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Unter der Lupe: Von Banken und Datenbanken

Die Marktsituation für Datenbanksysteme bei den Bankhäusern,
den IT-Projekt-Arbeitgebern Nummer 1

(März 2002)

Inhalt dieses Artikels:
Der Markt | Stundensätze und Marktchancen

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Dies ist eine Marktstudie aus dem IT-Projektmarktindex, dem Marktindex für IT-Projekte.
 

GULP Information Services untersuchte im IT-Projektmarkt die aktuelle Situation für die wichtigsten Datenbanken im Bankgewerbe. Im Mittelpunkt der Analyse stand die Frage nach den Marktchancen für IT-Freiberufler mit Kenntnissen in den von der Bankbranche gefragten Datenbanksystemen. Die vorliegende Marktanalyse fasst die wesentlichen Ergebnisse der im GULP-o-meter, GULP Trend Analyzer und GULP Stundensatz Kalkulator errechneten Trends zusammen.

Die Zeiten für die deutschen Banken sind hart. Zwar haben die meisten im vergangenen Jahr rote Zahlen vermieden, doch der Druck der Märkte ist enorm: Viele Banken müssen interne strukturelle Probleme lösen. In der Folge haben sie Kostensenkungsprogramme und Restrukturierungs-Maßnahmen eingeleitet. Trotzdem: An oberster Stelle der Top5-Branchen im IT-Projektmarkt stehen nach wie vor die Bankhäuser - und das, obwohl der Marktanteil der Branche seit Februar 2001 um ein Drittel geschrumpft ist. Wie aber passen derzeit Nachfrage- und Angebotssituation im Bereich Datenbanken beim IT-Projekt-Arbeitgeber Nummer 1 zusammen? Diese Frage nahmen wir in der vorliegenden Marktstudie unter die Lupe.

 

Der Markt: Die monatlichen Projektanfragen aus dem Bankenumfeld nach oben
   
In aller Kürze:
o Oracle verliert: Innerhalb der letzten 12 Monate haben die Banken ihre Nachfrage nach dem Redwood-Produkt um fast die Hälfte zurückgefahren.
o DB2 ist jetzt der Klassenprimus der Banken. Seit zwei Monaten führt das Datenbanksystem von IBM das Feld an.
o

IMS widersetzt sich dem rückläufigen Trend. Die Nachfrage der Banken erreicht im Februar 2002 den höchsten Marktanteil seit 12 Monaten.

o MS Access: Die von vielen IT-Freiberuflern bevorzugte Datenbank von Microsoft spielt in der Bankbranche kaum eine Rolle.

Dass die Umstrukturierung der Banken nicht ohne Folgen bleiben kann, zeigt auch ein Blick auf den IT-Projektmarkt (Abbildung 1): Der Marktanteil von IT-Projekten aus dem Banken-Umfeld ist in den letzten 12 Monaten um ein Drittel zurückgegangen. Lagen die Projektanfragen der Banken im Februar 2001 noch bei 30,6 Prozent, sind es (nach einer kleinen Aufwärtsbewegung) im Februar 2002 noch 19,1 Prozent. Damit bleiben die Banken jedoch immer noch IT-Projekt-Arbeitgeber Nummer 1.

 

 

 

Projektanfragen aus dem Banken-Umfeld

Die monatliche Entwicklung der Projektanfragen in Prozent für die Bankbranche.

Abbildung 1: Die monatliche Entwicklung der Projektanfragen in Prozent für die Bankbranche.

Hat der negative Trend bei den Projektanfragen Auswirkungen auf die in den Projekten geforderten Skills? GULP hat hierzu die aktuelle Situation für verschiedene Datenbanksysteme untersucht. Die Abbildungen 2 und 3 fassen das Ergebnis einer Analyse von 31.021 Projektanfragen, die von Februar 2001 bis Februar 2002 über den GULP Server an IT-Freiberufler gingen, zusammen. Wir haben in dieser Analyse Oracle, DB2, IMS und Access verglichen. MS Access spielt zwar im Bankenbereich nur eine untergeordnete Rolle, zählt aber bei IT-Freiberuflern zu den bevorzugten Datenbanksystemen (vgl. Tabelle 1).

