Das Jahr 2005 war ein gutes Jahr im IT-Projektmarkt: eine Rekordmeldung jagte die nächste, die Zahl der Projektanfragen steigerte sich im Vergleich zum Vorjahr von 53.784 auf 71.146 und damit um fast ein Drittel. Aber nun ist Projektanfrage nicht gleich Projekt und so manch einer hinterfragt kritisch: Gab es 2005 nun tatsächlich mehr zu tun für IT-Spezialisten oder nicht? GULP geht dieser Frage seit einigen Jahren regelmäßig auf den Grund. Zu ihrer Projektauslastung im Jahr 2005 gaben insgesamt 1.179 IT-Freiberufler Auskunft.
Ihre Auslastung mit IT-Projekten im ersten Halbjahr 2005?
61 bis 100% 68%
31 bis 60% 15%
0 bis 30% 17%
In den ersten sechs Monaten waren über zwei Drittel der befragten IT-Selbstständigen zu mindestens 60 % in Projekten beschäftigt und standen damit wenigstens für etwas mehr als drei Monate in Lohn und Arbeit. Verglichen mit den Ergebnissen der beiden Vorjahre waren IT-Freiberufler damit wieder deutlich mehr mit Projekten ausgebucht:
Dagegen gibt es prozentual immer noch mehr Freiberufler mit häufigen Leerlaufzeiten als mit mittlerer Projektauslastung. Zwar ist ihre Zahl wieder rückläufig, doch sind im IT-Projektmarkt weiterhin die von IT-Freiberuflern häufig beschriebenen Extreme "sich vor Projekten nicht retten zu können" oder "gar kein Projekt zu haben" anzutreffen. Eine Ausgewogenheit bei den Projektangeboten ist mehr die Ausnahme als die Regel, so dass die unstete Größe "Projektauslastung" besondere Herausforderungen an Zeitplanung und Kalkulation stellt.
Ihre Auslastung mit IT-Projekten im zweiten Halbjahr 2005?
61 bis 100% 71%
31 bis 60% 13%
0 bis 30% 16%
Während sich in den zweiten Jahreshälfte 2003 und 2004 die Projektauslastung der IT-Fachleute stärker zur "goldenen" Mitte hin entwickelte, nahm die Anzahl vollbeschäftigter IT-Freiberufler im Jahr 2005 um weitere sechs Prozent zu:
Die überwiegende Mehrheit (71 %) von ihnen war zu über 60 % mit Projekten ausgebucht und damit gut beschäftigt. Die zunehmende Projektauslastung deckt sich auch mit den Halbjahreszahlen im IT-Projektmarktindex, der im zweiten Halbjahr ebenfalls zulegte: von 31.838 auf 39.308 Projektanfragen und damit ein Plus von 23 %.
Wie hoch schätzen Sie Ihre Auslastung in 2006 ein?
61 bis 100% 64%
31 bis 60% 25%
0 bis 30% 11%
Angesichts der positiven Auftragslage 2005 fällt die Vorhersage für 2006 doch eher vorsichtig aus. Die IT-Freiberufler positionieren sich wieder stärker zur Mitte hin. Zwar erwartet mit 64 % der Großteil von ihnen auch für dieses Jahr zu mehr als 60 % mit Arbeit ausgefüllt zu sein. Damit sind es aber deutlich weniger als 2005. Fast doppelt so viele IT-Freiberufler als noch Ende 2005 erwarten dagegen zu mindestens 31 bis 60 % beschäftigt zu sein. In Anbetracht der Tatsache, dass die ersten Wochen im IT-Projektmarkindex sehr vielversprechend begannen, dürfte das eine durchaus realistische Einschätzung sein.
Kommentare zu diesem Artikel:
"Für mich sind die Umfrageergebnisse nicht sehr aussagekräftig. Es wurde mir hier zu sehr mit einem "Statistikbesen" der Größe XXL gearbeitet. Sicherlich interessant zu sehen wäre, wie sich der Auslastungsgrad hinsichtlich der verschiedenen Tätigkeitsfelder, wie Programmierung, Datenbanken, Projektmanagement etc., im Einzelnen darstellt. Vielleicht beim nächsten Mal?! (März 2006)"
"Das Thema der Auslastung kann man nicht einfach über einen Kamm scheren: Ein Freiberufler, der versucht hohe Sätze zu erzielen, kann von der Auslastung her weniger beschäftigt sein, als ein Freiberufler, der sich mit schlechter bezahlten Projekten abgibt.
(März 2006)"
"Ich finde es schade, dass gerade der spannende Teil (Auslastung 61%-100%) in einer Rubrik zusammengefast ist. Es ist einfach zu erwarten, dass der Großteil die 60 % Hürde schafft. Eine weitere Unterteilung 60-80 % wäre interessant. Aber auch so sagt der Artikel Grundsätzliches aus. (Februar 2006)"
"Sehr informativ! (Februar 2006)"
"Die Auslastungszahlen geben nur die eine Hälfte wider. Manch einer kommt wohl auf >100% wenn man das Ergebnis auf 40 Wochenstunden mittelt. Nichtsdestotrotz macht es immer wieder deutlich, dass man als Freiberufler sauber kalkulieren und eigene Ausfall- und "nichtbezahlte" Bürozeiten mit berücksichtigen muss. (Februar 2006)"
"Mit diesem Artikel erhält man eine objektive Möglichkeit, die eigene Auslastung zu beurteilen. (Februar 2006)"
"Sehr interessant, und hoffnungsvoll. (Februar 2006)"
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