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Marktstudie: Zuerst kommt Oracle – und dann?

(April 2005)

Inhalt dieses Artikels:
Wie viele Spezialisten? | Wie alt? | Wie viele Projektanfragen? | Wo besteht Nachfrage? | Wie viel wird bezahlt? | Und das Fazit?

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Dies ist eine Marktstudie aus dem IT-Projektmarktindex, dem Marktindex für IT-Projekte.
 

Bei den Datenbanken gibt es einen „Platzhirsch“ – und der heißt Oracle. Es besteht auch kein Zweifel darüber, dass andere Datenbanksysteme wie DB2 oder SQL in der Begehrlichkeit von Projektanbietern und IT-Freiberuflern erst mit großem Abstand folgen. Weil aber der IT-Projektmarkt schnelllebig ist, hält die genaue GULP Analyse neben erwarteten Ergebnissen auch einige Überraschungen parat.

Die Unternehmenssoftware-Firma PeopleSoft übernommen. Im Wettstreit um den Kauf des US-Softwarehauses Retek schließlich SAP ausgestochen. Dazu von mehreren Marktforschungsunternehmen die Bestätigung, der mit Abstand weltweite Marktführer bei relationaler und objekt-relationaler Datenbankmanagement-Software zu sein – und dies mit kontinuierlichen Wachstumszahlen. Die Stimmung beim Unternehmen Oracle dürfte angesichts dieser jüngsten Erfolgsmeldungen bestens sein.

Für die freiberuflichen IT-Experten stellt sich die Frage, inwieweit diese Berichte auch Auswirkungen auf ihre Situation, Chancen und Planungen haben. Gerade die Datenbank-Spezialisten unter ihnen haben ein gesteigertes Interesse an aktuellen Zahlen, zumal ältere Analysen reichlich Turbulenzen verheißen hatten.

 

Wie viele Spezialisten?
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Im Fokus dieser Analyse: IT-Freiberufler mit den Skills Oracle, DB2 und SQL-Server. Von diesen gibt es in der GULP Profiledatenbank (Anfang April rund 55.000 Profile):
o 12.771 mit Oracle-Kenntnissen und davon 4.409 Oracle-Spezialisten,
o 10.992 mit SQL-Server-Kenntnissen und davon 2.389 SQL-Server-Experten,
o 7.059 mit DB2-Kenntnissen und davon 1.885 DB2-Spezialisten.
 

 

Wie alt?
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Wer im IT-Projektmarkt etwas gelten will, sollte die richtige Altersreife und die nötige Berufserfahrung vorweisen können, wie auch die halbjährliche Stundensatzauswertung regelmäßig untermauert. Dem folgen die Datenbank-Spezialisten, ihr Durchschnittsalter:
o Oracle-Experten 39,5 Jahre
o DB2-Experten 43,2 Jahre
o SQL-Server-Experten 38,3 Jahre

 

 

Und zum Vergleich:

o alle IT-Freiberufler 38,9 Jahre

 

Ein bisschen jünger als der Schnitt (SQL-Server), ein bisschen älter (Oracle) – nur die DB2-Experten fallen mit knapp 5 Jahren über dem Durchschnittsalter signifikant aus der Reihe. Bei den Spezialisten, die auf die Datenbank von IBM setzen, scheinen reichlich „alte Haudegen der Zunft“ zu finden zu sein.

Diese These wird bestätigt durch die jeweilige Verteilung in Altersgruppen:

 
   
Datenbanken im Vergleich: Prozentuale Altersverteilung der IT-Spezialisten
 
   
Tatsächlich sind 14,4 Prozent aller DB2-Experten 50 Jahre und älter, ab 40 Jahre sind es sogar etwas mehr als die Hälfte (50,1 Prozent).

Bei den Oracle-Spezialisten ist das „Mittelfeld“ (30 bis 39jährigen) mit einem Anteil von 58,8 Prozent besonders stark – währenddessen dominieren die Freiberufler mit SQL-Server-Skill die jugendlicheren Regionen: 50,4 Prozent von ihnen sind jünger als 35 Jahre.

 

 

Wie viele Projektanfragen?
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Mit durchschnittlich über 20 Prozent Anteil an allen über GULP abgewickelten Projektanfragen sind SAP-Experten traditionell die Gewinner im IT-Projektmarkt. Nun hatte aber SAP bei der Retek-Übernahme das Nachsehen; zudem ist es kein großes Geheimnis in der Branche, dass Oracle-Konzernchef Larry Ellison den Walldorfern offen den Kampf angesagt hat – was allerdings auf Seiten von SAP mit großem Selbstbewusstsein quittiert wird.

So oder so, es ist also reichlich Trubel angesagt, der bei den Projektanfragen jedoch aufgrund des grundsätzlichen Aufschwungs noch nicht zu Lasten eines Konkurrenten geht – weder Oracle im Vergleich zu SAP noch im Vergleich zu DB2 und SQL-Server.

