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Erfahrene IT-Freiberufler flexibler für Auslandseinsätze?

(August 2005)
Inhalt dieses Artikels:
Ältere flexibler? | Vermutungen
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Mobilität und Flexibilität sind Faktoren, die für einen erfolgreichen IT-Freiberufler obligatorisch sind. Denn auf der Jagd nach neuen Projekten ist es immer ratsam, die Fühler nicht nur bundesweit, sondern weltweit auszustrecken.

Die Bereitschaft für Projekteinsätze im Ausland bringen denn auch über die Hälfte der bei GULP erfassten IT-Freiberufler mit. Knapp 48 Prozent ziehen es dagegen vor, ihre Projekteinsätze nur innerhalb Deutschlands abzuwickeln. Einige Überraschungen hält dabei die Altersbetrachtung bereit.

 

Ältere flexibler?
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Wer denkt, dass es insbesondere den jungen, abenteuerlustigen IT-Nachwuchs in ferne Länder zieht, wird bei einem genauen Blick in die GULP Profiledatenbank eines Besseren belehrt. Denn der zeigt, dass mit dem Alter (und der Berufserfahrung) der IT-Freiberufler auch die Bereitschaft für einen Projekteinsatz außerhalb deutscher Grenzen steigt. Während von den Freiberuflern im zweiten Lebensjahrzehnt nur rund ein Drittel sowohl im In- als auch im Ausland arbeiten würde, sind es bei den ab Vierzigjährigen weit mehr als die Hälfte. Und je älter sie werden, umso stärker ist diese Bereitschaft ausgeprägt. Damit sind sie weitaus flexibler, mobiler und risikofreudiger als die sehr jungen Jahrgänge, von denen rund 70 Prozent auf Projekttätigkeiten innerhalb Deutschlands fixiert sind.

Vergleich Freiberufler Einsatzort "nur Deutschland" und Freiberufler Einsatzort "Deutschland und Ausland"

Zum Vergleich: Die Mehrzahl der deutschen Arbeitnehmer (86%), insbesondere die älteren Jahrgänge, wollen nicht im Ausland arbeiten (Quelle: Spiegel, Juli 2004). Auch in Europa sieht es nicht anders aus: Laut einer Studie von PricewaterhouseCoopers waren bei einer Befragung in acht EU-Ländern nur 17 Prozent überhaupt daran interessiert, im Ausland zu leben und zu arbeiten. Davon war rund ein Drittel jünger als 25 Jahre oder zwischen 25 und 39 Jahre alt. (Quelle: Spiegel, Juli 2004)

 

 

Vermutungen
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Doch woran könnte es liegen, dass bei den IT-Freiberuflern der Trend in die entgegengesetzte Richtung verläuft? Eine allgemeinverbindliche Antwort hierauf kann auch GULP nicht liefern, aber immerhin ein paar Vermutungen.

Möglicherweise gehören Auslandsprojekte für IT-Freiberufler ab Vierzig bereits zum gewohnten Arbeitsalltag, weil sie wissen, dass sich weltweite Mobilität und Flexibilität positiv auf die Anzahl ihrer Projektanfragen auswirken. Jüngere Freiberufler stehen dagegen zumeist erst am Anfang ihrer Karriere und müssen ihre Chancen auf dem IT-Markt erst noch ausloten. Zudem kommt bei ihnen zum Unternehmensaufbau oftmals noch die Familienplanung hinzu - beides Faktoren, die einen Auslandsaufenthalt erschweren können. Im Gegensatz dazu dürften die älteren IT-Profis sowohl beruflich als auch privat stärker gefestigt sein.

Natürlich lässt sich über diese angestellten Mutmaßungen diskutieren, denn möglicherweise spielen noch ganz andere Faktoren eine Rolle. Tatsache aber bleibt, dass es die reiferen Semester stärker in die Ferne zieht.

 

 


Kommentare zu diesem Artikel:

"Die aktuelle wirtschaftliche Lage trägt sicher auch ihren Beitrag zu diesem Ergebnis bei. Da in unserem Land Erfahrung momentan nicht so hoch bewertet wird, erweitern ältere Freiberufler den Blickwinkel über die Landesgrenzen hinaus. (August 2005)"

"Eine - zugegebenermaßen - schlichte Erklärung für die höhere Mobilität älterer Freiberufler sehe ich in dem weiterhin hierzulande grassierenden Jugendwahn, der ein Alter über 50 Jahren als Stigma behandelt. Was bleibt da anderes übrig, als auch im Ausland zu akquirieren? (August 2005)"

"Bei Auslandseinsätzen handelt es sich auch oft um die berühmten "Offshore"-Projekte. Dort wird dann versucht von der Erfahrung des Freiberuflers als Korrektiv zu profitieren, oder den Freiberufler auch als Mentor für Junior-Entwickler mit einzusetzen. Dies ist eher mit erfahrenen Freiberuflern (10+ Berufsjahre) zu realisieren, als mit Berufseinsteigern. Vielleicht ist dies auch ein Grund für die gezeigte Verteilungskurve. (August 2005)"

"Eins ist klar, der Aufbau einer freiberuflichen Existenz ist zuerst vom Kostenfaktor bestimmt und hemmt den Auslandseinsatz, insbesondere in Ländern außerhalb der EU. Ab einer gewissen Rücklagenhöhe wird auch der Auslandseinsatz tragbar. Die Rücklagen müssen mindestens zwei Monate die Kosten tragen. Erst dann kommt Geld rein. bei mir als >50 wird dies eher der Fall sein als bei einem Kollegen <35. (August 2005)"

"Ich sehe zwei Gründe: Wenn man Familie hat oder noch sucht, dann will man nicht in die Ferne. Wenn man etwas älter wird, kommt man nicht mehr so leicht an Arbeit, muss also sein Revier erweitern. (August 2005)"

"Persönlich kann ich die Aussagen nicht unbedingt bestätigen. Vor bzw. mit einem sehr kleinen Kind sind Auslandseinsätze ggf. mit Familie in meiner Erfahrung leichter zu realisieren, als wenn die Kinder im Kindergarten- bzw. Schulalter sind. Spätestens dann bedeutet ein Auslandseinsatz doch auch i.d.R. weniger Zeit mit der Familie bzw. mehr Abwesenheit. (August 2005)"

"Das hängt sicher an den Stadien auf dem Lebensweg, und auch an persönlichen Präferenzen. Ich bin 42 und abends weiterhin sehr gerne zuhause bei Garten, Familie, Freunden und meinen Büchern. (August 2005)"

"Ich sehe keinerlei Unterschiede, ob ich von Köln nach München per Bahn oder von Düsseldorf nach Mailand fliegen muss. Der einzige entscheidende Faktor ist die Wahl des geeigneten Verkehrsmittel unter verschiedenen Aspekten. Wer deutschlandweit anbietet, kann hinsichtlich der Mobilitätsfrage auch direkt europaweit anbieten. (August 2005)"

"Ich selbst komme gerade von USA Projekten zurück und glaube, es liegt besonders an der privat stabilen Situation, welche erst ab 40 gegeben ist (sein kann). Weiterhin kommt die Fähigkeit hinzu, Auslandseinsätze vom Risiko tragen zu können. (August 2005)"

"Kann ich nur bestätigen. Ich selbst bin 28 Jahre und möchte wegen meiner Familie vorerst nicht ins Ausland. Sobald meine Tochter etwas älter ist, werde ich vielleicht auch Projektangebote aus dem Ausland annehmen. (August 2005)"


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