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| Produktzertifizierung
- Was ist das? |
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Eine Produktzertifizierung ist ein vom Software-Hersteller oder
von einem unabhängigen Institut ausgestellter Nachweis, demzufolge
der Absolvent an einem Herstellerzertifizierungsprogramm teilgenommen
und dessen Prüfungen bestanden hat. Ein Zertifizierungskurs
besteht aus selten mehr als zwölf Teilnehmern: Nach einem etwa
zwei- bis fünftägigen Kurs folgt meist die individuelle
Vorbereitung auf eine Prüfung, die je nach Engagement bis zu
einem Jahr später erfolgt. Eine gehörige Portion Eigeninitiative
und Selbststudium ist also notwendig, um die teils recht schwierigen
Examen zu bestehen. Viele Tests prüfen online und (derzeit
noch) im Multiple-Choice-Verfahren. Unterlagen und Prüfungen
kosten im Allgemeinen zwischen 500 EUR und 10.000 EUR. Trotz teilweise
gravierender Unterschiede in punkto Qualität, Zielsetzung,
Kosten, Aufwand und Marktrelevanz weisen Produktzertifizierungen
etliche Gemeinsamkeiten auf:
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Produktzertifizierungen dienen als Nachweis von Kenntnissen
und Fähigkeiten einer Technologie oder eines Produktes.
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Produktzertifizierungen definieren einen Studiengang. Dazu
gehören Seminare, Materialien zum Selbstlernen, Kursmaterialien,
computergestütztes Training und Fachbücher. Diese
Schulungen enden stets mit einer oder mehreren zumeist computergestützten
Prüfungen, die von autorisierten Prüfungszentren angeboten
werden. |
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Nach bestandener Prüfung wird der Teilnehmer für
die Dauer der Zertifizierungsperiode (normalerweise bis zu zwei
Jahre) zertifiziert. Wenn neue Produkte oder Technologien die
alten Standards ersetzen, muss sich der Teilnehmer zumeist erneut
qualifizieren, um die Gültigkeit der Zertifizierung zu
erhalten. |
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In den Zertifizierungskursen muss der Teilnehmer kostenpflichtige
Prüfungen in einer überwachten Umgebung ablegen. Jede
Prüfung - ob bestanden oder nicht - ist gebührenpflichtig.
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Manche Zertifizierungsangebote beschränken die Prüfungsversuche
innerhalb einer bestimmten Zeit auf eine limitierte Anzahl.
Alle Programme erlauben dem Teilnehmer jedoch beliebig viele
Versuche. |
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Zertifzierungsinhaber bekommen ein entsprechendes Logo zur
freien werblichen Verwendung. |
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Zertifizierungsinhaber dürfen häufig auf die Support-Teams
der jeweiligen Softwarehersteller oder Organisationen zurückgreifen.
Dazu gehören auch spezielle Rabatte und Informationen,
die der Allgemeinheit nicht zugänglich sind. |
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Zertifizierungsinhaber kommen häufig in den Genuss von
Vorabversionen neuer Softwareprogramme und nehmen an Beta-Testprogrammen
teil. |
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| Der
Zertifizierungsboom |
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Der Firma Novell
blieb es vorbehalten, im Jahr 1989 mit dem Certified Netware Engineer
(CNE) das allererste offizielle Zertifizierungsprogramm überhaupt
aufzulegen. Seitdem erlebte die IT-Branche einen wahren Zertifizierungsboom.
Inzwischen bieten neun von zehn IT-Hersteller über 300 Produktzertifizierungen
an und praktisch im Wochentakt stoßen neue hinzu. Darüber
hinaus buhlt eine unüberschaubare Vielzahl von vielen tausend
Schulungsanbietern um die Gunst der zertifizierungswilligen Kundschaft.
