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Marktstudie:
Eine Erholung von MVS wird immer unwahrscheinlicher

Die Situation des IBM Großrechner-Betriebssystems

(Dezember 2003)

Inhalt dieses Artikels:
Die Geschichte | Langsamer Tod auf Raten? | MVS-Experten müssen sich bescheiden | Wer hat MVS im Einsatz? | Fazit

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Dies ist eine Marktstudie aus dem IT-Projektmarktindex, dem Marktindex für IT-Projekte.
 

Immer wieder wurde in der Vergangenheit der Untergang der Mainframe-Welt angekündigt – und kurz darauf verschoben. Deshalb ist mit Voraussagen Vorsicht geboten – auch wenn jetzt die alten Großrechner-Betriebssyteme endgültig vom Aussterben bedroht zu sein scheinen: Im dritten Quartal 2003 gingen die Projekte für MVS bzw. OS/390 dramatisch zurück. GULP skizziert die aktuelle Marktsituation für das IBM-Operating-System MVS.

Totgesagte leben länger! Diesen Satz schien der MVS-Bereich lange Zeit eindrucksvoll zu bestätigen. Freiberufliche MVS-Experten konnten sich in den vergangenen Jahren über eine recht gute Marktlage freuen - allen Unkenrufen zum Trotz, die dem Mainfame-Bereich das baldige Ende prophezeiten. Doch die jüngste Entwicklung verheißt nichts Gutes: Die Nachfrage für MVS geht in den Keller, sie ist seit Jahresbeginn um dramatische 84,4 Prozent gefallen.

 

Die Geschichte
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In aller Kürze:
o Der Marktanteil für Projekte im MVS-Umfeld bricht seit Jahresbeginn um 84,4 Prozent ein.
o MVS erreicht im Oktober nur noch einen Anteil von 1,4 Prozent aller angebotenen Projekte.
o MVS-Experten schrauben ihre Forderungen zurück: Derzeit wird ein Stundensatz von 69 EUR verlangt.

Die MVS-Geschichte (siehe auch History of IBM extern) beginnt im April des Jahres 1964, als IBM mit der S/360 das Betriebssystem OS/360 auslieferte. Ihm folgte mit der S/370-Generation das passende OS/370. Im Zuge der Weiterentwicklung kam 1974 dann MVS auf den Markt. Für fast alle Großinstallationen von S/390-Rechnern wurde das Betriebssystem MVS (Multiple Virtual Storage) implementiert.

Später entstand daraus durch weitere Ergänzungen das verbreitete OS/390 für die neuen S/390-Großrechner. Von Entwicklern und Administratoren (und von GULP in dieser Marktstudie) wird MVS aber immer noch gerne als Synonym für OS/390 verwendet. Von diesem stammt schließlich der für die z/Series überarbeitete 64-Bit-Nachfolger z/OS ab.

Treffen der Generationen
Hardware Software
IBM System/360 OS/360 (bzw. DOS/360 und TSS/360)
IBM System/370 OS/VS1, OS/VS2, MVS/370, MVS/XA, MVS/ESA
IBM System/390 MVS/ESA, OS/390 (sowie VSE, VM und TPF)
IBM z/Series z/OS
Tabelle 1: IBM Großrechner-Hardware und Betriebssysteme.

Eine wichtige Beobachtung aus der Historie: Natürlich wurde MVS im Laufe der Zeit immer weiter entwickelt, aber die Grundzüge haben sich in den darauf folgenden 30 Jahren erhalten.

Seit dem Jahrtausendwechsel verliert das IBM-Operating-System MVS immer mehr an Bedeutung auf dem IT-Projektmarkt, ebenso die bevorzugt unter MVS bzw. OS/390 eingesetzte Programmiersprache COBOL. Haben die Oldies jetzt ihre Schuldigkeit getan? Verabschieden sie sich endgültig vom Geschehen im IT-Projektmarkt? Wir blicken zurück:

 

 

Langsamer Tod auf Raten?
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Im Zeitraum von Januar 2000 bis Oktober 2000 zeigt die Trendanalyse eine recht konstante Marktsituation für MVS. Dann brachte der Winter 2000 die Wende: Der Anteil an den Projekten kletterte im Dezember 2000 und nochmals im Februar 2001 auf zunächst 13 Prozent. Die Entwicklung setzte sich fort und erreichte im Mai einen Wert von beinahe 15 Prozent - das war der höchste Wert, der je im GULP Trend Analyzer für MVS erreicht worden ist.

