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Dass der IT-Projektmarkt auch in den USA weiterhin angespannt ist,
beweist die fortgesetzte Debatte um das H-1B Visum. Eigentlich besteht
dieser Visumstyp schon seit 1932 und diente damals dazu, es qualifizierten
Arbeitskräften aus anderen Ländern möglich zu machen,
in den USA tätig zu sein und so die amerikanische Wirtschaft
mit zu entwickeln. Ähnlich der deutschen "Green Card"
und dem englischen "Fast Track Visa" wurde dieses Visum
während des IT-Booms genutzt, um qualifizierte IT-Arbeitskräfte
auf amerikanischen Boden zu locken. Die Höchstgrenze für
Visumsanträge dieses Typs, die seit 1990 65.000 betrug, wurde
aufgrund der Lobbyarbeit von Handelsverbänden (wie der Information
Technology Association Of America (ITAA
))
auf 115.000 im Jahre 1998 und dann weiter auf 195.000 in 2001 angehoben.
Fusionen, Sparmaßnahmen, Firmenpleiten und Massenentlassungen
führen aber auch auf amerikanischem Pflaster dazu, dass immer
mehr qualifizierte IT-Kräfte auf der Straße landen und
auch dort bleiben. Dieses Schicksal ereilt Einheimische und Visumsinhaber
gleichermaßen. Viele US-Contractors schimpfen auf Firmen,
die Visuminhaber einsetzen, während sie selbst auf der Straße
sitzen, vermuten Preisdumping dahinter und sind sauer darüber,
dass der Kongress keine Bestrebungen unternimmt, die Höchstgrenze
bereits jetzt und nicht wie ursprünglich geplant erst in 2004
wieder auf 65.000 herabzusetzen.
Dabei ist das nur die eine Hälfte des Problems. H-1B Inhaber,
die von Unternehmen entlassen werden und keine neue Stelle finden,
müssen offiziell innerhalb von 10 Tagen das Land verlassen.
Der Anteil der vorwiegend indischen, britischen, dänischen
und südafrikanischen Visuminhaber, die nach solch einem Job
illegal im Land bleiben, ist aber hoch. Da sie auch von etwas leben
müssen, sorgen sie mit billigen Stundensätzen für
einen weiteren Preisverfall. Der Umstand, dass die INS (Immigration
and Naturalization Service)
solche Fälle illegalen Aufenthalts trotz Meldepflicht von Seiten
des letzten Arbeitgebers nicht weiter verfolgt, lässt Raum
für Spekulationen darüber, ob ein Preisverfall erwünscht
ist, ob man so hochqualifiziertes menschliches Potenzial lieber
in der Hinterhand behalten möchte oder was sonst die Gründe
sein könnten. Dass einzelne Großunternehmen wie Motorola,
die gegenüber Information Week keine Stellung zu der "H-1B-Problematik"
nehmen wollten, jetzt Massenentlassungen vornehmen, zuvor aber intensive
Nutzer dieser "Importmöglichkeit" von Expertenkenntnissen
waren, frustriert arbeitslose IT-Spezialisten besonders.
Wer sich vom europäischen Kontinent aufmacht, um in den USA
tätig zu sein, braucht derzeit besondere Qualifikationen, um
einen Arbeitgeber zu finden, der für ihn das H-1B Visum organisiert.
Nach jüngsten Informationen der Zeitschrift "IT-Freiberufler"
sind derzeit vorwiegend deutsche Freiberufler mit Kenntnissen im
Telco-Bereich gefragt. Um nicht übervorteilt zu werden, sollte
ein Interessent sich genau anschauen, wer der Arbeitgeber ist, für
den er tätig wird, welche Konditionen er bietet und wie es
um die Befristung der Tätigkeit bestellt ist, bevor er unterschreibt.
Welche Stundensätze derzeit üblich sind, kann man bei
der unabhängigen Umfrageseite zu IT-Stundensätzen www.realrates.com
herausfinden. Einen Vergleich zwischen den derzeitigen deutschen
und den US-Stundensätzen kann man in dem Beitrag Stundensätze
von freiberuflich tätigen IT-Spezialisten in den USA bei
GULP nachlesen.
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