GULP >> GULP Knowledge Base >> Markt & Trends >> Skills & Qualifikationen >> Marktchancen Oracle

Marktchancen Oracle

(Dezember 1999)
 

Im folgenden Artikel wird untersucht, wie die Marktchancen für Freiberufler mit Oracle Kenntnissen sind. Der Artikel und das verwendete Zahlenmaterial stammen vom 9.12.99. Die Statistiken beruhen auf der Auswertung von 11.166 Profilen von IT Freiberuflern in der GULP Datenbank und 10.673 Projektanfragen der letzten 9 Monate, die über den GULP Internet Dienst von Unternehmen an diese Freiberufler zugestellt wurden.

 

Statistik "Datenbanken im Vergleich"  
   
Datenbank Anzahl
Freiberufler
Anzahl
Projektanfragen
Markt
Chancen
Stundensatz Suche nach
aktuellen Projekten
Access 46 % 4 % 0,08 102 DM (228) Suche nach Access
Adabas 6 % 1 % 0,16 127 DM (18) Suche nach Adabas
DB2 12 % 7 % 0,58 143 DM (53) Suche nach DB2
Informix 11 % 4 % 0,36 138 DM (30) Suche nach Informix
MS SQL Server 20 % 2 % 0,1 120 DM (54) Suche nach SQL Server
Oracle 24 % 22 % 0,92 139 DM (298) Suche nach Oracle
Sybase 8 % 5 % 0,63 152 DM (20) Suche nach Sybase
xbase 17 % 1 % 0,06 109 DM (46) Suche nach xBase

Erläuterungen zur Tabelle:

  • Datenbank: wir haben zum Vergleich Datenbanken ausgewählt, die laut Statistik sehr verbreitet sind.
  • Anzahl Freiberufler: wieviel % der Freiberufler haben im Profil Kenntnisse dieser Datenbank angegeben?
  • Anzahl Projektanfragen: in wieviel % der Projektanfragen war diese Datenbank gefragt?
  • Markt Chancen: Anzahl Projektanfragen in % geteilt durch Anzahl Freiberufler in %, je größer desto besser.
  • Stundensatz: durchschnittlicher Stundensatz der Freiberufler, die diese Datenbank als fachlichen Schwerpunkt haben.
  • Suche nach aktuellen Projekten: Suche über den GULP Roboter nach Projektangeboten mit dieser Datenbank.
In Klammern hinter den Stundensätzen steht jeweils, aus wie vielen Profilen dieser durchschnittliche Stundensatz errechnet wurde. Für die Berechnung wurden ausschließlich Profile von Freiberuflern herangezogen, die ihren fachlichen Schwerpunkt auf diesem Gebiet haben und z.B. keine Profile von Freiberuflern, die nur Grundkenntnisse besitzen.
 

 

Interpretation der Statistik "Datenbanken im Vergleich"
nach oben
   

Kenntnisse der PC Datenbanken Access und xBase (dBase, Foxpro, Clipper) sind unattraktiv, da viele Freiberufler darüber verfügen und es wenige Projektanfragen gibt. Dementsprechend "gering" sind die Stundensätze. Access Kenntnisse kann inzwischen beinahe jeder zweite Freiberufler vorweisen. dBase und Klone haben konsequent ihre Marktführerschaft aus den 80er Jahren verspielt und sind in der Bedeutungslosigkeit versunken.

Ganz schwach präsentiert sich Microsofts SQL Server, der ja mit Oracle, Informix etc. in Konkurrenz steht. Zwar ist er bei Freiberuflern sehr verbreitet, nur leider gibt es kaum Projekte. Da haben einige Freiberufler wohl auf das falsche Pferd gesetzt. Adabas, das 1969 als eines der ersten Datenbank Management Systeme die Welt erblickte, hat seine Blütezeit hinter sich.

Informix stellt das Mittelfeld dar. Die Verbreitung bei Freiberuflern ist in etwa mit der von DB2 zu vergleichen, allerdings gibt es nur ca. halb so viele Projektanfragen. Der Stundensatz liegt etwa auf dem Niveau der anderen Server Datenbanken.

Sybase Kenntnisse haben nur 8% der Freiberufler, aber die zahlen sich aus. Die Marktchancen sind etwa mit denen von DB2 zu vergleichen, aber der Stundensatz ist mit 152 DM sensationell.

Ganz klarer Spitzenreiter ist Oracle. In 22 % aller Projektanfragen ist Oracle gefragt (zum Vergleich: Windows NT = 22 %, C/C++ = 23%). Der Stundensatz von 139 DM ist praktisch identisch zu Informix und knapp unter DB2. Die große Verbreitung von Oracle spiegelt sich auch darin wieder, daß 24 % der Freiberufler über Oracle Know-how verfügen, was Platz 2 hinter Access bedeutet.

Aufgrund dieser überragenden Bedeutung wollen wir uns im Folgenden näher mit Oracle beschäftigen.