Der weltweite Jahresumsatz im Zertifizierungsgeschäft beläuft
sich denn auch auf derzeit 2,5 Milliarden Dollar und bis zum Jahr
2003 rechnet das US-amerikanische IT-Marktforschungsinstitut Gartner
sogar mit einer Steigerung auf satte vier Milliarden Dollar. Umso
erstaunlicher ist es angesichts dieses gigantischen Marktes, dass
detaillierte Statistiken und unabhängige Studien, die über
den tatsächlichen Nutzwert der einzelnen Produktzertifizierung
informieren Mangelware sind.
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| ...und
Contra |
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So weit ein paar offizielle Stimmen über den Nutzen von Produktzertifizierung.
Wie aber schaut es für den IT-Freiberufler in der Praxis aus?
In einer GULP-Umfrage
vom Sommer 2001 waren gerade mal mickrige 9 Prozent der Projektanbieter
der Ansicht, dass Zertifikate am besten dafür geeignet wären,
die Marktchancen eines IT-Freiberuflers zu steigern. Zum Vergleich:
Exakt gleich viele Projektanbieter, nämlich ebenfalls 9 Prozent,
sprachen dem Selbststudium diese Relevanz zu, während 59 Prozent
der befragten Projektanbieter der Ansicht waren, Referenzen seien
das beste Instrument zur Steigerung der eigenen Marktchancen. Für
viele Projektanbieter sind Produktzertifizierungen also allenfalls
eine hübsche Dreingabe, aber keinesfalls ein entscheidendes
Einstellungskriterium.
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>>...sind diese Tests doch
vielmehr eine zusätzliche Einnahmequelle der Softwarefirmen
und weniger eine echte Qualifizierung<<
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Auch die Kommentare der IT-Freiberufler im GULP-Forum
bestätigen den eher begrenzten Nutzwert von Produktzertifizierungen:
"Aus fachlicher Sicht erscheint (eine Java-Zertifizierung)
nur dann als Einstieg sinnvoll, wenn man keine Projekterfahrung
mit Java vorweisen kann." - "Zertifikate? Schön und
gut. Aber gerade bei einem Freiberufler finde ich Referenzen wichtiger.
Wenn bei einer Vorstellung Zweifel bestehen (und die bestehen eigentlich
immer beim potentiellen Kunden), dann hilft mir der Satz "
fragen sie doch mal bei XY von der Firma AB nach, da hatte ich was
Ähnliches gemacht" mehr als jedes Zertifikat." -
"Also ich (selbst OCP Oracle-zertifiziert) halte von diesen
Multiple-Choice (Zertifikats)-Tests nicht sehr viel." - "...
sind diese Tests doch vielmehr eine zusätzliche Einnahmequelle
der Softwarefirmen und weniger eine echte Qualifizierung."
Die vollmundigen Statistiken und Analysen von Schulungsanbietern
und Herstellern über den vermeintlichen Nutzwert von Produktzertifizierungen
sollten also mit einer gewissen Skeptik betrachtet werden. Denn
die dort angesprochenen durch Zertifikate ermöglichten Einkommenssteigerungen
mögen vielleicht auf Berufseinsteiger und fortbildungswillige
Angestellte zutreffen, keinesfalls aber auf den erfahrenen IT-Freiberufler.
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| Ramponierter
Ruf |
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Und noch ein Nachteil von Produktzertifizierungen darf nicht unerwähnt
bleiben: Durch die inflationäre Verbreitung mancher Zertifikate
sinkt deren Ansehen im IT-Markt teils ins Bodenlose. So gibt es
mittlerweile alleine in Deutschland fast 20.000 IT-Fachkräfte,
die sich mit dem Titel "Microsoft Certified Systems Engineer"
(MCSE) schmücken dürfen. Eine der wesentlichsten Ursachen
für die exorbitant hohe Zahl dürfte sein, dass Fragen
und Antworten der MCSE-Prüfung schon seit geraumer Zeit im
Internet zu finden waren und dieses Zertifikat damit auch ohne das
eigentlich erforderliche Hintergrundwissen relativ problemlos zu
erwerben war. Entsprechend gering ist denn auch der Ruf, den dieses
Zertifikat bei Personalverantwortlichen und Headhuntern genießt:
"Für einen Großteil der MCSE-Besitzer hat dieses
Zertifikat nur mehr Papierwert, da die Prüfungen zuletzt zur
Farce gerieten" so der Kommentar
der Computerwoche zu diesem Vorgang.
