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Marktstudie: Was bin ich (wert) ?

IT-Positionen im Blickpunkt: Entwicklung, Chancen, Honorare

(Oktober 2003)

Inhalt dieses Artikels:
Tätigkeiten von IT-Spezialisten | Nachgefragte Positionen im Vergleich | Bedarf und Nachfrage in den Regionen | IT-Honorare in Bewegung | Fazit

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Dies ist eine Marktstudie aus dem IT-Projektmarktindex, dem Marktindex für IT-Projekte.
 
In aller Kürze:
o Softwareentwickler sind die begehrtesten IT-Spezialisten auf dem Projektmarkt 2003.
o Frankfurt und München verzeichnen die höchste Nachfrage im regionalen Vergleich.
o Auftragsrückgänge wirken sich in allen Stundensatzbereichen auf die Honorarhöhe aus.
o Spitzenverdiener bleiben mit durchschnittlich geforderten 75 EUR IT-Projektleiter.


Voraussetzung: Es gibt ein IT-Projekt.

Gegeben: Eine definierte Aufgabe, die bestimmte Kenntnisse erfordert, und eine Vorstellung, was man dafür zahlen will.

Gesucht: Ein externer IT-Spezialist, der hinsichtlich Fähigkeiten und Stundensatzforderungen genau ins Projekt passt.

Der Weg: Über die GULP Profiledatenbank.

 
Der Eine ist begehrter als der Andere, der Eine verdient mehr als der Andere. Wenn IT-Freiberufler für ein Projekt gesucht und mit ihrem aktuellen Marktwert konfrontiert werden, dann spielt es nicht nur eine Rolle, wie gut sie in ihrem jeweiligen Bereich sind – sondern auch, auf welches Tätigkeitsfeld sie sich spezialisiert haben. Wie verschiedene IT-Positionen „im Markt da stehen“, das nimmt GULP in dieser Marktstudie genauer unter die Lupe.

 

Tätigkeiten von IT-Spezialisten
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Eine vollständige Aufzählung aller Tätigkeiten, die IT-Freiberufler im Projekt wahrnehmen, kommt wegen deren Fülle und Dynamik nicht in Betracht. Im Dienste der Übersichtlichkeit und Aussagekraft werden deshalb in dieser Marktstudie fünf ausgewählte, für IT-Projekte typische, IT-Positionen miteinander verglichen - ohne bestimmte Skills oder Qualifikationen zu berücksichtigen.

  • Softwareentwicker konzipieren und implementieren Anwendungen oder einzelne Software-Bausteine (Komponenten und Module) und passen diese an spezifische Anforderungen an.
  • IT-Berater analysieren die Ablauforganisation und prüfen, mit welchen IT-Lösungen diese verbessert werden können und begleiten die Umsetzung.
  • Administratoren installieren, konfigurieren, betreiben, überwachen und pflegen Datenbanken oder vernetzte Systeme sowie System- und Anwendungssoftware.
  • Projektleiter verantworten IT-spezifische Projekte oder Teilprojekte mit vorgegebenen Zielsetzungen und Ressourcenrahmen.
  • IT-Trainer planen Schulungen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie, bereiten diese vor, führen sie durch und evaluieren sie.
 

 

Nachgefragte Positionen im Vergleich
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Projektanfragen (absolut) für ausgewählte IT-Positionen von Jan - Sep 2003
 
Projektanfragen (prozentual) für ausgewählte IT-Positionen von Jan - Sep 2003
SW-Entwickler
IT-Berater
Adminstrator
Projektleiter
IT-Trainer
Abbildung 1: Projektanfragen (absolut und prozentual) für ausgewählte IT-Positionen
von Jan - Sep 2003
 
   

Nicht jede Position erfreut sich gleich hoher Nachfrage; vielmehr gibt es hier große Unterschiede im Vergleich zueinander:

Von den 22.137 analysierten Projektanfragen (Zeitraum von Jan - Sep 2003, ohne Berücksichtigung von Mehrfachanfragen) entfallen auf die ausgewählten IT-Positionen (Stand: 22.09.03):
Position
Projekt-
anfragen
Anzahl
IT-Experten*
Ratio
SW-Entwickler
10.352
34.092
1 : 3,3
IT-Berater
4.961
26.821
1 : 5,4
Adminstrator
2.523
15.711
1 : 6,2
Projektleiter
1.103
21.191
1 : 19,2
IT-Trainer
721
16.344
1 : 22,6
*ohne Berücksichtigung von Mehrfachauswahlen bei den Positionen im Profil oder der Verfügbarkeit.

Wenn es um die Zahl der Kontakte geht, sind im IT-Projektmarkt die Softwareentwickler (Anwendungsentwickler/Systemprogrammierer) absoluter Spitzenreiter – der Bereich Beratung / Consulting als Zweitplatzierter bringt es nicht einmal auf die Hälfte der Projektanfragen. Auf den Rängen drei und vier folgen mit jeweils deutlichem Abstand die Administratoren und die IT-Projektleiter, die IT-Trainer schließlich erhalten im Vergleich nur sehr selten Projektangebote.

