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Im Blickpunkt: Nationalitäten bei GULP

 

(Oktober 2005)
Inhalt dieses Artikels:
In der GULP Profiledatenbank | Das Alter der Spezialisten | Wo die IT-Experten wohnen | Der Unterschied in den Honoraren | Bevorzugte Einsatzbereiche

 

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Worum sich Politik, Gesellschaft und viele Wirtschaftszweige mehr oder weniger erfolgreich mühen, ist im IT-Projektmarkt bereits seit Jahren in vollem Gange: Die Internationalisierung, die keine nationalen Einbahnstraßen und Vorurteile kennt, sondern weithin fachliche Professionalität über die Grenzen hinweg pflegt.

So haben sich auch in Deutschland zahlreiche IT-Freiberufler ausländischer Herkunft niedergelassen, wie ihr Eintrag in die GULP Profiledatenbank zeigt. GULP hat sich die Profile von IT-Freiberuflern aus fünf verschiedenen Nationen mal etwas genauer angeschaut.

 

In der GULP Profiledatenbank
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Da unter dem Gebot der Lesbarkeit nicht alle Nationalitäten eingehend untersucht werden können, beschränkt sich die Untersuchung auf IT-Selbstständige folgender Länder:

o Briten aus der Heimat des IT-Projektmarktes.
o US-Amerikaner aus dem IT-Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
o Inder aus einem der vielversprechendsten Länder im ITK-Markt.
o Türken als die stärkste ausländische Bevölkerungsgruppe in Deutschland.
o Chinesen als Repräsentanten der neuen fernöstlichen Wirtschaftsmacht.

 

Bei GULP registrierte IT-Freiberufler nach Nationalität

Zahlenmäßig am stärksten vertreten sind britische und türkische IT-Fachleute, die Anzahl chinesischer und indischer Kollegen ist dagegen sehr gering. Für diese Verteilung sprechen folgende Faktoren:

Klar dürfte sein, dass es für Freiberufler aus europäischen Ländern einfacher ist, den Wohnort nach Deutschland zu verlagern als für Amerikaner und Asiaten: Die räumliche Distanz zum Herkunftsort ist wesentlich geringer. Als Mitglied der Europäischen Union gestaltet sich zudem die Arbeitsaufnahme für britische Staatsangehörige in Deutschland unproblematischer, benötigen sie doch keine Aufenthaltsgenehmigungen.

Türken gehören mit einem Anteil von 1,8 Mio. Bürgern zur größten ausländischen Bevölkerungsgruppe in Deutschland. Der Anteil bereits in Deutschland geborenen Türken ist mit 35 % besonders hoch, so dass davon ausgegangen werden kann, dass der Großteil der türkischen Freiberufler bei GULP in Deutschland aufgewachsen und mit der Sprache und Kultur vertraut ist. Dagegen zählen z.B. Inder mit ca. 39.000 in Deutschland lebenden Personen zu einer eher kleinen Migrantengruppe. (Statistisches Bundesamt, Stand: 2004) Sie zieht es stärker nach Großbritannien, USA und Kanada.

Generell sei angemerkt, dass der Schritt der Freiberuflichkeit/Selbstständigkeit in einem fremden Land nicht leicht ist, resignieren doch nicht selten schon deutsche IT-Freiberufler angesichts der bürokratischer Hürden. Weitere Faktoren, die eine Arbeitsaufnahme im Ausland häufig erschweren sind neben Sprachbarrieren auch die kulturellen Unterschiede.

 

 

Das Alter der Spezialisten
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Das Durchschnittsalter aller in der GULP Profiledatenbank gelisteten Freiberufler beträgt 38,6 Jahre – und zeigt, dass im IT-Projektmarkt erfahrene Spezialisten keine Seltenheit sind. Bei der Betrachtung der fünf Nationen ergeben sich allerdings Abweichungen von diesem Durchschnittsalter:

Alter der bei GULP registrierten IT-Freiberufler nach Nationalität

Briten und Amerikaner trennen fast zehn Jahre Altersunterschied von den IT-Freiberuflern der anderen Staatsbürgerschaften: Mit beinahe 45 Jahren gehören sie zu den gestandenen Semestern unter den IT-Freiberuflern. Im Vergleich dazu zählen die türkischen Kollegen mit ihren 35 Lenzen zur jüngeren Generation.

Auch Inder und Chinesen sind etwas jünger als alle bei GULP registrierten Freiberufler. Wahrscheinlich zieht es in den Wachstumsmärkten der ITK-Branche wie China und Indien verstärkt die junge, aufstrebende Generation ins Ausland, um sich dort entsprechendes Wissen und Know-how anzueignen und dieses später wieder ins Heimatland zu transferieren.

 

 

Wo die IT-Experten wohnen
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Die Mehrheit der ausländischen Freiberufler hat sich in den Ballungsgebieten D6 (Frankfurt/Main) und D8 (München) des deutschen ITK-Marktes angesiedelt und folgt damit der regionalen Verteilung aller bei GULP registrierten Freiberufler. Die Region D6 liegt dabei in der Gunst vorne, besonders die chinesischen Experten, von denen fast jeder zweite dort anzutreffen ist, haben ein Faible für das Rhein-Main-Gebiet.

