Umfrage-Ergebnis: "Bis heute warte, und warte, und warte ich auf Feedback."

Warum warten IT-Freiberufler manchmal lange auf die endgültige Zu- oder Absage des Projektanbieters?

(November 2009)
"Ich möchte hier einmal ein neues Thema anregen", erreichte uns eine E-Mail eines IT-Freiberuflers mit GULP Profil. "Es geht darum, dass Anfragen von Kunden kommen, diese sich über Projektanbieter sehr kurzfristig Profile schicken lassen, dann aber ewig lange kein Feedback geben, obwohl sie den Bedarf an Mitarbeitern mit ‚sofort‘ gekennzeichnet haben. Somit weiß der Freelancer nicht woran er ist: Ist das Projekt noch vakant? Ist das Consulting-Unternehmen nicht mehr im Rennen?" Dieses Erlebnis ist kein Einzelfall, wie das vorliegende Umfrage-Ergebnis zeigt. Wie lange warten IT-Freelancer auf die endgültige Zu- oder Absage, wie oft bekommen sie gar keine und was sind die Gründe dafür?
Wir sind immer dankbar für Ihre Vorschläge und Meinungen direkt aus dem Alltag im Projektgeschäft und freuen uns, wenn wir einen Themenwunsch erfüllen können – so wie mit diese Umfrage.

"Ich mache die Erfahrung jetzt seit Anfang April 2009", schrieb uns der Freelancer weiter. "Ich bekomme Anfragen von Projektanbietern oder die Bitte um Zusendung meines Profils. Ganz schnell braucht der Kunde Projektunterstützung. Und danach? Passiert nichts mehr. Ich habe diese Situation jetzt bei fünf Anfragen, die für mich in den letzten fünf Monaten relevant waren: Bis heute kein Feedback. Es muss dazugesagt werden: Den Projektanbietern geht es genauso, weil sie vom Kunden kein Feedback bekommen." In der Auswahl an sich kann der Grund für lange Wartezeiten nicht liegen, meint der Selbstständige, denn der Zeitaufwand dafür sei organisier- und machbar: "Würde der Kunde, wenn er einen Mitarbeiter braucht, von drei Projektanbietern je drei Profile anfordern, hätte er neun Kandidaten zur Auswahl. Diese neun Profile wiederum sind in ein bis zwei Stunden gesichtet, so dass eine Auswahl getroffen werden kann oder ein Interview möglich wäre. Aber es passiert nichts, gar nichts. Bis heute warte, und warte, und warte ich auf ein Feedback."
Zeitspanne von der Bewerbung bis zur Zu- oder Absage
 
Wir haben im Folgenden die Antworten der Projektanbieter und die der IT-Freiberufler in den Grafiken direkt einander gegenübergestellt – auch wenn die Fragen an die beiden Gruppen im Wortlaut nicht die gleichen waren. Der Eindeutigkeit halber steht der Text der jeweiligen Fragen über der Grafik.

Frage an die Projektanbieter: Wie viel Zeit ist bei Ihren letzten 3 veröffentlichten Projektangeboten im Durchschnitt bis zur endgültigen Zu- oder Absage durch Sie vergangen?

Frage an die IT-Freiberufler: Wie viel Zeit ist bei Ihren letzten 3 Aktiv-Bewerbungen auf ein ausgeschriebenes Projekt im Durchschnitt bis zur endgültigen Zu- oder Absage vergangen?
Umfrage der IT-Personalagentur GULP: Wie viel Zeit vergeht im Durchschnitt von der Bewerbung auf ein IT-Projekt bis zur endgültigen Zu- oder Absage durch den Projektanbieter? Quelle: www.gulp.de
37 Prozent der IT-Freiberufler gaben bei unserer Umfrage an, dass es bei ihren letzten drei Aktiv-Bewerbungen maximal zwei Wochen gedauert hat, bis sie die endgültige Zu- oder Absage des Projektanbieters erhielten. Die Projektanbieter sehen das etwas anders – genau die Hälfte von ihnen gibt an, dass es bis zu zwei Wochen gedauert hat, bis sie den endgültigen Stand kommuniziert hatten. Auffällig noch der Unterschied bei der Antwort "ein bis zwei Monate" – so lange warten 13 Prozent der IT-Freiberufler, aber nur fünf Prozent der Projektanbieter denken, dass sich ihre Freelancer so lange in Ungewissheit befinden.

