GULP >> GULP Knowledge Base >> Markt & Trends >> Skills & Qualifikationen >> Unter der Lupe: Java und C++ im Vergleich

Unter der Lupe: Java und C++ im Vergleich

Die Marktsituation der gängigsten Programmiersprachen im IT-Projektmarkt

(April 2001 )
Inhalt dieses Artikels:
Der Markt | Das Geld | Fazit | Stichprobe
Ihre Meinung zum Artikel
sehr gut
1
2
3
4
5
6
schlecht
Dies ist eine Marktstudie aus dem IT-Projektmarktindex, dem Marktindex für IT-Projekte.
 

GULP Information Services untersuchte die aktuelle Situation für die gängigen Programmiersprachen im IT-Projektmarkt. Die vorliegende Marktanalyse fasst die wesentlichen Ergebnisse der im GULP-o-meter, GULP Trend Analyzer und GULP Stundensatz Kalkulator errechneten Trends zusammen.

Im Oktober 1999 wurde das "Java Millennium" eingeläutet. Eine Marktanalyse von GULP Information Services GmbH zeigte, dass C++ in diesem Monat zum erstenmal seinen langjährigen Spitzenplatz als die am häufigsten nachgefragte Programmiersprache an Java abgeben musste. Heute, mehr als ein Jahr später, untersuchten wir die Situation im "Reich der Programmiersprachen" erneut. Das Ergebnis: Java hat sich im IT-Projektmarkt etabliert und verteidigt seine starke Marktposition gegenüber C++.

 

Der Markt: Die monatlichen Projektanfragen
nach oben
   
Kurz und bündig
> Java etabliert sich als "Nummer 1" der Programmiersprachen.
> Die Nachfrage für Java pendelt sich im ersten Quartal 2001 bei etwa 20 Prozent ein.
> Nach einer rückläufigen Entwicklung geht C++ gestärkt ins zweite Quartal 2001.
> Den anderen Programmiersprachen kommt eher eine Außenseiter-Rolle zu - einzige Ausnahme: Cobol.

Füttert man den GULP Trend Analyzer mit den Programmiersprachen Java und C++, so errechnet das GULP Online-Tool die Entwicklung der monatlichen Projektanfragen für die interessierenden Qualifikationen. Abbildung 1 fasst das Ergebnis der Analyse von 49.282 Anfragen seit April 1999 grafisch zusammen.

Bis September 1999 war C++ unangefochten die "most wanted" Programmiersprache im IT-Projektmarkt. Von April 1999 bis September 1999 entfielen auf C++ im Schnitt stolze 18,4 Prozent aller Projektanfragen, die in diesen sechs Monaten über den GULP Server gingen. Java konnte in diesem Zeitraum nur 10,2 Prozent für sich verbuchen - allerdings mit stetig steigender Tendenz.

Im Oktober 1999 war es dann soweit: Der Führungswechsel im "Reich der Programmiersprachen" wurde vollzogen. Die neuen Technologien rund um das Internet boomen und Java überholt erstmals C++. Nach einer kurzen Konsolidierungsphase im November 1999 macht Java zum Jahrtausendwechsel alles kar und zieht C++ davon.

Im Jahresdurchschnitt war Java in 22,8 Prozent der 31.733 Projektanfragen im Jahr 2000 als Qualifikation gefordert. Der Java-Aufschwung brachte aber keineswegs eine verminderte Nachfrage für C++ mit sich. Das Gegenteil war der Fall. Die Nachfrage für C++ war im Jahresschnitt 2000 ebenfalls auf hohen Niveau und in etwa 19,5 Prozent der Projektanfragen als Programmiersprache gewünscht.

Die monatliche Entwicklung der Projektanfragen in Prozent für Java und C++

Java
C++
Abbildung 1: Die monatliche Entwicklung der Projektanfragen in Prozent für Java und C++.

 

Wie sieht die Nachfragesituation aktuell aus? Zwar beginnt das Jahr 2001 für Java mit rückläufigem Trend, jedoch verteidigt die Programmiersprache ihre Position als Nummer 1. Die Nachfrage bewegt sich auch weiterhin auf hohem Niveau - durchschnittlich 20,8 Prozent im ersten Quartal sprechen eine deutliche Sprache. C++ durchlief im Januar 2001 eine Tiefphase, geht aber im Februar und März durch eine steigende Nachfrage gestärkt in das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2001.

