekehrt verhält es sich mit den ebenfalls 47 Prozent, die eine Besserung im IT-Projektmarkt ausmachen – denn nach sehr schwierigen Jahren sind diese Beobachtungen weit mehr als nur Zweckoptimismus. Eine Ansicht, welche schließlich von den restlichen sechs Prozent noch untermauert wird: Sie erkennen den Aufschwung, deutlich und ohne Zweifel.  
   
Wie beurteilen Sie die künftige Entwicklung?  
Es bleibt so, wie es ist. 51 %
Es wird noch besser. 34 %
Es wird wieder schlechter. 15 %
 
   
15 Prozent glauben an eine Verschlechterung, 51 Prozent haben sich mit der gegenwärtigen Situation mehr oder weniger abgefunden – die hier vorherrschende Skepsis in die Zukunft kann kaum verwundern, denn schon zu oft wurde ein Aufschwung dort bejubelt, wo keiner war. Dass aber dann doch 34 Prozent der Teilnehmer an eine weitere Verbesserung im IT-Projektmarkt glauben, ergänzt nur ein realistisches und von zunehmenden Optimismus geprägtes Bild, das die Antworten auf diese Fragen ergeben.  
   
Derzeit herrscht ein Überangebot an IT-Freiberuflern. Wird sich daran etwas ändern?  
Ja, generell. 8 %
Ja, aber nur in bestimmten Bereichen. 42 %
Nein. 51 %
 
   

Dass sie auf der Suche nach passenden IT-Experten in Zukunft Probleme haben werden, das bezweifeln 51 Prozent der teilnehmenden Unternehmen. 8 Prozent dagegen glauben genau das Gegenteil: Angebot und Nachfrage von externem IT-Wissen wird sich wieder drehen.

Bei der Einschätzung der Lage schließt sich GULP Geschäftsführer Karl Trageiser den 42 Prozent an, die eine Unterversorgung bei bestimmten Qualifikationen befürchten: „Dafür sprechen vor allem auch zwei GULP Erkenntnisse aus den vergangenen Monaten. Zum einen muss man die Tatsache, dass die Stundensätze bzgl. der verschiedenen Skills zunehmend auseinander klaffen so deuten, dass bestimmte Qualifikationen seltener und damit besser bezahlt werden; zum anderen altert der IT-Projektmarkt, was dazu führen könne, dass früher oder später bestimmte fachliche Skills am Markt rar werden.“

 

 

Herausforderungen
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Noch haben viele Unternehmen ihre Schwierigkeiten nicht überwunden oder üben sich in großer Vorsicht – aber: „Die Entwicklung auf dem IT-Projektmarkt spricht eindeutig dafür, dass immer mehr Firmen ihre eingefrorenen Budgets nach und nach wieder frei geben“, so Trageiser. Ihn überraschen weder Zeitpunkt noch Ausmaß des Aufschwungs: „Zum perfekten Management, zu optimierten Prozessen und schließlich zum Unternehmenserfolg generell gehört eine intakte IT-Infrastruktur, die in Qualität und Praxisnähe den aktuellen Ansprüchen genügt. Das merken früher oder später alle Unternehmen – und spätestens dann reagieren sie und starten die nötigen Projekte.“

Nach Ansicht Trageisers ist es deshalb für die Unternehmen eine besondere Herausforderung der Zukunft, einerseits wirtschaftlich zu haushalten, andererseits aber auch den IT-Zug nicht zu verpassen – um dann nicht plötzlich als veraltetes Relikt vom Aussterben betroffen zu sein.

 

 

Kommentare zu diesem Artikel:

"Beruhigt mich ein wenig.  (Dezember 2003)"

"Ich sehe auch einen Anstieg im Ländle (D7). Leider hat sich das noch nicht bis in die High Tech Region am Bodensee durchgesprochen. Trotzdem sehr ermunternd. Grüße A.T. (Dezember 2003)"

"Gulp - ohne Euch hätte ich nie diesen Erfolg erleben dürfen. DANKE ! WEITER SO! Herzlichst, Ihr  Holger Stakenkoetter (zur Zeit bei Siemens Site Manager) (November 2003)"

"Die Statistiken geben Anlass für eine positivere Grundstimmung auf dem IT-Markt. Ich hoffe es geht weiterhing stetig bergauf. (November 2003)"


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