 

 

Regionaler Bedarf an Oracle Spezialisten
nach oben
   
Anfragen Oracle nach PLZ in %
1,9
5,2
6,1
6,4
8,3
9,5
23
11
16
6,0
1,0
0,3
  
D0 D1 D2 D3 D4 D5 D6 D7 D8 D9  A CH   
Freiberufler/Anfragen nach PLZ gesamt in %
3,0
7,0
10
7,0
10
11
15
12
14
6,0
3,0
2,0
  
2,0
5,0
8,0
6,0
10
10
19
13
18
6,0
2,0
1,0
  
D0 D1 D2 D3 D4 D5 D6 D7 D8 D9  A CH    D0 D1 D2 D3 D4 D5 D6 D7 D8 D9  A CH   

Aus dem Diagramm "Anfragen Oracle nach PLZ in %" ist ersichtlich, wie sich die Anfragen nach Oracle auf Freiberufler aus bestimmten Postleitzahlengebieten aufteilen. In dieser Statistik stellen alle Anfragen zu Oracle 100 % dar. Zur Interpretation dieser Zahlen ist das Diagramm "Freiberufler/Anfragen nach PLZ gesamt in %" zu beachten. Dabei wird in Schwarz dargestellt, wie viele Freiberufler im jeweiligen Postleitzahlenbereich wohnen. In Grau wird dargestellt, wieviel Prozent aller Anfragen (unabhängig von der gesuchten Qualifikation) an Freiberufler aus welchen Postleitzahlenbereichen gehen.

Daraus wird ersichtlich, daß Oracle im D6 Bereich überproportional häufig gesucht wird. Oracle ist eben die Datenbank der Banken und die sind mehrheitlich im Rhein/Main-Gebiet angesiedelt.

 

 

Statistik "Oracle und weitere Skills"
nach oben
   

Oracle ist also sehr gefragt, aber auf welchem Betriebssystem, in Kombination mit welcher Programmiersprache und mit welcher Tätigkeit? Für die Beantwortung dieser Fragen wurden die Projektanfragen und die Profile der Freiberufler nach zusätzlichen Informationen durchsucht.

  Anfragen Stundensatz
Betriebssystem Gesamt mit Oracle Gesamt mit Oracle
Unix + Derivate 33 % 11,8 % 126 DM (612) 143 DM (22)
Windows NT 22 % 5,7 % 120 DM (793) 143 DM (30)
Programmiersprache Gesamt mit Oracle Gesamt mit Oracle
C/C++ 23 % 7,5 % 119 DM (573) 132 DM (50)
Java 13 % 3,3 % 122 DM (376) 133 DM (32)
PL/SQL 3,6 % 3,5 % 140 DM (28) 141 DM (27)
Visual Basic 4,4 % 1,5 % 104 DM (352) 125 DM (26)
Tätigkeit Gesamt mit Oracle Gesamt mit Oracle
Administration 29 % 7,5 % 117 DM (1314) 144 DM (51)
Entwicklung 40 % 11 % 113 DM (2788) 137 DM (120)

Erläuterungen zur Tabelle:

  • Anfragen gesamt: wie viele Anfragen hat es insgesamt zu diesem Thema gegeben (z.B. 13% der Anfragen enthielten Java)?
  • Anfragen mit Oracle: wie viele Anfragen enthielten zusätzlich Oracle, also z.B. Java und Oracle.
  • Stundensatz gesamt: wie hoch ist der Stundensatz von Freiberuflern, die das Thema als fachlichen Schwerpunkt angegeben haben?
  • Stundensatz mit Oracle: wie hoch ist der Stundensatz von Freiberuflern, die das Thema und zusätzlich Oracle als fachlichen Schwerpunkt angegeben haben?
In Klammern hinter den Stundensätzen steht jeweils, aus wie vielen Profilen dieser durchschnittliche Stundensatz errechnet wurde. Für die Berechnung wurden ausschließlich Profile von Freiberuflern herangezogen, die ihren fachlichen Schwerpunkt auf diesem Gebiet haben und z.B. keine Profile von Freiberuflern, die nur Grundkenntnisse besitzen.
 

 

Interpretation der Statistik "Oracle und weitere Skills"
nach oben
   

Oracle verträgt sich offenbar gut mit Unix, denn jede 3. Anfrage zum Thema Unix beinhaltete auch Oracle, während es nur bei jeder 4. Anfrage zu NT auch um Oracle ging. Bei Unix wurden auch die Derivate Solaris, HPUX, AIX und Linux berücksichtigt.

Die Oracle eigene Programmiersprache PL/SQL ist im Zusammenhang mit Oracle gleich of gefragt wie Java, aber beide weniger als halb so oft wie C/C++. Nicht so angesagt ist Visual Basic, was sich allerdings auch nicht mit Unix verträgt. Der Stundensatz und die Projektanfragen für PL/SQL sind natürlich annähernd gleich hoch mit und ohne Oracle, da PL/SQL immer im Zusammenhang mit Oracle auftritt.

