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Unter der Lupe: Java,
C++ oder C#
Eine Entscheidungshilfe für
Ein- und Umsteiger
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(April
2003)
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| Inhalt dieses
Artikels:
Die Konkurenten
stellen sich vor |
Die Marktchancen | Die
Stundensätze | Das
Fazit
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Objektorientierte Programmiersprachen sind aus
der modernen Softwareentwicklung nicht mehr wegzudenken.
Vor etwa drei Jahrzehnten begann ihr Siegeszug mit
IBMs Smalltalk, nach und nach kamen weitere hinzu
- doch nur einige setzten sich durch. Heute gehören
C++ und Java von Sun zu den Wichtigsten. GULP nimmt
die Entwicklung dieser beiden Sprachen auf dem IT-Projektmarkt
genauer unter die Lupe und wirft auch einen Blick
auf den Newcomer C#.
Für IT-Freiberufler stellt sich immer wieder
die Frage, welcher dieser beiden Sprachen die besseren
Marktchancen eingeräumt werden. Die Auswahl
der passenden Programmiersprache ist bei Softwareprojekten
keine Frage des persönlichen Geschmacks. Die
Entscheidung wird natürlich immer aufgrund
des jeweiligen Projektes und dessen Umfeld getroffen.
Aber gerade für Neueinsteiger und Umsteiger
ist es wichtig zu wissen, auf welches Pferd man
setzen sollte und wie dessen Marktchancen stehen.
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| Die
Konkurenten stellen sich vor |
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Die C-Familie: C, C++ und nun C#, so lautet die
chronologische Reihenfolge der C-Familienmitglieder.
1972 wurde die Programmiersprache C entwickelt,
Anfang der 80er Jahre entstand dann C++ als objektorientierte
Erweiterung von C und wurde schnell die am weitesten
verbreitete Programmiersprache. C++ wird auch heute
noch immer dann eingesetzt, wenn die Performance
der Applikation eine Rolle spielt. Einer der Gründe
dafür ist, dass man mit C++ freie Hand hat,
was die Nutzung des Speicherplatzes betrifft.
Das neueste Familienmitglied nennt sich C#. Microsoft
stellte das Nesthäkchen im Jahr 2000 als erste
komponenten-orientierte Sprache für C++-Entwickler
vor und soll die besten Eigenschaften aus mehreren
Sprachen vereinen. Als die wesentlichen Paten werden
Visual Basic, C++ und Java genannt, deren Syntax
ähnlich der von C# ist. Als Programmiersprache
bietet C# wenig Neues, setzt dafür aber auf
bewährte Konzepte und kombiniert diese miteinander.
Java hingegen wurde von Sun Microsystems entwickelt
und 1995 als neue objektorientierte Programmiersprache
vorgestellt. Dabei ist Java im Grunde auch eine
Sprache aus der C-Familie und in weiten Teilen nicht
nur mit C++ vergleichbar, sondern sogar identisch.
Allerdings wurden bei der Entwicklung von Java einige
Sprachbestandteile von C++ anders umgesetzt oder
konsequent eliminiert.
So setzt man Java immer dann ein, wenn man auf
eine große Bibliothek zurückgreifen möchte.
Die Sprache basiert auf einer umfangreichen Klassenbibliothek,
durch die von Haus aus eine Menge Basisfunktionalität
zur Verfügung steht. Auch in diesem Bereich
ist Java C++ klar überlegen - die Standard
Library von C++ kann im Vergleich nicht mithalten.
Im Vergleich zu Java oder gar C# hat C++ die längste
Vergangenheit. Somit hatten Hersteller schon lange
Zeit, standardkonforme und fehlerfreie Produkte
herzustellen. Java musste noch bis zu Version 1.3.x
mit Kinderkrankheiten kämpfen, die bei C++
längst der Vergangenheit angehören (obwohl
es heute z.B. nicht mehr stimmt, dass C++ prinzipiell
schneller ist als Java).
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Die Marktchancen |
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| Java und C++ haben sich mittlerweile
bei der Anwendungsentwicklung bewährt, C# muss sich nicht nur
aufgrund des zeitlichen Entwicklungs-Rückstandes als echte
Alternative erst noch beweisen. Denn seit Smalltalk sind schon etliche
objektorientierte Sprachen entstanden - und manche davon sind bald
wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwunden.
Da alle drei Sprachen irgendwie miteinander verschwägert sind,
lohnt ein Blick auf deren Marktanteil im IT-Projektmarkt. Das Ergebnis:
Java und C++-Entwickler mussten bezüglich Ihrer Marktchancen
in 2000/01 einige Federn lassen. C#, der neue und viel gelobte Sprössling
der C-Familie, konnte entgegen dem allgemeinen Branchentrend 2002
auf niedrigem Niveau zulegen.
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| Java |
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C# |
| Abbildung
1: Projektanfragen zu Java, C++ und C# |
Java nimmt unter den OO-Sprachen derzeit immer noch Platz 1 ein:
Über 8.000 Projektangebote seit Januar 2001 bescherten Java
einen durchschnittlichen Marktanteil von 14 Prozent. Für C++
wurden im gleichen Zeitraum ein Drittel weniger Anfragen verzeichnet.