 
   
Anteil angebotener Projekte für das Mainframe-Betriebssystem MVS bzw. OS/390 und die Programmiersprache COBOL seit Anfang 2000
MVS bzw. OS/390
COBOL
Abbildung 1: Anteil angebotener Projekte für das Mainframe-Betriebssystem MVS bzw. OS/390
und die Programmiersprache COBOL seit Anfang 2000
 
   

Der erste Einschnitt erfolgte noch im selben Jahr, denn der Oktober kündete bereits schlechtere Zeiten an: Die Nachfrage für MVS bzw. OS/390 stürzte in den Keller und fiel innerhalb eines Monats von 11,8 Prozent auf einen Anteil von 6,4 Prozent. Das bedeutete einen Schwund von 45,4 Prozent gegenüber dem Vormonat.

In der Folgezeit glich die Nachfrage für MVS der Fahrt in einer Achterbahn – bis nach einem letzten Aufbäumen im Juli 2002 der Anfang vom Ende eingeläutet wurde. Der Anteil an MVS-Projekten brach bis Oktober um die Hälfte auf 5,2 Prozent ein. Erst im Januar 2003 konnte sich MVS noch einmal auf 9 Prozent Marktanteil empor schwingen.

 
   
Anteil angebotener Projekte für das Mainframe-Betriebssystem MVS bzw. OS/390 und die Programmiersprache COBOL seit Mitte 2001
MVS bzw. OS/390
COBOL
Abbildung 2: Anteil angebotener Projekte für das Mainframe-Betriebssystem MVS bzw. OS/390
und die Programmiersprache COBOL seit Mitte 2001
 
   

MVS war dann zuletzt im Juli 2003 unter den bei GULP erhobenen TOP5 Betriebssystemen gesehen worden, bei einen Marktanteil von 3,1 Prozent. Im Oktober 2003 wurden schließlich nur noch 15 MVS-Projekte angeboten, was einem Anteil von 1,4 Prozent an allen angebotenen Projekten entsprach.

 
   
Anteil angebotener Projekte für das Mainframe-Betriebssystem MVS bzw. OS/390 und die Programmiersprache COBOL seit Ende 2002
MVS bzw. OS/390
COBOL
Abbildung 3: Anteil angebotener Projekte für das Mainframe-Betriebssystem MVS bzw. OS/390
und die Programmiersprache COBOL seit Ende 2002
 
   

Zieht man zum MVS-Betriebssystem eine passende Programmiersprache zur Analyse hinzu, wird der Niedergang der einstigen Hochkultur noch offensichtlicher: Die Wechselbeziehung der jeweiligen Nachfrage-Entwicklung für Cobol und MVS verweist auf einen beinahe linearen Zusammenhang. Betrachtet man den Verlauf der Trendkurven, so stechen insbesondere die vergangenen sechs Monate ins Auge. Die Trendkurven für Cobol und MVS nehmen dort einen parallelen Verlauf – nach unten.

 

 

MVS-Experten müssen sich bescheiden
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Die Zeiten, in denen freiberufliche MVS-Spezialisten aufgrund hoher Nachfrage zu den Spitzenverdienern der Branche gehörten, sind lange vorbei. Im Vergleich zu den Stundensatzforderungen anderer IT-Freiberufler gaben die Honorare von MVS-Experten wesentlich stärker nach. Und: Für Projekte im MVS-Umfeld kann zur Zeit auf eine breite Spezialistenbasis zurückgegriffen werden.

Sucht ein Unternehmen heute einen MVS-Spezialisten, kann es diesen ohne Verhandeln zu einem um durchschnittlich sieben Euro günstigeren Stundensatz verpflichten als noch vor einem Jahr. Aktuell werden von MVS-Experten 69 EUR pro Stunde verlangt, was nur noch einen Euro über dem Durchschnittsstundensatz aller IT-Freiberufler liegt.

