GULP >> GULP Knowledge Base >> Markt & Trends >> Arbeitsmarkt >> Interview mit Goetzfried AG: Krise? Welche Krise?

Nur zwei von hundert IT-Absolventen sind für
die deutsche Wirtschaft erste Wahl

Kommentar

(Januar 2000)
 

"Nur zwei von hundert Studenten der Informatik und verwandter Fächer werden den Ansprüchen der Wirtschaft an hochleistungsfähige Absolventen gerecht." Das will eine Bewerbermarkt-Analyse im Auftrag der Hamburger Unternehmensberatung Mummert + Partner herausgefunden haben. Befragt wurden 2040 Informatikstudenten zu den an sie gestellten Anforderungen potenzieller Arbeitgeber. Wie nicht anders zu erwarten, wurden auch hier wieder die obersten Plätze in der Hitliste der üblichen Klischees aufgeführt: "Exzellente Noten, Berufserfahrung sowie strategisches Denken und die Fähigkeit zum Teamwork."

Unternehmen, welche die so definierten Spitzenkräfte aus der zu geringen Anzahl von jungen Computer-Fachleuten für sich gewinnen wollen, müssen nach Auffassung der Mummert +
Partner-Recruiting-Experten zwei Aufgaben bewältigen: die kleine Zielgruppe genau kennen lernen und früh an sich binden.

Insgesamt stehe Projektarbeit mit 86 Prozent auf Platz eins der Wunschliste aller Befragten, die in der Informatik ihre berufliche Zukunft sehen. Dem kleinen Kreis der sogenannten Top-Bewerber gehe es vor allem darum, strategisch zu arbeiten und international Erfahrungen zu sammeln. Zudem informierten sie sich über potenzielle Arbeitgeber überdurchschnittlich oft auf Karrieremessen und via Zeitungsannoncen. "Wie sieht sich die begehrte Zielgruppe selbst?", wollten die Forscher genauer wissen. Antwort: "Berufsrelevante Kontakte sind den Hochschulabsolventen wichtiger als Freunde und Familie, was allerdings von vielen Unternehmen durchaus kritisch gesehen wird." Aha, soziale Kompetenz, auf den gängigen Skill-Listen zwar etwas weiter unten stehend, fehlt also weitgehend bei den Traumkandidaten. Gehören sie dann noch zu Recht zum Zwei-Prozent-Kreis der Spitzenkräfte? Am Ende entsprächen dann nur noch null von hundert Informatik-Studenten dem imaginären Top-Profil der deutschen Wirtschaft. Noch eine Erkenntnis der Studie: "Vier von fünf Top-Studenten streben einen schnellen beruflichen Aufstieg an." Wer hätte das gedacht?

 

Author: GULP - Herbert Topp

 


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