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| Braindumps |
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Insbesondere Braindumps sind hauptverantwortlich für den Imageverlust
etlicher Zertifizierungen. Betroffen davon sind hauptsächlich
Zertifizierungen von Microsoft. Braindumps sind sozusagen "Gehirnablagerungen"
in Gestalt von Internet-Postings von Prüfungsabsolventen, die
ein Examen hinter sich gebracht haben und sich im Nachhinein an
die Fragen (zu) erinnern (versuchen). Auf die korrekte Wiedergabe
der Fragen und Antworten sollten Sie daher nicht unbedingt vertrauen.
Ein typisches Beispiel einer Braindump-Site sehen Sie hier
.
Vor allem aus solchen Gründen ist derzeit auch ein Umbruch
bei den Schulungsinhalten feststellbar. Bestanden viele Prüfungen
bislang nur aus Multiple-Choice-Tests, in denen auswendig gelerntes
Wissen abgefragt wurde, so enthalten neuerdings zunehmend mehr Zertifizierungsprüfungen
praktische Live-Simulationen und Fallstudien, die nur mit einem
grundlegenden Verständnis der jeweiligen Materie gelöst
werden können. So wurde etwa in die neue Prüfung zum Microsoft
Certified Solution Developer (MCSD) eine detaillierte Fallstudie
eingearbeitet und die prestigeträchtige Cisco Certified Internetwork
Expert-Zertifizierung (CCIE) um einen umfangreichen Praxistest erweitert.
Das Novell-Zertifikat Certified Directory Engineer (CDE) umfasst
nun ebenfalls eine Prüfung in einer Online-Laborumgebung. Dieser
Trend weg von Ankreuzfragen und hin zu praxisrelevanten und herstellerübergreifenden
Verständnisfragen wird sich künftig sicherlich noch verstärken
und langfristig (hoffentlich) dazu beitragen, den etwas ramponierten
Ruf vieler Zertifizierungen entscheidend aufzubessern.
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| Schulungsanbieter:
Viel Spreu, wenig Weizen |
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Hierzulande darf jeder Weiterbildungsanbieter auch ohne Autorisierung
vom jeweiligen Softwarehersteller Zertifikats-Lehrgänge anbieten.
Solche nichtautorisierten Zertifikate haben für den IT-Profi
meistens einen Nutzwert, der sehr stark gegen Null tendiert. Man
erkennt nichtautorisierte Zertifikate daran, dass sie vom jeweiligen
Schulungsanbieter ersonnene Fantasienamen tragen wie etwa "Geprüfter
Microsoft-Anwender" oder "Lotus-Experte". Da kein
Hersteller einem Weiterbildungsanbieter verbieten kann, derartige
Lehrgänge anzubieten und weder die Schulungsunterlagen, noch
die für die Schulung eingesetzten Referenten unabhängigen
Qualitätskriterien unterliegen, ist das Niveau der einzelnen
Schulungen und damit auch der Marktwert der jeweiligen Zertifizierung
oftmals mehr als zweifelhaft. Das entscheidende Qualitätskriterium
für einen Anbieter von Produkt-Zertifizierungen ist daher,
ob er vom jeweiligen Software-Hersteller eine offizielle Autorisierung
besitzt. Seriöse Zertifikate werden in der Regel von IT-Herstellern
wie Microsoft oder Novell konzipiert. Das Training sowie die Zertifizierungsvorbereitung
und -abnahme erfolgt über autorisierte, aber unabhängige
Schulungszentren. Autorisierte Trainingsanbieter müssen strikte
Kriterien erfüllen und erhalten gegen eine jährliche Gebühr
an den Hersteller den begehrten Status etwa als Microsoft Technical
Education Center (CTEC), Novell Authorized Education Center (NAEC)
oder als Lotus Authorized Education Center (LAEC). Durch die Verpflichtung
zum Einsatz von Original-Schulungsunterlagen kontrollieren die IT-Hersteller
Inhalte und Qualität der Zertifizierungskurse bei ihren autorisierten
Schulungspartnern. Eine Ausnahme bilden dabei SAP und Oracle, die
ihr Produkt- und Technologietraining als eigenständigen Geschäftsbereich
mit eigenen Trainingszentren betreiben.