Wohnort der bei GULP registrierten IT-Freiberufler nach Nationalität

Bis auf diese Gemeinsamkeiten ist die regionale Verteilung der einzelnen Nationalitäten im Bundesgebiet sehr unterschiedlich.

Außer in der Region D6 sind chinesische IT-Fachleute noch relativ häufig im Gebiet Köln-Bonn-Trier (D5) ansässig. Amerikaner und Inder zieht es in D1 und damit in die Hauptstadt der Republik. Der hohe Norden mit Hamburg-Bremen-Flensburg (D2) ist für indische und britische IT-Experten zur Heimat geworden. Die türkischen IT-Freiberufler favorisieren dagegen das Gebiet D7 (Freiburg, Stuttgart, Heilbronn). Auffällig: Obwohl zahlenmäßig am zweitstärksten vertreten, gibt es im Osten der Republik (D0) keine türkischen IT-Fachleute. Auch für die asiatischen IT-Freiberufler ist die Region D0 (Halle-Leipzig-Dresden) uninteressant.

Die Konzentration in den Gebieten D6 und D8 zeigt ganz deutlich, dass sich auch die ausländischen IT-Freiberufler an den wirtschaftlichen Strukturen des IT-Projektmarktes orientieren.

 

 

Der Unterschied in den Honoraren
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65 Euro beträgt derzeit der durchschnittlich geforderte Stundensatz – erstmals seit über drei Jahren haben die IT-Freiberulfer ihre Honorare wieder leicht angehoben.

Stundensatz der bei GULP registrierten IT-Freiberufler nach Nationalität

Im Vergleich der Nationalitäten zählen die Briten und Amerikaner mit Stundensatzforderungen von rund 66 Euro zu den Besserverdienern. Somit erzielen vor allem die britischen IT-Experten finanziell wesentlich bessere Konditionen als auf der Insel. Dort liegt der tarifliche Einheitsstundensatz für IT-Freiberufler bei knapp über 50 Euro.

Die IT-Fachleute aus den drei anderen Nationen fordern mit Honoraren unter 60 Euro dagegen wesentlich weniger. Mit rund 57 Euro verlangen die türkischen IT-Fachleute den niedrigsten Stundensatz. Neben dem Faktor Alter (wir erinnern uns, dass die türkischen IT-Freiberufler am jüngsten sind) bestimmen vor allem die ausgeübten Positionen die Höhe des Stundensatzes.

 

 

Bevorzugte Einsatzbereiche
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Bevorzugte Positionen der bei GULP registrierten IT-Freiberufler nach Nationalität

Im Ranking der bevorzugten Positionen zeigen sich keine wesentlichen Abweichungen der untersuchten Nationen zur Normalverteilung aller bei GULP eingetragenen Freiberufler.

Der Großteil der ausländischen IT-Freiberufler tümmelt sich im Bereich der Software-Entwicklung und -programmierung, vor allem die Inder sind hier gut vertreten. Dies verwundert nicht, da Indien das Land der Programmierer ist: So werden in Indien sechs mal mehr Programmierer ausgebildet als in China, pro Jahr sind ca. 300.000 neue Software-Programmierer auf dem indischen Markt verfügbar (Quelle: Silicon, März 2004).

Auf den Plätzen zwei und drei die begehrten, weil besser bezahlten Positionen "Beratung" und "Projektleitung".

Türkische Freiberufler sind noch verhältnismäßig häufig in der Administration anzutreffen, was ihren niedrigen Stundensatz erklärt: Der durchschnittliche Stundensatz für die Position Administrator liegt aktuell bei 52 Euro pro Stunde. In der Qualitätssicherung entfällt der prozentual höchste Anteil auf die chinesischen IT-Fachleute.

Unabhängig davon, in welchen Positionen und Bereichen ausländische IT-Spezialisten in Deutschland eingesetzt werden, profitieren beide Seiten - sowohl Freiberufler als auch Projektanbieter - vom Know-how des jeweils anderen. Vor allem für deutsche Unternehmen, die sich mit dem Gedanken tragen, z.B. in asiatische Märkte vorzudringen, sind Fachkräfte aus den Herkunftsländern von unschätzbaren Wert.

 

 

 


Kommentare zu diesem Artikel:

"Na vom Preis her kann ich ja locker konkurrieren .... bin immer noch billiger als Türken (56.99 Euro im Schnitt, geringster Stundensatz) -- und da heißt es immer deutsche Fachkräfte sind so teuer. (Februar 2006)"

"Sehr interessanter und informativer Artikel. Dankeschön :) (Dezember 2005)"

"super!!!! :-) (Oktober 2005)"

"Finde ich sehr interessant! (Oktober 2005)"

"Die Zahlen sind für mich hochinteressant. Verglichen mit der Anzahl der bei Gulp registrierten Freiberufler (ca. 56.000) macht der Anteil der Freiberufler ausländischer Herkunft nur ca. 1,26 % aus. (Oktober 2005)"


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