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Unter der Lupe: MVS wieder gefragt

Phönix aus der Asche: MVS erlebt einen Höhenflug.

(Juni 2001)
Inhalt dieses Artikels:
Markt | Geld | Lebensalter | Fazit | Stichprobe
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Dies ist eine Marktstudie aus dem IT-Projektmarktindex, dem Marktindex für IT-Projekte.
 

GULP Information Services untersuchte im IT-Projektmarkt die aktuelle Situation für das Betriebssystem MVS bzw. OS/390 im Vergleich zu Unix und Windows NT. Die vorliegende Marktanalyse fasst die wesentlichen Ergebnisse der im GULP-o-meter, GULP Trend Analyzer und GULP Stundensatz Kalkulator errechneten Trends zusammen.

Im IT-Projektmarkt geht derzeit die Nachfrage für Windows NT und Unix merklich nach unten, das Großrechnerbetriebssystem MVS drängt auf den ersten Platz und verweist die anderen Betriebssysteme auf die Plätze. Damit ist MVS das am meisten nachgefragte Betriebssystem im IT-Projektmarkt. Eine mögliche Ursache: Nachdem die Kapazitäten lange in den dringlichen Projekten der Jahr 2000-Umstellung und den Vorarbeiten für die Einführung des Euro gebunden waren, werden jetzt verstärkt neue MVS-Projekte realisiert.

 

Der Markt: Die monatlichen Projektanfragen
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Kurz und bündig
> Die Projektanfragen für MVS starteten zum Jahresende einen Höhenflug und machen derzeit 15 Prozent aus.
> Unix erreicht im Mai mit nur 12,9 Prozent aller Projektanfragen einen absoluten Tiefstand.
> Windows NT befindet sich mit derzeit 14,6 Prozent im untersten Bereich seiner normalen Schwankungsbreite.

Wie sieht die aktuelle Situation für MVS auf dem IT-Projektmarkt aus? Diese Frage läßt sich durch eine Online-Berechnung im GULP Trend Analyzer beantworten. In Echtzeit errechnet unser Tool die monatlichen Projektanfragen für den Klassiker unter den Betriebssystemen: MVS. Um das Bild abzurunden, haben wir zusätzlich die beiden Konkurrenten Unix und Windows NT in die Untersuchung aufgenommen. Abbildung 1 fasst das Ergebnis der Analyse von 17.235 Projektanfragen, die seit Mai 2000 über die GULP Profiledatenbank gingen, grafisch zusammen.

Im Zeitraum von Mai 2000 bis Oktober 2000 zeigt die Trendanalyse eine recht konstante Marktsituation für MVS. Der Anteil der Projektanfragen, die im Bereich des Großrechnerbetriebssystems angesiedelt waren, variierte in dieser Zeit nur unmerklich. Dann brachte der Winter 2000 die Wende: Der Anteil an den Projektanfragen kletterte im Dezember 2000 und nochmals im Februar 2001 auf zunächst 13 Prozent. Die Entwicklung setzt sich fort und erreicht im Mai einen Wert von beinahe 15 Prozent - das ist der höchste Wert, der je im GULP Trend Analyzer für MVS erreicht wurde.

Ganz anders präsentiert sich die Situation für Unix und Windows NT. Noch nie waren Spezialisten aus diesen Bereichen weniger gefragt, die Projektanfragen gehen seit Anfang 2001 merklich nach unten. Im Jahr 2000 variierte die Nachfrage noch stark und erreichte im Februar 2001 nochmals einen relativen Höchststand. Dann setzte jedoch für beide ein starkes Nachfrageminus ein, so dass hier nun die niedrigsten Werte verzeichnet werden, die je im GULP Trend Analyzer für Unix, bzw. Windows NT verzeichnet wurden: In 14,6 Prozent der Projektanfragen waren Windows NT-Spezialisten gefragt und nur 12,9 Prozent waren an Unix-Experten gerichtet .

Diagramm

MVS, bzw. OS/390
Unix
Windows NT
Abbildung 1: Die monatliche Entwicklung der Projektanfragen in Prozent für MVS, Unix und Windows NT.
 

 

Das Geld: Die Stundensätze
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Kurz und bündig
> Der durchschnittliche Stundensatz der MVS-Spezialisten liegt bei DM 155.
> Das Stundensatzniveau bei Unix liegt bei DM 147 und das von Windows NT sogar nur bei DM 133.

