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Gleich zu Beginn weisen die aufbereiteten Umfrageergebnisse auf
einen kleinen Widerspruch hin, genauer gesagt, eine Fehleinschätzung
der Befragten: übereinstimmend meinen zwar IT-Freiberufler
und Projektanbieter, dass Telearbeit nur einen vergleichsweise geringen
Anteil an der Projektarbeit habe - gerade mal 14 Prozent. Andererseits
sagt aber jeder dritte IT-Freiberufler, er habe selbst schon als
Telearbeiter in einem IT-Projekt mitgearbeitet. Hier muss die Frage
erlaubt sein, was unter dem Begriff zu verstehen ist, denn eine
offizielle und allgemeingültige Definition gibt es nicht.
Der Programmierer, der Teile oder den ganzen Sourcecode im Rahmen
eines Projekts von zu Hause aus entwickelt und diesen dann per DFÜ
zwischen seinem Home Office und dem Auftraggeber hin und her schaufelt,
ist mit Sicherheit Telearbeiter. Was aber ist mit denen, die sowohl
zu Hause oder irgendwo, ob im Zug, von Unterwegs oder im Hotel programmieren
oder andere Projekttätigkeiten von dort aus durchführen?
Und welche Projekte sind überhaupt für Telearbeit geeignet
(s. Checkliste "Für welche Projekte eignet sich Telearbeit
und für welche nicht?")? Eines scheint indes klar: 86
Prozent der befragten IT-Freiberufler würden einem Projekt
mit höherem Telework-Anteil bei sonst gleichen Bedingungen
wie in einem anderen Projekt den Vorzug geben. Projektanbieter wären
laut Umfrage damit nicht so froh, denn nur 17 Prozent wären
davon zu begeistern. Und das entspricht ziemlich genau der sonst
üblichen Situation, die noch vielfach durch alte Managementstrukturen
gekennzeichnet ist - nicht nur in IT-Projekten.
Es ist nicht die Machbarkeit, die die Projektanbieter abschreckt
- auch wenn sie das gerne als Grund gegen Telearbeit ins Feld führen,
sondern nicht selten deren Unvermögen, neuere Führungsstile
wie beispielsweise das Management nach Zielvereinbarung (MBO, Management
By Objectives), die explizit auf derlei Arbeitsformen abgestimmt
sind, ein- bzw. umzusetzen. Auch wenn erwiesen ist, das Telearbeit
die Motivation erhöht und die Produktivität der Telearbeitenden
erheblich steigert. Selbst Einkommenseinbußen - 58 Prozent
beantworteten diese Frage mit einem "Ja" - würden
dafür in Kauf genommen. Denn Telearbeit senkt Kosten und spart
Zeit: alleine Reise- und Übernachtungskosten sowie die aufwendigen
An- und Rückreisezeiten zum und vom Einsatzort fallen weg oder
können wenigstens drastisch gesenkt werden.
Ein Projekt, das mit einem höheren Anteil an telearbeitenden
Spezialisten durchgeführt wird, muss organisatorisch nur leicht
umstrukturiert werden. Vor allem müssen Aufgaben, Ziele und
Zeiträume, die für die Zielerreichung zur Verfügung
stehen, sehr exakt bestimmt werden und der oder die Projektmitarbeiter
müssen in der Lage sein, selbstständig arbeiten können.
Bei IT-Freiberuflern also eher der Normalfall. Ansonsten unterscheidet
sich ein mit einem Anteil an telearbeitenden IT-Freiberuflern besetztes
Projekt kaum von einem anderen. Auch wenn etwa die Hälfte der
Projektanbieter der Ansicht ist, dass Kommunikations- und Abstimmungsprobleme
ein großes Hindernis bei der Umsetzung von Telearbeitskonzepten
sein könnten. Die Praxis zeigt, dass diese Annahme unbegründet
ist.
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