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| Musterschuler:
Sylvan Prometric und VUE |
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Den lukrativen Markt der Prüfungsdurchführung für
die meisten offiziell autorisierten, produktbezogenen IT-Zertifikate
haben zwei Firmen mehr oder weniger unter sich aufgeteilt: Sylvan
Prometrics
und VUE (Virtual
University Enterprises) . Diese Unternehmen lizensieren ihrerseits
weltweit eigenständige Trainingsunternehmen als autorisierte
Testzentren. Sowohl bei Sylvan Prometric als auch bei VUE kann man
online das nächstgelegene, offiziell autorisierte Testinstitut
ermitteln und sich bei Bedarf auch gleich anmelden. Mit einem Netz
von offiziell autorisierten Schulungs- und Prüfungseinrichtungen
ist es möglich, die Prüfungen dezentral vor Ort und trotzdem
weltweit einheitlich durchzuführen. In jeder größeren
Stadt gibt es lizensierte Prüfungseinrichtungen, wo die Prüfungen
am Computer abgelegt und anschließend online zur Auswertung
übermittelt werden. So verfügt VUE nach eigenen Angaben
weltweit über ein Netzwerk von 2500 Testzentren in über
110 Ländern. Standardmäßig werden die Prüfungen
in englisch abgehalten, die meisten auf Wunsch aber auch in zahlreichen
Übersetzungen. Für fast jedes Zertifikat lässt sich
auf der entsprechenden Hersteller-Website klären, welche Voraussetzungen
für die Anmeldung zur Prüfung erfüllt sein müssen,
etwa ob vor der Anmeldung Vorabschulungen zu absolvieren sind. Schulungen
dauern je nach Kurs in der Regel zwischen drei und fünf Tagen,
wobei die meisten Institute auch die Unterbringung in Hotels oder
Pensionen anbieten. Wer sich das Wissen per Selbststudium beigebracht
hat, muss einfach Kontakt mit dem entsprechenden Schulungsanbieter
aufnehmen, sich für die entsprechende Prüfung anmelden
- und diese bestehen.
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| Vorbereitung
und Prüfung |
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Bei den meisten Zertifikaten spielt es keine Rolle, wie der Aspirant
sein Wissen erworben hat. Wer sich als Praktiker zutraut, aufgrund
seiner Erfahrung unvorbereitet in eine Prüfung zu gehen, der
kann das tun. Viele Schulungsinstitute bieten entsprechende Vorbereitungskurse
an, aber auch wer sich autodidaktisch vorbereiten will, ist auf
die entsprechenden Kursunterlagen und Skripte der Hersteller angewiesen.
Außerdem gibt es - insbesondere für die populären
Microsoft-Prüfungen - im freien Buchhandel reichlich Literatur
zur Vorbereitung, die zumeist um einiges günstiger ist als
die Original-Skripte der Hersteller. Sie bekommen solche Bücher
sowohl bei allgemeinen Buchhändlern wie beispielsweise Amazon
,
als auch bei Spezialverlagen, etwa bei dem auf IT-Fachinformationen
spezialisierte MITP-Verlag
.
Eine weitere Vorbereitungsmöglichkeit sind Selbsttestprogramme,
wie zum Beispiel von 'Selftest
Software' oder Transcender
,
die kostenpflichtige Kataloge von realistischen Prüfungsfragen
und Beispieltests enthalten. Damit werden echte Prüfungen
simuliert, wobei anhand der Ergebnisse der eigene Wissensstand
ermittelt werden
kann.