MVS-Experten gehören seit jeher zu den "Besserverdienern" der IT-Branche, das belegt auch eine Analyse über den GULP Stundensatz Kalkulator aus 35.540 Projektanfragen, die seit Dezember 1998 über GULP angeboten wurden. Beinahe ein Viertel (23,8 Prozent) der Stundensätze in den Projektanfragen für den MVS-Bereich waren mit DM 150 angesetzt. In immerhin knapp 8 Prozent der Projektanfragen lagen die Honorare sogar bei DM 180. Doch das sind Ausnahmen. 14,3 Prozent der MVS-Projekte bewegten sich im Stundensatzbereich um DM 130 und 17,3 Prozent waren mit DM 140 angesetzt.

Die Verteilung für Unix charakterisiert sich ähnlich. Mit einem Anteil von 18,3 Prozent sind auch hier Stundensätze um DM 150 am häufigsten, immerhin 7,5 Prozent erhalten noch einen Stundensatz von DM 180. Jedoch liegen 17,3 Prozent aller Stundensatzforderungen im Bereich unter DM 120 - Unterschied zu MVS: hier sind es nur 9 Prozent.

Windows NT steht im Vergleich noch schlechter da: Nur 18,3 Prozent aller Windows NT Spezialisten erhalten einen Stundensatz von DM 150, aber beinahe ein Viertel (24,5 Prozent) müssen mit einem Stundensatz von DM 120 oder weniger auskommen.

Abbildung 2 zeigt die prozentuale Verteilung der Stundensatzforderungen im Vergleich.

Diagramm

MVS, bzw. OS/390
Unix
Windows NT
Abbildung 2: Die prozentuale Verteilung der Stundensatzforderungen für MVS, Unix und Windows NT.

Wie sieht nun die Entwicklung der Stundensätze für MVS, Unix und Windows NT im Zeitvergleich aus? Für diese Statistik wurden die Profile derjenigen IT-Freiberufler ausgewählt, die ihren fachlichen Schwerpunkt auf MVS bzw. auf OS/390, Unix oder Windows NT gelegt haben. Die Abbildungen 3, 4 und 5 illustrieren die Entwicklung der Stundensätze - auch im Vergleich mit der durchschnittlichen Honorarforderung aller bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler.

MVS-Spezialisten verdienen mehr als ihre Kollegen. Die Stundensätze der Freiberufler mit fachlichem Schwerpunkt auf MVS-Systemen erreichten im Juni 1998 ein Honorar von DM 138. Seit Juni 2000 steigen die Honorarsätze wieder stetig an.

Derzeit liegt der marktübliche Stundensatz eines MVS-Experten bei DM 154, das sind 7 Prozent mehr als das Durchschnittshonorar aller bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler.

Diagramm

Stundensatz mit fachlichem Schwerpunkt MVS, bzw. OS/390
Stundensatz aller bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler
Abbildung 3: Entwicklung des Stundensatzes für einen IT-Freiberufler mit dem fachlichen Schwerpunkt auf MVS im Vergleich zu den Stundensätzen aller bei GULP eingetragenen hauptberuflichen IT-Freiberufler.

 

Auch Unix-Spezialisten erzielen hohe Stundensätze. Seit Dezember 1998 steigt der marktübliche Stundensatz kontinuierlich an und beträgt augenblicklich DM 147. Die Unix-Stundensätze steigen im Vergleich zu den Stundensätzen anderer IT-Spezialisten langsamer, liegen momentan jedoch noch um 2 Prozent höher. Im Zeitraum der vergangenen 12 Monate, also von Juni 2000 bis Juni 2001, stiegen die Honorare der Unix-Experten um 5 Prozent von DM 140 auf DM 147, der mittlere Stundensatz aller bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler kletterte dagegen von DM 135 auf DM 144 - das sind 6,6 Prozent.

Diagramm

Stundensatz mit fachlichem Schwerpunkt Unix Betriebssysteme
Stundensatz aller bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler
Abbildung 4: Entwicklung des Stundensatzes für einen IT-Freiberufler mit dem fachlichen Schwerpunkt Unix OS.

 

Windows NT-Experten hingegen erzielen im Vergleich mit allen anderen bei GULP eingetragenen Freiberuflern weniger hohe Stundensätze. Zwar steigt seit Dezember 1998 der marktübliche Stundensatz kontinuierlich an - von DM 114 auf augenblicklich DM 133 - jedoch liegt er momentan um 7,6 Prozent niedriger.