Oracle hat es schwer: Die Projektanfragen für die Datenbank aus Redwood haben sich in den letzten 12 Monaten nahezu halbiert. Fragten die Bankhäuser im Februar 2001 noch in 7,8 Prozent aller Projektanfragen der Branche nach Oracle-Experten, so trifft dies heute - ein Jahr später - auf nur noch 3,5 Prozent der Projektanfragen zu.

DB2 ist nach einer kurzen Flaute wieder im Aufwind und erreicht mit 6,7 Prozent im Februar 2002 fast wieder den Vorjahres-Wert von 7,4 Prozent. Damit wird das Datenbanksystem von IBM zur am häufigsten nachgefragten Datenbank in der Bankbranche.

IMS kann nach einer fünfmonatigen Durststrecke wieder zulegen. Die Nachfrage der Banken erreicht im Februar 2002 mit 2,3 Prozent den höchsten Marktanteil seit 12 Monaten.

MS Access: Ganze 0,1 Prozent aller Projektanfragen aus dem Banken-Umfeld konnte Microsofts Datenbank im Februar 2002 für sich verbuchen. Diese Erkenntnis ist für Microsoft-Anhänger ernüchternd: Die Banken als die größten Arbeitgeber im IT-Projektmarkt brauchen keine Access-Experten.

Die monatliche Entwicklung der Projektanfragen in Prozent für Oracle und DB2.

Die monatliche Entwicklung der Projektanfragen in Prozent für Access und IMS.

Abbildung 2: Die monatliche Entwicklung
der Projektanfragen in Prozent für
DB2 und Oracle aus der Bankbranche.
Abbildung 3: Die monatliche Entwicklung
der Projektanfragen in Prozent für
MS Access und IMS aus der Bankbranche.
Oracle DB2
MS Access IMS

 

Suchanfragen im GULP Roboter
Datenbank
Durchschnitt
Oracle
4,89 %
MS Access
2,11 %
DB2
1,45 %
IMS
0,37 %
Tabelle 1: Vergleich der durchschnittlichen Suchanfragen im GULP Roboter für Datenbank-Projekte von Feb 01 bis Feb 02

Zum Vergleich: Welche Datenbanken werden von IT-Freiberuflern gesucht? Die Rangfolge der im GULP Roboter gesuchten Datenbank-Projekte veränderte sich in den letzten 12 Monaten kaum. In der Gunst der IT-Freiberufler rangiert das Datenbanksystem von Oracle ganz oben. Dies bestätigt auch der entsprechende Chart der am häufigsten im GULP Roboter gesuchten Datenbank-Projekte (siehe auch GULP-o-meter). Durchschnittlich knapp fünf Prozent der Projekt-Suchen beziehen sich auf die Datenbank aus Redwood.

Auf Platz zwei findet sich Microsofts Access-Datenbank, welches in etwas mehr als zwei Prozent der Fälle von IT-Freiberuflern gesucht wird. Access spielt in der Bankbranche zwar kaum eine Rolle, ist aber offensichtlich eine von vielen IT-Freiberuflern bevorzugte Datenbank.

 

 

Die Stundensätze und Marktchancen nach oben
   
In aller Kürze:
o Die Stundensätze sinken allerorten!
o MS Access hat derzeit bei Bank-Projekten keine Bedeutung.
o Derzeit gute Marktchancen für Bank-Projekte bieten DB2 und IMS .
o Oracle ist trotz zurückhaltender Nachfrage der Bankbranche für IT-Freiberufler attraktiv.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Lohnniveau im IT-Projektmarkt sinkt! Insgesamt betrachtet lässt sich ein Trend zu niedrigeren Stundensätzen ausmachen. Waren zur Mitte des vergangenen Jahres - im Juni 2001 - die Honorarsätze noch tendenziell am Steigen, so ist die Situation zu Beginn des Jahres 2002 eine gänzlich andere.

Neben den Stundensätzen haben wir in dieser Marktstudie auch die Marktchancen für Datenbank-Spezialisten auf dem Bankenmarkt untersucht (vgl. Tabelle 2).

