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Marktstudie: Skriptsprachen für dynamische Webanwendungen

(März 2007)
Inhalt dieses Artikels:
Serverseitige vs. clientseitige Skriptsprachen | Perl und JavaScript am gefragtesten | Unterdurchschnittliche Stundensätze | Nachfrage regional breit gestreut | Noch eine Randerscheinung
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Das Internet ist heute aus dem beruflichen und privaten Alltag nicht mehr wegzudenken. Der Siegeszug des Internets in der breiten Öffentlichkeit begann Mitte der 90er Jahre. Seitdem wächst seine Verbreitung ständig weiter: Allein in Deutschland stieg der Anteil der Internet-Nutzer von 1997 bis 2006 von 6,5 % auf 59,5 %. Inzwischen sind 38,6 Millionen bundesdeutsche Erwachsene online. Besonders multimediale Angebote wie Bild, Audio, Animationen und Video werden für die Nutzer zunehmend interessant, so das Ergebnis der ARD/ZDF Online Studie 2006.

Die vielen Möglichkeiten des Internets, insbesondere Aktualität und Interaktion, lassen sich am besten mit dynamischen Websites realisieren. Programmiert werden können diese mit Skriptsprachen wie PHP, Perl, VBScript, JavaScript oder auch ActionScript. GULP hat sich diese fünf Skriptsprachen und ihre Position im IT-Projektmarkt etwas genauer angesehen.

 

Serverseitige vs. clientseitige Skriptsprachen nach oben
   

Websites können serverseitig oder clientseitig programmiert werden. Während eine serverseitige Anwendung auf einem zentralen (Web)Server ausgeführt wird, läuft ein clientseitiges Programm direkt auf dem Rechner des Nutzers ab. In diesem Fall wird der Programmcode mit der Website auf dem Client-Rechner hochgeladen und mittels Interpreter ausgeführt. Demzufolge verlangen clientseitige Programme spezielle Fähigkeiten des (Nutzer-)Browsers, die bei serverseitigen Anwendungen nicht nötig sind. Je nach Variante werden unterschiedliche Skriptsprachen eingesetzt.

Die meistverwendete clientseitige Skriptsprache ist JavaScript, die 1995 in Kooperation von Sun Microsystems und Netscape entwickelt wurde. Trotz der Namensgleichheit ist JavaScript nicht mit der Programmiersprache Java zu verwechseln, die grundlegend anders ist. Ähnlichkeiten in der Syntax bestehen dagegen mit ActionScript von Adobe Flash. Diese ebenfalls clientseitige Skriptsprache wurde Ende der 90er Jahre erstmals in der Version Flash 4 integriert. Während JavaScript mit Fenster, Dokument- und Formular-Objekten arbeitet, lassen sich mit ActionScript multimediale Präsentationen mit Animationen, Audio und Video realisieren. Von den über 60.000 bei GULP registrierten IT-Freiberuflern kennen sich rund ein Drittel (31 %) mit JavaScript, aber nur knapp drei Prozent mit der noch relativ jungen Sprache ActionScript aus.

Als "Klebeband des Internets" wird die 1987 entwickelte, plattformunabhängige Sprache Perl (Practical Extraction and Report Language) bezeichnet, da sie mehrere Prozesse zusammenfügt. Mit zunehmender Verbreitung des Internets wurde Perl u.a. dazu verwendet, Webserver, Datenbanken und weitere Programme und Daten zu verbinden und die Ergebnisse in HTML-Seiten auszugeben. Obwohl die 1995 erschienene Open-Source Sprache PHP für solche serverseitigen Programmierungen mittlerweile populärer ist, wird Perl nach wie vor von vielen Internetdiensten genutzt. PHP (Hypertext Preprocessor) ist heute die weltweit am meisten genutzte Web-Programmiersprache, was neben ihren Einsatzbereichen auch auf ihre leichte Erlernbarkeit zurückzuführen ist. Die Syntax von PHP ähnelt der von Perl und Java. Der Anteil der bei GULP eingetragenen, freiberuflichen Perl- und PHP-Programmierer ist mit 16 % bzw. 17 % annähernd gleichverteilt.

