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Unter der Lupe: IT-Training - die Branche
schult sich
Zweites Standbein für Spezialisten mit
stark nachgefragtem Know-how
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(Oktober 2002)
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Inhalt dieses Artikels:
Der Markt | Der
Stundensatz | Das Fazit
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Für freiberufliche IT-Praktiker kann Training und Schulung
ein zweites Standbein inmitten der Projektlandschaft sein. Voraussetzung
dafür ist, dass ein IT-Trainer nicht nur die technische Seite
der Systeme wie die eigene Westentasche kennt, sondern auch gute
kommunikative und didaktische Fähigkeiten besitzt, um den Schulungsteilnehmern
die erforderlichen Kenntnisse auch vermitteln zu können. GULP
nimmt für Sie die aktuelle Situation für IT-Trainer auf
dem IT-Projektmarkt genauer unter die Lupe. Die vorliegende Marktanalyse
fasst die wesentlichen Ergebnisse der im
GULP-o-meter, GULP Trend Analyzer
und GULP Stundensatz Kalkulator
errechneten Trends zusammen.
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| Der
Markt: Eine Frage der Nachfrage |
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Die Lage in der IT-Branche ist weiterhin angespannt. Durch massive
Kosteneinsparungen in den Firmen müssen fest angestellte Mitarbeiter
verstärkt Aufgaben übernehmen, für die sie nicht
qualifiziert sind. Die Angestellten werden daher immer aufs Neue
in den aktuellsten Programmen, Sprachen und Applikationen geschult.
IT-Trainings gewinnen somit wieder verstärkt an Bedeutung,
sind diese doch der Garant für eine effiziente Wissensvermittlung
in den IT-Abteilungen der Unternehmen.
Doch andererseits geht auch an der IT-Schulungsbranche die aktuelle
wirtschaftliche Flaute nicht spurlos vorbei, denn angesichts leerer
Kassen überlegen die Unternehmen eher zweimal, ob sie einen
Mitarbeiter zu Fort- und Weiterbildungskursen schicken. Größere
Unternehmen verfügen sowieso über hausinterne Schulungszentren
mit einem eigenen Education-Team und fest angestellten Trainern.
Nur Firmen ohne Sparzwang lassen derzeit ihre Mitarbeiter in externen
Kursen das nötige IT-Know-how erarbeiten oder heuern für
interne Schulungsmaßnahmen kurzfristig einen freiberuflichen
IT-Trainer an.
Die Nachfragesituation weist aus diesen Gründen auch große
Schwankungen auf. Im Zeitraum von Januar 2001 bis September 2002
erhielten freiberufliche Trainer im Schnitt 4,7 Prozent der Projektanfragen.
Spitzenwerte von 7,7 Prozent aller über GULP vermittelten Projektangebote
im Dezember 2001 sind möglicherweise auf die Euro-Umstellung
zurückzuführen. Im September 2002 wurden nur in 4,7 Prozent
der Fälle IT-Trainer nachgefragt.
Abbildung 1 zeigt auch, dass sich gerade Spezialisten mit stark
nachgefragtem Know-how ein großes Stück vom gesamten
Coaching-Markt abschneiden können. Mit einem Anteil von rund
20 Prozent an allen Projektanfragen an IT-Trainer bilden SAP-Trainer
die größte Gruppe innerhalb des freiberuflichen Schulungssektors.
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Anteil
Projektanfragen an freiberufliche IT-Trainer
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| Anteil
Projektanfragen an SAP-Trainer |
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Ausgewertet wurden
45.476 Projektangebote, die seit Januar 2001 über
GULP an IT-Freiberufler zugestellt wurden.
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| Abbildung 1: Die monatliche
Entwicklung der Projektanfragen an freiberufliche IT-Trainer
in Prozent. |
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Projektanfragen
an freiberufliche IT-Trainer
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Abbildung 2: Verteilung
der Projektanfragen nach Ländern und Postleitzahlengebieten.
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Wo finden die Trainings und Schulungen statt? Abbildung 2
gibt die regionale Verteilung der Projektanfragen nach Ländern
und Postleitzahlengebieten wieder. Die prozentuale Verteilung
unterstreicht die dominante Stellung des Postleitzahlengebietes
D6 rund um Frankfurt am Main.
Der Frankfurter Bankenbereich vereint etwa 25,4 Prozent aller
Projektanfragen, die Trainings oder Schulungen beinhalten,
auf sich. Auch noch zweistellig folgt dann der Münchner
Raum (PLZ 8) mit 19,3 Prozent.
In den neuen Bundesländern und Berlin (PLZ 0, PLZ 1
und Teile von PLZ 9) sieht es weniger rosig aus. Auf diese
Regionen entfallen im Schnitt nur um die 4,3 Prozent aller
Projektanfragen. In den Nachbarländern Österreich
und Schweiz ist die Marktlage ähnlich.
