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Marktstudie: ITIL-Spezialisten zunehmend gefragter

(März 2006)

Inhalt dieses Artikels:
Nachfrage zieht an | Vorreiterregion D6 | Mit Erfahrung bessere Karten | Überdurchschnittliche Honorare

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Dies ist eine Marktstudie aus dem IT-Projektmarktindex, dem Marktindex für IT-Projekte.
 

Wer sich mit der Optimierung von IT-Geschäftsprozessen beschäftigt, stolpert zwangsläufig über den Begriff "ITIL". ITIL ist die Abkürzung für "Information Technology Infrastructure Library" - ein in den Achtzigerjahren entstandener Regelkatolog mit best practice Methoden für das IT-Service-Management. Mit ITIL lassen sich IT-Prozesse definieren und anhand der erprobten Standards effektiv und effizient umsetzen. Oberstes Ziel ist dabei die Einhaltung der mit dem Kunden vereinbarten Service Level und die Erbringung qualitativ hochwertiger IT-Dienstleistungen. Mittlerweile hat sich ITIL als weltweiter De-Facto-Standard im IT-Management etabliert.

Da die Optimierung der IT-Infrastruktur angesichts wachsender Unternehmensanforderungen immer wichtiger wird, beschäftigen sich auch immer mehr Unternehmen in Deutschland mit ITIL. Bereits in einer GULP Umfrage aus dem Jahr 2004 waren mehr als die Hälfte der Projektanbieter überzeugt, dass ITIL zukünftig für Unternehmen immer unverzichtbarer werde. Höchste Zeit also, nach mehr als einem Jahr die Position von ITIL im IT-Projektmarkt mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

 

Nachfrage zieht an
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Wie bereits vor rund anderthalb Jahren von den befragten Projektanbietern prognostiziert, scheint ITIL für Unternehmen tatsächlich immer wichtiger zu werden, denn die Nachfrage nach ITIL-Beratern ist gestiegen. So hat sich der Anteil der Projektangebote, in denen ITIL-Know-how gesucht wurde, innerhalb von zwei Jahren von durchschnittlich 0,6 % (2003) auf 1,6 % (2005) nahezu verdreifacht.

 
   
Anteil der Projektangebote für den Skill ITIL in den Jahren 2003 bis 2005
 
   

Der Untersuchungszeitraum 2003 bis 2005 dokumentiert eine jährlich steigende Nachfrage nach der Qualifikation ITIL, wobei der Anteil der Projektangebote in der zweiten Jahreshälfte immer deutlich höher ausfiel. Zwar startete das Jahr 2005 nicht ganz so stark wie in den Vorjahren, legte aber im Jahresverlauf auf deutlich höherem Niveau zu. Und obwohl es normalerweise gerade zum Jahresausklang im IT-Projektmarkt etwas ruhiger ist, steigerte sich der Anteil der Projektangebote im Weihnachtsmonat 2005 auf 3,1 % und damit seinen vorläufigen Bestwert.

Eine genaue Analyse von 100 Profilen der 1.124 bei GULP eingetragenen ITIL-Experten ergab, dass diese im Jahr 2005 durchschnittlich 8,3 Projektanfragen erhielten. Im gleichen Zeitraum wurden an die rund 55.000 bei GULP registrierten Freiberufler insgesamt 71.146 Projektanfragen gestellt – im Schnitt bedeutet das 1,3 Anfragen pro Freiberufler. Damit bekamen ITIL-Spezialisten durchschnittlich 6,4 mal so viele Projektanfragen.

Aktuelle Projektangebote, in denen ITIL-Know-how gefragt ist, finden Sie im GULP Roboter.

 

 

Vorreiterregion D6
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Banken und Versicherungen waren die ersten Branchen, die sich Mitte der Achtzigerjahre mit den ITIL-Standards auseinander setzten. Heute ist ITIL auch in andere Wirtschaftszweige vorgedrungen, so dass bundesweit nach entsprechenden Fachleuten gesucht wird. Allerdings ist die Nachfrage in einigen Regionen deutlich höher wie der Vergleich mit allen über GULP abgewickelten Projektanfragen veranschaulicht:

 
   
Regionale Verteilung der Projektanfragen in %
 
   

Die meisten Projektanfragen für den Skill ITIL richteten sich in die Ballungsgebiete des IT-Projektmarktes D6 und D8, wobei in D6 die Nachfrage nach ITIL überdurchschnittlich ist. Damit scheint ITIL nach wie vor eine Domäne der Bank- und Versicherungsbranche zu sein, deren Knotenpunkt Frankfurt am Main ist. Aber auch im hohen Norden (D2) und im Gebiet Köln-Bonn (D5) wird etwas häufiger nach Freiberuflern mit Qualifikationen in ITIL gesucht.

Damit ergeben sich vor allem für die in diesen Regionen ansässigen IT-Spezialisten aussichtsreiche Projektperspektiven.