Diagramm
Stundensatz mit fachlichem Schwerpunkt Windows NT
Stundensatz aller bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler
Abbildung 5: Entwicklung des Stundensatzes für einen IT-Freiberufler mit dem fachlichen Schwerpunkt Windows NT.
 

 

Das Lebensalter: Die Altersstruktur
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Kurz und bündig
> Das durchschnittliche Alter eines MVS-Spezialisten liegt bei 42,8 Jahren.
> Das Durchschnittsalter von Unix- bzw. NT-Experten liegt bei 36,3 bzw. 36,0 Jahren, was genau dem Durchschnittsalter aller bei GULP eingetragenen Freiberufler entspricht.

Ein MVS-Experte ist mit rund 42 Jahren durchschnittlich 6 Jahre älter als seine Kolegen aus den Bereichen Unix oder Windows NT. Und während bei Unix über 62 Prozent bzw. bei Windows NT über 65 Prozent der Spezialisten ein Alter unter 35 Jahren haben, sind es im MVS-Bereich nur knapp 28 Prozent.

Das Gros der MVS-Experten (67,2 Prozent) ist zwischen 40 und 55 Jahren alt, während bei den Unix-Fachleuten nur 44,3 Prozent und bei Windows NT-Spezialisten nur noch 34 Prozent in diese Altersgruppe fallen.


 

Diagramm

MVS, bzw. OS/390
Unix
Windows NT
Abbildung 6: Prozentuale Verteilung des Lebensalters der Freiberufler
 

 

Fazit
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Abbildung 7: Verteilung der MVS-Projektnachfragen nach Ländern und Postleitzahlgebieten

Die Zahlen sprechen für eine derzeit gute Marktsituation für MVS. Der Saurier unter den Betriebssystemen wurde lange totgesagt und erlebt nun unter den Betriebssystemen einen neuen Höhenflug im IT-Projektmarkt. Doch wie lange noch? Ein Blick auf Abbildung 7 legt nahe, dass dieser Höhenflug wohl auch aus einer ungewöhnlich hohen Nachfrage der Bankhäuser resultiert: Rund ein Viertel der Projektanfragen stammenaus dem Frankfurter Raum. Werden jetzt wieder verstärkt MVS-Projekte begonnen oder lebt der Phönix aus der Asche bestenfalls, bis die allerletzten Arbeiten für die Euro-Einführung abgeschlossen sind?

Die Werte für Unix und Windows NT befinden sich im unteren Bereich ihrer normalen Schwankungsbreite. Vielleicht ein Indiz für die Existenz der allgemeinen IT-Krise? Auch die Zurückhaltung mit großen IT-Projekten vor der Sommerpause könnte ein Grund für das schlechte Abschneiden dieser beiden Betriebssysteme sein. Dass Windows NT-Experten aufgrund des Einsatzes von Windows 2000 weniger gefragt sein könnten, lässt sich nicht bestätigen: Für Windows 2000 gingen die prozentualen monatlichen Projektanfragen ebenfalls nach unten.

 

 

Die Stichprobe
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Die vorliegende Marktanalyse der monatlichen Entwicklung der Projektanfragen beruht auf der statistischen Auswertung von 17.235 Projektangeboten, die seit Mai 2000 IT-Freiberuflern über den GULP-Server zugestellt wurden. Die durchschnittlichen Stundensätze errechneten sich aus den Stundensatzforderungen der insgesammt 35.540 Profile, die seit Dezember 1998 über Projektanfragen zum jeweiligen fachlichen Schwerpunkt angefordert wurden. Das Datenmaterial wird durch Informationen aus den Profilen der über 23.000 bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler und Angaben zum Nachfrageverhalten großer IT-Anwenderfirmen vervollständigt. Letztere basieren auf den Log-Dateien des GULP Dienstleister Guides. Dieses spezialisierte Online-Verzeichnis der IT-Dienstleister ist Anlaufstelle für alle Unternehmen, die einen geeigneten Partner und Dienstleister für ihre anstehenden IT-Projekte suchen. Die Informationen aus dem GULP Dienstleister Guide geben zuverlässig darüber Aufschluss, welche Subunternehmer aktuell gesucht werden. Insgesamt repräsentiert die Datenbasis vorliegender Marktanalyse mehr als 80 Prozent des deutschen IT-Projektmarktes.

 

 


Kommentare zu diesem Artikel:

"Totgesagte leben länger... (Dezember 2002)"


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