Oracle: Im Vergleich zu Juni 2001 stieg der Anteil der Freiberufler, die über Oracle-Kenntnisse verfügen, um drei Prozent. Durchschnittlich werden bei knapp 5 Prozent aller Suchanfragen im GULP Roboter Oracle-Projekte gesucht. Die schwachen 3,5 Prozent aller Projektanfragen der Bankhäuser für den Marktführer Oracle spiegeln die augenblicklich zögerliche Nachfragesituation wider. Eine Folge davon ist, dass der Stundensatz leicht fällt: Waren Oracle-Experten im Juni 2001 noch EUR 80 wert, bekommen sie im Februar 2002 einen Euro weniger. Oracle-Kenntnisse werden derzeit auf dem allgemeinen IT-Projektmarkt in 16 Prozent aller Projektanfragen gefordert. Trotz der geringen Nachfrage aus dem Banken-Umfeld bleibt Oracle eine stark nachgefragte Qualifikation in IT-Projekten.

Entwicklung des Stundensatzes für Oracle-Experten im Vergleich zu den Stundensätzen aller bei GULP eingetragenen hauptberuflichen IT-Freiberufler
Oracle
alle bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler
Abbildung 4: Entwicklung des Stundensatzes für Oracle-Experten im Vergleich zu den Stundensätzen aller bei GULP eingetragenen hauptberuflichen IT-Freiberufler.

MS Access: Obwohl Access mit einem durchschnittlichen Anteil von 2,1 Prozent Platz zwei bei den Suchen nach Datenbank-Projekten im GULP Roboter einnimmt (siehe Tabelle 1), spielt MS Access bei Bank-Projekten kaum eine Bedeutung. 46 Prozent der IT-Freiberufler haben Kenntnisse in der MS Office-Datenbank, jedoch nur 0,1 Prozent der Projektanfragen verlangen MS Access. Das spiegelt sich auch in dem unterdurchschnittlichen Stundensatz wieder. Dieser fällt von EUR 67 im Juni 2001 auf EUR 65 im Februar 2002.

Entwicklung des Stundensatzes für Access-Experten im Vergleich zu den Stundensätzen aller bei GULP eingetragenen hauptberuflichen IT-Freiberufler
MS Access
alle bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler
Abbildung 5: Entwicklung des Stundensatzes für Access-Experten im Vergleich zu den Stundensätzen aller bei GULP eingetragenen hauptberuflichen IT-Freiberufler.

DB2: Bei diesem Datenbanksystem von IBM ist sowohl die Zahl der Projektanfragen als auch die Zahl der Datenbankexperten gestiegen (Februar 2002: 14 Prozent). Wer also hier über Kenntnisse verfügt, hat gute Chancen, bei einem Bank-Projekt zum Einsatz zu kommen. Die Stundensätze sinken von EUR 83 im Juni 2001 auf EUR 80 im Februar 2002.

Entwicklung des Stundensatzes für DB2-Experten im Vergleich zu den Stundensätzen aller bei GULP eingetragenen hauptberuflichen IT-Freiberufler
DB2
alle bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler
Abbildung 6: Entwicklung des Stundensatzes für DB2-Experten im Vergleich zu den Stundensätzen aller bei GULP eingetragenen hauptberuflichen IT-Freiberufler.

IMS: Drei Prozent der IT-Freiberufler verfügen über Kenntnisse in IMS. Damit ist die Zahl gegenüber Juni 2001 konstant geblieben. Zur Zeit können sich IMS-Spezialisten über ein Nachfragewachstum aus der Bankbranche freuen, was die Marktchanchen erheblich verbessert. Allerdings gibt es weniger Geld: Bei den Spitzenverdienern im IT-Projektmarkt fällt der Stundensatz am stärksten ab. Wurden im Juni 2001 noch EUR 86 gezahlt, liegt der Stundensatz im Februar bei derzeit EUR 82.

