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Finger weg von Linux?
Eine Auswertung der GULP Datenbank
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(Oktober 1999)
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Linux ist in aller Munde. In jüngster Zeit hört man
immer wieder von Unternehmen, die auf Linux Server umsteigen und
auch im Client Bereich traut man dem Pinguin zu, sich zu einer echten
Windows Konkurrenz zu entwickeln. Lohnt es sich also für einen
Freiberufler, sich auf Linux zu spezialisieren?
Die Entscheidung, sich in ein Betriebssystem neu einzuarbeiten,
will wohl überlegt sein. Setzt man dabei auf das falsche Pferd
und das scheinbar zukunftssichere System verschwindet in der Bedeutungslosigkeit,
dann war der monatelange Aufwand umsonst und man verschlechtert
seine Marktchancen. Doch woher weiß man, wie groß der
Bedarf für ein bestimmtes Know-how wirklich ist und mit welcher
Konkurrenz man zu rechnen hat?
GULP Information Services betreibt seit 1996 unter http://www.gulp.de
eine spezialisierte Internet Jobbörse, die sich ausschließlich
an IT Freiberufler aus dem deutschsprachigen Raum wendet. Etwa 10.
000 Freiberufler haben dort derzeit ihre Profile eingetragen und
erhalten von mehr als 330 Unternehmen Projektanfragen. Durch Auswertung
dieser monatlich gut 1.500 zugestellten Anfragen können verläßliche
Statistiken erstellt werden, welches Know-how aktuell am Markt besonders
gefragt ist. Im Folgenden wird Linux dem großen Bruder Unix
gegenübergestellt und zum Vergleich noch Windows und MVS mit
aufgenommen.
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| Das Angebot |
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Abbildung
1: Betriebssystemkenntnisse der Freiberufler
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Lediglich 6% der Freiberuflern verfügen über Linux Kenntnisse,
die Konkurrenz ist also gering. Da - im Gegensatz zu beispielsweise
MVS - sich jeder Linux auf seinem heimischen PC installieren könnte,
deutet es jedoch ebenfalls darauf hin, daß die Freiberufler
kein besonderes Interesse daran haben.
Dies ist vielleicht auch ein Fingerzeig für Computerzeitschriften,
die in letzter Zeit verstärkt auf Linux Berichte setzen und
damit nur einen Bruchteil der Leserschaft ansprechen.
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| Die Nachfrage |
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Abbildung
2: Projektanfragen je Betriebssystem
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In Abbildung 2 wird betrachtet, wieviel Prozent der Projektanfragen
der letzten 12 Monate sich auf welches Betriebssystem bezogen. Die
Anfragen zum Thema Linux nehmen dabei einen vernachlässigbar
geringen Anteil ein und liegen mehrheitlich sogar bei 0%. Es ist
auch kein wachsender Trend zu einer gesteigerten Nachfrage in der
jüngeren Vergangenheit zu erkennen. Wie man an den Vergleichswerten
für Unix sieht, ist dies nicht mit einem allgemein eher sinkenden
Bedarf an Unix Know-how zu erklären. Windows (alle Versionen
nicht nur NT) hat Unix tendenziell den Rang als meist gefragtestes
Betriebssystem abgelaufen!
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| Rangreihe der Plattformen |
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Für eine Interpretation des Ergebnisses muß man wissen,
das hinter der Mehrzahl der über GULP zugestellten Projektanfragen
ein Großkonzern als Endkunde steht. Diese Konzerne stehen
dem Einsatz von Linux also offenbar skeptisch gegenüber. Gepaart
mit dem Desinteresse der Freiberufler läßt dies den Schluß
zu, daß Linux sein Image eines "Bastler Betriebssystemes"
bisher nicht ablegen konnte und derzeit im professionellen Bereich
keine ernsthafte Rolle spielt. Es wird interessant sein, die zukünftig
Entwicklung weiter zu beobachten.
Weitere GULP intere Zahlen belegen die untergeordnete Rolle von
Linux. Nachstehende Tabelle zeigt eine Rangreihe der Plattformen,
die von Besuchern der GULP Web-Sites am häufigsten benutzt
werden. Demnach unterstreicht Windows seine dominierende Stellung
mit einem Anteil von insgesamt 85%. Unix macht den Hauptanteil der
knapp 11% unter den sonstigen Plattformen aus. Linux hingegen weist
nur einen bescheidenen Anteil von 3% auf und ist damit der Spitzenreiter
unter den "Exoten".
| Rang |
Plattform |
Anteil
in Prozent |
| 1 |
Windows NT |
43,29 % |
| 2 |
Windows 98 |
22,04 % |
| 3 |
Windows 95 |
18,83 % |
| 4 |
Sonstiges |
10,52 % |
| 5 |
Linux |
3,00 % |
| 6 |
Macintosh |
0,86 % |
| 7 |
OS/2 |
0,49 % |
| 8 |
SunOS |
0,39 % |
| 9 |
Windows 3.x |
0,21 % |
| 10 |
Windows 32s |
0,18 % |
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Gesamt:
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100 % |
Tabelle 1: Rangreihe der Plattformen (Stand: Oktober 1999)
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