Mit knapp 5.300 Projektangeboten liegt der Marktanteil für
C++ bei 9,4 Prozent. Noch sehr viel magerer sieht es derzeit noch
für C# aus, das in gerade einmal 400 Projektangeboten als Qualifikation
nachgefragt wurde (Marktanteil von 0,5 Prozent).
Jedoch stehen die Aussichten auf ein Projekt für C#-Programmier
vergleichsweise gut. Dies geht aus der Gegenüberstellung der
Anzahl der IT-Freiberufler mit den über GULP gestellten Projektanfragen
zur jeweiligen Qualifikation hervor. Für C# wurden seit 2001
ungefähr 40 Prozent mehr Projektanfragen gestellt, als IT-Freiberufler
überhaupt Kenntnisse hierfür erworben haben. Ganz anders
die Situation bei der älteren Verwandtschaft: Doppelt soviele
Java-Programmierer und drei Mal soviele C++-Entwickler als entsprechende
Projektangebote seit 2001.
| Progranmmier-
sprache |
Freiberufler
mit Kenntnissen in |
Projektangebote
(seit 2001) |
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| Anzahl |
Anteil |
Anzahl |
Anteil |
| Java |
15.762 |
39 % |
8.146 |
14 % |
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| C++ |
14.294 |
35 % |
5.298 |
9,4 % |
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| C# |
285 |
0,7 % |
394 |
0,5 % |
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| Tabelle 1: Anzahl Freiberufler
in der GULP Profiledatenbank mit Kenntnissen in der jeweiligen
Programmiersprache (Stand: 03/03) und Anzahl Projektangebote
seit 2001. |
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| Die
Stundensätze |
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Beim Lohnniveau im IT-Projektmarkt ist der Trend
zu niedrigeren Stundensatzforderungen klar erkennbar:
Java: In Boom-Zeiten über dem Durchschnittsniveau,
liegt Java mit 68 EUR jetzt vier Euro darunter.
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Java
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alle
bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler
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Durschnitttliche Stundensatz-
forderung von Java-Experten: 68 EUR
(Stand: März 2003). |
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| Abbildung 2:
Entwicklung des Stundensatzes für Java-Experten
im Vergleich zu den Stundensätzen aller
bei GULP eingetragenen hauptberuflichen IT-Freiberufler. |
C++: Schon immer "weniger wert" als der Durchschnitt:
Das Honorar für C++ sinkt weiter auf 65 EUR.
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C++
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|
alle
bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler
|
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Durschnitttliche Stundensatz-
forderung von C++-Experten: 65 EUR
(Stand: März 2003). |
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| Abbildung 3:
Entwicklung des Stundensatzes für C++-Experten
im Vergleich zu den Stundensätzen aller
bei GULP eingetragenen hauptberuflichen IT-Freiberufler. |
C#: Erst seit Ende 2001 messbar: C#-Programmierer
verlangen derzeit im Durchschnitt 64 EUR.

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C#
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|
alle
bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler
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Durschnitttliche Stundensatz-
forderung von C#-Experten: 64 EUR
(Stand: März 2003). |
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| Abbildung
4: Entwicklung des Stundensatzes für C#-Experten
im Vergleich zu den Stundensätzen aller
bei GULP eingetragenen hauptberuflichen IT-Freiberufler. |
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Das Fazit |
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Die Daten untermauern die derzeitige Stellung von
Java als Programmiersprache Nummer 1 im IT-Projektmarkt.
Aber nicht nur bei den Projektanfragen verweist
Java den ehemaligen Spitzenreiter C++ auf den zweiten
Platz, sondern hat auch bei den Stundensätzen
die Nase vorne. Zwar sind auch hier die Stundensätze
gefallen, Java ist aber nach wie vor ein lukratives
Betätigungsfeld für programmierende IT-Freiberufler.
Durch die Ähnlichkeit zu Java und C++ ist
auch C# für Umsteiger schnell zu erlernen.
Java- oder C++ Entwickler haben aber zur Zeit keinen
wirklichen Grund, um auf den .NET-Zug aufzuspringen
- ist doch der große Vorteil von Java und
C++ die Plattformunabhängigkeit - doch diese
steckt bei C# noch in den Kinderschuhen. Es ist
die Kombination mit .NET, durch die C# einen zusätzlichen
Mehrwert bietet: In C# geschriebene Programmteile
können in anderen Sprachen (sofern sie auf
.NET basieren) eingebunden werden.
Für C# kann dies den entscheidenden Vorteil
bedeuten, um Java und C++ Marktanteile abzujagen.
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| Die Stichprobe |
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Die vorliegende Marktstudie beruht auf der statistischen
Auswertung der GULP Dienste zur Vermittlung von
IT-Freiberuflern. Die Entwicklung der Projektanfragen
beruht auf der statistischen Auswertung von 52.559
Projektangeboten, die IT-Freiberuflern seit Januar
2001 über den GULP-Server zugestellt wurden.
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