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Marktchancen Oracle
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(Dezember 1999)
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Im folgenden Artikel wird untersucht, wie die Marktchancen für
Freiberufler mit Oracle Kenntnissen sind. Der Artikel und das verwendete
Zahlenmaterial stammen vom 9.12.99. Die Statistiken beruhen auf
der Auswertung von 11.166 Profilen von IT Freiberuflern in der GULP
Datenbank und 10.673 Projektanfragen der letzten 9 Monate, die über
den GULP Internet Dienst von Unternehmen an diese Freiberufler zugestellt
wurden.
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| Statistik "Datenbanken im Vergleich"
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Erläuterungen zur Tabelle:
- Datenbank: wir haben zum Vergleich Datenbanken ausgewählt,
die laut Statistik sehr
verbreitet sind.
- Anzahl Freiberufler: wieviel % der Freiberufler haben
im Profil Kenntnisse dieser Datenbank angegeben?
- Anzahl Projektanfragen: in wieviel % der Projektanfragen
war diese Datenbank gefragt?
- Markt Chancen: Anzahl Projektanfragen in % geteilt durch
Anzahl Freiberufler in %, je größer desto besser.
- Stundensatz: durchschnittlicher Stundensatz der Freiberufler,
die diese Datenbank als fachlichen Schwerpunkt haben.
- Suche nach aktuellen Projekten: Suche über den GULP
Roboter nach Projektangeboten mit dieser Datenbank.
In Klammern hinter den Stundensätzen steht jeweils, aus wie vielen
Profilen dieser durchschnittliche Stundensatz errechnet wurde. Für
die Berechnung wurden ausschließlich Profile von Freiberuflern
herangezogen, die ihren fachlichen Schwerpunkt auf diesem Gebiet haben
und z.B. keine Profile von Freiberuflern, die nur Grundkenntnisse
besitzen. |
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| Interpretation
der Statistik "Datenbanken im Vergleich" |
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Kenntnisse der PC Datenbanken Access und xBase (dBase,
Foxpro, Clipper) sind unattraktiv, da viele Freiberufler darüber
verfügen und es wenige Projektanfragen gibt. Dementsprechend
"gering" sind die Stundensätze. Access Kenntnisse kann inzwischen
beinahe jeder zweite Freiberufler vorweisen. dBase und Klone haben
konsequent ihre Marktführerschaft aus den 80er Jahren verspielt
und sind in der Bedeutungslosigkeit versunken.
Ganz schwach präsentiert sich Microsofts SQL Server,
der ja mit Oracle, Informix etc. in Konkurrenz steht. Zwar ist er
bei Freiberuflern sehr verbreitet, nur leider gibt es kaum Projekte.
Da haben einige Freiberufler wohl auf das falsche Pferd gesetzt.
Adabas, das 1969 als eines der ersten Datenbank Management
Systeme die Welt erblickte, hat seine Blütezeit hinter sich.
Informix stellt das Mittelfeld dar. Die Verbreitung bei
Freiberuflern ist in etwa mit der von DB2 zu vergleichen,
allerdings gibt es nur ca. halb so viele Projektanfragen. Der Stundensatz
liegt etwa auf dem Niveau der anderen Server Datenbanken.
Sybase Kenntnisse haben nur 8% der Freiberufler, aber die
zahlen sich aus. Die Marktchancen sind etwa mit denen von DB2 zu
vergleichen, aber der Stundensatz ist mit 152 DM sensationell.
Ganz klarer Spitzenreiter ist Oracle. In 22 % aller Projektanfragen
ist Oracle gefragt (zum Vergleich: Windows NT = 22 %, C/C++ = 23%).
Der Stundensatz von 139 DM ist praktisch identisch zu Informix und
knapp unter DB2. Die große Verbreitung von Oracle spiegelt
sich auch darin wieder, daß 24 % der Freiberufler über
Oracle Know-how verfügen, was Platz 2 hinter Access bedeutet.
Aufgrund dieser überragenden Bedeutung wollen wir uns im
Folgenden näher mit Oracle beschäftigen.