 
   
Entwicklung der Stundensatzforderungen von MVS-Spezialisten im Vergleich zu allen bei GULP eingetragenen IT-Freiberuflern
MVS bzw. OS/390-Spezialisten
alle IT-Freiberufler
Abbildung 4: Entwicklung der Stundensatzforderungen von MVS-Spezialisten
im Vergleich zu allen bei GULP eingetragenen IT-Freiberuflern
 
   
Ob gerechtfertigt oder nicht – das ist die Chance für Mainframe-Betreiber, hochwertiges Fachwissen zu einem günstigen Preis einzukaufen. Und das wiederum kann die Hoffnung auf neue MVS-Projekte stärken, wenn der Kostenaspekt der Hauptgrund dafür war, dass sich IT-Entscheider in Sachen MVS zurückhalten. Allerdings: Derzeit ist keine Erholung in Sicht.  

 

Wer hat MVS im Einsatz?
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Anteil angebotener MVS-Projekte nach Postleitzahl-Gebieten.
Projekte zu MVS bzw. OS/390 nach PLZ
Abbildung 5: Anteil angebotener MVS-Projekte
nach Postleitzahlgebieten.

Abbildung 5 zeigt, dass freiberufliche MVS/Mainframe-Experten insbesondere im Postleitzahlgebiet D6 zur Projektrealisierung gesucht werden. Knapp 29 Prozent aller MVS-Projekte sind hier - wohl zumeist in der Frankfurter Bankenmeile - angesiedelt. Doch nun ist ein Großteil der Großrechner-Projekte, die in der Vergangenheit aus der Finance-Branche für eine gute Marktlage für MVS sorgte, weggebrochen.

Denn: Die Zeiten für die deutschen Banken sind hart. Viele Banken müssen interne strukturelle Probleme lösen und haben Kostensenkungsprogramme und Restrukturierungs-Maßnahmen eingeleitet. Die derzeitige Situation für MVS lässt sich somit teilweise durch die stattfindenen Veränderungen erklären. Die in Angriff genommenen Umstrukturierungen sind mit weitreichenden Einsparungen verbunden, Projekte werden auf Eis gelegt oder komplett gestrichen.

 
   
Anteil angebotener Projekte für das Mainframe-Betriebssystem MVS bzw. OS/390 und aus dem Banken-Umfeld
Projekte zu MVS bzw. OS/390
aus dem Banken-Umfeld angebotene Projekte
Abbildung 6: Anteil angebotener Projekte
für das Mainframe-Betriebssystem MVS bzw. OS/390 und aus dem Banken-Umfeld
 
   
Der Marktanteil von IT-Projekten aus dem Banken-Umfeld ist in dem oben betrachteten Zeitraum um 37 Prozent zurückgegangen. Im Sog des allgemeinem Projekt-Rückgangs im Bankgewerbe sinkt auch der Anteil an angebotenen MVS-Projekten.  

 

Fazit
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Das ausgewertete Zahlenmaterial unterstreicht den derzeitigen und wahrscheinlich auch künftigen Niedergang des Betriebssystem-Veteranen MVS. Auch wenn es den Traditionalisten weh tut: Die technologische Entwicklung im Großrechner-Bereich schreitet voran, andere Systeme haben den Platz von MVS eingenommen.

Perspektiven sind im Markt aber vorhanden, denn die Mainframe-Rechner selbst sind alles andere als tot. Großrechner werden aufgrund ihrer Sicherheit, Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit auch in Zukunft ein wesentlicher Bestandteil einer leistungsfähigen IT-Umgebung bleiben.

Was also tun, fragt sich der MVS-Spezialist? Das derzeitige niedrige Projektvolumen als Zwischentief hinnehmen und aussitzen? Oder die projektfreie Zeit nutzen, um sich idealerweise Zusatzkenntnisse anzueignen?

Es bleibt im Mainframe-Bereich auf alle Fälle spannend. Interessierte können die Entwicklung von MVS über den GULP Trend Analyzer monatsaktuell verfolgen.

 

 

Die Stichprobe
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Die vorliegende Marktstudie beruht auf der statistischen Auswertung der GULP Dienste zur Vermittlung von IT-Freiberuflern. Die Entwicklung der Projektanfragen beruht auf der Auswertung von 101.679 Projektanfragen zu 50.157 angebotenen Projekten, die IT-Freiberuflern seit Januar 2000 über den GULP-Server zugestellt wurden. Das Datenmaterial wird durch Informationen aus den Profilen der über 46.000 bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler (Stand 01.10.2003) ergänzt.