Wer nicht mit dem Produkt real am Computer arbeitet, dem fehlt der
Hintergrund, die meisten Fragen zu beantworten. Denn die Testentwickler
haben aus der Kritik am Abfragen von auswendig gelerntem Wissen
gelernt. Zwar schwirren immer noch im Internet Fragebögen mit
"anscheinend" richtigen Antworten umher, mit sturem Auswendiglernen
kommt man da jedoch inzwischen meistens nicht mehr sehr weit. So
wird in den aktuellen Prüfungen immer mehr ein grundsätzliches
Verständnis für die jeweilige Thematik vorausgesetzt,
welches man ohne Kenntnis der Software-Umgebung kaum haben kann.
Typische Frageinhalte sind daher Problem- und Situationsbeschreibungen,
die täglich im Arbeitsleben - etwa eines Netzwerkadministrators
- vorkommen können. Der Prüfling muss dabei nachweisen,
dass er nicht nur das Wissen über die Funktion einer Software
hat, sondern auch, wie sie situationsgerecht optimal eingesetzt
wird. Dies bedeutet, dass eine theoretisch korrekte Antwort als
falsch gewertet wird, wenn es eine pragmatischere, also eine schnellere
oder ökonomischere Lösung gibt
Aber nicht nur die Prüfungsinhalte einzelner Zertifikate, sondern
auch die meisten Zertifizierungsprogramme selbst unterliegen ständigen
Neuerungen von der kleinen Nachbesserung bis hin zu tiefgreifenden
Änderungen, die insbesondere durch die Einführung neuer
Software zustande kommen: So lag der Fokus des in vielen Varianten
erhältlichen MCSE-Zertifikats bislang auf Windows NT 4.0, seit
der Einführung von Windows XP aber auf letztgenanntem Betriebssystem.
Die Auswahl der Schulungsanbieter ist ebenfalls eine Wissenschaft
für sich, so arbeitet Microsoft derzeit alleine in Deutschland
mit 168 Schulungsanbietern zusammen. Eine Bewertung der einzelnen
Institute ist schon allein aus diesem Grund unmöglich. Auf
der sicheren Seite sind Sie aber, wenn Sie sich an eine der beiden
bereits erwähnten Schulungsinstitute Sylvan Prometric respektive
VUE wenden. Aktuelle und zumeist sehr umfangreiche Informationen
über einzelne Produktzertifizierungen erhalten Sie außerdem
auf den offiziellen Websites der jeweiligen Software-Hersteller.
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| Zuschüsse
und Rabatte |
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Nur in Ausnahmefällen unterstützt das Arbeitsamt eine
Produktzertifizierung. Ob und in welcher Höhe ein Zuschuss
gewährt wird, bleibt allerdings letztlich dem jeweiligen Beamten
überlassen, eine entsprechende Anfrage bei Ihrem Arbeitsamt
könnte sich also durchaus lohnen. Gute Chancen auf öffentliche
Fördermittel hat man beispielsweise bei drohender Arbeitslosigkeit.
Der europäische Sozialfonds
gewährt in einigen Fällen ebenfalls Zuschüsse. Eine
weitere Möglichkeit bietet das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz
(auch "Meister-BaFöG" genannt), das in bestimmten
Fällen Produktzertifizierungen mit günstigen Darlehen
fördert. Auch die freie Wirtschaft fördert betriebsinterne
Schulungen mit speziellen Programmen. Mit Beziehungen und etwas
Verhandlungsgeschick kann sich der Freiberufler in ein solches firmeninternes
Schulungsprogramm einklinken. Einige Ausbildungsinstitute bieten
zudem auf Nachfrage Rabatte für Sofortzahler und zinsgünstige
Ratenzahlungen an. Selbstverständlich lassen sich Zertifizierungskosten
grundsätzlich steuerlich absetzen.