Vorsicht dabei, die Schuld auf die Projektanbieter abzuwälzen. Einer von ihnen schrieb uns: "Als Projektanbieter (Autoindustrie) muss ich meine Stimme erheben (...). Seit Ende 2008 (...) bekommen wir Angebote von der Industrie, die ewig hinausgezögert werden. Es kommt nie so richtig zum Zuschlag, aus Angst, zu viel oder am falschen Platz Geld auszugeben. Die Industrie wagt derzeit (...) kaum etwas größere zukünftige Projekte. (...) Wie sollen wir dann an Freiberufler herantreten? Denn wenn dann doch einmal ein Zuschlag erfolgt, muss die Arbeit innerhalb von zwei Wochen beginnen. (...) Deswegen fragen wir ab Angebot an, ob Freiberufler Zeit haben und was sie kosten, und wenn wir den Auftrag dann bekommen, schlagen wir zu. Und das ist leider derzeit selten." Kommunikation ist hier wenn nicht alles, dann doch der Schlüssel zum partnerschaftlichen Miteinander: Statusmeldungen des Projektanbieters an den Freelancer helfen dem Selbstständigen, seine Chancen für das Projekt einzuschätzen.
Gar keine Zu- oder Absage
 
Frage an die Projektanbieter: Wie oft kommt es vor, dass ein IT-Freiberufler keine endgültige Zu- oder Absage eines Projektanbieters erhält?

Frage an die IT-Freiberufler: Ist es Ihnen schon mal passiert, dass Sie keine endgültige Zu- oder Absage des Projektanbieters erhalten haben?
Umfrage der IT-Personalagentur GULP: Wie oft kommt es vor, dass ein IT-Freiberufler keine endgültige Zu- oder Absage eines Projektanbieters erhält? Quelle: www.gulp.de
Das ist viel: 50 Prozent der IT-Freiberufler geben an, dass sie sehr häufig gar keine endgültige Zu- oder Absage erhalten. Das sehen die Projektanbieter wiederum etwas anders. Und ein Viertel von ihnen denkt auch, dass das nie passiert – im Gegensatz zu neun Prozent der IT-Freiberufler.

Ab wann kann eine Bewerbung auf ein Projekt als "ohne endgültige Zu- oder Absage" abgehakt werden? Die Erfahrungen der IT-Freiberufler sind hier unterschiedlich: Einer teilte uns mit, dass er versucht, nach drei Wochen nachzuhaken, das aber nicht immer einhält. Der Grund dafür: Seiner Erfahrung nach gibt es selbst bei freundlicher Nachfrage keine Antwort – und wenn doch, dann eine Absage. In die gleiche Richtung geht dieser Auszug aus einem Posting im GULP Forum: Beim Nachfragen nach einem Bewerbungsstatus gilt demzufolge "das Hollywood-Prinzip: Rufen Sie nicht an, wir rufen Sie an!" Der Freiberufler meinte im Forum, wenn ein Projektanbieter eine definitive Möglichkeit sieht, einen IT-Freelancer ins Projekt zu bringen, "dann klingelt Dein Handy zwanzig Sekunden später." Es mag sein, dass es in den allermeisten Fällen ein sehr schlechtes Zeichen ist, wenn die Antwort des Projektanbieters lange auf sich warten lässt. Eines ist aber sicher: Der beste Weg an Informationen zu kommen, ist immer noch, danach zu fragen.
Gründe für fehlendes Feedback
 
Frage an die Projektanbieter: Was ist Ihrer Meinung nach der häufigste Grund dafür, dass IT-Freiberufler auf dem Markt manchmal sehr lange auf die endgültige Zu- oder Absage eines Projektanbieters warten müssen?