Welche Rolle spielten andere Programmiersprachen im März 2001? Tabelle 1 fasst die Ergebnisse zusammen:

Programmier-sprache
Assembler
ABAP4
Cobol
C++
Delphi
Java
Perl
PL/1
RPG
Visual Basic
Projektanfragen in Prozent
1,5%
0,6%
10,3%
13,8%
0,2%
18,9%
2,8%
1,8%
0,0%
2,4%
Tabelle 1: Vergleich der Projektanfragen für gängige Programmiersprachen im März 2001.

Im Vergleich zu Java und C++ kann nur noch das gute alte Cobol mithalten. Auch in der Ära des Internets bleiben Cobol-Anwendungen für den Mainframe-Bereich wichtig. Die Folge: Im März 2001 entfielen stattliche 10,3 Prozent der Projektanfragen auf diese Programmiersprache (Weitere Informationen zum Thema Cobol finden Sie in der Marktstudie "Cobol lebt"). Die anderen Programmiersprachen hingegen fristen eher ein Schattendasein. Das beliebte Visual Basic war in nur 2,4 Prozent der Anfragen gefordert und liegt damit noch hinter Perl auf Platz 5 der am häufigsten nachgefragten Programmiersprachen

 

 

Das Geld: Die Stundensätze
nach oben
   
Kurz und bündig
> Das Stundensatzniveau der Java-Experten liegt bei durchschnittlichen DM 143.
> Das Stundensatzniveau der C++-Experten liegt bei unterdurchschnittlichen DM 137.

Bei der Auswertung von 49.282 Projekten, die seit April 1999 über GULP angeboten wurden, zeigt sich, dass mehr als 51 Prozent der Projektanfragen für Java an Spezialisten gestellt wurden, die ihren Stundensatz zwischen DM 130 und DM 150 ansetzen. Am häufigsten wird von den Java-Experten ein Honorar im Bereich von DM 150 in der Stunde verlangt, 23,5 Prozent der für ein Java-Projekt kontaktierten IT-Freiberufler wünschen diesen Stundensatz.

Bei den Projektanfragen für C++ zeigt sich ein breites Plateau bei den Stundensatzforderungen von DM 120 bis DM 150. Fast 66 Prozent der IT-Freiberufler, die für ein Projekt im C++-Umfeld kontaktiert wurden, verlangen einen Stundensatz in diesem Honorarbereich.

Abbildung 2 zeigt die prozentuale Verteilung der Stundensatzforderungen im Vergleich.

Die prozentuale Verteilung der Stundensatzforderungen für Java und C++

Java
C++
Abbildung 2: Die prozentuale Verteilung der Stundensatzforderungen für Java und C++.

 

Wie sieht nun die Entwicklung der Stundensätze für Java und C++ im Zeitvergleich aus? Für diese Statistik wurden die Profile derjenigen IT-Freiberufler ausgewählt, die ihren fachlichen Schwerpunkt auf die jeweilige Programmiersprache gelegt haben. Die Abbildungen 3 und 4 illustrieren die Entwicklung der Stundensätze - auch im Vergleich mit der durchschnittlichen Honorarforderung aller bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler.

Die Stundensätze für Java-Experten waren bis Oktober 1999 unterdurchschnittlich. Im April 2000 änderte sich die Situation und die Honorare lagen mit DM 139 über dem freiberuflichen Durchschnitt. Ab Oktober 2000 verlangsamt sich allerdings der Anstieg der Honorare im Vergleich zum freiberuflichen Durchschnitt. Der Stundensatz passt sich von da an dem mittleren Honorarniveau an. Aktuell liegt der marktübliche Stundensatz bei DM 143 - eine Steigerung von 18 Prozent gegenüber Oktober 1998. Dennoch sind die Honorarmöglichkeiten für Java-Experten noch nicht ausgereizt. In einer Umfrage vom November 2000 prognostiziert der IT-Projektmarkt weiter steigende Stundensätze für Projekte im Java-Umfeld.

Die Entwicklung des Stundensatzes für einen IT-Freiberufler mit dem fachlichen Schwerpunkt Java

Stundensatz der Java-Experten
Stundensatz aller bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler
Abbildung 3: Die Entwicklung des Stundensatzes für einen IT-Freiberufler mit dem fachlichen Schwerpunkt Java.

