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Unter der Lupe: Alt gegen Jung

DB2 im Vergleich zu Oracle im Aufwärtstrend

(Februar 2001 )
Inhalt dieses Artikels:
Der Markt | Das Geld | Fazit | Stichprobe
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Dies ist eine Marktstudie aus dem IT-Projektmarktindex, dem Marktindex für IT-Projekte.
 

Im Tauziehen um die Vorherrschaft im Reich der Datenbanken tut sich etwas. Einem leicht rückläufigen Trend der Projektanfragen zum Trotz, kann DB2 im Vergleich zum "Erzrivalen" Oracle punkten und ein tendenzielles Nachfrageplus für sich verbuchen. Setzt DB2 nun zur großen Aufholjagd an?

GULP Information Services untersuchte die aktuelle Situation im IT-Projektmarkt und verglich die Marktsituation der beiden Datenbanksysteme. Vorliegende Marktanalyse fasst die wesentlichen Ergebnisse der in GULP-o-meter, GULP Trend Analyzer und GULP Stundensatz Kalkulator errechneten Trends zusammen.

 

Der Markt: Die monatlichen Projektanfragen
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Die Analyse der Projektanfragen für Datenbank-Spezialisten offenbart für den Januar 2001 insgesamt einen leicht rückläufigen Trend. Für Oracle bedeutet das ein vorläufiges Ende der Nachfrage-Hochphase. Im Schnitt wurde im vergangenen Jahr in 22,5 Prozent aller Projektanfragen Oracle als Qualifikation gefordert. Ein Spitzenwert wurde im Oktober 2000 mit 26,5 Prozent aller Anfragen erreicht. Da nehmen sich die aktuellen 19 Prozent im Januar 2001 vergleichsweise mager aus.

DB2 kommt mit einem Jahresdurchschnitt von immerhin 8,5 Prozent auf Platz 2 der Datenbanken. Jedoch lässt sich seit Oktober 2000 ein Aufwärtstrend beobachten - diametral zum Nachfrageverhalten für Oracle. So schließt DB2 das Jahr 2000 mit einem Nachfragespitzenwert von 14,2 Prozent im Dezember ab. Im Januar 2001 folgen die Projektanfragen für DB2 dem allgemeinen Trend nach unten, bleiben mit beinahe 12 Prozent aber auf überdurchschnittlich hohem Niveau. Abbildung 1 fasst die Entwicklung der Projektanfragen zusammen.

Entwicklung der monatlichen Projektanfragen für Oracle und DB2

Oracle
DB2
Abbildung 1: Entwicklung der monatlichen Projektanfragen für Oracle und DB2

Wo werden die Datenbank-Projekte abgewickelt? Abbildung 2 gibt die regionale Verteilung der Projektanfragen für die beiden Datenbanksysteme nach Ländern und Postleitzahlengebieten wieder. Die statistische Verteilung unterstreicht die dominante Stellung des Postleitzahlengebietes D6 rund um Mainhattan. Frankfurt am Main muß als Datenbank-Hochburg gelten: der Frankfurter Bankenbereich zieht etwa 24 Prozent aller Projektanfragen für DB2 und knapp 20 Prozent der Nachfrage für Oracle auf sich. Gefolgt werden diese Spitzenwerte von den Bayern. 12 Prozent aller DB2 und fast 15 Prozent aller Oracle Projektanfragen entfallen auf D8 rund um München. Projektanfragen für die Nachbarländer Österreich und Schweiz sind eher selten. Nur um die 2 Prozent der Anfragen gehen nach Austria, die Eidgenossen erhalten nur 0,6 Prozent.

Verteilung der Projektanfragen nach Länder und Postleitzahlengebiete

Oracle
DB2
Abbildung 2: Verteilung der Projektanfragen nach Länder und Postleitzahlengebiete.
 

 

Das Geld: Die Stundensätze
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Projekte in Sachen Datenbanken bringen überdurchschnittliche Stundensätze. Die statistische Verteilung der Honorarforderungen von IT-Freiberuflern, die über entsprechende Kenntnisse in Oracle verfügen, weist eine zweigipflige Charakteristik auf. Die Spitzenwerten liegen bei DM 130 und DM 150 (siehe Abbildung 3). Dabei entfallen auf den Bereich zwischen DM 120 und DM 160 mehr als 70 Prozent aller Stundensatzforderungen für dieses Datenbanksystem. Der marktübliche mittlere Stundensatz pendelt sich bei DM 146 ein.

Im Falle von DB2 zeigt sich ein breites Gipfelplateau bei DM 140 und DM 150. Etwa 40 Prozent aller Freiberufler, die ein DB2-Projekt übernehmen, haben in diesem Bereich ihre Honorarforderungen angesetzt, der mittlere Stundensatz liegt bei DM 149.

Die prozentuale Verteilung der Stundensatzforderungen für Oracle bzw. DB2-Projekte

Oracle
DB2
Abbildung 3: Die prozentuale Verteilung der Stundensatzforderungen für Oracle bzw. DB2-Projekte.

