GULP >> GULP Knowledge Base >> Markt & Trends >> Arbeitsmarkt >> Umfrage-Ergebnis: Wo sind die IT-Freiberuflerinnen?

Umfrage-Ergebnis

Wo sind die IT-Freiberuflerinnen?

 
(Oktober 2001)
 

Die IT-Branche ist nach wie vor eine der letzten "Männer-Bastionen", weibliche IT-Spezialisten gelten eher als die Ausnahme. Zur Einordnung: Frau Dr. Bergmann, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, schätzt den Anteil von Frauen bei den zukunftsträchtigen IT-Ausbildungsberufen auf etwa 14 Prozent, beim Studiengang Informatik soll er 17 Prozent betragen.

Zwischen dem 17. September und 15. Oktober stellten wir den Nutzern des GULP-o-meters die Frage, wie sie die Situation im IT-Projektmarkt einschätzen. Wir wollten wissen, wie hoch der Frauenanteil im Projektgeschäft ist. 74 Befragte urteilten wie folgt:

 

Wie hoch schätzen Sie derzeit den Anteil der Frauen im IT-Projektmarkt ein?

nach oben
   
Diagramm: Frauenquote 10,6 Prozent
 
   

Das Ergebnis unserer Umfrage ist eindeutig. Die Situation im IT-Projektmarkt stellt sich nach Meinung der GULP-o-meter-User nicht anders dar als in der gesamten Branche: Frauen sind als IT-Freiberufler die Ausnahme - nur jeder zehnte freiberufliche IT-Experte ist weiblichen Geschlechts.

Doch woran liegt es, dass in Zeiten des IT-Fachkräftemangels weibliches Arbeitskräftepotenzial kaum ausgeschöpft wird und wurde? Über die Hindernisse darf spekuliert werden. Nicht nur, dass entsprechende Vorbilder selten sind, sondern auch heute noch müssen überholte Rollen-Klischees als Erklärung herhalten. Technik, respektive die High-Tech-Sparte IT/TK wird dabei als reine "Männersache" angesehen und entsprechende Ressentiments werden gepflegt. Frauen, die sich davon nicht abschrecken lassen und dennoch in die IT-Branche einsteigen, haben es dann schwerer als ihre männlichen Kollegen. Sie müssen ihr fachliches Know-How erst beweisen, bevor sie als gleichwertige IT-Fachkräfte akzeptiert werden.

Aber die Situation könnte sich in Zukunft ändern, erkennen doch viele Unternehmen die Vorteile gemischter Teams in puncto Motivation, Arbeitsklima und Kommunikation. Und auch auf der Seite der Frauen tut sich etwas. Die Begeisterung für die IT-Welt steigt und damit sinkt auch die Hemmschwelle, eine Karriere in der noch von Männern dominierten IT-Welt zu starten. Die Zeichen stehen gut, denn die Bundesregierung fördert gemeinsam mit der Wirtschaft Projekte und Maßnahmen, um Frauen in den IT-Berufen auszubilden - erklärtes Ziel: Der Frauenanteil soll bis 2005 auf 40 Prozent steigen.

 

 


Kommentare zu diesem Artikel:

"Hallo, 10 %?, ich habe die Erfahrung, dass es weniger sind. Im Studium ist man eine (drei waren es )unter 90 Männern. In der Ausbildung gab es auch nur eine bzw. zwei. Ich treffe sehr selten Frauen in dem Bereich, und ich gebe Schulungen, so dass ich mit einer Menge IT'ler zusammenkomme. Das sind zwar keine Freiberufler, aber an dem Prozentsatz dürfte das nichts ändern. Im Beruf hatte und habe ich als Frau eigentlich keine Schwierigkeiten, aber auf Projektsuche habe ich z.B. mittlerweile aus meinem Profil das -in entfernt. Ob es einen Unterschied macht, weiß ich nicht. Bekomme leider immer noch keine Angebote, obwohl ich seit 15 Jahren in der Branche bin und seit 4 Jahren freiberuflich. Nun, denn Mädels, es ist immer schön ein weibliches Wesen in diesem Bereich zu treffen! Alles Beste! (März 2003)"

"Das ist unglaublich. Man sieht welche Eigendynamik, Selbstherrlichkeit und Arroganz die Cashmaschine IT entwickelt hat ! Keine Frauen im Projekt haben zu wollen, disqualifiziert den Kunden/Projektleiter. Gehört gefeuert. Schliesslich ist doch Qualifikation und nicht das Geschlecht ausschlaggebend ! Man sieht mal wieder wie autark-unmenschlich die Cashmaschine IT verkommen ist. >Man hat es schließlich bei den meisten Kollegen sehr >leicht. Auch wenn schon mal eine Absage kommt, weil >der "Projektleiter" keine Frauen im Team haben möchte :-( (Oktober 2002)" (Februar 2003)"

"Ich selber studiere zur Zeit die Informatik. Meiner Ansicht nach ist das eine von wenigen Möglichkeit von zu Hause aus arbeiten. Es wäre schon, wenn man diese Möglichkeit, also Vorteile und Nachteile dieser Arbeit, besprechen kann. (Januar 2003)"

"Ich bin auch eine der 10%. Ich fühle mich in diesem Bereich ausgesprochen wohl. Ich denke aber, dass bereits im Jugendalter Mädchen die Liebe zur Technik ausgetrieben wird - durch Physik- und Chemielehrer, die Ihnen nichts zutrauen. Ich kann mir keinen besseren Arbeitsplatz vorstellen - auch als Frau ... vielleicht sogar gerade als Frau. Man hat es schließlich bei den meisten Kollegen sehr leicht. Auch wenn schon mal eine Absage kommt, weil der "Projektleiter" keine Frauen im Team haben möchte :-( (Oktober 2002)"


Seite drucken Seiten drucken
Zum Seitenanfang nach oben

Für die Teilnahme an den mit diesem Icon gekennzeichneten Diensten melden Sie sich mit den Zugangsdaten an.
Zugangsdaten vergessen? | Noch kein GULP Profil?
Über GULP: Mehr als 3.000 Kunden, 75.000 eingetragene IT-Experten, davon 10.500 mit Schwerpunkt Engineering, und über 1.000.000 abgewickelte Projektanfragen: GULP ist die wichtigste Quelle für die Besetzung von IT-/Engineering-Projekten mit externen Spezialisten im deutschsprachigen Raum. Zusätzlich zu den Dienstleistungen einer modernen Personalagentur bietet GULP ein umfassendes Online-Portal mit Informationen und Services für die Teilnehmer im Markt.