Oracle Entwickler werden deutlich häufiger gesucht als Administratoren. Hierzu ist allerdings zu sagen, daß speziell die Tätigkeit nicht immer explizit in der Projektbeschreibung erwähnt wird, sondern sich teilweise aus dem Kontext ergibt (z.B. bei Oracle und C++ wird immer ein Entwickler gesucht, auch wenn es nicht explizit erwähnt wird). Diese nicht eindeutig zuordenbaren Anfragen mussten unberücksichtigt bleiben.

Generell ist der Stundensatz zu jedem Thema - außer dem hier irrelevanten PL/SQL - im Schnitt 17 DM höher bei der Kombination mit Oracle.

 

 

Einarbeitung in Oracle
nach oben
   

Für einen in Frankfurt wohnenden Unix C/C++ Entwickler bietet sich die Zusatzqualifikation Oracle geradezu an, aber auch für andere Freiberufler ist Oracle interessant. Derzeit werden Oracle 7.x Kenntnisse noch gleich häufig gesucht wie Kenntnisse der Version 8.x (hier nicht dargestellt, ermittelt über den GULP Trend Analyzer), aber um für die Zukunft gewappnet zu sein, sollte es schon die Version 8i sein. Da Oracle seine Einzelplatzlizenz "Personal Oracle" zum Preis einer normalen PC Datenbank anbietet, spricht auch von der finanziellen Seite nichts dagegen. Nur muß man sich eben die Zeit für die Einarbeitung nehmen. Für einen Entwickler, der auf PL/SQL verzichtet, ist diese Zeit allerdings nicht allzu hoch, da Kenntnisse der letzten Feinheiten von Oracle für die Entwicklung nicht erforderlich sind. Für einen Datenbank Administrator sieht das schon anders aus.

 

 

Erfahrungsbericht von GULP: Umstieg auf Oracle
nach oben
   

Bis Mai 98 lief die GULP Datenbank auf Access Basis. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich - aufgrund eines zwar "krummen" aber notwendigen Datenbank Designs - in manchen Dateien schon mehrere Hundertausend Datensätze angesammelt. Obwohl es keinerlei Probleme mit Access gab, war zu befürchten, daß Access irgendwann die Segel streicht. Daher sollte der Umstieg auf eine Server Datenbank erfolgen, die auch mehrere Millionen Datensätze handeln kann. In völliger Unkenntnis jeglicher Server Datenbanken fiel die Entscheidung auf Oracle.

Die GULP CGI Programme sind mehrheitlich in Visual Basic geschrieben und greifen via ODBC auf die Datenbank zu. Die von Oracle mit der Version 7.3 gelieferte Dokumentation ist äußerst unübersichtlich und die Adminstrations-Tools können wohl nur Großrechner Anwender erfreuen, haben aber mit für PC Anwender selbstverständlicher benutzerfreundlicher GUI nicht viel zu tun. Dennoch dauerte die Einarbeitung in Oracle, die Erstellung der Tabellen, der Transfer der Daten von Access nach Oracle und die notwendigen Anpassung der ODBC Aufrufe nur etwa zwei Wochen bis zu einer voll lauffähigen Version. Das soll weniger verdeutlich, wie genial die GULP Mitarbeiter sind, sonder vielmehr, wie einfach es war.

Das Negative: leider stellte sich dann - nach vermeintlich getaner Arbeit - heraus, daß die Oracle Lösung auf einem Hochleistungsserver wesentlich langsamer lief (im Schnitt um den Faktor 3), als die Access Lösung auf einem 133 MHz PC. Daher ging jetzt die eigentliche Arbeit erst los. Viele Programme mußten vollständig neu entwickelt werden und greifen gar nicht mehr auf Oracle zu. Die Daten werden bei dem nächtlichen Reorganisationslauf aus der Datenbank in den Hauptspeicher übertragen und die Programme bedienen sich dort.

Das Positive: Oracle läuft absolut stabil und zuverlässig, es ist noch nie ein Datenbank Fehler aufgetreten und der Administrationsaufwand ist sehr gering.

 

 



Seite drucken Seiten drucken
Zum Seitenanfang nach oben

Für die Teilnahme an den mit diesem Icon gekennzeichneten Diensten melden Sie sich mit den Zugangsdaten an.
Zugangsdaten vergessen? | Noch kein GULP Profil?
Über GULP: Mehr als 3.000 Kunden, 75.000 eingetragene IT-Experten, davon 10.500 mit Schwerpunkt Engineering, und über 1.000.000 abgewickelte Projektanfragen: GULP ist die wichtigste Quelle für die Besetzung von IT-/Engineering-Projekten mit externen Spezialisten im deutschsprachigen Raum. Zusätzlich zu den Dienstleistungen einer modernen Personalagentur bietet GULP ein umfassendes Online-Portal mit Informationen und Services für die Teilnehmer im Markt.