Reine DB2-Spezialisten verdienen mehr als ihre auf Oracle spezialisierte Kollegen. Während der Freiberufler mit fachlichen Schwerpunkt Oracle sich über DM 149 freuen kann, streicht der DB2-Experte DM 153 in der Stunde ein. Damit liegen beide Datenbank-Spezialisten über dem marktüblichen mittleren Stundensatz aller Freiberufler von DM 142. Die Abbildungen 4 und 5 zeigen die Entwicklung der interessierenden Stundensätze im Zeitvergleich. Besonders der markante Einbruch der Stundensätze im August 1999 fällt bei den DB2-Spezialisten ins Auge. Seitdem steigen die Stundensätze wieder, haben aber noch nicht das Niveau von DM 155 im Februar 1999 erreicht. Die Honorar-Entwicklung der Oracle-Profis dagegen geht eher kontinuierlich nach oben.

Die Entwicklung des Stundensatzes für einen reinen DB2-Spezialisten im Vergleich zum durchschnittlichen marktüblichen Stundensatz.

Mittlerer Stundensatz aller eingetragenen IT-Freiberufler (hauptberuflich)
Mittlerer Stundensatz der Freiberufler mit fachlichem Schwerpunkt DB2
Abbildung 4: Die Entwicklung des Stundensatzes für einen reinen DB2-Spezialisten im Vergleich zum durchschnittlichen marktüblichen Stundensatz.

Die Entwicklung des Stundensatzes für einen reinen Oracle-Spezialisten im Vergleich zum durchschnittlichen marktüblichen Stundensatz

Mittlerer Stundensatz aller eingetragenen IT-Freiberufler (hauptberuflich)
Mittlerer Stundensatz der Freiberufler mit fachlichem Schwerpunkt Oracle
Abbildung 5: Die Entwicklung des Stundensatzes für einen reinen Oracle-Spezialisten im Vergleich zum durchschnittlichen marktüblichen Stundensatz.

Beim Thema Stundensatz lohnt es, das Alter der Datenbank-Experten unter die Lupe zu nehmen. Wie zu erwarten zählen DB2-Spezialisten zu den eher älteren Semestern der Freiberufler-Szene. So sind 44 Prozent der Experten über 45 Jahre alt, das Durchschnittsalter liegt bei etwa 42 Jahren. Oracle-Spezialisten sind da ein ganzes Stück jünger. Hier haben mehr als 65 Prozent den 40. Geburtstag noch vor sich. Das Durchschnittsalter liegt bei 36 Jahren - das ist genau der Altersschnitt der 20.000 bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler. Abbildung 6 zeigt die Altersverteilung.

Der Altersunterschied mag auch eine Erklärung für die höheren Stundensätze abgeben: DB2-Experten sind lange im Geschäft und kennen ihre Projektanbieter. Zudem haben diese "alte Hasen" ein besseres Standing bei der Projektakquise und wirken wohl auch seriöser und vertrauensvoller.

Die prozentuale Verteilung des Lebensalters für Oracle- bzw. DB2-Spezialisten.

Oracle
DB2
Abbildung 6: Die prozentuale Verteilung des Lebensalters für Oracle- bzw. DB2-Spezialisten.
 

 

Fazit
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Sicherlich, DB2 kann am Thron von Oracle nicht sägen. Trotz tendenzieller Einbußen bei den Projekt-anfragen bleibt die Oracle Vormachtstellung bei den Datenbanksystemen unangetastet. Dafür spricht auch das Urteil der Freiberufler. In der Beliebtheitsskala der Freiberufler im GULP-o-meter hat Oracle die Nase ganz weit vorne. So nahmen projektsuchende Freiberufler im Januar 2001 etwa 1.600 Recherchen im GULP Roboter nach einem Oracle-Projekt vor. DB2 landet da mit 378 Projektsuchen erst auf dem dritten Platz der "most wanted" Datenbanken.

 

 

Die Stichprobe
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Vorliegende Marktanalyse beruht auf der statistischen Auswertung von 33.077 Projektangeboten, die seit Dezember 1999 IT-Freiberuflern über den GULP-Server zugestellt wurden. Das Datenmaterial wird durch Information aus den Profilen der über 20.000 bei GULP eingetragenen IT-Freiberuflern und Angaben zum Nachfrageverhalten großer IT-Anwenderfirmen vervollständigt. Letztere basieren auf den Log-Dateien des GULP Dienstleister Guides. Dieses spezialisierte Online-Verzeichnis der IT-Dienstleister ist Anlaufstelle für alle Unternehmen, die einen geeigneten Partner und Subunternehmer für ihre anstehenden IT-Projekte suchen. Die Informationen aus dem GULP Dienstleister Guide geben zuverlässig darüber Aufschluss, welche Subunternehmer aktuell gesucht werden. Insgesamt repräsentiert die Datenbasis vorliegender Marktanalyse mehr als 80 Prozent des deutschen IT-Projektmarktes.

 

 


Kommentare zu diesem Artikel:

"... eine gute Übersicht mit der Möglichkeit, den Markt grob einzuschätzen. (Dezember 2002)"


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