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Marktstudie: IT-Positionen - Projektchancen und Stundensätze

(Juli 2006)
Inhalt dieses Artikels:
Begehrte Software-Entwickler | IT-Trainer regional weniger festgelegt | Mit dem Alter steigen anspruchsvolle Funktionen | IT-Berater und Projektleiter verdienen am besten | Die Kombination macht's
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Im Allgemeinen ist der Mensch gerade in den Sachen richtig gut, die ihm am meisten Spaß und Freude bereiten. Jedoch lässt sich mit Spaß alleine nicht immer auch Geld verdienen, weshalb mancher IT-Freiberufler bei seinen ausgeübten Tätigkeitsfeldern oft mehrgleisig fährt. In welchen Positionen besonders oft externe IT-Spezialisten gesucht werden und was sich je nach Position verdienen lässt, behandelt diese Marktstudie.

Untersucht wurden die Positionen, in denen mindestens ein Drittel der bei GULP registrierten IT-Freiberufler einsetzbar sind. Zu diesen zählen Software-Entwicklung/Programmierung, IT-Beratung/Consulting, IT-Training, Projektleitung und Administration. Bei der Analyse wurde keine speziellen Skills oder Qualifikationen berücksichtigt, sondern nur die vorgenannten IT-Positionen.

 

Begehrte Software-Entwickler nach oben
   

Kaum neu sein wird für viele IT-Freiberufler die Beobachtung, dass die Position Software-Entwickler im IT-Projektmarkt am häufigsten gesucht wird. In den vergangenen zwölf Monaten wurde sie in jedem zweiten Projektangebot (50,4 %) nachgefragt. Die meisten Projektangebote gab es bei nahezu allen der hier untersuchten Positionen zum Jahreswechsel 2006.

Anteil angebotener Projekte je Position bezogen auf alle über GULP gelaufene Projekte

Zum klassischen Einsatzgebiet freiberuflicher IT-Spezialisten zählt demnach die Konzeption, Implementierung und Anpassung von Software-Anwendungen oder einzelner Software-Bausteine. Dass ein neutraler Blick auf unternehmensinterne IT-Strukturen sehr viel effizienter sein kann, lässt der mit durchschnittlich 21,9 % doch recht ansehnliche Projektanteil für IT-Berater vermuten. Damit geben nicht wenige Unternehmen die Analyse von Ablauforganisationen, sowie Prüfung und Umsetzung von IT-Lösungen in externe Hände.

Verstärkt auf externes Know-how wird auch bei der Installation, Konfiguration, Überwachung und Pflege von Datenbanken, vernetzten Systemen, System- und Anwendungssoftware gesetzt: Mit einem durchschnittlichen Anteil angebotener Projekte von 11,9 % belegen die Administratoren den dritten Rang. Die wesentlich geringere Nachfrage bei den Positionen Projektleitung (6,1 %) und IT-Training (3,0 %) liegt auf der Hand: Ein Team wird immer nur von einem Projektleiter geleitet, genauso wie eine Schulungsmaßnahme meist immer nur von einem IT-Trainer durchgeführt wird. Damit ist der mengenmäßige Bedarf bei diesen Berufsrollen von Haus aus geringer als beispielsweise bei den Software-Entwicklern. Hinzu kommt, dass diese Positionen gerne auch mal mit internen Mitarbeitern besetzt werden, weil diese das Unternehmen und seine Anforderungen besser kennen.

 

 

IT-Trainer regional weniger festgelegt nach oben
   

Alle fünf Positionen werden im Frankfurter (PLZ D6) und bayerischen Raum (PLZ D8) am häufigsten gesucht. Freiberufliche IT-Trainer, für die Projektangebote eher Mangelware sind, sollten bei der Suche nach Aufträgen die Gebiete um Halle-Leipzig-Dresden (D0), Düsseldorf (D4), Köln (D5) und Nürnberg (D9) näher ins Auge fassen.

Regionale Verteilung der Projektanfragen je nach Position
Zeitraum Juni 2005 – Juni 2006

PLZ D0 D1 D2 D3 D4 D5 D6 D7 D8 D9
alle Projektanfragen 2,1% 5,5% 8,5% 5,0% 8,3% 11,1% 21,8% 10,7% 19,6% 5,0%
SW-Entwicklung 2,2% 5,9% 9,0% 4,9% 7,9% 10,4% 20,4% 11,6% 20,2% 5,3%
Beratung 1,8% 5,2% 9,2% 5,1% 9,0% 11,3% 22,9% 9,6% 18,2% 4,9%
Administration 2,0% 6,1% 7,3% 5,2% 8,7% 10,6% 24,4% 10,6% 18,9% 4,2%
Projektleitung 2,0% 5,3% 9,3% 4,7% 8,9% 11,1% 19,8% 11,2% 20,1% 4,7%
IT-Training 2,6% 5,8% 8,6% 4,4% 9,4% 11,8% 21,5% 8,7% 18,2% 5,8%

Die Bereitschaft zur Mobilität vorausgesetzt, sind damit vielversprechende Einsatzorte für IT-Trainer regional breiter gestreut. Externe Administratoren sind besonders begehrt im Bankenumfeld Frankfurt am Main (D6). Für Software-Entwickler sind die Perspektiven im Stuttgarter und Münchner Raum (D7, D8) aussichtsreich. Freiberufliche Projektleiter und Berater sollten ihr Glück auch im Norden der Republik (D2) versuchen.