Fünf Positionen teilen einen großen Teil der Projektanfragen unter sich auf, das jeweilige Stück vom Kuchen des IT-Projektmarktes bleibt dabei über die Monate hinweg nahezu gleich groß - wobei immer die jeweilige Anzahl verfügbarer IT-Experten berücksichtigt werden muss. Im Durchschnitt werden Softwareentwickler in 46,8 Prozent aller Projektanfragen gesucht. IT-Berater werden in 22,4 Prozent der Fälle gesucht und Administratoren kommen im Schnitt auf 11,3 Prozent. Lediglich Projektleiter und IT-Trainer liegen mit durchschnittlich 5,0 bzw. 3,2 Prozent im einstelligen Bereich.

 

 

Bedarf und Nachfrage in den Regionen
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Projektanfragen nach PLZ-Gebiet 01.-09.2003
SW-Entwickler
IT-Berater
Adminstrator
Projektleiter
IT-Trainer
10.352 Anfragen
4.961 Anfragen
2.523 Anfragen
1.103 Anfragen
721 Anfragen
Abbildung 2: Anteil Projektanfragen nach PLZ-Gebieten für ausgewählte IT-Positionen
von Jan - Sep 2003. In dieser Grafik stellen alle Anfragen zu einer gesuchten Position 100 Prozent dar. Aus dem Vergleich dieser Informationen kann ersehen werden, ob eine bestimmte Position überproportional stark in einer bestimmten Region gesucht wird.
 
   

Eine weithin bekannte Tatsache: Der Großraum Frankfurt ist der Spitzenreiter beim Angebot von IT-Projekten: Knapp ein Viertel aller Anfragen (24,2 Prozent) kommt aus dem Rhein-Main-Gebiet. An zweiter Stelle liegt der Postleitzahlbereich D8 mit dem Wirtschaftsraum München / Oberbayern mit 19,6 Prozent aller Projektanfragen. Danach folgen fast gleichauf die PLZ-Bereiche D7 und D5 mit 11,5 bzw. 10,0 Prozent aller Projektanfragen in 2003.

Analog dazu sieht es für die einzelnen IT-Positionen aus - mit wenigen, aber auffälligen Ausnahmen: Während im Verhältnis zum Anteil anderer IT-Positionen die Administratoren im PLZ-Bereich D6 am begehrtesten sind, werden diese im Münchner Raum (D8) verhältnismäßig wenig nachgefragt. Hier überwiegt der Anteil der IT-Projektleiter, die wiederum im Stuttgarter Raum (D7) im Verhältnis zu den anderen Positionen keine so große Nachfrage erzeugen. Und hier sind es Softwareentwickler, die prozentual gesehen am häufigsten gesucht werden.

 

 

IT-Honorare in Bewegung
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Entwicklung der von IT-Spezialisten geforderten Stundensätze
 
Anteil IT-Spezialisten mit Stundensatzforderungen unter/über 69 EUR
SW-Entwickler
IT-Berater
Adminstrator
Projektleiter
IT-Trainer
Abbildung 3: Entwicklung der von IT-Spezialisten geforderten Stundensätze (in Halbjahresschritten von 2001 bis 2003)
 
Abbildung 4: Anteil IT-Spezialisten mit Stundensatzforderungen unter/bis einschließlich 69 EUR und über 69 EUR für ausgewählte IT-Positionen.
 
   
Von den ausgewählten IT-Positionen durchschnittlich geforderter Stundensatz (Stand: August 2003):
Position
EUR
SW-Entwickler
64
IT-Berater
72
Adminstrator
57
Projektleiter
75
IT-Trainer
62

Auch das ist Fakt: Die Stundensätze pendeln sich im Vergleich zu den Boom-Jahren der Branche auf deutlich niedrigerem Niveau ein. Krisenbedingte Auftragsrückgänge wirken sich in allen Stundensatzbereichen auf die Honorarhöhe aus. Der durchschnittlich geforderte Stundensatz aller IT-Freiberufler liegt heute bei 69 EUR. Der tatsächlich gezahlte Stundensatz hängt allerdings von weiteren Faktoren ab (z.B. Projektlaufzeit, Projektort, Art des Auftrages, Verhandlungsgeschick, Konkurrenz, Kenntnisstand, etc.). In manchen Fällen ist für Spesen (Übernachtungs- und Fahrtkosten) ein Stundensatz-Aufschlag üblich, vereinzelt wird aber auch ein "All-in"-Honorar gezahlt.

Abbildung 4 zeigt, dass viele IT-Experten in den einzelnen Positionen bereit sind, für einen Stundensatz unter dem allgemeinen Durchschnittstundensatz von 69 EUR zu arbeiten. Aber: Es gibt naturgemäß auch nicht gerade Wenige, die deutlich mehr fordern.

