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Während die Projektanbieter vor allem eine schlechtere Qualität
von IT-Leistungen durch die Osterweiterung beobachtet haben, sehen
sich IT-Selbstständige insbesondere in ihren finanziellen
Vorbehalten bestätigt. Damit hat sich bei den Vermittlern/Agenturen
in den vergangenen
zwei Jahren ein Stimmungswandel vollzogen.

Ein möglicher Grund dafür, dass derzeit
prozentual mehr Anbieter den Qualitätsverlust statt den Preisverfall
bemängeln, könnte sein, dass seit ungefähr zwei Jahren
die Stundensatzforderungen
der deutschen IT-Selbstständigen steigen. Auch bei den IT-Experten
sind es prozentual etwas weniger als noch 2005, die Preisverfall
und Lohndumping durch die osteuropäische Konkurrenz bestätigt
sehen. Zwischenzeitlich wurde dem befürchteten Lohndumping
mit der im November 2006 verabschiedeten EU-Dienstleistungsrichtlinie
ein Riegel vorgeschoben. Danach sind Dienstleistungsanbieter bei
der Ausführung von Aufträgen im EU-Ausland grundsätzlich
den Regeln des Gastlandes unterworfen. Eine grenzüberschreitende
Aushöhlung der Lohn-, Sozial-, Sicherheits- und Umweltstandards
sei durch die Richtlinie ausgeschlossen.
Tendenziell sind es eher die IT-Freiberufler, für die die
EU-Ostweiterung keine negativen Folgen hatte. Über ein Viertel
(28 %) – und damit prozentual etwas mehr als
noch 2005 - bestätigt das. Dagegen schrumpfte der Anteil der
Projektanbieter, die ebenfalls keine Nachteile hatten, von ehemals
einem Viertel (27 %) auf unter ein Zehntel (7
%). Damit scheinen diese von den wirtschaftlichen (negativen)
Folgen aufgrund der offenen osteuropäischen Märkte weit
mehr betroffen zu sein.
Als positivsten Aspekt
der Osterweiterung führen mit rund
30 % die prozentual meisten Projektanbieter "neue Möglichkeiten
für Kooperationen" an. Das sind etwas mehr als noch
im Jahr 2005.

Neue IT-Projekte durch den größeren Markt
gewann jeder fünfte Anbieter (21 %). Als besonders
vielversprechend bewerten sie die Länder Tschechien und Rumänien
mit je 29 % sowie Bulgarien (14 %). Ihrer Meinung nach
haben beide Länder das größte Potenzial für
Nearshoring. Zu ganz ähnlichen Ergebnissen kamen auch die Analysten
von Pierre Audoin Consultants (PAC) und Capgemini, die für
Nearshore gute Voraussetzungen in Tschechien, Ungarn, Polen und
auch Rumänien sehen. Die Vorteile von Nearshore im Vergleich
zu Offshore seien vor allem die geografische und kulturelle Nähe;
die konvergierenden EU-Rechtssysteme, niedrigere Arbeitslöhne
sowie hochqualifizierte IT-Spezialisten. Diese beherrschen meist
nicht nur Englisch, sondern auch Deutsch und Französisch (Quelle:
CIO, 3.03.2005/23.02.2007; Computerwoche 1.07.2005/22.01.2007).
Sofern freiberufliche IT-Experten der Osterweiterung etwas Positives
abgewinnen konnten, dann waren es ebenfalls "neue Projekte
in Osteuropa". Mehr als doppelt so viele IT-Selbstständige
wie noch vor 24 Monaten profitierten von solchen.

Das größte Potenzial für IT-Projekte
sehen deutsche IT-Spezialisten in Tschechien (27 %), Polen (24
%) und Ungarn (14 %). Damit bewerten die Projektanbieter die Chancen
der EU-Neulinge Rumänien und Bulgarien aussichtsreicher als
die IT-Selbstständigen. Von den bei GULP registrierten IT-Freiberuflern
würden rund 16 % für Projekte nach Tschechien, Ungarn
oder Polen gehen, wobei die geografische Nähe ein nicht unwesentlicher
Grund sein dürfte. Denn ins etwas weiter entfernte Rumänien
oder Bulgarien zieht es nur rund fünf Prozent von ihnen.
In der Regel ist eine Erwerbstätigkeit für
IT-Selbstständige in den EU-Mitgliedstaaten relativ problemlos,
denn gem. §
2 Abs.2 FreizügG/EU
haben deutsche Staatsangehörige als EU-Angehörige Dienstleistungsfreiheit.
D.h. sie benötigen weder ein Visum für die Einreise noch
einen Aufenthaltstitel (§ 2 Abs.4 FreizügG/EU).
Gleichermaßen unbürokratisch ist dann natürlich
auch der Projekteinsatz von IT-Selbstständigen aus anderen
EU-Ländern in Deutschland. Bisher engagiert jeder fünfte
Projektanbieter (21 %) gelegentlich IT-Spezialisten aus den Balkanländern.
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