 

 

Mit dem Alter steigen anspruchsvolle Funktionen nach oben
   

Die Projektangebote für externe Projektleiter und IT-Trainer sind rar, so dass es hier besonders auf die Erfahrung und einschlägigen Qualifikationen der IT-Spezialisten ankommt. Während in der Software-Entwicklung und Administration noch viele jüngere IT-Freiberufler zu finden sind, dominieren in den beratenden und leitenden Funktionen die "alten Hasen":

Altersverteilung freiberuflicher IT-Spezialisten je Position

Ein Team zu leiten oder den Kunden beim Finden der bestmöglichen Unternehmenslösung zu beraten, erfordert vor allem auch spezielle Branchen- und Unternehmenskenntnisse. Diese werden meist nur mit entsprechend langjähriger Projektpraxis erworben. Für unerfahrene und damit oft auch jüngere IT-Freiberufler ist der Projekteinstieg über die Position als Software-Entwickler oder Administrator aussichtsreicher, auch wenn die drei anderen Funktionen höhere Honorare versprechen.

 

 

IT-Berater und Projektleiter verdienen am besten nach oben
   

Die Stundensatzforderungen für die jeweilige Position wurden mit dem Stundensatzkalkulator ermittelt. Die verlangten Honorare in den einzelnen Tätigkeitsfelder sind klar verteilt. Ganz oben rangieren IT-Berater und Projektleiter mit aktuell 78 Euro bzw. 73 Euro, das Schlusslicht bilden die Administratoren mit derzeit 60 Euro.

Stundensatzforderungen freiberuflicher IT-Spezialisten je Position

Nach einer längeren finanziellen Durststrecke haben sich die Stundensätze bei allen fünf Positionen wieder auf einem stabilen Niveau eingependelt. Berater, Trainer, Entwickler und Administratoren haben ihre Honorarforderungen sogar leicht angehoben. Insofern ergeben sich für externe IT-Spezialisten in jeder Position wieder bessere Verdienstmöglichkeiten. Berücksichtigt man nun noch die Projektchancen in den einzelnen Tätigkeitsfeldern lässt sich zusammenfassend folgendes Fazit ziehen:

Die meisten Aufträge für externe IT-Mitarbeiter gibt es in der Software-Entwicklung. Mit aktuell 65 Euro pro Stunde liegen die geforderten Honorare in dieser Position zudem im guten Mittelfeld. Gerade für Einsteiger mit geringer Berufspraxis dürfte die Konzentration auf diesen Aufgabenbereich deshalb vielversprechend sein. Ebenfalls begehrt sind freiberufliche IT-Berater, die überdurchschnittliche Honorare erzielen können.

 

 

Die Kombination macht's nach oben
   

Es darf nicht außer Acht gelassen werden, dass diese Marktstudie nur die einzelnen Positionen untersucht hat, nicht aber deren Kombination mit weiteren Qualifikationen. Je spezieller die Anforderungen z.B. an einen Projektleiter sind, desto wahrscheinlicher ist auch, dass externes Know-how eingekauft werden muss. Es kommt also immer darauf an, auf welche Programmiersprache, welches Betriebssystem oder Datenbank sich ein Freiberufler spezialisiert hat. Hinweise, welche Skill-Kombinationen gute Marktchancen haben, lassen sich mit den GULP Tools Trend Analyzer und Stundensatz Kalkulator nachprüfen. Beispielsweise verlangen SAP BW Berater ein Stundenhonorar von 80 Euro, ABAP Entwickler kommen auf 76 Euro pro Stunde. Damit liegen sie über den Stundensätzen der Positionen Berater und Entwickler.

 

 
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Kommentare zu diesem Artikel:

"Es sei mal zu beachten bei solchen Veröffentlichungen, daß der Kunde alle Spezialisierungen in einer Person wünscht. Dann soll er auch das 4-5fache dafür bezahlen (November 2011)"

"Man kann auch als Administrator gut abschneiden - aber das geht wohl nur mit Spezial-Know-How (und natürlich einem Kunden, der nicht nur über den Einkauf akquiriert...). (Mai 2007)"

"Eine stärkere Differenzierung der Berufsbilder wäre schön. Mir fehlen z.B. Analytiker, Designer und Tester. (November 2006)"

"zu global, Branche wäre schon sehr wichtig, da es da ja z.T. gehörige Unterschiede gibt. (August 2006)"

"Oberflächlich, kaum Aussgagekraft oder Informationswert (August 2006)"

"Die angegebenen Stundensätze sind nicht immer repräsentativ, da noch nicht alle Stundensätze "all-in" sind. Vor 2 oder 3 Jahren gab es Reisekosten zumeist noch als Aufschlag auf den Stundensatz, inzwischen immer mehr als reine Kosten des Freiberuflers. 80 Euro in 2006 können also deutlich weniger sein als 80 Euro in 2005. (August 2006)"

"Was mich wundert ist, dass die Beratung besser bezahlt werden soll als die Projektleitung. Ist in meinen Umfeld eigentlich eher umgekehrt. (August 2006)"

"Sagt die Altersverteilung etwa auch aus, daß es keine jüngeren IT-Kollegen gibt? Oder diese nur nicht gulp.de nutzen? (Juli 2006)"

"Die vorliegende Marktstudie ist kompakt und sehr informativ. (Juli 2006)"

"Gerade die Preise für die IT-Trainer sind schwer nachzuvollziehen. Mir ist bisher noch nicht aufgefallen, dass die Anbieter mit einem Stundensatz von 25 EUR unter Trainermangel leiden, bloß weil viele Kollegen (mich eingeschlossen) da noch lange nicht "ja" sagen. (Juli 2006)"

"Sehr gut recherchiert (habt natürlich auch die entsprechende Datenbasis), aber für den einzelnen Freelancer eine gute Quelle. (Juli 2006)"


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