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| ITIL: Prozesse
beschreiben, Qualität verbessern
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| (Juli
2004) |
| Inhalt dieses
Artikels:
Warum ITIL? | Vorteile
des IT Service Managements | Das
ITIL-Kompendium | Die
Kernprozesse des IT Service Management
| De-Facto-Standard |
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| ITIL, die "Information
Technology Infrastructure Library", ist ein so genanntes "Best
Practice Framework" für die Einrichtung und den Betrieb
von IT-Prozessen. Auch in deutschen IT-Organisationen ist ITIL seit
einigen Jahren ein Dauerbrenner. Markus Lindinger,
Geschäftsführer der MASTERS Consulting GmbH und Verantwortlicher
von www.itil-portal.org, erläutert für GULP, was es mit
ITIL genau auf sich hat:
Träger dieser öffentlich zugänglichen Bibliothek
ist das OGC (Office of Government Commerce), vormals als CCTA (Central
Computer and Telecommunications Agency) bekannt. Das OGC ist eine
britische Regierungsbehörde, unter deren Regie ITIL gegen Ende
der 80er Jahre entwickelt wurde. Die Veröffentlichungen der
OGC bestehen derzeit aus einem Satz von ca. 45 Büchern, in
denen die IT-Prozesse beschrieben werden. Die am häufigsten
implementierten Prozesse sind die zehn ITIL-Prozesse und der Prozess
„Security Management“. Die ITIL-Prozesse sind in den
beiden Werken "IT Service Support" und "IT Service
Delivery" beschrieben, das Security Management ist in einer
gleichnamigen Veröffentlichung der OGC erschienen.
ITIL beschreibt die Prozesse, die einen effizienten und effektiven
Betrieb der gesamten IT-Infrastruktur ermöglichen, um die Anforderungen
des Geschäfts, also der Geschäftsprozesse, erfüllen
zu können. Die Anforderungen der Geschäftsprozesse sind
in Service Level Agreements (SLA) dokumentiert, die zwischen der
IT-Organisation und den IT-Kunden vereinbart werden.
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| Warum
ITIL? |
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ITIL liefert ein prozessorientiertes
Vorgehensmodell, das sich auf die Erbringung und Einhaltung qualitativ
hochwertiger IT-Dienstleistungen konzentriert. Die wichtigsten Vorteile
einer prozessorientierten Ablauforganisation sind:
| 1. |
Qualitätsverbesserungen werden messbar. |
| 2. |
Die Prozessketten sind steuerbar. |
| 3. |
Die Arbeitsabläufe sind durchgängig und konsistent. |
| 4. |
ITIL führt zu einer terminologischen Standardisierung. |
| 5. |
Die Kommunikationswege werden verbessert. |
| 6. |
Höhere Kundenzufriedenheit durch Steuerung der Erwartungshaltung. |
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| Das
ITIL-Kompendium |
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Das ITIL-Kompendium besteht aus den Veröffentlichungen
(siehe auch Abbildung 1):
1. The Business Perspective
Diese Veröffentlichung stellt das Bindeglied zwischen dem
IT Service Management und den Geschäftsanforderungen dar. Die
Anforderungen des Geschäfts an die IT werden ermittelt und
daraus die strategischen Anforderungen an die IT-Dienstleistungen
abgeleitet.
2. Planning to Implement Service Management
Diese Veröffentlichung hilft dem Service Provider, ein praxisorientiertes
IT Service Management einzuführen und ermöglicht es gleichzeitig
dem Dienstleistungsempfänger, seine Anforderungen IT-gerecht
zu formulieren.
3. ICT Infrastructure Management
„Information and Technology Infrastructure Management“
beschreibt die Planung, Einführung, die Auslieferung und den
Betrieb der IT Infrastruktur-Komponenten.
4. Security Management
Der Prozess „Security Management“ ermöglicht die
Implementierung eines IT-weiten Prozesses zu integrierten Steuerung
aller sicherheitsrelevanten Aspekte in der IT.
5. Application Management
Der Prozess „Application Management“ ist für das
Management von Applikationen über ihren gesamten Lebenszyklus
hinweg verantwortlich. Außerdem definiert er die Interaktion
mit den Prozessen der Veröffentlichungen „ICT Infrastructure
Management“, „Service Support“ und „Service
Delivery“.
