Kurz berichtet: Erfreuliche Halbjahresbilanz des GULP IT-Projektmarktindex

Nachfrage steigt, Projekte werden wieder angepackt

(Juli 2010)
Die Halbjahresbilanz im IT-Projektmarkt fällt erfreulich aus: Der GULP IT-Projektmarktindex zählte in den ersten sechs Monaten des Jahres 61.350 Projektanfragen. Damit wurden knapp 30 Prozent mehr Angebote an IT-Freiberufler zugestellt als in der ersten Jahreshälfte 2009. Nur in den ersten sechs Monaten des Jahres 2008 wurden noch mehr Projektanfragen verschickt als 2010. Jede einzelne dieser 61.350 Anfragen bedeutet eine konkrete Chance für einen Freelancer auf die Mitarbeit in einem IT-Projekt. Der Projektstau in deutschen Unternehmen hat sich aufgelöst.
Bessere Auftragslage
 
Die Auftragslage für IT-Freiberufler hat sich wieder deutlich gebessert. In diesem Jahr liefen bislang in jedem einzelnen Monat mehr Projektanfragen über die GULP Server als im jeweiligen Vorjahresmonat. Im Mai 2010 waren es sogar 45 Prozent mehr als 2009. Bereits im November 2009 waren die ersten Zeichen einer Erholung ersichtlich. Damals knackte der Index zum ersten Mal im Jahr 2009 wieder die 10.000er Marke (10.008 Anfragen). Im Februar 2010 ging jede Minute Arbeitszeit ein Angebot an einen IT-Freiberufler (10.794 Anfragen) – das beste Monatsergebnis seit November 2008. Der März toppte das sogar noch (11.794 Anfragen).
Projektanfragen pro Halbjahr
Erholung, Projektstau und Fachkräftemangel
 

Die Erholung im Markt setzt sich fort. Die Projekte, die Ende 2008 und 2009 in den Unternehmen ausgesetzt wurden, werden jetzt angepackt. Zusätzlich profitieren IT-Freiberufler vom Fachkräftemangel. BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer sprach kürzlich von etwa 20.000 offenen Stellen in der ITK-Branche. Jedes dritte Unternehmen gab in einer Umfrage des Verbandes an, dass der Fachkräftemangel seine Geschäftstätigkeit bremst.

Vor allem im IT- und Engineering-Bereich herrscht also ein Mangel an qualifizierten Fachkräften. Deswegen wenden sich deutsche Unternehmen wieder verstärkt externen Spezialisten zu. Das macht sich in allen Branchen bemerkbar, in einigen ist es aber besonders deutlich – allen voran in der Automotive-Branche: Der Anteil an Anfragen, in denen externe Spezialisten für den Automotive-Bereich gesucht werden, hat sich innerhalb von zwölf Monaten mehr als verfünffacht (Juni 2009: 1,8 Prozent; Juni 2010: 9,8 Prozent). Auch die Telekommunikations-Branche befindet sich im Aufwind: Der Anteil an Projektanfragen ist seit Juni 2009 um 32 Prozent gestiegen (Juni 2009: 5,6 Prozent; Juni 2010: 7,4 Prozent).

Intensive Suche, viele ausgeschriebene Stellen
 
Über 100.000-mal suchten Projektanbieter von Januar bis Juni 2010 im GULP Kandidatenpool nach einem passenden externen Spezialisten. Die hohe Nachfrage macht sich auch im GULP Roboter bemerkbar: In der Suchmaschine für offene Positionen in IT-Projekten sind im Schnitt täglich mehr als 1.000 zu besetzende Positionen ausgeschrieben, derzeit häufig sogar mehr als 1.400. Im GULP Roboter können IT-Freelancer kostenlos nach passenden IT-Projekten suchen und sich bewerben.
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Kommentare zu diesem Artikel:

"Ich würde zwar nicht wie der Kollege sagen 'alles heiße Luft', aber der wahre Kern in der Aussage ist, dass sich tatsächlich der Anteil der über mehrere Agenturen gleichzeitig angefragten Projekte und der 'wir schauen mal, was so am Markt ist' Projekte (die es grundsätzlich schon immer gab) schon deutlich spürbar erhöht hat. Das ist natürlich statistisch schwer zu erfassen.  Auch die Qualität der Kommunikation mit den Projektvermittlern hat spürbar gelitten - Feedback gibt es nur noch äußerst selten. Alles gnadenlos auf Masse und Rationalisierung ausgerichtet. Zum Glück gibt es noch einige wenige rühmliche Ausnahmen. (Juli 2010)"

"Wenn man das so liest, könnte man meinen, wir haben eine heile (Projekt-)Welt. Die Realität sieht leider anders aus. Mag durchaus sein, dass es verstärkt Anfragen an IT-Freiberufler gibt. Aber dies doch nur aus einem Grund, um die Stundensätze vergleichen zu können, damit diese so gelobten Firmen, welche jetzt 'verstärkt' Projekte 'anpacken', Argumente haben, eben diese Projekte aus Kostengründen einzustampfen oder Billigkräfte aus dem Ausland zu holen. Auch der 'Fachkräftemangel' ist da wohl noch nicht schmerzhaft genug. Eventuell wird man wohl aufwachen, wenn sich dieser Mangel in absehbarer Zeit deutlich und vor allem drastisch erhöht. Eine schöne Statistik liest sich zwar sehr gut, geht aber, wie so oft am realen Leben vorbei. Nur gut, dass es noch echte und ehrliche Dinge in unserem Land gibt, wie die Leistungen und das Auftreten unserer tollen National-Elf mit ihrem super 3. Platz bei der Fußball-WM. Vielleicht sollte man den Bundestrainer nicht nur verdientermaßen mit dem Verdienstorden auszeichnen, sondern ihn vielleicht auch als Coach für ausgewogene Risiko-Bereitschaft und Entscheidungsfreude in Wirtschaft und Politik gewinnen. DAS wäre ein echter Mehrwert. (Juli 2010)"

"Jan. Feb. waren schlecht stimmt... aber ansonsten... - Keine Zeit - muss arbeiten :-) (Juli 2010)"

"Was Ihr immer nicht beleuchtet: wie veiele Projekte sind wirklich reell? Mein Fazit für 2010: fast alles heiße Luft, sonst nichts! Projekte werden gecancelt, verschoben auf unbestimmte Zeit, dann doch kein Budget vorhanden, etc.. Meine Sicht der Dinge: Die Krise ist da, und zwar mit aller Heftigkeit: Umsatzeinbrüche von 50 % +, das ist die Realität. (Juli 2010)"