 

 

Kommentare zu diesem Artikel:

"Ich bin seit den Zeiten von OS/MFT / MVT im Mainframebereich tätig. Bei der Kosteneinschätzung gibt es m. E. mehrere Aspekte: (1) Die Preispolitik der IBM und der ISV's, (2) die Gehälter bzw. Stundensätze der internen und externen MA der Kunden und (3), häufig unterschätzt, die TCO für eine Applikation. Zu (1): Leider hat IBM - und tlw. die ISV's - hier erst sehr spät reagiert und die Preise (etwas) nach unten angepaßt. Zu (2): M. E. untergeordnet - Gehälter bzw. Stundensätze sind halt Marktpreise; z. B. ein SAP-Profi für Mainframe oder Unix wird hier keine großen Unterschiede machen. Zu (3): TCO wird häufig - bewusst oder unbewusst - falsch eingeschätzt: Support für Rechner, die nicht mehr 'zentral sichtbar' sind, fließen in den TCO häufig nicht ein - aber kümmern muß sich dennoch einer darum. Ferner gibt es nach meiner Einschätzung im 'Bonsai-Computing' (sorry, Windows Freaks) nach wie vor häufig ein wenig methodisches und wenig strukturiertes Vorgehen, sowohl system- wie auch anwendungsseitig. Hauptsache 'das Ding läuft' irgendwie. Dieser Aspekt wird die TCO für Anwendungen auf längere Sicht nicht mehr so rosig erscheinen. Aber dann ist es für MVS wohl zu spät :-( Meine 2 cents (März 2005)"

"Der Artikel behandelt in erster Linie die Programmierung im Mainframe - Umfeld, das tatsächlich kaum nachgefragt wird. Anders sieht es beim Systemumfeld und bei Spezial-KnowHow bei Tools auf dem Mainframe aus. Dort ist die Konkurrenz unter den Freiberuflern recht gering und zudem die Anfragen sehr häufig. Traditionellerweise werden diese Aufträge in erster Linie direkt an den Freiberufler gerichtet und nicht bei GULP eingetragen. Daher fehlen Sie in Ihrer Übersicht zumeist völlig. Die Marktanalyse hat daher einen Pferde - Fuss. (Oktober 2004)"

"der Artikel ist sehr gut und trifft auf den Punkt. Nur welche Wege zeigen sich auf. (Februar 2004)"

"Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu diesem Artikel Interessant sind vor allem die Kommentare mit ihren unterschiedlichen Interpretationen. (Januar 2004)"

"Nur als Beispiel: Ein Bayerischer Autohersteller hat kürzlich in seinem Intranet bekanntgegeben, den Host bis 2012 abschaffen zu wollen/können. Auf die älteren MVS-Freiberufler (45+) kommt jetzt eine Gratwanderung zu: sollen sie darauf hoffen, dass die abnehmende Attraktivität der Plattform zu weniger Angebot an Projektmitarbeitern führt und dieser Rückgang stärker ist als der Nachfragerückgang der großen Anwender oder sollen sie komplett umsatteln? (Januar 2004)"

"Der Artikel gibt in guter und übersichtlicher Form die Entwicklung der Nachfrage an MVS-Projekten wieder. Wegen Millenium und Wandlung Euro in der Zeit 1999 bis 2001 bekanntlich die Nachfrage nach den Dinosauriern sehr groß. So wurde bei einigen Kunden jeder Freiberufler unter Vertag genommen, der COBOL, Assembler und MVS auch nur halbwegs anbieten konnte. Durch über die reine Umstellung hinaus qualifizierte Kräfte konnte der Bedarf an Großrechner-Spezialisten langfristig gesichert werden. Bei zusätzlichem Bedarf können die Kunden eigene Kontakte aktivieren und weden sich weniger abstrakt nach außen (GULP). So sollte es nicht verwundern, wenn die aktuelle Nachfrage zurückgeht. Leider geht die Tendenz Kosten zu sparen (Geiz ist geil) auch an den Großkunden nicht vorbei. Glücklich ist derjenige, der noch über ein Polster verfügt. Es bahnen sich allerdings magerere Zeiten an. Interessant wäre eine neutrale (nicht von IBM initiierte)Untersuchung über die Entwicklung der MVS-Projekte insgesamt. (Januar 2004)"

"Ich finde Ihr Artikel sehr gut und ich teile Ihre Meinung. Die Agonie von MVS kann noch etwas dauern, bis das Exitus endgültig eintrifft. Daher rate ich Jedem, so schnell wie möglich umzusteigen. (Januar 2004)"

"Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu diesem Artikel ich liebe cobol, aber hasse die intelektuell unterbelichteten ibm-idioten, die sich mit ihrem aroganten kreuzworträtselwissen und ihrer faschistischen gesinnung schon immer ihr eigenes grab geschaufelt haben. (Januar 2004)"

"cobol zeigte sich zur bewältigung kommerzieller aufgabenstellungen als sehr dankenswerte sprache. wer heute seine fakturaprobleme mit cobol nicht abdecken kann, dessen erfolgsaussichten werden mit java morgen nicht viel besser sein. die bugs müssen bei großen projekten erst noch gefunden werden und die rechenzeit ist endlich - nach 24 stunden ist der tag um! (Dezember 2003)"

"Sehr unsachlicher Stil: Wenn MVS o. z/OS Projekte aus Sicht GULP kaum meßbar sind, dann lautet das Fazit auf "Nicht meßbar". Aus dem Fazit könnte die Frage, ob MVS "tot" ist, oder nicht, abgeleitet werden - die Antwort aber eben nicht. Meßbar ist: Es gibt im Umfeld Mainframe Sparzwänge, Umstrukturierungen, gute und gut bekannte Fachkräfte mit guter Organisationskenntnis, keine neuen Projekte, viel Wartung die mit wenig Aufwand verbunden ist. (Dezember 2003)"

"Sehr schade. Ich habe viel Respekt vor der Grossrechnerwelt (insbesondere die in dem Artikel genannte) und hatte mittelfristig geplant mir dort Kenntnisse anzueignen (komme eigentlich aus der UNIX-Ecke). Sieht jetzt wohl so aus, als ob ich das nun in meiner Freizeit machen muss. (Dezember 2003)"

"Ich glaube, dass Sie einen wesentlichen Aspekt bei Ihrer Analyse vergessen haben. Großrechnerprojekte haben oft mit Back-Office- und komplexen Fachfunktionen einer Systemlandschaft zu tun. Hier spielen Kenntnisse über die Interna des Endkunden m.E. eine wesentlich größere Rolle, als dies im non-MVS-Bereich der Fall ist. Das macht einen Wechsel zwischen einem bereits im Haus befindlichen Externen zu einem neuen, 3 EUR /h billigeren Externen auf Grund der Einarbeitungskosten weniger lohnend als im non-MVS-Umfeld. Außerdem haben - wie Sie selbst schreiben - die MVS-Leute gut verdient und können noch etwas "Luft" aus Ihren Preisen lassen, wenn der Endkunde das wünscht. All' das führt dann m.E. dazu, dass *natürlich nur 1 Punkt* die Notwendigkeit der Suche nach neuen(!) Externen - und nur die mißt GULP ja über die Projektangebote - z.Z. kaum gegeben ist. oder kurz: Man bekommt die Leute, die man kennt und die gut sind z.Z. problemlos und zu dem gewünschten Preis. Es gibt keinen Grund für für GULP meßbare Ausschreibungen. ABER: COBOL als alleiniges Standbein ist - da haben Sie völlig Recht - kein sicheres Standbein mehr. Branchen-knowhow, Projektmanagement-Skills und Kenntnisse in Java o.ä. gehören zwingend mit dazu. (Dezember 2003)"

"Sehr fundierter, verständlich und pointiert verfasster Beitrag, dessen Meinung ich teile. (Dezember 2003)"

"Schmerzhaft aber wahr. Wir standen vor einem Abgrund, jetzt sind wir einen Schritt weiter. Aber wie so oft: der Fortschritt frißt seine Kinder. (Dezember 2003)"

"Der rapide Rückgang dürfte eher dem Abbau von Überkapazitäten zuzuschreiben sein, die durch Jahrtausendwechsel und Währungsumstellung aufgebaut wurden. Bei diesen Projekten wurde in die Vollen gegriffen und im Bereich Softwareentwicklung und Produktionssicherung standen Präsenzzeiten im krassen Mißverhältnis zu Produktionszeiten. (Dezember 2003)"

"Welches sind erfolgversprechende Zusatzkenntnisse, die mittelfristig bis langfristig eine Auftragssicherung in Aussicht stellen ? SAP, java, c#, php, html, object cobol ? (Dezember 2003)"

 

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