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| Pro
und Contra Produktzertifizierungen |
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Pro |
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weltweit einheitlich und anerkannt. |
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dezentrale Durchführung. |
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autodidaktische Vorbereitung möglich. |
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problemorientierte Prüfungsfragen. |
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wertvoll insbesondere für Berufseinsteiger. |
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hilfreich insbesondere beim Auslandseinsatz. |
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drei Tage Schulung statt drei Jahre Ausbildung. |
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Qualifikationsnachweise für Autodidakten. |
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Insider-Infos vom Zertifizierer. |
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belegter Nachweis für aktuell erworbenes Wissen. |
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Rabatte für Messen und technische Veranstaltungen. |
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Contra |
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teils exorbitant hohe Kosten. |
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Zertifikate müssen regelmäßig per kostenpflichtigem
Update-Kurs erneuert werden. |
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Berufserfahrung und Referenzen werden von Projektanbietern
höher eingestuft. |
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Das produktbezogene Wissen veraltet relativ schnell. |
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aufgrund der inflationären Verbreitung wurden insbesondere
populäre Zertifikate stark entwertet. |
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insgesamt allenfalls als Zusatzqualifikation geeignet. |
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| Fazit:
Was taugen Produktzertifizierungen |
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Angesichts dieser Umstände und Fakten stellt sich die grundsätzliche
Frage, ob die Bedeutung von Produktzertifizierungen - zumindest
was den im Projektmarkt tätigen IT-Profi anbelangt - nicht
deutlich überschätzt wird. Insbesondere für erfahrene
IT-Profis zahlt sich eine Produktzertifizierung denn auch nur im
Ausnahmefall aus - etwa beim Einstieg in einen neuen Fachbereich.
Es gilt die Faustregel, nach der Produktzertifizierungen einen begrenzten
Mehrwert darstellen, der mit steigender Berufserfahrung abnimmt.
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>>Der MCSE verschafft Dir
das Vorstellungsgespräch, aber die Erfahrung verschafft
dir dann auch den Job<<
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Die wichtigste Ausnahme von dieser Regel bildet die Berufsgruppe
der IT-Trainer, denn die meisten Firmen, die ihre Mitarbeiter zur
Schulung schicken, verlangen vom Dozenten ein Trainer-Zertifikat
des jeweiligen Software-Herstellers. Für Berufs- und Quereinsteiger
dagegen können Produktzertifizierungen als wertvoller Beleg
für vorhandenes Wissen dienen. Entsprechendes gilt für
Auslandseinsätze, denn Produktzertifizierungen genießen
im Unterschied zu vielen nationalen Ausbildungsabschlüssen
weltweite Gültigkeit. Das - auf praktisch sämtliche Produktzertifizierungen
übertragbare - Schlusswort spricht denn auch ein weiterer GULP-Forum-Benutzer:
"Der MCSE verschafft Dir das Vorstellungsgespräch, aber
die Erfahrung verschafft Dir dann auch den Job."
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Kommentar
zu diesem Artikel:
"Als langjähriger IT-Trainer kann ich nur sagen: Wer meint, ein zertifizierter Trainer sei der bessere, ist selbst Schuld. Microsoft schreibt einem MCT so detailliert vor, was er wie zu unterrichten hat, das ein Eingehen auf die Bedürfnisse der Teilnehmer kaum möglich ist. Der Unterricht ist allzu syntax-orientiert. (Oktober 2007)"
"Für Quereinsteiger in z.B. die Entwicklung
(Programmierung) durch gute autodidaktische Lehrmittel ein guter
Weg, sich immer wieder auf den neuesten Stand der Technik zu bringen.
Und zwar für relativ wenig Geld mit relativ wenig Zeitaufwand!
Die Zertifizierung in einem neuen Thema ist dann wichtig, um in
diesem Bereich auch einen Job oder Auftraggeber zu finden. (Dezember
2005)"
"Ist zu negativ! Die positiven Seiten der Zertifizierung
werden zu wenig dargelegt. (März 2005)"
"Sehr gute Beschreibung der jetzigen Lage auf
dem Arbeitsmarkt. (Januar 2004)" |
Kommentare zu diesem Artikel:
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