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Umfrage-Ergebnis

Der IT-Freiberufler und sein Auto

 
(Oktober 2004)
 

Zugegeben, bei der jüngsten GULP Forumsumfrage lauert im Hintergrund ein Klischee: "Des Deutschen liebstes Kind ist sein Auto." Das mag stimmen – ignoriert aber die Notwendigkeit eines Fortbewegungsmittels und sagt zudem noch nichts über das "Kind" selbst aus.

An der GULP Forumsumfrage zum Thema haben 185 Teilnehmer darüber Auskunft gegeben, wie sie es mit ihrem Auto halten.



Welches Auto fahren Sie?
Mittelklasse. 43 %
Limousinen/Oberklasse. 21 %
Kleinwagen. 12 %
Cabrio. 8 %
Sportwagen. 6 %
Minivan. 6 %
Offroader. 4 %
Pick-up. 0 %

Unübersehbar, die meisten IT-Freiberufler (74 Prozent) legen viel Wert auf eine gewisse Größe ihres Gefährts samt komfortablem Platzangebot und fahren deshalb Mittelklasse, Limousine, Offroader oder Minivan. Dabei ist erwartungsgemäß die Mittelklasse der absolute Favorit; der hohe Anteil der teureren Limousinen aus der Oberklasse (jeder fünfte Freiberufler besitzt eine solche) weist allerdings darauf hin, dass selbstständige IT-Experten im Projekt meist zu den Besserverdienenden gehören. Diese Folgerung wird im Gegenzug untermauert durch den im Vergleich zur allgemeinen Beobachtung auf deutschen Straßen geringen Anteil der Kleinwagenbesitzer.

Ebenfalls bemerkenswert: Nur 6 Prozent der IT-Freiberufler fahren einen Minivan als derzeit angesagteste "Familienkutsche". Ein Indiz dafür, dass man als IT-Freiberufler bevorzugt den Kindersitz nach traditioneller Art in den Kombi zwängt? Oder dafür, dass sich die Frage des Kindersitzes (noch) gar nicht stellt?

Cabrios sind derzeit "in", diesem Trend folgen auch die IT-Freiberufler, von denen sich im Vergleich stattliche acht Prozent für die offene Fortbewegungslösung entschieden haben. Hier transportiert das Auto deutlich ein Lebensgefühl – ebenso der Sportwagen oder auch der Offroader, deren Fahrer der Prämisse folgen: Individualisten sind nur dann individuell, wenn sie in der Minderheit sind.

Apropos Minderheit und Lebensgefühl: Dem amerikanischen Traum mit den endlosen Highways, die nach einem Pick-up verlangen, begegnen deutsche IT-Freiberufler vielleicht mit einer Urlaubsreise, aber nicht mit dem Kauf des entsprechenden Autos.



Die Marke Ihres Autos?
BMW. 22 %
Volkswagen. 15 %
Mercedes. 12 %
Audi. 10 %
Opel. 6 %
Ford. 5 %
Mazda. 4 %
Porsche, Renault. 3 %
Alfa Romeo, Chrysler, Citroen, Fiat, Mitsubishi, Nissan, Peugeot, Skoda, Toyota, Volvo. 2 %
Jaguar, Saab. 1 %
Honda, Jeep, Kia, Lada, Mini, Rover, Seat, Smart, Subaru. 0%

Von Europa über Asien bis Nordamerika – der weltweit gute Ruf von Qualität "made in germany" ist nach wie vor verbunden mit den Produkten der Automobilhersteller aus München, Wolfsburg, Sindlfingen, Ingolstadt und Rüsselsheim. Die Argumente der entsprechenden Automarken überzeugen offensichtlich auch die IT-Freiberufler, von denen über zwei Drittel (68 Prozent) beim Autokauf patriotisch entscheiden.

Das Ranking der Automarken in der Einzelkritik:
Im Gegensatz zur Verteilung des gesamten Automarktes stehen nicht VW-Vierräder an der Spitze, sondern die Autos der Bayerischen Motorenwerke. Und zwar mit deutlichem Abstand: Beinahe ein Viertel der IT-Freiberufler hat ein Faible für die "Niere" in der Garage bzw. vor der Haustüre.
Volkswagen, Mercedes und Audi folgen als begehrte Automarken knapp hintereinander auf den Plätzen – allesamt erzielen noch zweistellige Werte.
Auch die Marken Opel und Ford können mit 6 bzw. 5 Prozent noch auf eine beachtliche Anhängerschaft bauen.
Mit Mazda folgt im Ranking auf Platz 7 der erste Autohersteller aus Japan. Überhaupt scheinen die Marken aus Nippon bei den IT-Freiberuflern – im Vergleich zum allgemeinen Marktanteil – nicht besonders attraktiv zu sein.
Immerhin 3 Prozent der Teilnehmer an der Umfrage fahren einen Porsche: Schnelle IT-Freiberufler unterwegs!
Zwei Prozent Marktanteil und weniger: Ob Alfa Romeo, Toyota oder Volvo, ob Honda, Smart oder Subaru – für diese Automarken gibt es hinsichtlich Verkaufsentwicklung bei den IT-Freiberuflern noch jede Menge Platz nach oben.


Der Neupreis Ihres Autos?
Bis 15.000 Euro. 15 %
Bis 30.000 Euro. 34 %
Bis 50.000 Euro. 32 %
Bis 70.000 Euro. 13 %
Über 70.000 Euro. 6 %

Neupreis bedeutet nicht, dass der IT-Freiberufler diesen Betrag auch gezahlt hat, denn das gekaufte Auto kann durchaus auch gebraucht gewesen sein (siehe letzte Frage).

