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Unter der Lupe: SAP trotzt dem Trend

SAP-Projekte bauen trotz der angespannten Situation ihre Position im IT-Projektmarkt aus.

(Dezember 2001)
Dies ist eine Marktstudie aus dem IT-Projektmarktindex, dem Marktindex für IT-Projekte.
 

SAP-Projekte trotzen der Konjunkturdelle und stärken ihre Position im IT-Projektmarkt. GULP Information Services skizziert die aktuelle Marktsituation für Projekte im SAP-Bereich. Vorliegende Untersuchung fasst die wesentlichen Ergebnisse einer Marktanalyse zusammen. Das Datenmaterial basiert auf den Statistiken der GULP Dienste zur Vermittlung von IT-Freiberuflern und den Berechnungen der GULP Service Tools GULP-o-meter, GULP Stundensatz Kalkulator und GULP Trend Analyzer.

 

Die allgemeine Marktlage
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Die IT-Branche durchläuft eine Konjunkturdelle - mit dem großen Boom ist es vorerst vorbei. Auch der IT-Projektmarkt wird von dieser Entwicklung getroffen und verhält sich abwartend. Diese Zurückhaltung spiegelt die "Aktuelle Marktlage" im GULP-o-meter wieder. Der Marktindex für den deutschsprachigen IT-Projektmarkt wertet die Anzahl der über GULP zugestellten Projektangebote je Kalenderwoche aus und gibt zudem Aufschluss über die saisonalen Trends im Marktgeschehen seit 1998. Die Zahlen sprechen für sich: Betrachtet man den Zeitraum von November 2000 bis November 2001 (siehe Abbildung 1), erkennt man für das Kalenderjahr 2001 eine untypische Marktentwicklung: Die Zahl der Projektanfragen widerspricht dem saisonalen Trend der Vorjahre (siehe "Die aktuelle Marktsituation" im GULP-o-meter). Nach einem erfolgreichen ersten Quartal 2001 sinkt die Zahl der Anfragen und erreicht im Juni 2001 ein lokales Minimum. Nach einer kurzen Wachstumsperiode im "Sommerloch" Juli und August stagnieren die Projektanfragen erneut und fallen im November 2001 auf den bisherigen Tiefststand des Jahres 2001 - das traditionell starke Jahresendgeschäft bleibt aus.

Diagramm: Die Entwicklung der Projektanfragen über den GULP Server im Zeitraum November 2000 bis November 2001.
Abbildung 1: Die Entwicklung der Projektanfragen über den GULP Server
im Zeitraum November 2000 bis November 2001
 

 

SAP trotzt dem Trend
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Kurz und bündig
> Der Marktanteil für Projekte im SAP-Umfeld nimmt zu.
> Die Anfragen für SAP-Projekte zeigen einen positiven Trend.
> Die Nachfrage für SAP-Projekte ist insgesamt positiver als der allgemeine Trend.

Die allgemeine Marktlage gibt nur wenig Anlass zur Freude. Doch werden längst nicht alle Projekte auf die lange Bank geschoben und warten auf bessere Zeiten. Eine löbliche Ausnahme sind Projekte, die im SAP-Bereich angesiedelt sind. Für SAP-Projekte erkennt man seit November 2000 einen positiven Trend. Im laufenden Kalenderjahr steigt der Marktanteil von zehn Prozent im Januar 2001 auf über 18 Prozent im November 2001. Das Maximum wurde im Oktober 2001 erreicht: Etwa jedes fünfte Projekt lag zu diesem Zeitpunkt im SAP-Umfeld. Abbildung 2 zeigt den Anteil der Projektanfragen für SAP im Zeitraum November 2000 bis November 2001. Was also den Marktanteil angeht, nutzt das Walldorfer ERP-System die Konjunkturschwäche und baut entgegen der derzeitigen Marktentwicklung seine Stellung im IT-Projektmarkt aus.

Abbildung 2: Die Entwicklung des Marktanteils für SAP (R/3 und R/2)
im Zeitraum November 2000 bis November 2001

 

Angesichts dieser Zahlen stellt sich die Frage nach der Ursache dieser Steigerung des Marktanteils. Zur Klärung greifen wir auf die absolute Zahl der Projektanfragen für SAP zurück. Das Datenmaterial zeigt eine recht zick-zack-artige Entwicklung, die von einem Auf und Ab der Anfragenzahl gekennzeichnet ist. Das Maximum wurde im August 2001 mit 495 Anfragen, das Minimum im Dezember 2000 mit 185 Anfragen für SAP-Skills erreicht. Vergleicht man dies mit der Entwicklung aller Projektanfragen im IT-Projektmarkt, so lässt sich zwar ein ähnlicher Verlauf erkennen, für SAP jedoch mit entgegengesetzten Vorzeichen. Während die Zahl der gesamten Projektanfragen tendenziell sinkt, zeigt die Entwicklung der Projektanfragen für den SAP-Bereich im Zeitraum November 2000 bis November 2001 einen tendenziell positiven Verlauf, eine lineare Trendberechnung zugrunde gelegt (siehe Abbildung 3). Diese Betrachtung stützt damit die Aussage, der zu Folge SAP-Projekte dem Trend trotzen.

Diagramm: Die Entwicklung der absoluten Zahl der Projektanfragen für SAP (R/3 und R/2) im Zeitraum November 2000 bis November 2001
Abbildung 3: Die Entwicklung der absoluten Zahl der Projektanfragen für SAP (R/3 und R/2)
im Zeitraum November 2000 bis November 2001
 

 

SAP - eine Sünde wert?
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Kurz und bündig
> SAP verspricht auch künftig ein interessantes Betätigungsfeld zu bleiben.
> Zum 01. Januar 2002 werden 1.368 freiberufliche SAP R/3 Profis und 865 ABAP/4 Entwickler verfügbar sein.
> SAP R/3 Experten verlangen im Schnitt EUR 81.