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| Der
Stundensatz: Derzeit keine großen Sprünge mit dem zweiten
Standbein möglich |
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"Trainer" ist keine geschützte Berufsbezeichnung,
und da sich jeder Trainer nennen kann, versuchen sich derzeit aufgrund
der schwachen Marktlage immer mehr ITler als Dozenten ohne ausreichende
didaktische Fähigkeiten. Fehlt dem IT-Trainer trotz tiefgehendem
Fachwissen die kommunikative Kompetenz, einen Sachverhalt zu vermitteln,
so bleibt der Erfolg bei den Schulungsteilnehmern meist aus. Als
Fazit bleibt bei den enttäuschten Auftraggebern nur: Trainer
taugen nichts. In sogenannten "Train The Trainer"-Seminaren
sollen daher IT-Dozenten und Coaches selbst die Schulbank drücken
und unter anderem ihre soziale Kompetenz steigern lernen.
Auf dem Coaching-Markt existieren keine einheitlichen Qualitätskriterien
und somit auch kein allgemein verbindliches Gütesiegel, an
denen man gute IT-Trainer messen könnte. Ob ein Trainer erfolgreich
ist, hängt damit sowohl von seinem Fachwissen als auch von
seiner Berufs- und Lebenserfahrung ab. Im Schnitt sind die bei GULP
eingetragenen IT-Trainer 39 Jahre alt und blicken auf teilweise
mehr als 15 Jahre Berufserfahrung zurück. Zahlreiche Referenzen
in den GULP Trainer-Profilen belegen die Zufriedenheit der Auftraggeber.
Bei der Auswertung von 45.476 Projekten, die seit Januar 2001 über
GULP angeboten wurden, zeigt sich, dass mehr als zwei Drittel (66,8
Prozent) der Projektanfragen für Schulungen und Trainings an
Spezialisten gestellt wurden, die ihren Stundensatz im Intervall
zwischen EUR 70 und EUR 90 ansetzen. Dies entspricht auch den Stundensatzgeboten
in allen über GULP an IT-Freiberufler gestellten Projektanfragen:
Hier gehen 64,5 Prozent aller Anfragen an diese Stundensatzgruppe.
17 Prozent der IT-Trainer verlangen einen Stundensatz im Bereich
über EUR 100. Bei allen IT-Freiberuflern sind es 13 Prozent,
die ihren Stundensatz oberhalb der EUR 100-Marke ansetzen.
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Alle
bei GULP eingetragenen Freiberufler
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Alle
über GULP gelaufene Projektanfragen
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| Abbildung 3: Prozentuale Verteilung
der Stundensatzforderungen aller IT-Freiberufler und Kontakte
an die jeweilige Stundensatzgruppe in allen über GULP gelaufenen
Projektanfragen. |
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IT-Trainer
allgemein
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SAP-Trainer
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| Abbildung 4: Prozentuale Verteilung
der Stundensatzforderungen von allen IT-Trainern im Vergleich
zu den speziellen Stundensatzforderungen von SAP-Trainern. |
Abbildung 4 zeigt die prozentuale Verteilung der Stundensatzforderungen
von allen IT-Trainern im Vergleich zu den speziellen Stundensatzforderungen
von SAP-Trainern. Es zeigt sich hier deutlich, dass Trainer, die
eine im Markt stark nachgefragte Spezialisierung und Berufserfahrung
mitbringen, auch die höchsten Stundensätze erzielen können.
Der Stundensatz eines Trainers für SAP-Module, der Kurse auch
auf Englisch hält, liegt natürlich höher als der
eines Seminarleiters für Microsoft Office-Anwendungen.
Schulungen, die beispielsweise in Zusammenhang mit einer SAP-Einführung
und Migration beim Kunden stehen, verlangen dem IT-Trainer alle
denkbaren Qualitäten ab. Das Spektrum reicht von der Erstellung
der Schulungsunterlagen und der Vorbereitung des Schulungssystems
bis hin zur Schulung des Projektteams und der End-User. Hinzu kommt,
dass sich gerade im Schulungssektor Anspruch und Arbeitsumfeld je
nach Projekt stark unterscheiden. IT-Trainer ist eben kein Routinejob.
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SAP-Trainer
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alle
bei GULP eingetragenen IT-Trainer
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| Abbildung 5: Entwicklung des
Stundensatzes für SAP-Trainer im Vergleich zu den Stundensätzen
aller bei GULP eingetragenen IT-Trainer. |
Je nach Anforderung und Tätigkeitsfeld gelten daher zum Beispiel
für IT-Trainer im SAP-Bereich Stundensätze von EUR 92
als realistisch, inklusive Reisekosten, Seminarvorbereitung und
Aufbereitung von notwendigem Fachwissen. SAP-Trainer, welche auf
eine professionelle Coachingtätigkeit von über 6 Jahren
zurückblicken können, verlangen derzeit einen durchschnittlichen
Stundensatz von EUR 97.