Aufgrund ihrer relativ einfachen Struktur gilt auch VBScript als leicht zu lernen. Dennoch verfügen nur knapp drei Prozent der bei GULP registierten IT-Sepzialisten über VBScript-Know-how. Die 1995 von der Firma Microsoft auf den Markt gebrachte Skriptsprache ist eng verwandt mit Visual Basic. VBScript kann sowohl für clientseitige (Windows, HTML) als auch für serverseitige Web-Skripts (ASP-Umgebung) verwendet werden. (Quellen: Wikipedia, www.html-world.de)

 

 

Perl und JavaScript am gefragtesten nach oben
   

Zwar gilt PHP als die meistverwendete Web-Skriptsprache, im IT-Projektmarkt sind jedoch zwei andere Sprachen mehr gefragt wie der Trend Analyzer zeigt:

Angebote Projekte (%) je Skriptsprache seit Januar 2005

In den vergangenen zwei Jahren gab es mit im Schnitt rund vier bzw. drei Prozent die prozentual meisten Projektangebote für selbstständige Perl- und JavaScript-Programmierer. Der Anteil der angebotenen Projekte für externe PHP-Entwickler bewegte sich bei durchschnittlich zwei Prozent. Am wenigsten gefragt waren Kenntnisse in ActionScript (0,3 %) und VBScript (0,3 %).

Bei den serverseitigen Skriptsprachen hat sich damit der Oldster "Perl" im IT-Projektmarkt etabliert und konnte bislang auch nicht vom populären PHP verdrängt werden. Dagegen bekommt VBScript seit der Umstellung von Visual Basic auf die .Net-Technologie im Jahr 2002 zunehmend Konkurrenz aus den eigenen Reihen: Während die Projektangebote für VBScript-Entwickler von 2003 bis 2006 von 0,4 % auf 0,3 % zurückgingen, nahmen sie bei der neuen Sprache VB.net im gleichen Zeitraum von durchschnittlich 0,3 % auf 0,5 % zu. Auch zu Jahresbeginn 2007 konnte VBScript – im Gegensatz zu den anderen Sprachen - bislang noch nicht von der sehr guten Entwicklung im IT-Projektmarkt profitieren:

Entwicklung der durchschnittlichen Projektanteile (%) pro Jahr
Jahr
Perl
JavaScript
PHP
ActionScript
VBScript
2005
3,7 %
2,6 %
1,4 %
0,2 %
0,2 %
2006
3,7 %
3,0 %
1,5 %
0,3 %
0,3 %
2007
4,1 %
3,3 %
1,7 %
0,4 %
0,3 %

Für clientseitige Programmierungen ist JavaScript im IT-Projektmarkt die erste Wahl - Tendenz steigend. Externes Know-how beim Youngster "ActionScript" wird nur von sehr wenigen Projektanbietern gesucht, obwohl sich auch hier der Bedarf in den letzten Jahren verstärkt hat. Angesichts der zunehmenden Attraktivität multimedialer Angebote im Netz ist hier zukünftig sicher noch weiteres Wachstum möglich.

 

 

Unterdurchschnittliche Stundensätze nach oben
   

Finanziell bleiben Web-Entwickler mit Kenntnissen in den hier untersuchten Skriptsprachen allerdings weit unter den durchschnittlichen Stundensatzforderungen aller Freiberufler, so das Ergebnis des Stundensatz Kalkulator:

Entwicklung der Stundensatzforderungen je Skriptsprache

Am meisten fordern freiberufliche Perl- und VBScript-Programmierer mit Stundensätzen von durchschnittlich 63 Euro bzw. 60 Euro. Seit längerem entwickeln sich diese auf stabilem Niveau. Im letzten halben Jahr gestiegen sind die Honorare der IT-Selbstständigen mit Qualifikationen in JavaScript, PHP und ActionScript. Letztere haben dabei von im Schnitt 51 Euro auf 53 Euro den größten finanziellen Sprung gemacht. Dennoch bleiben alle drei weiterhin unterhalb der 60 Euro Marke.

Zusammengefasst haben Perl-Programmierer also nicht nur bei den Projektangeboten, sondern auch bei den Finanzen die Nase vorn. Interessant sind aber die vergleichsweise "hohen" Honorarforderungen der VBScript-Entwickler, für die es bekanntlich nur sehr wenig Projekte gibt.

 

 

Nachfrage regional breit gestreut nach oben
   

Die Projektangebote für Web-Entwickler sind bundesweit gestreut. Bis auf den hohen Norden (PLZ-Gebiet D2) ist in jeder anderen Region in mindestens einer der hier untersuchten Skriptsprachen eine überdurchschnittliche Nachfrage feststellbar:

Anteil der Projektanfragen nach Postleitzahlgebieten in %
 
D0
D1
D2
D3
D4
D5
D6
D7
D8
D9
Alle
Projektanfragen
1,9
5,9
8,6
5,3
8,1
11,7
20,4
10,3
19,7
5,5
Perl
2,0
6,9
6,3
4,9
8,7
11,7
24,6
10,3
18,2
4,7
Javascript
3,1
6,5
6,9
5,2
8,5
11,6
19,4
10,2
20,3
6,3
PHP
3,2
7,9
6,2
3,9
11,5
15,0
18,7
9,7
18,0
4,8
Actionscript
3,4
5,8
3,0
7,3
8,8
14,3
16,5
15,9
19,2
4,9
VBScript
5,7
2,9
3,2
6,4
10,0
15,0
26,4
5,0
20,4
4,6
(graue Flächen = überdurchschnittlicher Anteil der Projektanfragen in der jeweiligen Region; fehlende Werte zu 100% = Projektanfragen außerhalb Deutschlands)