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| Regionaler Bedarf
an Oracle Spezialisten |
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| Anfragen Oracle nach PLZ in % |
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D1 |
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D3 |
D4 |
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D7 |
D8 |
D9 |
A |
CH |
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| Freiberufler/Anfragen nach PLZ gesamt in % |
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D1 |
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D3 |
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D5 |
D6 |
D7 |
D8 |
D9 |
A |
CH |
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D0 |
D1 |
D2 |
D3 |
D4 |
D5 |
D6 |
D7 |
D8 |
D9 |
A |
CH |
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Aus dem Diagramm "Anfragen Oracle nach PLZ in %" ist ersichtlich,
wie sich die Anfragen nach Oracle auf Freiberufler aus bestimmten
Postleitzahlengebieten aufteilen. In dieser Statistik stellen alle
Anfragen zu Oracle 100 % dar. Zur Interpretation dieser Zahlen ist
das Diagramm "Freiberufler/Anfragen nach PLZ gesamt in %" zu beachten.
Dabei wird in Schwarz dargestellt, wie viele Freiberufler im jeweiligen
Postleitzahlenbereich wohnen. In Grau wird dargestellt, wieviel
Prozent aller Anfragen (unabhängig von der gesuchten Qualifikation)
an Freiberufler aus welchen Postleitzahlenbereichen gehen.
Daraus wird ersichtlich, daß Oracle im D6 Bereich überproportional
häufig gesucht wird. Oracle ist eben die Datenbank der
Banken und die sind mehrheitlich im Rhein/Main-Gebiet angesiedelt.
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| Statistik "Oracle und weitere
Skills" |
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Oracle ist also sehr gefragt, aber auf welchem Betriebssystem,
in Kombination mit welcher Programmiersprache und mit welcher Tätigkeit?
Für die Beantwortung dieser Fragen wurden die Projektanfragen
und die Profile der Freiberufler nach zusätzlichen Informationen
durchsucht.
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Anfragen |
Stundensatz |
| Betriebssystem |
Gesamt |
mit Oracle |
Gesamt |
mit Oracle |
| Unix + Derivate |
33 % |
11,8 % |
126 DM (612) |
143 DM (22) |
| Windows NT |
22 % |
5,7 % |
120 DM (793) |
143 DM (30) |
| Programmiersprache |
Gesamt |
mit Oracle |
Gesamt |
mit Oracle |
| C/C++ |
23 % |
7,5 % |
119 DM (573) |
132 DM (50) |
| Java |
13 % |
3,3 % |
122 DM (376) |
133 DM (32) |
| PL/SQL |
3,6 % |
3,5 % |
140 DM (28) |
141 DM (27) |
| Visual Basic |
4,4 % |
1,5 % |
104 DM (352) |
125 DM (26) |
| Tätigkeit |
Gesamt |
mit Oracle |
Gesamt |
mit Oracle |
| Administration |
29 % |
7,5 % |
117 DM (1314) |
144 DM (51) |
| Entwicklung |
40 % |
11 % |
113 DM (2788) |
137 DM (120) |
Erläuterungen zur Tabelle:
- Anfragen gesamt: wie viele Anfragen hat es insgesamt
zu diesem Thema gegeben (z.B. 13% der Anfragen enthielten Java)?
- Anfragen mit Oracle: wie viele Anfragen enthielten zusätzlich
Oracle, also z.B. Java und Oracle.
- Stundensatz gesamt: wie hoch ist der Stundensatz von
Freiberuflern, die das Thema als fachlichen Schwerpunkt angegeben
haben?
- Stundensatz mit Oracle: wie hoch ist der Stundensatz
von Freiberuflern, die das Thema und zusätzlich Oracle als
fachlichen Schwerpunkt angegeben haben?
In Klammern hinter den Stundensätzen steht jeweils, aus wie vielen
Profilen dieser durchschnittliche Stundensatz errechnet wurde. Für
die Berechnung wurden ausschließlich Profile von Freiberuflern
herangezogen, die ihren fachlichen Schwerpunkt auf diesem Gebiet haben
und z.B. keine Profile von Freiberuflern, die nur Grundkenntnisse
besitzen. |
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| Interpretation
der Statistik "Oracle und weitere Skills" |
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Oracle verträgt sich offenbar gut mit Unix, denn jede 3. Anfrage
zum Thema Unix beinhaltete auch Oracle, während es nur bei
jeder 4. Anfrage zu NT auch um Oracle ging. Bei Unix wurden auch
die Derivate Solaris, HPUX, AIX und Linux berücksichtigt.
Die Oracle eigene Programmiersprache PL/SQL ist im Zusammenhang
mit Oracle gleich of gefragt wie Java, aber beide weniger als halb
so oft wie C/C++. Nicht so angesagt ist Visual Basic, was sich allerdings
auch nicht mit Unix verträgt. Der Stundensatz und die Projektanfragen
für PL/SQL sind natürlich annähernd gleich hoch mit
und ohne Oracle, da PL/SQL immer im Zusammenhang mit Oracle auftritt.
