| Zuerst die gute Nachricht: Von dem
Dutzend potentiellen Auftragskillern scheinen nur vier wirklich
bedrohlich zu sein. Acht der Angeklagten sind höchstens
Strauchdiebe, stehlen aber kaum Projektaufträge. Zu ihnen
gehören in aufsteigender Reihenfolge der Nennungen: Die
Gewerbesteuer (1%), EU-Osterweiterung (2%), Kettengeschäfte
(2%), Scheinselbstständigkeit (3%), Off-Shore-Programmierung
(3%), Outsourcing (4%), das neu aufgelegte Green-Card-Programm
(5%) und Festangestellte, die Projekte übernehmen mit 8
Prozent aller Antworten.
Nun die schlechte Nachricht: Vier Auftragskiller haben sich
anscheinend die Arbeit untereinander aufgeteilt, um dem IT-Projektmarkt
die Projekte zu nehmen. Es sind die üblichen Verdächtigen,
von denen die Bundesregierung noch am harmlosesten ist: Nur
jeder zehnte Umfrage-Teilnehmer (10 Prozent) hält die
Rot-Grüne-Koalition für den Auftragskiller Nummer
eins.
Eine härtere Gangart pflegt da schon die eigene Konkurrenz.
Gnadenlos werden Preise im Kampf um Projektaufträge unterboten.
14 Prozent der Befragten machen das Preisdumping der Mitbewerber
für die Misere auf dem IT-Projektmarkt verantwortlich.
Nicht Mecki Messer, sondern scharfe Einschnitte im IT-Budget
ist die am zweithäufigsten genannte Ursache, die den
IT-Markt um (seine Projekte) bringt. 24 Prozent der Teilnehmer
glauben, dass das "cost cutting" in den Unternehmen
schon viele Opfer gefordert hat - und noch fordern wird.
Der absolute Profi unter den Berufsmördern ist derzeit
eine bekannte Dame: die allgemeine Wirtschaftslage, auch Wirtschaftskrise
genannt. Sie erledigt ihren Job präzise, perfekt und
zuverlässig - und fast keiner bleibt verschont. Ein Viertel
der Befragen (25 Prozent) geben ihr die Schuld an den wenigen
Projektaufträgen. Und jeder hofft, sie wird sich künftig
bessern. |