Wie sehen die Chancen für IT-Freiberufler im SAP-Umfeld aus? "Gut" - lautet die Antwort, glaubt man dem Bericht "Deutsches Stimmungsbarometer" extern der Computerwoche extern. Nach den dort zitierten Ergebnissen der Studie "Visions 2002", die im Auftrag der Beratungs- und Softwareintegrationsgesellschaft CMG erstellt wurde, gewinnt SAP künftig an Einfluss. Die Hälfte der in dieser Studie befragen Führungskräfte sprechen sich für eine wichtigere Rolle von SAP im IT-Markt aus. Auch sorgt die angekündigte Neuausrichtung von SAP zum universellen Software-Integrator - im Zusammenhang mit der MySAP Technologie - für Aufhorchen bei den IT-Verantwortlichen, wie das Online-Medium für IT- und E-Business-Profis silicon.de extern zu berichten weiss. Hier bleibt zunächst abzuwarten, wie viele Projekte sich daraus ergeben.

Auch lohnt es sich, einen Blick auf den Arbeitsmarkt für SAP-Experten zu werfen. Wir führten eine Auswertung der GULP Profiedatenbank - der größten Datenbank für IT-Freiberufler im deutschsprachigen Internet - durch, um einen Überblick zum momentanen Angebot an ausgewählten SAP-Spezialisten zu erhalten. Abbildung 4 zeigt das Ergebnis. Demnach finden sich unter den mehr als 28.000 eingetragenen IT-Freiberuflern, immerhin 1.368 SAP R/3 Spezialisten, die zum 01. Januar 2002 für einen Projekteinsatz zur Verfügung stehen, zudem sind weitere 264 Experten an einer Festanstellung interessiert. Darüber hinaus werden zum Jahresbeginn 2002 865 Software-Entwickler für die SAP-spezifische Programmiersprache ABAP/4 ein Projekt suchen, mehr als doppelt so viele wie Berater in den Modulen FI und CO. Und schliesslich sind 371 freiberufliche R/3 Basis-Administratoren zum 01. Januar 2002 verfügbar. Die Auswertung macht deutlich, dass zum Jahreswechsel 2002 sehr viele SAP-Experten auf dem Markt verfügbar sein werden. Wie dann die Chancen für SAP-Spezialisten stehen, eine Projektposition oder eine Stelle zu finden, lässt sich erst abschätzen, wenn im neuen Jahr eine Aussage zur Zahl der Projekt- und Stellenangebote getroffen werden kann.

Diagramm: Anzahl der zum 01. Januar 2002 verfügbaren SAP-Experten

IT-Freiberufler
IT-Experten zur Festantellung
Abbildung 4: Anzahl der zum 01. Januar 2002 verfügbaren SAP-Experten

Auch beim Thema Stundensatz ist SAP für IT-Profis interessant, gehören doch die Experten für das Walldorfer ERP-System zu den Besserverdienenden der Branche. Abbildung 5 schlüsselt die Stundensätze für ausgewählte SAP-Spezialisten auf. An erster Stelle rangieren die SAP-Berater in den Modulen FI und CO. Sie verlangen im Schnitt EUR 86,4. Doch auch die EUR 81 eines SAP R/3 Spezialisten oder die EUR 76,5 eines R/3 Basis-Administrators sind nicht von schlechten Eltern. Am unteren Ende rangieren die ABAP/4-Entwickler mit EUR 72,9, das ist aber immerhin noch mehr als die anderen Software-Entwickler bekommen.

Diagramm: Der marktübliche Stundensatz (in Euro) für ausgewählte SAP-Experten
Abbildung 5: Der marktübliche Stundensatz (in Euro) für ausgewählte SAP-Experten
 

 

Das Fazit?
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Insgesamt betrachtet verspricht die Zukunft im SAP-Bereich alles andere als langweilig zu werden. Neben der fachlichen Herausforderung machen nicht zuletzt auch die Nachfrage-Situation im IT-Projektmarkt und die hohen Stundensätze das Walldorfer ERP-System für IT-Freiberufler interessant. Warum SAP-Skills entgegen der augenblicklichen Flaute nachgefragt werden, darüber kann keine sichere Aussage getroffen werden. Auch kann nur spekuliert werden, ob sich SAP-Projekte auch in Zukunft dem allgemeinen Trend widersetzen können - wie es weiter geht wird die Zukunft zeigen.

 

 

Die Stichprobe
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Die vorliegende Marktanalyse beruht auf der statistischen Auswertung der GULP Dienste zur Vermittlung von IT-Freiberuflern. Untersucht wurden 35.587 Projektangebote, die IT-Freiberuflern im Zeitraum November 2000 bis November 2001 über den GULP Server zugestellt wurden. Das Datenmaterial wird durch Informationen aus den Profilen der 28.915 (Stand: November 2001) bei GULP eingetragenen IT-Freiberuflern und Angaben zum Nachfrageverhalten großer IT-Anwenderfirmen vervollständigt. Insgesamt repräsentiert die Datenbasis der vorliegenden Marktanalyse etwa 82 Prozent des deutschen IT-Projektmarktes.

 

 


Kommentare zu diesem Artikel:

"Fundierte Informationen, die einen weiterhelfen ! (November 2002)"


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