Frage an die IT-Freiberufler: Was ist Ihrer Meinung nach der häufigste Grund dafür, dass IT-Freiberufler manchmal sehr lange auf die endgültige Zu- oder Absage warten?
Umfrage der IT-Personalagentur GULP: Was ist der hauptgrund dafür, dass manchmal die endgültige Zu- oder Absage des IT-Projektanbieters ausbleibt? Quelle: www.gulp.de
Hier sind sich IT-Freelancer und Projektanbieter etwas einiger: Jeweils fast die Hälfte ist der Meinung, dass der Hauptgrund für lange Wartezeiten der ist, dass Projekte ausgeschrieben werden, obwohl sie beim Endkunden noch nicht freigegeben sind – so wie das der Projektanbieter aus dem Automobilbereich beschrieben hatte. Mehr Projektanbieter als IT-Freelancer denken, dass der Hauptgrund preisstrategische Verzögerungen sind. Selbstständige können hier nur vermuten – denn wer keine endgültige Zu- oder Absage bekommt, wird ebenso wenig den Grund dafür erfahren.

Fazit also? Es geht um ein faires Miteinander zwischen Geschäftspartnern. Um Respekt und gegenseitigen Informationsaustausch. Das heißt, der Projektanbieter sollte die Informationen, die er hat, an den Freiberufler weitergeben, der sich beworben hat. Wenn er selbst nichts weiß, dann ist das auch eine Nachricht. Der IT-Freiberufler dagegen sollte beizeiten und in Maßen nachfragen, anstatt zu warten und sich zu ärgern. Das zeigt auch Interesse am Projekt. Eine Absage ist im normalen Geschäftsalltag immer im Rahmen des Möglichen und sollte akzeptiert werden.

An dieser Umfrage haben 245 externe IT-Spezialisten und nur 20 Projektanbieter teilgenommen.
Hinweis Haben Sie selbst Erfahrungen mit Projektanbietern gemacht – egal, ob sehr gut, mittelmäßig oder schlecht? Bewerten Sie Ihren Projektanbieter in der GULP Weißen Liste Passwort geschützter Bereich!
Mehr Informationen zum Thema bei GULP:

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Kommentare zu diesem Artikel:

"Es ist eine Frage der Höflichkeit, dem Freiberufler ab zu sagen. Eine vorformulierte E-mail genügt ja. Aber bei mir sind bisher sicherlich gut 2/3 der Anfragen Seitens der Projektanbieter ohne Rückmeldung und auch meine Anschreiben an Projektanbieter unbeantwortet geblieben. Über die Gründe mache ich mir aber prinzipiell keine Gedanken. Und nehme ein solches Verhalten auch nicht persönlich. Unverschämt wird ein solches Verhalten bei Arbeitern und Angestellten, die viel Geld für Bewerbungsmappen und Porto ausgeben und ihre Unterlagen nicht zurück bekommen. Aber ich verschicke ja nur E-mails. Es gibt auch Projektanbieter, die mir ständig absolut unpassende Anfragen zu schicken; Hauptsache irgend ein Stichwort stimmt über ein. Manchmal gibt es sogar überhaupt keine Übereinstimmung; bei mir im Profil steht weder etwas von SAP noch von HF-Technik. Anfänglich habe ich dann noch freundlich abgesagt, nach dem ich aber den Eindruck bekam, es ist dort Geschäftsprinzip, antworte ich diesen zwei Projektvermittlern nur noch, wenn ich an einem Projekt Interesse habe. (November 2010)"

"Finde mich in diesen Kommentaren wieder! (Februar 2010)"

"Thema Scheinanfrage: Ein großer deutscher Energiekonzern hatte eine Anfrage rausgesandt, und zwar in einem Spezialbereich, womit wohl sämtliche Vermittler auch bei mir landeten (nämlich 8). Der erste war so fair und hat mir gesagt, dass dies sehr wahrscheinlich nur eine Scheinanfrage ist, weil bereits ihre Berater seit mehr als 1 Jahr in dem Projekt sind und der Energiekonzern nur aktuelle Preise einholen will. Er habe das schon öfter gemacht. Lieferanten laufen lassen für nichts und dann noch preislich drücken, ein typisches Verhalten von Großkonzernen. Von den 8 Vermittlern, mit denen ich eine bessere Beziehung habe (ca. 4-5), habe ich auch die Info weitergegeben, damit diese solche Anfragen auch richtig werten. Ich selbst, wenn ich die Wahl habe, entscheide mich mittlerweile eher für mittelgroße Firmen, die Art der Großkonzerne geht mir zu sehr auf die Nerven. (Februar 2010)"

