Marktklima aktuell

Dezember 2009

GULP beleuchtet seit dem Jahr 2006 die Befindlichkeiten im IT-Projektmarkt: Die Artikelreihe "Marktklima aktuell" wird auf Basis der Einträge der IT-Freiberufler in die GULP Weiße Liste Passwort geschützter Bereich erstellt.

"Marktklima aktuell" ist der Gradmesser für das Verhältnis von IT-Freiberuflern und Projektanbietern - und richtet den Blick auch dorthin, wo es weh tut.
Datenbasis (Stand: Dezember 2009)
Grundlage der Auswertung ist die GULP Weiße Liste Passwort geschützter Bereich, in der IT-Freiberufler bisher über 8.500 Bewertungen zu Projektanbietern in 25 Kategorien abgegeben haben. Tragen auch Sie Ihre Erfahrungen ein!
 
Marktklima aktuell: Probleme mit der Bezahlung
 
Bei der Bezahlung gab es...
 
Keinerlei Grund zur Schwarzmalerei: Der Anteil derjenigen Freiberufler, bei denen es im bewerteten Projekt mit der Bezahlung keine Probleme gab, ist seit 2008 um 8 Prozent auf 72,6 Prozent gestiegen. Im Jahr 2008 gaben zudem 9,2 Prozent der Selbstständigen an, ihr Honorar nur teilweise oder gar nicht bekommen zu haben, das sind mehr als doppelt so viele wie 2009. Eine positive Bewertung kann dann so klingen: "Zur Zahlungsmoral: Prima - die erste Firma, die keine Systemabstürze in der Buchhaltung hatte." Bemühen sich die Auftraggeber gerade im Krisenjahr 2009 ihren guten Ruf aufrecht zu halten, indem sie Zahlungsausfälle tunlichst vermeiden?

Dennoch sieht sich ein konstantes knappes Viertel der Freelancer mit Bezahlungs-Problemen konfrontiert – was vermutlich hauptsächlich auf lange oder nicht eingehaltene Zahlungsfristen zurückzuführen ist. Bei einer GULP Umfrage Ende 2009 gaben 14 Prozent der Freiberufler an, dass verspätete Zahlung durch Projektanbieter ein ständiges Problem sei. So wie bei diesem Freiberufler, der einen Auftraggeber in der GULP Weißen Liste bewertet hat: "Statt nach 30 Tagen war mein Geld regelmäßig erst nach 35 bis 40 Tagen bei mir, trotz wiederholter Reklamation. Für mich ein echtes Ärgernis, denn das ist schlicht ein unfaires und vereinbarungswidriges Verhalten."

23 Prozent sind nichtsdestotrotz eine Zahl, was uns dazu veranlasst, die individuellen Erlebnisse und die Gründe für die Komplikationen genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir werden die Kommentare analysieren, die Freelancer in die GULP Weiße Liste eingetragen haben und das auswerten, was Sie als Feedback direkt an uns schicken – um dem Phänomen "Bezahlung" auf den Grund zu gehen. Welche Probleme hatten Sie schon mit der Bezahlung?

Haben Sie selbst Erfahrungen gemacht – egal ob sehr gut, mittelmäßig oder schlecht? Bewerten Sie Ihren Projektanbieter in der GULP Weißen Liste Passwort geschützter Bereich!
 
 
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Kommentare zu diesem Artikel:

"Zu Zitat: "Leider ist man ja heute meistens auf die Projekt'vermittler' angewiesen ... " Ich kann einfach nicht nachvollziehen, wie Freiberufler so ein völlig verzerrtes Bild der Realität haben können. Nicht wir sind auf Projektvermittler angewiesen, sondern Projektvermittler auf uns, denn wir erzielen den Umsatz. Und dieses Argument muss man auch in den Vertragsverhandlungen ordentlich zur Sprache bringen, dann klapps auch mit der Aushandlung von vernünftigen Konditionen. (Januar 2010)"

"Ja hilfreich.... seit dem ich Factoring nutze -- kann ich nur empfehlen. ... klapps auch mit der Bezahlung. (Januar 2010)"

"Leider ist man ja heute meistens auf die Projekt"vermittler" angewiesen. Meine Erfahrung hier (und das permanent), man bekommt Zahlungsziele vorgeschrieben, meistens 30 Tage und mehr und will man sein Geld gleich auf dem Konto sehen, wird man mit Skontozahlungen, ich nenne es mal vorsichtig: "unter Druck gesetzt", dann auch noch in vorgeschriebener Höhe und nicht nach eigenem Ermessen oder Entgegenkommen. Ich frage mich immer wieder, wer hier der Rechnungssteller ist, der Vermittler oder wir, die wir die Rechnungen ausstellen? Die Konditionen sollten von uns vorgegeben werden und nicht mit fadenscheinigen Ausreden in die falsche Richtung manipuliert werden. Wie die Vermittler ihre eigenen Konditionen mit den Endkunden aushandeln kann definitiv nicht auf unsere Kosten gehen. (Januar 2010)"

"Es gibt einige Anbieter und Endkunden, bei denen zählt die verspätete Zahlung zum Standard - hier half nach meiner Erfahrung nur konsequentes Handeln von der ersten Rechnung an. Wenn die Rechnung nicht pünktlich überwiesen ist - telefonisches Nachfragen direkt in der Buchhaltung inkl. Information des Projekt- oder IT-Leiters. Die zweite Stufe hießt bei mir regelmäßig Leistungsverweigerung = verlängertes Wochenende mit meiner Familie. Einzige Voraussetzung dafür ist, dass das aktuelle Projekt dadurch keinen akuten Schaden nimmt. Natürlich ist da auch sofort eine Mahnung (ohne Nummer) mit Gebühren und Verzugszinsen dabei. Darauf wurde bisher immer (und das positiv) reagiert. Es gibt aber auch die anderen Kunden - bei denen gehört es einfach zum guten Ton - sich professionell zu verhalten = pünktlich und komplett zu zahlen. Es mag ja sein, dass es professioneller ist, sich einen Liquiditätsvorteil zu verschaffen - ich nenne das aber Betrug. Und mit erkannten Betrügern vermeide ich die Zusammenarbeit. (Dezember 2009)"