Dennoch lässt sich in IT-Freiberuflerkreisen zweifellos ein Trend zu höherpreisigen Autos erkennen: Immerhin 51 Prozent der Teilnehmer an der Umfrage fahren ein Auto, das neu über 30.000 Euro gekostet hat.

Und: Sechs von 100 IT-Freiberuflern legen sogar besonderen Wert auf (neuen oder gebrauchten) Luxus, ihr Gefährt ist neu nicht unter 70.000 Euro zu haben.



Wie haben Sie Ihr Auto bezahlt?
Barkauf. 52 %
Finanziert. 22 %
Geleased. 25 %

"Es kommt darauf an, denn jeder Fall ist verschieden." Die Standardantwort auf die Frage des Selbstständigen, ob er sein Auto eher finanzieren oder leasen sollte, spiegelt sich auch in der Antwortverteilung wider, denn beide Alternativen vereinen jeweils etwa ein Viertel der Antworten auf sich – mit leichten Vorteilen für das Leasing.

Die große Überraschung bei dieser Frage sind allerdings die 52 Prozent, die ihr Auto bar bezahlt haben – und das in Zeiten, in der sowohl der Autohändler um die Ecke als auch das Autohaus am Stadtrand behaupten, es gebe kaum mehr "cash auf die Hand".



Haben Sie einen Neuwagen gekauft?
Ja. 47 %
Nein, es war ein Jahreswagen. 19 %
Nein, er war älter als ein Jahr. 34 %


Der Hype um die Jahreswägen als kostengünstige Alternative zwischen neu und alt scheint bei den IT-Freiberuflern nicht angekommen bzw. bereits wieder abgeklungen zu sein: Nur 19 Prozent haben einen Jahreswagen gekauft – und bleiben damit die kleine dritte Gruppe zwischen den "Vertretern der Extreme": Fast die Hälfte der IT-Freiberufler hat sich einen Neuwagen gekauft, immerhin 34 Prozent zieht es im Gegenzug zu den älteren Modellen.

Zum Schluss: Ohne verallgemeinern zu wollen, ist es unverkennbar, dass sich ein beträchtlicher Teil der IT-Freiberufler einen Neuwagen zum stattlichen Preis leistete – und dann auch noch bar bezahlte.

 

 

Kommentare zu diesem Artikel:

"Ich fahre pro Jahr 70.000km, da brauche ich einen wirtschaftlichen und bequemen Wagen. Also , ein gebrauchter (wg. Abschreibung > 7 Jahre), wirtschaftlicher (Diesel)und bequemer (Oberklasse) Wagen muss es sein. Wer 1.200 EURO Leasing / Monat bei der Kilometerleistung zahlt, ist selber schuld! (Oktober 2005)"

"Ich fahr einen 7er BMW, habe ihn bar bezahlt - und mir ist es sch...egal, wenn mich der Sozialneid trifft. Ich schufte hart für die Moneten! In den USA wäre eine solche Einstellung angesehen, in Deutschland leider nicht. (November 2004)"

""..neuwagen - teuer- und auch noch bar..!" ...solche Rückschlüsse zu ziehen, ist einfach Kappes!! (November 2004)"

"Gab es denn keine Auswahl "Kein Auto"? Ich persönlich spare mir nämlich das Fitneßstudio (und einiges an Nerven) und nehme mein Radl bzw. die Bahn oder ÖNV. (November 2004)"

"lustig :-) (November 2004)"

"Ihrem Schluss kann ich nicht ganz folgen. So kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die bar bezahlten Autos einen Hohen Anteil in der Gruppe "älter als ein Jahr" haben. Und die Kategorie Finanziert/geleast (zusammen 47%) wird sich vielleicht vor allem mit der Gruppe Neu/Gebraucht (66%) decken. Muss nicht so sein, würde ich aber vermuten. (November 2004)"

"In meinem eigenen IT-Freiberufler Bekanntenkreis dominiert der finanzielle Wahnsinn des Neuwagen-Leasing ab 20.000 Euro aufwärts. Tatsächlich leben nach der Umfrage nur knapp 48% der Freiberufler auf Pump. 52% zahlen bar. Beruhigend zu wissen, dass die Vernünftigen doch in der Mehrheit sind. (November 2004)"

"Interessante Fakten, vor allem zur Automarke! Aber: Wie entnehmen Sie der Statistik, daß sich die Barkäufe auf Neuwagen und dann auch noch der hochpreisigen Art beziehen? (November 2004)"

"Tja, da sieht man es mal wieder. "Klagen auf hohem Niveau" ist Trumpf oder mischen sich da etwa Emotionen in die doch so pragmatische Entscheidung mit ein? (Oktober 2004)"

"Interessant zum Stöbern und passt mit meinen Werten überein. (Oktober 2004)"

"Mal ein anderes Thema als IT - sehr gut ;-) (Oktober 2004)"

"Quatsch mit Soße ... (Oktober 2004)"

"Die diversen Artikel/Umfragen zu den Lebensumständen der Freiberufler sind neben dem ganzen trockenen Zeugs über Stundensätze und Steuern eine unterhaltsame Bereicherung für's Gulp-Portal. Nach Umfragen zu Autos, Krankheiten, Partnerschaft, Ess- und Trink-Gewohnheiten fehlen nur noch Erkenntnisse zu bevorzugten Sexualpraktiken, Dauer des Vorspiels und (Un-)Treue unter Wochenendpendlern... (Oktober 2004)"


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