Obwohl Administratoren mit derzeit durchschnittlich 57 EUR am wenigsten von allen IT-Positionen fordern, liegt über ein Viertel (25,3 Prozent) mit ihrem Stundensatz oberhalb der 69 EUR. Anders herum bei den IT-Projektleitern: Die Spitzenverdiener fordern im Schnitt 75 EUR. Über 40 Prozent der Projektleiter sind aber bereit, einen Stundenlohn von 69 EUR oder weniger bezahlt zu bekommen.

 

 

Fazit
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Wohin will ich? Wohin gehe ich? Und wovon bezahle ich mein Leben? Um als IT-Freiberufler sein Auskommen zu sichern, ist nicht nur die Höhe des Stundensatzes entscheidend, sondern vor allem auch die Chance auf einen Projektauftrag. IT-Projektleiter setzen für ihre Position einen vergleichsweise hohen Stundensatz an, erhalten vergleichsweise jedoch nur wenige Projektangebote, was lange Leerlaufzeiten bedeuten kann. Die Möglichkeit für diese Übergangszeit einen Auftrag für eine reine Entwicklertätigkeit zu bekommen, dürfte eine Anpassung des Stundensatzes voraussetzen.

Wer umgekehrt als Programmierer auf das hohe Stundensatzniveau von IT-Projektleitern schielt, muss die geringe Nachfrage für Projektleiter berücksichtigen. Für manchen mag es sehr verlockend sein, sich in seinem Profil zum Projektleiter mit entsprechend angepasstem Stundensatz zu befördern – und dabei zu vergessen, dass man als Softwareentwickler fast sechs Mal mehr Chancen auf einen Projektauftrag hat.

Es ist deshalb nicht immer leicht, im Spagat zwischen „Nachfrage Position“ und „besserer Bezahlung“ die richtige Entscheidung zu treffen.

 

 

Die Stichprobe
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Die vorliegende Marktstudie beruht auf der statistischen Auswertung der GULP Dienste zur Vermittlung von IT-Freiberuflern. Die Entwicklung der Projektanfragen beruht auf der statistischen Auswertung von 22.137 Projektangeboten, die IT-Freiberuflern von Januar bis einschließlich September 2003 über den GULP-Server zugestellt wurden. Das Datenmaterial wird durch Angaben zum Nachfrageverhalten großer IT-Anwenderfirmen und Informationen aus den Profilen der über 45.286 bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler (Stand 01.10.2003) ergänzt.

 

 


Kommentare zu diesem Artikel:

"Sehr Informativer Artikel. Gibt es eine neue Studie über die Entwicklung in 2004? (April 2004)"

"Sie haben in diesem Artikel nicht nur die Auslastung und die Stundensätze der unterschiedlichen Gruppen klar dargestellt, sondern auch die regionale Verteilung der Projekte. Das finde ich gut, denn es bestätigt meinen Umzug von Oberbayern nach Hessen, auch wenn ich seit dem Umzug nur Projekte in München hatte. Die erzielten Stundensätze geben einen guten Anhaltspunkt für die eigene Position und die Stellung in der eigenen Berufssparte. Solche Markstudien helfen uns Freiberuflern, einen Überblick über die Marktsituation zu behalten. Danke. (Januar 2004)"

"Dieser Artikel, wie auch andere geben ein gutes Bild wieder und erleichtern die Standort-Findung. Auch die Relation unter den verschiedenen Tätigkeiten kommen gut heraus. Was mich etwas irritiert, daß sind die Aussagen über die Honorarhöhen die ich von den Projektanbietern (SW- Häusern, Agenturen) erhalte. Diese liegen meistens um ein gutes Stück unter den Werten die über "GULP" zu erfahren sind. Es stellt sich daher die Frage, sind die "GULP - Daten" Einkaufspreise der Projektanbietern (SW- Häusern, Agenturen) oder deren Verkaufspreise an deren Kunden. (Dezember 2003)"

"Sehr detaillierter und gründlich analysierter Artikel. Sie geben ausschließlich Stundensätze an. In der Beratung wird überwiegend nach PT bezahlt. Das ist schon deshalb wichtig, weil Tagessätze selten Stundenbeschränkungen beinhalten. Interessant wäre eine Ableitung der Ergebnisse gewesen. Trotzdem gutes und wichtiges Material ! (November 2003)"

"Einfach SPITZE !!!! (November 2003)"

"Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu diesem Artikel Ich finde die statistik interessant, letztlich aber kann ich sie nicht mit meinen Erfahrungen zusammenbringen, da mir die Preise zu niedrig erscheinen (verglichen mit den Stundensätzen, die meine Firma fordert - ich bin angestellter Berater). Ich hätte mir da einige Beispiele gewünscht, um mir Preis-Leistung besser vorstellen zu kennen. (Oktober 2003)"

"Sehr guter Artikel, wenngleich mir die Stundensätze, die auf Basis Ihrer Erfahrungen realisiert werden, extrem nierdig erscheinen. (Oktober 2003)"

"die ergebnisse waren zwar so zu erwarten aber sehr übersichtlich aufbereitet und dennoch eine sinnvolle bestätigung. dankeschön (Oktober 2003)"


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