"Es ist eine Frage der Organisation und der Wertschätzung, von seinem Vermittler eine Rückantwort und einen Zwischenstatus zu erhalten. Benchmarking, Profil-Fishing hin oder her: Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Rekrutierer heutzutage nur noch selten qualifiziert arbeiten. Dies zeigt sich in den Angeboten selber: schlecht qualifiziert, häufig fachlich unzulängliche oder im Zusammenhang nicht passende Anforderungen. Zudem kommt noch die persönliche Einstellung, wenn man einem mitteilt "Ihnen wurde abgesagt, jedoch der Grund ist uns nicht bekannt". Wenn ich noch nicht mal den Grund kenne, spricht dass nicht für qualifiziertes Rekrutieren und (!) eine sehr schlechte Kundenbindung. Daher mein Vorschlag. Weniger ist wie immer mehr: Posten Sie nicht in allen verfügbaren Portalen, sondern konzentrieren Sie sich auf Ihren Kunden und die Angebote. (Januar 2010)"

"Nach meinem Gefühl rennen, nachdem ein Kunde etwas von "Projekt" murmelt, 10 Agenturen los, die 500 Freelancer kontaktieren. In den allermeisten Fällen scheinen die Projekte garnicht wirklich vom Kunden angegangen werden zu wollen, bzw. er will sie überhaupt nicht an Vermittler geben, nur mal eben sehen, daß sein altbewährter Coder preislich im Rahmen liegt. (Dezember 2009)"

"Für mich ist es, sofern die Anfrage von einem Projektvermittler kommt, ein Indikator für dessen Zuverlässigkeit. Wenn mir jemand eine Rückmeldung verspricht, erwarte ich auch, dass er dieses einhält. Es kann ja in der Hektik um beim normalen Wahnsinn unserer Branche immer mal etwas untergehen. Wer aber permanent nur nachfragt und trotz Versprechen keine Rückmeldung liefert und eher den Eindruck eines Info-Sammels als eines Vermittlers hinterlässt, wandert irgendwann bei mir auf die dunkelgraue Liste. Wer schon diese einfache Art der Kommunikation und Höflichkeit nicht beherrscht, dem traue ich anderes auch nicht zu. (Dezember 2009)"

"Mich interessiert eigentlich gar nicht, dass ich eine Absage bekomme, denn ich biete mich immer allen verfügbaren und passenden Projekten an und unterschreibe beim ersten, der zu vernünftigen Konditionen zusagt. Im Einzelhandel erwarte ich ja auch nicht, dass ein Kunde, der Interesse an meiner Ware gezeigt hat, noch mal hereinkommt und mir mitteilt, dass er bei der Konkurrenz gekauft hat. (Dezember 2009)"

"Ich "warte" ganz sicher auf kein Feedback. Bin ich selbständig oder nicht??? Selbstverständlich bleibe ich dran. Aber parallel laufen IMMER auch andere Anfragen / Angebote. Es gelten für mich zwei Regeln: 1) wer zuerst kommt mahlt zuerst und 2) wer mich ins Projekt bringen will, ruft sowieso sofort an. Interessanterweise wird dann auch nicht lange am Preis rumgedrückt. Bei Angeboten mit Stundensatzvorstellungen von 25 EUR all-in lege ich mittlerweile gerade noch freundlich direkt den Hörer auf oder schicke schon gar kein Angebot / mein Profil ab. (November 2009)"