Die prozentual meisten Projektanfragen für Web-Programmierer gibt es in den Ballungsgebieten des IT-Projektmarktes D6 (Frankfurt/Main) und D8 (bayrischer Raum). Eine gute Ausgangslage für alle fünf Skriptsprachen bietet neben der Ostregion D0 (Halle-Leipzig-Dresden) auch der Raum Düsseldorf-Dortmund (D4). Bundesweit am breitesten verteilt sind die Projektanfragen für selbstständige VBScript-Spezialisten sowie Action- und JavaScript-Entwickler, die gleich in sechs bzw. fünf Regionen überdurchschnittlich kontaktiert werden. Weiter ins Auge stechen die besonders hohen Anteile der Projektanfragen für VBScript in D6 (26,4 %) sowie für ActionScript im Stuttgarter Raum D7 (15,9 %), was auf einen regionalen Schwerpunkt schließen lässt.

 

 

Noch eine Randerscheinung nach oben
   

Perl als die älteste der hier untersuchten Skriptsprachen bietet für IT-Selbstständige sowohl auftragsmäßig als auch finanziell die besten Projektchancen. Insgesamt sind Skriptsprachen für dynamische Webanwendungen im IT-Projektmarkt aber eher eine Randerscheinung. Ihre Nachfrage bleibt derzeit weit hinter Programmiersprachen wie Java, SQL oder C/C++ zurück, die je über 10 % Projektanteil haben. Tendenziell verzeichnen bis auf VBScript jedoch alle hier analysierten Sprachen ein leichtes Projektwachstum. Bundesweit am breitesten verteilt sind die Projektanfragen für VBScript-Spezialisten sowie Action- und JavaScript-Entwickler. Diese werden in mehr als der Hälfte aller deutschen Postleitzahlgebiete überdurchschnittlich kontaktiert.

 

 
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Kommentar zum Artikel

"Warum 'die' aktuelle Sprache, Ruby, nicht einmal erwaehnt wird, erschliesst sich mir nicht unmittelbar... (April 2007)"

"Tja, was soll man dazu sagen... Die Qualität erreicht bei weitem leider nicht die übliche GULP-Qualität. Hier werden Scripting-Sprachen für den Client, die (leider) unumgänglich mittlerweile geworden sind mit dennen für den Server, die wie mein Vorredner vermerkt hat, eigentlich mittlerweile obsolet sind und wirklich das Dinosaurierdasein fristen. Also JavaScript muss (leider) sein, da ohne JavaScript kein Web 2.0, kein Ajax möglich ist. Leider daher, weil man damit dynamische Anwendungen meist in zwei (wenn man noch HTML und XML dazu nimmt in vier) Sprachen schreiben muss. Serverseitiges Scripting ist nicht mehr aktuell und sollte duch wohldurchdachte Lösungen auf Application-Server-Basis ersetzt werden. Leider 'schnallen' diese auch heute noch viele der IT-Entscheider nicht und setzen weiterhin auf CGI und PHP. Java-basierte Anwendungen sind von vornherein viel schneller, deutlich sauberer und mit entsprechenden Frameworks auf viel schneller aufzubauen (JSF/Struts/Spring auf der View-Seite). Und natürlich durchgängig objektorientiert. M$-Liebhaber können auch mit ASP.NET auftrumpfen, das auch einen leichten Aufbau ermöglicht. Beide Lösungen können auch Web-Services anbieten. Auch das erwähnte ROR ist für Nonkonformisten gut geeignet, aber wie gesagt.... es ist halt anders. Mit den beiden davor erwähnten Lösungen kann ich ja auch die Geschäftslogik weiter/wiederverwenden für einen Desktop- oder Rich-Client-Lösung - und sie skaliert sehr gut. (März 2007)"

"Bin mal gespannt, wann 'Ruby on Rails' den PHP-Markt endgültig einstürzen lässt und das Qualitätsniveau von Webanwendungen auf modernes OOP Niveau hievt. PHP ist - gefühlt - das Cobol der Neuzeit. Schnell gelernt und schnell schlimme Sachen gebaut. Die unterdurchschnittlichen Stundensätze repräsentieren hier durchaus die gebotene Qualität und Sicherheit der Lösung. (März 2007)"


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