 

Die Stundensätze der C++-Experten liegen dagegen konstant unter dem freiberuflichen Durchschnitt. Von Oktober 1998 bis April 2001 stieg der Stundensatz zwar von DM 111 auf DM 130, im Vergleich zum mittleren marktüblichen Stundensatz aller bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler ziehen die C++-Stundensätze aber nur langsam nach.

Auch im Vergleich zu Java kann C++ bei den Stundensätzen nicht punkten: Die Honorarsätze der C++-Experten liegen immerhin DM 6 unter denen der Java-Experten.

Die Entwicklung des Stundensatzes für einen IT-Freiberufler mit dem fachlichen Schwerpunkt C++

Stundensatz der C++-Experten
Stundensatz aller bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler
Abbildung 4: Die Entwicklung des Stundensatzes für einen IT-Freiberufler mit dem fachlichen Schwerpunkt C++.

 

Wie sehen Java und C++ im Vergleich mit anderen Programmiersprachen aus? Wie zu erwarten, liegt das SAP-spezifische ABAP4 unangefochten an der Spitze. Ein ABAP4-Experte kann mit DM 157 in der Stunde rechnen. Auf dem zweiten Platz folgt dann schon der Java-Spezialist mit DM 143. C++ bewegt sich zusammen mit Cobol, PL/1 und Assembler im Mittelfeld. Das Schlußlicht bilden in dieser Aufstellung die Experten mit dem fachlichen Schwerpunkt auf Delphi oder Visual Basic. Tabelle 2 fasst die Ergebnisse nochmals zusammen.

Programmier-
sprache
Assembler
ABAP4
Cobol
C++
Delphi
Java
Perl
PL/1
RPG
Visual Basic
Stundensatz
in DM
138
157
140
137
127
143
131
139
131
126
Tabelle 2: Die Stundensätze der IT-Freiberufler mit dem fachlichen Schwerpunkt auf den genannten Programmiersprachen.
 

 

Fazit
nach oben
   

Die Nachfrage für Java-Experten hält weiter an. Von einer kurzen Mode-Erscheinung kann also nicht die Rede sein. Die aufgeführten Zahlen untermauern die derzeitige Stellung von Java als der Programmiersprache Nummer 1 im IT-Projektmarkt. Aber nicht nur bei den Projektanfragen verweist Java den alten Spitzenreiter C++ auf den zweiten Platz, sondern hat auch was die Stundensätze angeht die Nase vorne. Java ist also ein lukratives Betätigungsfeld für programmierende IT-Freiberufler. Alle C++-Experten haben gut lachen, denn angesichts der Ähnlichkeit der beiden objektorientierten Sprachen fällt ein Umstieg auf Java nicht schwer.

 

 

Die Stichprobe
nach oben
   

Die vorliegende Marktanalyse beruht auf der statistischen Auswertung von 49.282 Projektangeboten, die seit April 1999 IT-Freiberuflern über den GULP-Server zugestellt wurden. Das Datenmaterial wird durch Informationen aus den Profilen der über 22.000 bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler und Angaben zum Nachfrageverhalten großer IT-Anwenderfirmen vervollständigt. Letztere basieren auf den Log-Dateien des GULP Dienstleister Guides. Dieses spezialisierte Online-Verzeichnis der IT-Dienstleister ist Anlaufstelle für alle Unternehmen, die einen geeigneten Partner und Dienstleister für ihre anstehenden IT-Projekte suchen. Die Informationen aus dem GULP Dienstleister Guide geben zuverlässig darüber Aufschluss, welche Subunternehmer aktuell gesucht werden. Insgesamt repräsentiert die Datenbasis vorliegender Marktanalyse mehr als 80 Prozent des deutschen IT-Projektmarktes.

 

 


Seite drucken Seiten drucken
Zum Seitenanfang nach oben

 
Für die Teilnahme an den mit diesem Icon gekennzeichneten Diensten melden Sie sich mit den Zugangsdaten an.
Zugangsdaten vergessen? | Noch kein GULP Profil?
Über GULP: Mehr als 3.000 Kunden, 75.000 eingetragene IT-Experten, davon 10.000 mit Schwerpunkt Engineering, und über 1.000.000 abgewickelte Projektanfragen: GULP ist die wichtigste Quelle für die Besetzung von IT-/Engineering-Projekten mit externen Spezialisten im deutschsprachigen Raum. Zusätzlich zu den Dienstleistungen einer modernen Personalagentur bietet GULP ein umfassendes Online-Portal mit Informationen und Services für die Teilnehmer im Markt.