Entwicklung des Stundensatzes für IMS-Experten im Vergleich zu den Stundensätzen aller bei GULP eingetragenen hauptberuflichen IT-Freiberufler
IMS
alle bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler
Abbildung 7: Entwicklung des Stundensatzes für IMS-Experten im Vergleich zu den Stundensätzen aller bei GULP eingetragenen hauptberuflichen IT-Freiberufler.

Wie sehen auf dem Bankenmarkt die Marktchancen für IT-Freiberufler in den gängigsten Datenbanksystemen aus? Tabelle 2 stellt die Anzahl der bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler, die über Kenntnisse in den einzelnen Datenbanksystemen verfügen, der Zahl an monatlichen Projektanfragen aus dem Banken-Umfeld gegenüber. Aus dem Verhältnis der beiden Werte haben wir einen Index errechnet, der die Einschätzung der aktuellen Marktchancen zulässt. Je höher der Index, desto größer die Aussichten auf ein Datenbank-Projekt bei einem Kreditinstitut.

Datenbank
Freiberufler mit DB-Kenntnissen
Projektanfragen aus dem Banken-Umfeld
Marktchancen
Stundensatz
in EUR
Aktuelle
Projekte
im GULP
Roboter
06/01
02/02
06/01
02/02
06/01
02/02
06/01
02/02
Oracle
25 %
28 %
3,8 %
3,5 %
0,15
0,13
80
79
>>
MS Access
43 %
46 %
0,6%
0,1 %
0,01
0,00
67
65
>>
DB2
11 %
14 %
4,9 %
6,7 %
0,45
0,48
83
80
>>
IMS
3 %
3 %
1,9 %
2,3 %
0,63
0,77
86
82
>>
Tabelle 2: Vergleich der Marktchancen für die aus der Bankbranche nachgefragten Datenbanksysteme.

 

Erläuterungen zu Tabelle 2
Datenbank Die am häufigsten nachgefragten Datenbanksysteme im IT-Projektmarkt.
Freiberufler mit DB-Kenntnissen Anteil der IT-Freiberufler, die über fachliche Kenntnisse im jeweiligen Datenbanksystem verfügen.
Projektanfragen aus dem Banken-Umfeld Anteil der monatlichen Projektanfragen aus dem Bankenumfeld, in der die jeweilige Datenbank gefragt war.
Marktchancen Anzahl der Projektanfragen im Verhältnis zur Anzahl der IT-Freiberufler.
Je größer dieser Wert ist, desto besser sind die Marktchancen.

  Gute Marktchancen
  Schlechte Marktchancen
Stundensatz in EUR Der marktübliche Stundensatz eines IT-Freiberuflers mit der jeweiligen Datenbank als fachlichem Schwerpunkt.
Aktuelle Projekte im GULP Roboter Eine Suchmöglichkeit nach aktuellen Projektangeboten im GULP Roboter vervollständigen das Datenmaterial.
 

 

Fazit nach oben
   

Der Marktanteil von IT-Projekten aus dem Banken-Umfeld ist in den letzten 12 Monaten um ein Drittel zurückgegangen. Doch nach wie vor steht das Bankgewerbe als IT-Projekt-Arbeitgeber an der Spitze des Branchen-Rankings. Die besten Chancen auf ein Datenbank-Projekt im Banken-Umfeld haben derzeit Freiberufler, die über Kenntnisse in den Bereichen DB2 oder IMS verfügen.

Hinsichtlich der Stundensätze ist das eingetreten, was viele schon seit längerem befürchtet (manche sogar herbeigesehnt) haben: Der Trend verzeichnet einen Vorzeichenwechsel und die Honorare sinken - aber nur einen Hauch.

 

 

Die Stichprobe nach oben
   

Die vorliegende Marktanalyse der monatlichen Entwicklung der Projektanfragen beruht auf der statistischen Auswertung von 31.021 Projektangeboten, die IT-Freiberuflern von Februar 2001 bis Februar 2002 über den GULP-Server zugestellt wurden. Das Datenmaterial wird durch Informationen aus den Profilen der über 30.560 bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler (Stand 01.02.2002) ergänzt. Insgesamt repräsentiert die Datenbasis der vorliegenden Marktanalyse mehr als 88 Prozent des deutschen IT-Projektmarktes.

 

 


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