 

 

Mit Erfahrung bessere Karten
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ITIL-Berater sind mit im Schnitt 40,2 Jahren nur geringfügig älter als alle bei GULP registrierten Freiberufler, deren Durchschnittsalter 39,8 Jahre beträgt. Die Unterschiede liegen im Detail:

 
   
Vergleich: Altersverteilung der ITIL Berater und aller bei GULP registrierten IT-Freiberufler
 
   

Fast drei Viertel (73,7 %) der IT-Selbstständigen mit ITIL-Know-how sind im Alter von 35 bis 49 Jahren. Demgegenüber befinden sich noch nicht mal zwei Drittel (62,6 %) aller freiberuflichen IT-Experten in diesem Alter. Und nur jeder zehnte Freiberufler unter 35 Jahren beschäftigt sich mit ITIL. Allerdings liegt diese Entwicklung in der Natur der Sache, da ITIL-Projekte meist langwierig sind und von den Beratern ein hohes Maß an Prozesserfahrung und IT-Wissen gefordert wird. Somit bietet ITIL vor allem sehr berufserfahrenen IT-Spezialisten gute Aussichten und ist damit besonders auch für ältere Semester eine interessante Qualifizierungsmaßnahme.

 

 

Überdurchschnittliche Honorare
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Die besonderen Anforderungen an ITIL-Berater wirken sich auch auf ihre Bezahlung aus: Sie fordern im Schnitt 76 Euro pro Stunde und liegen damit neun Euro über den durchschnittlichen Stundensatzforderungen aller IT-Freiberufler.  
   
Stundensatzforderungen IT-Freiberufler mit fachlichem Schwerpunkt ITIL
 
blaue Linie: Stundensatzforderungen IT-Freiberufler mit fachlichem Schwerpunkt ITIL
schwarze Linie: Stundensatzforderungen aller IT-Freiberufler
 
   

Zwar führten die finanziell schwierigen Zeiten auch bei ITIL-Experten zu einem Rückgang der Honorarforderungen (von 97 Euro auf 75 Euro), die sich aber trotz allem weiterhin überdurchschnittlich entwickelten. Seit circa einem Jahr haben sich die Forderungen bei 76 Euro stabilisiert.

Interessant ist auch der Zusammenhang zwischen den marktüblichen Stundensätzen und der Berufserfahrung:

 
 
Stundensatzforderungen IT-Freiberufler mit fachlichem Schwerpunkt ITIL
 
blaue Linie: Stundensatzforderungen IT-Freiberufler mit fachlichem Schwerpunkt ITIL
schwarze Linie: Stundensatzforderungen aller IT-Freiberufler
 
   

Auch für den Skill ITIL gilt je länger die Berufspraxis, desto höher der Stundensatz. Diese "Regel" hat jedoch nur bis zu einem gewissen Grad ihre Gültigkeit: So fordern ITIL-Experten mit 14 Jahren Berufspraxis mit 87 Euro den höchsten Stundensatz. Ihre Kollegen, die mehr als 15 Jahren vorweisen können, verlangen dagegen schon wieder deutlich niedrigere Stundensätze zwischen 72 und 80 Euro. Möglicherweise spielt bei diesen Personen der Altersfaktor wieder eine stärkere Rolle, so dass sie wegen ihres schon fortgeschrittenen Alters finanzielle Abstriche machen müssen, um sich für entsprechende Projekte zu qualifizieren. Zudem muss beachtet werden, dass es sich hierbei um Mittelwerte handelt, die von Fall zu Fall variieren können.

Zusammenfassend bietet der Skill ITIL sicherlich auch in Zukunft gute Projektperspektiven und Verdienstmöglichkeiten, vor allem für Freiberufler mit der entsprechenden Erfahrung. Besonders bei mittelständischen Unternehmen gibt es beim IT-Service-Management nach ITIL noch viel zu tun, während es bei Großunternehmen bereits weitestgehend bekannt ist.

 

 

 

Kommentare zu diesem Artikel:

"Es existieren eine Menge 'Best Practice' Modelle: CMMI, ISO 15504 (SPICE), COBIT, PRINCE2, ITIL, E2AMM, V-Modell-XT, TOGAF etc. Und welcher der Pratice Modelle ist jetzt "Best"? Jemand, der bei Prozessmodellen eine Zertifizierung erlangt, unterstelle ich einen Hang zum Dogmatismus bei diesen Modellen. Gerade die ITIL ist in ihrem Grundwesen recht oberflächlich und berücksichtigt nicht praxisnahe Probleme mit Kunden. Ein guter Prozess-Ingenieur/Manager muss wissen, wann er die Regel brechen darf od. muss, wann er besser auf andere Modelle zugreift und wann er auf diskretes Prozess-Engineering verzichtet und besser Ziele für die agile Entwicklung vorgibt z.B. beim Requirements Engineering. Der Stellenwert von Zertifizierungen der ITIL hängt mehr von der generellen Neigung unserer Kunden ab, Ausbildungen bzw. Zertifizierungen zu bevorzugen. (März 2006)"

"Ich bin seit Ende 2004 ITIL zertifiziert und kann diese Entwicklung leider in der Praxis nicht bestätigen. Auch sind die Kunden bzw. die 1-2 Vermittler nicht bereit, diese Weiterbildungen finanziell zu honorieren. (März 2006)"

"Interessanter Artikel. Arbeite auch schon einige Zeit mit ITIL , habe mich dieses Jahr zertifizieren lassen. Der aufgezeigte Trend stimmt mit meinen Erfahrungen überein. (März 2006)"

"Der Artikel ist sehr informativ, kurz und knackig. Ich finde diese Informationen sehr wichtig, um die weitere Fortbildung entsprechend zu gestalten. Vielen Dank. (März 2006)"

"Gut zu sehen, dass die Nachfrage wieder ansteigt. (März 2006)"

 

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