"Ja, die Situation war früher noch so, daß man wenigstens irgend ein Feedback bekommt, wenigstens auf Nachfrage. Das scheint heutzutage auch nicht mehr so wirklich typisches Gebaren zu sein. Ausser, man ist unter den drei bis fünf ersten Kandidaten. Oder schaffen die Vermittler es nicht einmal dann, anzurufen? Manchmal denke ich, es ist Unfähigkeit, die Sachen richtig zu koordinieren. Was mir sogar mal passiert ist: Termin beim Kunden zum Vorstellungsgespräch. Und wer kam nicht? Die Vermittlerin, die im Gespräch dabei sein wollte. Begründung: der Kunde habe bisher eh jeden Bewerber abgelehnt, man habe nicht den Eindruck, daß die wirklich jemanden wollen, und daher sah man keine Erfolgschance. Und das erfahre ich, als ich schon am Werkstor des Kunden stand per Telefon (und nur, weil ICH dann anrief und nachfragte, wo die Dame denn bleibe). Und das wurde auch nix mit dem Projekt. Obwohl der Kunde wirklich heftig drauf war, hat mich das Verhalten der Vermittlerin noch mehr geärgert. (November 2009)"

"Als Projektanbieter erlebe ich bei meinen "Zwischenstandsmeldungen" an den Freiberufler (gerade bei neuen Kontakten, die anderen sind es gewöhnt) sehr häufig Freude und Dankbarkeit. Sehr beschämend, eine angemessene Kommunikation sollte auch in unserer Branche Standard sein. Mir macht meine Arbeit mehr Spaß, wenn auch eine "persönliche Note" dabei ist. (November 2009)"

"Gibt es Freiberufler, die sich für ein einzelnes Projekt "reservieren"? Ich halte es i.d.R. auch so: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Ausnahmen davon mache ich nur bei graviernden Unterschieden in den Bedingungen (vor allem Einsatzort und Laufzeit) (November 2009)"

"Ja, die Umfrage ist sehr interessant. Ich bekomme jährlich um 300 (!) von angeblichen Projekten -seltsam ist, daß die Projekte tatsächlich auch auf mein Profil, wie zugeschnitten erscheinen- dann werden 2-3 Wochen lang hin und her geschrieben und ständig am Stundensatz heruntergehandelt, weil angeblich der Kunde so knauserig ist und nicht viel bezahlen will und angeblich viele Freelancer sich beworben hätten, die wenig verlangten, daher müsste ich unter diesen Mitstreitern liegen ... manchmal dauert das auch 6 Wochen, da der Vermittler angeblich Preis-Feedback vom Endkunden bekommen hätte... und mittlerweile hat der Vermittler bereits vom ursprünglichen ALL-IN Stundensatz bis zu 33% heruntergehandelt... Nachdem sie diese Schmerzgrenze erkannt haben, kommt sehr schnell eine Absage, angeblich hätte der Kunde das Projekt abgesagt, weil intern belegt oder ähnliches... Vor noch 8 Jahren gab's sowas nicht... auch nicht ALL-IN Stundensatz... (November 2009)"

"Wenn einer was will, wird er sich schon melden. Sein Profil zu versenden und ab und an einen Rückruf zu tätigen, ist doch keine Investition. (November 2009)"

"Meine Erfahrung ist eher noch, dass ich eigentlich relativ selten über eine Absage informiert werde. Diese behandle ich dann bevorzugt, wenn wieder mal dieselbe Anfrage über mehrere Vermittler reinkommt (bei einer aktuellen Anfrage sind es mittlerweile 7). Britische Vermittler, wo ich auch rel. viele Anfragen erhalte, haben mir überhaupt noch nie eine Absage geschickt (im übrigen auch noch nie eine Zusage, und das bei 8 Jahren Selbständigkeit und weit über 100 Anfragen von denen). Diese haben bei Gesprächen auch noch die Frechheit, mich nach dem Kunden zu fragen, bei dem ich gerade arbeite. Auf meine Gegenfrage, wozu er diese Information denn benötige, bekomme ich irgendwelche Ausreden. In letzter Zeit genervt von solcher Frechheit sage ich denen dann ihren Beweggrund, nämlich bei meinen Kunden zu aquirieren, "ins Gesicht" (am Telefon natürlich) und lege dann auf. Mittlerweile hebe ich gar nicht mehr ab, wenn diese mich anrufen. (November 2009)"