6. Service Support und Service Delivery
Diese beiden Veröffentlichungen bilden das Kernstück des
IT Service Managements. Sie
beschreiben jeweils fünf Prozesse, die entsprechend als Service
Support- und Service
Delivery-Prozesse bezeichnet werden (siehe auch Abbildung 2). |
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Abbildung
1: Das ITIL-Kompendium (Quelle: OGC)
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| Die
Kernprozesse des IT Service Management |
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Die Service Delivery-Prozesse sind die planerischen
Prozesse zur Gestaltung der IT-Infrastruktur. Sie ermitteln die
Anforderungen des Geschäfts an die IT und vereinbaren die zu
erbringenden Leistungen mit den IT-Kunden in Form von Service Level
Agreements. Sie werden deshalb auch als taktische Prozesse bezeichnet.
Die Support-Prozesse stellen den operationalen Rechenzentrumsbetrieb
sicher. |
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Abbildung
2: die Kernprozesse des IT Service Management
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| A) |
Die Service Support-Prozesse: |
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1. Incident Management:
Das Incident Management stellt sicher, dass die Anwender im
Falle einer IT-Störung so schnell wie möglich wieder
arbeiten können. |
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2. Problem Management:
Der Prozess Management untersucht die Ursachen häufig wiederkehrender
Störungen und beseitigt diese Ursachen nachhaltig, sodass
diese Störungen nicht mehr auftreten können. |
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3. Configuration Management:
Configuration Management ist der Prozess, der alle für
die Serviceerbringung benötigten IT-Infrastrukturkomponenten
dokumentiert. Der Prozess ist verantwortlich für die Vollständigkeit
und Aktualität dieser Dokumentation und für die Bereitstellung
aller relevanten Informationen über die IT-Infrastruktur
die von anderen IT-Prozessen oder IT-Funktionsbereichen benötigt
werden. |
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4. Change Management:
Dieser Prozess stellt sicher, dass Änderungen an den produktiv
genutzten Systemumgebungen den operationale Betrieb nicht negativ
beeinflussen. Der Prozess arbeitet also dem Gesichtspunkt der
Risikominimierung. |
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5. Release Management:
Das Release Management plant die Einführung neuer Releases.
Diese können sowohl aus Software- und Hardwarekomponenten
bestehen |
| B) |
Die Service Delivery-Prozesse: |
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1. Service Level Management:
Das Service Level Management ist der wichtigste planerischen
Prozesse. Er definiert die Anforderungen des Geschäfts
an die IT und formuliert daraus IT-Services. Der vereinbart
Service Level Agreements (SLA) mit den IT-Kunden und stellt
sicher dass die IT-Organisation die Services in der vereinbarten
Qualität erbringt. |
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2. Availability Management und Capacity Management:
Diese beiden Prozesse legen das Design der IT-Infrastruktur
gemäß den vom Service Level Management ermitteln
Anforderungsprofilen fest. Sie messen die in den SLAs definierten
Verfügbarkeit- und Kapazitätsanforderungen und passen
gegebenenfalls das Layout der IT-Infrastruktur entsprechend
an. |
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3. IT Service Continuity Management:
Dieser Prozess plant Maßnahmen zur Aufrechterhaltung eines
IT-Notbetriebs, die in definierten Katastrophenfällen zu
ergreifen sind. |
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4. Financial Management of IT Services:
Das Financial Management liefert ein IT-Controllingsystem, dass
eine kosteneffiziente Steuerung der IT-Ressourcen ermöglicht. |
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| De-Facto-Standard |
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| Die OGC bietet mit seinen in rund 45
Büchern veröffentlichten IT-Prozessen die umfangreichste
bisher veröffentlichte Prozessdefinition für den Aufbau
einer IT Service-Organisation. Dieses Kompendium hat sich seit ihrer
Entstehung Ende der 80er Jahre zu einem De-Fakto-Standard entwickelt,
der auch in Deutschland immer stärkere Beachtung findet. Diese
Best-Practice-Prozesse haben Eingang in die britische Norm BS 15000
gefunden. Eine Übernahme in die ISO sind im Gespräch und
nur noch eine Frage der Zeit.
Auch in deutschen IT-Organisationen ist ITIL seit einigen Jahren
ein Dauerbrenner. Eine These: Es gibt in Deutschland keinen Serviceprovider
und keine größere unternehmensinterne IT-Organisation,
die sich diesem Best-Practice-Modell auf Dauer entziehen kann.
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