Oracle Entwickler werden deutlich häufiger gesucht als Administratoren.
Hierzu ist allerdings zu sagen, daß speziell die Tätigkeit
nicht immer explizit in der Projektbeschreibung erwähnt wird,
sondern sich teilweise aus dem Kontext ergibt (z.B. bei Oracle und
C++ wird immer ein Entwickler gesucht, auch wenn es nicht explizit
erwähnt wird). Diese nicht eindeutig zuordenbaren Anfragen
mussten unberücksichtigt bleiben.
Generell ist der Stundensatz zu jedem Thema - außer dem
hier irrelevanten PL/SQL - im Schnitt 17 DM höher bei der Kombination
mit Oracle.
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| Einarbeitung in
Oracle |
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Für einen in Frankfurt wohnenden Unix C/C++ Entwickler bietet
sich die Zusatzqualifikation Oracle geradezu an, aber auch für
andere Freiberufler ist Oracle interessant. Derzeit werden Oracle
7.x Kenntnisse noch gleich häufig gesucht wie Kenntnisse der
Version 8.x (hier nicht dargestellt, ermittelt über den GULP
Trend Analyzer), aber um für die Zukunft gewappnet zu sein,
sollte es schon die Version 8i sein. Da Oracle seine Einzelplatzlizenz
"Personal Oracle" zum Preis einer normalen PC Datenbank anbietet,
spricht auch von der finanziellen Seite nichts dagegen. Nur muß
man sich eben die Zeit für die Einarbeitung nehmen. Für
einen Entwickler, der auf PL/SQL verzichtet, ist diese Zeit allerdings
nicht allzu hoch, da Kenntnisse der letzten Feinheiten von Oracle
für die Entwicklung nicht erforderlich sind. Für einen
Datenbank Administrator sieht das schon anders aus.
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| Erfahrungsbericht
von GULP: Umstieg auf Oracle |
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Bis Mai 98 lief die GULP Datenbank auf Access Basis. Bis zu diesem
Zeitpunkt hatten sich - aufgrund eines zwar "krummen" aber notwendigen
Datenbank Designs - in manchen Dateien schon mehrere Hundertausend
Datensätze angesammelt. Obwohl es keinerlei Probleme mit Access
gab, war zu befürchten, daß Access irgendwann die Segel
streicht. Daher sollte der Umstieg auf eine Server Datenbank erfolgen,
die auch mehrere Millionen Datensätze handeln kann. In völliger
Unkenntnis jeglicher Server Datenbanken fiel die Entscheidung auf
Oracle.
Die GULP CGI Programme sind mehrheitlich in Visual Basic geschrieben
und greifen via ODBC auf die Datenbank zu. Die von Oracle mit der
Version 7.3 gelieferte Dokumentation ist äußerst unübersichtlich
und die Adminstrations-Tools können wohl nur Großrechner
Anwender erfreuen, haben aber mit für PC Anwender selbstverständlicher
benutzerfreundlicher GUI nicht viel zu tun. Dennoch dauerte die
Einarbeitung in Oracle, die Erstellung der Tabellen, der Transfer
der Daten von Access nach Oracle und die notwendigen Anpassung der
ODBC Aufrufe nur etwa zwei Wochen bis zu einer voll lauffähigen
Version. Das soll weniger verdeutlich, wie genial die GULP Mitarbeiter
sind, sonder vielmehr, wie einfach es war.
Das Negative: leider stellte sich dann - nach vermeintlich getaner
Arbeit - heraus, daß die Oracle Lösung auf einem Hochleistungsserver
wesentlich langsamer lief (im Schnitt um den Faktor 3), als die
Access Lösung auf einem 133 MHz PC. Daher ging jetzt die eigentliche
Arbeit erst los. Viele Programme mußten vollständig neu
entwickelt werden und greifen gar nicht mehr auf Oracle zu. Die
Daten werden bei dem nächtlichen Reorganisationslauf aus der
Datenbank in den Hauptspeicher übertragen und die Programme
bedienen sich dort.
Das Positive: Oracle läuft absolut stabil und zuverlässig,
es ist noch nie ein Datenbank Fehler aufgetreten und der Administrationsaufwand
ist sehr gering.
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