Doch SAPler waren schon immer die Spitzenverdiener im IT-Projektmarkt
- und dieser Markt hat sich für andere Qualifikationen stark
gewandelt. Während die IT-Branche boomte, konnte beispielsweise
ein Java-Spezialist für einen Schulungseinsatz einen Stundensatz
von EUR 79 und mehr verlangen. Heute bekommt dieser immerhin EUR
70 pro Stunde. Deutlich tiefer liegen die Verdienstmöglichkeiten
für Microsoft Office-Trainer: Gerade mal EUR 58 werden pro
Stunde geboten - deutlich unter dem durchschnittlich geforderten
Stundensatz aller bei GULP eingetragenen freiberuflichen IT-Trainer
von momentan EUR 78.
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JAVA-Trainer
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alle
bei GULP eingetragenen IT-Trainer
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| Abbildung 6: Entwicklung des
Stundensatzes für JAVA-Trainer im Vergleich zu den Stundensätzen
aller bei GULP eingetragenen IT-Trainer. |
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Microsoft
Office-Trainer
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alle
bei GULP eingetragenen IT-Trainer
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| Abbildung 6: Entwicklung des
Stundensatzes für MS Office-Trainer im Vergleich zu den
Stundensätzen aller bei GULP eingetragenen IT-Trainer. |
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| Das
Fazit |
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Aufgrund der geringen Nachfrage ist anzunehmen, dass die meisten
IT-Trainer nur einen Teil ihres Lebensunterhaltes mit Trainings
verdienen. Häufig haben sie noch ein zweites Standbein, sei
es als IT-Berater oder als Softwareentwickler. Attraktiv werden
die Schulungs-Projekte aber immer dann, wenn man die Honorarsätze
für Spezialisten mit stark nachgefragtem Know-how betrachtet.
Welche Qualifikationen zur Zeit auf dem IT-Projektmarkt besonders
begehrt sind, verrät ein Blick in die TOP5
der von Projektanbietern gesuchten Skills im GULP-o-meter.
Für Projektkunden und die späteren Anwender sind die
freiberuflichen "Lehrmeister" auf jeden Fall von Vorteil.
Denn wer verfügt über tiefgehenderes Know-how und Einblick
in die zu vermittelnde Problematik als der IT-Freiberufler, der
von der Konzeption bis zur Implementierung einer neuen Anwendung
beteiligt war und jetzt eine Schulung bei den künftigen Anwendern
vornimmt.
Aktuelle IT-Seminare und Kurse finden Sie auch
in unserem GULP Seminar
Metascanner. Der GULP Seminar Metascanner durchsucht
die besten Datenbanken für IT-Seminare. Er
bietet Ihnen aktuelle Seminare, Kurse, Workshops,
Trainings, Schulungen und viele weitere Weiterbildungsveranstaltungen
aus dem IT-Bereich auf einen Blick. IT-Trainer finden
hier auch entsprechende "Train The Trainer"-Seminare.
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| Die Stichprobe |
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Die vorliegende Marktanalyse der monatlichen Entwicklung der Projektanfragen
beruht auf der statistischen Auswertung von 45.476 Projektangeboten,
die IT-Freiberuflern von Januar 2001 bis September 2002 über den
GULP-Server zugestellt wurden. Das Datenmaterial wird durch Informationen
aus den Profilen der über 37.187 bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler
(Stand 01.10.2002) ergänzt. Damit repräsentiert die Datenbasis
der vorliegenden Marktanalyse mehr als 82 Prozent des deutschen
freiberuflic hen IT-Projektmarktes.
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Kommentare zu diesem Artikel:
"Ich finde Ihren Internetauftritt insgesamt sehr gut, sehr informativ und übersichtlich. Zur Lage muss ich sagen, dass jetzt die Stunde für viele schlägt, die glaubten allein die Bezeichnung Trainer ist eine Lizenz zum Gelddrucken. Es findet also eine Marktbereiningung statt und das ist das Positive in der Situation. Trainer und/oder Schulungsunternehmen die auf Qualität setzten denn auf dén schnellen Euro wird es weiterhin geben. (Mai 2003)"
"na ja, die Lage im IT-Training-Bereich ist ja wohl eher miserabel. Von 'angespannter Lage' kann da keine Rede mehr sein. Die Branche steht kurz vom dem 'AUS'. (Oktober 2002)"
"Im Schnitt 4,7 Prozent von 45.476 Projektanfragen wären 2137 Trainer-Projekte in 21 Monaten, also durchschnittlich knapp 100 Projekte in einem Monat. Nicht schlecht - fragt sich nur noch welche IT-Bereiche außer SAP noch auf dem Schulungssektor gefragt sind... (Oktober 2002)"
"Die Einschätzung deckt sich mit meinen Erfahrungen. (Oktober 2002)"
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