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| Marktstudie:
MVS – Tot gesagt und doch am Leben |
| (Juli
2006) |
| Inhalt dieses
Artikels:
Ein kurzer Rückblick |
Projektangebote: Stabil auf niedrigem Niveau |
Stundensatzforderungen: Selbstbewusstsein kehrt langsam zurück |
Überwiegender MVS-Einsatz in der "Frankfurter Bankenmeile" |
Die "Oldies" unter den IT-Selbstständigen |
Fazit |
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| Nach dem Boom zum Jahrtausendwechsel
und zur Euroumstellung ging es ab dem Jahr 2002 mit der Mainframe-Welt
auf einen Schlag drastisch und konstant bergab. Den alten Großrechner-Betriebssystemen
wurde sogar bereits das endgültige "Aus" vorausgesagt.
Doch handelt es sich bei MVS (Multiple Virtual Storage) tatsächlich
um eine aussterbende Spezies, der nicht mehr zu helfen ist? Maßnahmen
zur Rettung der gut vier Jahrzehnte alten Mainframe-Technik sind
jedenfalls zu beobachten. So hat IBM beispielsweise im Frühjahr
2006 einen kostengünstigen Einsteiger-Mainframe auf den Markt
gebracht speziell für kleinere und mittlere Anwender, denen
die Sicherheit und Zuverlässigkeit kostengünstigerer Server
nicht ausreichen, die sich aber einen Großrechner bisher nicht
leisten konnten.
Um zu sehen, wie sich die Marktlage derzeit tatsächlich darstellt
und ob eventuelle Rettungsmaßnahmen bereits greifen, nahm
GULP die aktuelle Situation für das IBM-Operating-System MVS
(Multiple Virtual Storage) genau unter die Lupe. |
| Ein
kurzer Rückblick |
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| Nach dem Boom zum Jahrtausendwechsel kündigte
sich der Abstieg für das IBM-Operating-System MVS an. Es verlor
zunehmend an Bedeutung im IT-Projektmarkt. Das gleiche Schicksal traf
parallel auch die bevorzugt unter MVS bzw. OS/390 eingesetzte Programmiersprache
COBOL. Zwar stellte sich die Lage für MVS noch im Jahr 2000 äußerst positiv dar: Der durchschnittliche
Anteil der MVS-Projekte an allen angebotenen Projekten lag konstant
bei rund acht Prozent. Und gegen Ende des Jahres ging es sogar noch
ein gutes Stückchen aufwärts – bis auf einen Höchstwert
von beinahe 15 Prozent im Mai 2001. Doch danach gab es kein Halten
mehr. Erdrutschartig sanken die Anteile an MVS-Projektangeboten auf
nur mehr rund ein Prozent im September 2003. |
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| Projektangebote:
Stabil auf niedrigem Niveau |
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| Bei diesem signifikanten Einbruch kam die Befürchtung
auf, dass MVS komplett vom Markt verschwinden könnte. Allerdings
hat sich diese negative Vision bisher nicht bewahrheitet. Das Großrechner-Betriebssystem
lebt – zwar stabil, jedoch auf niedrigem Niveau.
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Betrachtet man den vergangenen Zeitraum von Januar
2005 bis Mai 2006, stellt man einen äußerst konstanten
Verlauf bei den angebotenen Projekten fest. Ein ganz ähnlicher
Verlauf – wenngleich auf leicht höherem Niveau –
ist auch bei der unter MVS bzw. OS/390 bevorzugt zum Einsatz gelangenden
Programmiersprache COBOL zu beobachten. Ohne größere
Hochs haben sich die angebotenen Projekte für MVS bzw. OS/390
bei einem Anteil zwischen 0,7 und 2,5 Prozent und damit rund um
einen Durchschnittswert von 1,5 Prozent eingependelt. Im Juni 2006
erreichte der Anteil angebotener Projekte mit 0,3 Prozent seinen
bisher schlechtesten Wert innerhalb der vergangenen anderthalb Jahre.
Insgesamt ergibt sich für die bei GULP registrierten 5265 MVS-Spezialisten
eine schwierige Marktsituation. |
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| Stundensatzforderungen:
Selbstbewusstsein kehrt langsam zurück |
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| Einst zählten die freiberuflich tätigen
MVS-Experten zu den Top-Verdienern innerhalb der IT-Branche. Diese
Zeiten sind lange schon vorbei. Der Wechsel vollzog sich nach dem
Jahr 2003, als die Stundensatzforderungen der IT-Selbstständigen
mit fachlichem Schwerpunkt MVS bzw. OS/390 erstmalig unter die Forderungen
aller externer IT-Spezialisten gerieten – und dort bis heute
blieben.
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Allerdings sieht es inzwischen wieder ein wenig
besser aus für die MVS-Experten. So stiegen ihre Forderungen
im letzten halben Jahr um ganze zwei Euro auf immerhin 66 Euro an.
Damit liegen sie zwar immer noch zwei Euro unterhalb der Forderungen
aller IT-Selbstständigen und von ehemaligen Spitzenwerten nach
wie vor weit entfernt. Dennoch scheint sich nach und nach das "Aussterben"
von MVS und damit die abnehmende Anzahl an MVS-Spezialisten auf
die finanziellen Vorstellungen der wenigen verbleibenden Experten
auszuwirken. Derzeit kann jedoch hochwertiges Fachwissen im Mainframe-Bereich
immer noch zu äußerst günstigen Preisen erworben
werden.