"Dieser Artikel bestätigt meine Erfahrungen in vollem Umfang. Aussagekräftig auch die geringe Anzahl der an dieser Umfrage teilnehmenden Agenturen. In der letzten Woche erhielt ich von einem Vermittler tatsächlich eine Absage. Ich habe mich schon richtig darüber gefreut und mich herzlichst bedankt. Ich bin der Meinung, dass die allermeisten "Projektanbieter" nach wie vor ein Feedback an den Freelancer nach einem Negativbescheid ihrerseits vom Auftraggeber nicht für notwendig halten, weil ja jetzt ohnehin kein Geschäft mit dem Freiberufler zustande kommt. Wozu also der Aufwand? Bringt ja keine Kohle. Und mittel- bis langfristig braucht man hierbei nicht zu denken, da es durch die ganzen Jobbörsen und Ausschreibungsplattformen ein unpersönliches Massengeschäft geworden ist. Jedes Projekt erscheint an fünf (Beispiel) unterschiedlichen Stellen und wird dort dann von vier (Beispiel) Vermittlern gleichzeitig angeboten. (November 2009)"

"Wie wichtig man dieses Thema nimmt, hängt sicher von der eigenen Einstellung zum Markt und den Projektanbietern ab. Ich persönlich sehe es so, dass ich mich auf Projekte (richtig, nicht ein sondern alle, deren ich habhaft werden kann und die mir interessant erscheinen) bewerbe, wenn ein Projektende in Sicht ist. Da ich ja gleichzeitig mehrere Anfragen laufen habe, kann es auch passieren, dass mehrere Zusagen kommen. Ich unterschreibe immer prinzipiell den ersten Vertrag, der bei mir ankommt und der in Ordnung ist. "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst". Da alle beteiligten ja von mir in Kenntnis gesetzt wurden, dass Sie nicht die Einzigsten sind, gibt es lediglich von mir Absagen, wenn nach meiner Annahme eines Projektes noch weitere Vertagsangebote eintrudeln. Ein "Statusbericht" oder eine Absage seitens der Projektvermittler interessiert mich nicht. (November 2009)"

"Sehr gutes Thema, zu ergänzen bleibt, daß die offnen Projekte mit etwas geänderter Aufgabe, reduziertem Stundensatz am gleichen Ort beim gleichen Kunden sehr oft erneut ausgeschrieben werden. Da weiß nimand mehr woran er ist und ob es bereits eine Mehrfachbewerbung ist. (November 2009)"

"Cunctatoren gibt es überall... Da ich nicht zu den gehöre, die mit Vermittlern - die nehmen mich schon lange nicht mehr, weil ich nicht typisches Projektgeschäft mache - arbeiten, bleibt mir die Chance, direkt nachzufragen. (November 2009)"

"Sehr geehrte Damen und Herren, endlich wird mit Hilfe dieser Statistik das wahre Loyalitätsverhältnis der Agenturen zu den Beratern deutlich. Unter Beratern ist das schon länger ein chronisches Thema. Vielen Dank! (November 2009)"

"Ich kann alles bestätigen ;-) Es ist mir schon mehrmals passiert, dass ich - auch trotz Nachfrage - keine Absage erhalten habe. Von einem Projektanbieter aus dem Raum Düsseldorf erhielt ich tel. die Antwort, dass sie bei einer Absage grundsätzlich niemanden informieren (sic!). In einem weiteren Projekt (in den USA) erhielt ich die Zusage, gerade weil ich mehrmals nachfragte. Der Projektleiter sagte mir später, er habe 4 oder 5 Kandidaten für den Job gehabt und sich gesagt, dass ich der richtige sei, weil ich mehrmals nachgefragt und dadurch mein Interesse gezeigt habe. Und schliesslich mein letztes Projekt als Freelancer in der Schweiz (meinem Wohnland): der Anbieter fragte über einen Zeitraum von mehreren Monaten immer wieder mal nach, ob ich interessiert sei. Ich glaubte schon nicht mehr daran, obwohl mittlerweilen sogar ein persönliches Gespräch stattgefunden hatte. Dann, etwa 7-8 Monate nach dem ersten Kontakt, erhielt ich die Zusage. (November 2009)"