 
   
Datenbanken im Vergleich: Anteil angebotener Projekte in Prozent
 
   
Monatliche Entwicklung
 
Jan 04
Feb 04
Mrz 04
Apr 04
Mai 04
Jun 04
Jul 04
Aug 04
Sep 04
Okt 04
Oracle
10,3
12,2
17,5
11,9
13,5
14,5
12,6
16,5
14,1
13,8
DB2
4,7
6,7
5,9
5,3
3,6
5,0
3,9
6,4
5,5
4,8
SQL-Server
2,8
1,4
2,1
3,2
4,1
2,4
3,1
2,3
2,8
2,1
Monatliche Entwicklung
 
Nov 04
Dez 04
Jan 05
Feb 05
Oracle
12,8
12,3
15,0
14,5
DB2
4,9
7,2
6,2
4,5
SQL-Server
2,3
2,8
2,5
1,9

Die Dominanz von Oracle als Datenbankmanagement-Software ist überdeutlich:

Spezialisten mit Oracle-Kenntnissen bekommen nicht nur (hinter ihren SAP-Kollegen) die zweitmeisten Projektanfragen generell – im Ranking der Nachfrage betrug ihr Abstand mit durchschnittlich 14,50 Prozent Anteil über die vergangenen zwölf Monate hinweg sogar 9,23 Prozentpunkte zu den DB2-Experten (5,27 Prozent im Schnitt) und 11,86 Prozentpunkte zu den Freiberuflern mit SQL-Server-Skill (2,64 Prozent).

Überhaupt bleibt festzuhalten, dass
o Oracle sich auszeichnet durch eine für den IT-Projektmarkt nicht selbstverständliche Stabilität in der Nachfrage,
GULP Roboter
Aktuelle Projekte:
Oracle
weiter
DB2
weiter
SQL-Server
weiter
o SQL-Server im Moment ein Skill ist, dem einiges zugetraut wird, das aber die Versprechungen bisher noch nicht halten konnte,
o die Nachfrage nach DB2-Qualifikationen sich derzeit sehr unstet gestaltet und deshalb kaum seriöse Prognosen zulässt.
 

 

Wo besteht Nachfrage?
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Das Postleitzahlengebiet D6 und D8 als stärkste Projektregionen sowie ein grundsätzliches Gefälle von Westen nach Osten. Gelten diese Erkenntnisse des gesamten IT-Projektmarktes auch für die Datenbank-Spezialisten unter den IT-Freiberuflern?

 
   
Datenbanken im Vergleich: Anteil Projektanfragen nach Regionen
 
   

Nomen est omen: Viele Datenbank-Spezialisten finden ihre Projekte im Umfeld der Banken und Finanzdienstleister, entsprechend hervorstechend ist hinsichtlich Projektanfragen der Raum D6 mit den Großbanken in und um Franfurt a. Main herum: Alle drei betrachteten Spezies von Datenbank-Experten haben hier ihre Hochburg.

Während aber bei der regionalen Verteilung der Projektanfragen Oracle und SQL-Server nahezu im Gleichschritt gehen, tanzt DB2 abermals aus der Reihe. Die Freiberufler mit diesem Skill sind im Vergleich zu ihren Kollegen:

o besonders stark in D7 (Baden-Württemberg) und D2 (Hamburg im Zentrum). Auf die Frage nach dem „Warum“ liegt die Antwort auf der Hand, dass hier diverse Versicherungen sehr aktiv sind;
o ausgesprochen schwach in D0 und D1. Der Nordosten der Republik ist offensichtlich nicht das Terrain für DB2.

 

 

 

Wie viel wird bezahlt?
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Im Frühjahr 2005 hat der tiefe Fall der Stundensätze endlich gestoppt – die durchschnittliche Honorarforderung hatte sich bei 64 Euro pro Stunde stabilisiert .

Dem allgemeinen Stundensatztrend folgten auch die Datenbank-Spezialisten:

 
   
Datenbanken im Vergleich: Entwicklung der Stundensatzforderungen
 
 

Die Nachfrage bestimmt das Angebot und den Preis: Diese zugegebenermaßen etwas vereinfachte Form marktwirtschaftlicher Abhängigkeiten trifft auf die Stundensatzforderungen der Datenbank-Spezialisten zu:

o Oracle-Experten verzeichnen die meisten Projektanfragen und fordern aktuell den höchsten Stundensatz, der zwei Euro über dem Gesamt-Marktdurchschnitt liegt.
o Freiberufler aus der „Sparte DB2“ verlangen immerhin noch einen Euro mehr als der Schnitt im IT-Projektmarkt.
o Dagegen liegen SQL-Server-Spezialisten mit ihren Forderungen „abgeschlagen“ bei 61 Euro pro Stunde – was angesichts des niedrigen Durchschnittsalters dieser Gruppe wiederum bestätigt, dass Erfahrung im IT-Projektmarkt in der Regel besser verdient.
 
   
Datenbanken im Vergleich: Prozentuale Verteilung der Stundensatzforderungen
 
   

Eine kurze Betrachtung der Verteilung:

o Jeder fünfte Oracle-Spezialist verdient 70 bis 79 Euro, weitere 10,9 Prozent 80 Euro und mehr.
o Jeder fünfte SQL-Server-Spezialist verdient unter 50 Euro in der Stunde.
o 1,6 Prozent aller DB2-Experten beziffern den finanziellen Wert ihrer Arbeit auf 100 Euro und mehr pro Stunde.
 

 

Und das Fazit?
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Die Machtverhältnisse bei den Datenbanken scheinen auf absehbare Zeit hinweg gefestigt: Oracle beherrscht das Feld sowohl hinsichtlich der Anzahl der Experten als auch im Hinblick auf die Masse der Projektanfragen. Und da Oracle außerdem noch das meiste Entwicklungspotential zugetraut wird, scheint die Zukunft für Oracle-Spezialisten durchaus rosig.  

 

 

Kommentare zu diesem Artikel:

"klasse Artikel!!! Alleerste Sahne :) (April 2005)"

"Es wäre angesichts dessen, dass auch SAP auf diese Datenbank setzt, ein Hinweis auf mySQL interessant gewesen. Hier sind es vermutlich vorrangig die jüngeren Kollegen ;). Mich als erfahrenen Freiberufler hätte das aber schon auch interessiert. (April 2005)"

 

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