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| Überwiegender
MVS-Einsatz in der "Frankfurter Bankenmeile" |
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| Ganz eindeutig werden freiberuflich tätige
MVS-Spezialisten vor allem im Postleitzahlengebiet D6 zur Realisierung
von Projekten gesucht. Immerhin 28,9 Prozent aller Projektanfragen
an externe MVS-Fachkräfte gehen in das Gebiet Frankfurt/Main,
während nur 21,8 Prozent aller über GULP gelaufenen Anfragen
in dieses Gebiet gerichtet sind.
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| Während so genannte Supercomputer
auf eine besonders hohe Rechenleistung ausgelegt sind, stehen bei
Großrechnern Zuverlässigkeit und hoher Datendurchsatz
im Vordergrund. So werden die Großrechner seit jeher vor allem
von Banken und Versicherungen eingesetzt, für die diese hervorstechenden
Eigenschaften entscheidend sind. Daran hat sich anscheinend auch
in der absoluten Phase des Absturzes der Mainframe-Welt nichts geändert.
Und so werden weiterhin freiberufliche MVS-Spezialisten überwiegend
im Postleitzahlenbereich D6 und damit rund um die Frankfurter Bankenmeile
nachgefragt. |
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| Die
"Oldies" unter den IT-Selbstständigen |
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| Im Durchschnitt zählen die bei GULP eingetragenen
IT-Selbstständigen 38,8 Jahre – und sind damit ganze
siebeneinhalb Jahre jünger als der durchschnittliche MVS- bzw.
OS/390-Experte mit immerhin 46,6 Jahren.
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| Die detaillierte Betrachtung der Altersverteilung macht
die Verschiebung besonders deutlich: Während 47,1 Prozent der
IT-Selbstständigen jünger als 40 Jahre sind, fallen in diesen
Altersbereich nur 14,6 Prozent der MVS- bzw. OS/390-Spezialisten.
Auch bei den "Oldies" ab 50 Jahren klafft eine große
Lücke zwischen der Anzahl aller IT-Selbstständigen und den
Spezialisten für MVS bzw. OS/390: Immerhin 46,2 Prozent der MVS-Experten
zählen zu dieser älteren Generation, in die aber nur 15,3
Prozent aller freiberuflich tätigen IT-Fachkräfte einzuordnen
sind. Offensichtlich macht sich hier das ständig vorhergesagte
Ende der Mainframe-Ära bemerkbar, indem der Informatiker-Nachwuchs
sich kaum noch auf diesen Bereich spezialisiert. Man setzt nicht gern
auf ein sinkendes Schiff. Die "Urgesteine", die früher
noch von der Mainframe-Hochphase profitiert haben und wohl auch über
langjährige Berufserfahrung verfügen, altern inzwischen
schnell der Pensionierung entgegen. Stellt sich die Frage, ob Mainframe
somit nicht doch wieder ein kleines, aber dennoch feines Betätigungsfeld
für den Nachwuchs darstellt bei dem zunehmenden Wegfall der Experten
aufgrund der Alterstruktur? |
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| Fazit |
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| Um auf das doch sehr wackelige Mainframe-Pferd
zu setzen, muss natürlich ein Überleben von MVS bzw. OS/390
gesichert sein. Zwar haben die ausfallsicheren und erprobten Mainframekonzepte
durchaus einen Platz in der modernen Datenverarbeitung, und gewisse
Maßnahmen für die weitere Sicherung des Überlebens
wurden ja bereits von IBM eingeleitet. Ob diese Rettungsmaßnahmen
letztendlich jedoch greifen, bleibt abzuwarten.
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Kommentare zu diesem Artikel:
"Dieser Artikel ist von 2006 und damit so tot wie der Mainframemarkt für FB-ler (leider); bitte entfernen. Aktuelle, hilfreiche und fundierte Artikel kann man sich besser ergooglen. (März 2008)"
"Der Artikel ist sehr interessant und beleuchtet verschiedene Aspekte, braucht jetzt Ende 2007 aber ein Update. (Oktober 2007)"
"Der Artikel ist interessant, berücksichtigt aber leider nur die Situation in Deutschland. Interessant ist auch ein Ausblick in die Schweiz oder nach Italien. Schenkt man den online-Stellenmärkten Glauben, herrscht dort augenscheinlich größerer Bedarf nach Mainframern. (November 2006)"
"Als Berater für Integrationsprojekte im Bankensektor komme ich regelmässig mit Großrechnern, IBM-Anwendungen und Cobol-Programmierern in Berührung. Dabei konnte ich feststellen, dass den Anwendern die Stärken der Großrechner und der Sprache Cobol durchaus bewusst sind. Da zur Zeit bei IT-Investitionen im Bankensektor nur das Notwendigste getan wird, ist anzunehmen, dass der Bedarf in diesem Bereich künftig sogar wieder wachsen wird. Deshalb ist es durchaus kein Fehler, wenn der Nachwuchs sich neben anderen Fachgebieten auch für Großrechner und Cobol interessiert. Wenn der Bedarf in den nächsten Jahren auf Grund des Ausscheidens der 'alten Hasen' nicht mehr gedeckt werden kann, werden die Preise für 'Hosties' wieder spürbar anziehen. (Juli 2006)"
"Interessante Dasrstellung des Status Quo aber leider keine Betrachtung der Zukunftschancen. Ein Ausblick auf die Aktivitäten von IBM & Co. im Mainframeumfeld vermisse ich. (Juli 2006)"
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