Wenn zwei sich streiten ...
Interview mit dem EDV-Sachverständigen Norbert Vogel
(November 2007) |
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... ist das gut für das Geschäft des EDV-Sachverständigen Norbert Vogel. Denn er lebt davon, wenn bei Streitigkeiten ohne Gutachten nichts mehr geht. Er wird immer dann gerufen, wenn strittige Sachverhalte objektiv analysiert und in eine - für Laien - verständliche Sprache übersetzt werden müssen. Zusammen mit seinem Partner
Bernhard Gramberg betreibt er seit 2005 das Sachverständigenbüro Gramberg & Vogel in Berlin. Die beiden Diplom-Informatiker sind öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige und spezialisiert auf Expertisen im Bereich Programmier- und Software-Technik. Hauptvoraussetzung für ihren Job sind viel Erfahrung und Sachkunde, die nicht in einem Zwei-Wochen-Seminar zu erlernen sind. Denn Sachverständiger ist nicht gleich Sachverständiger wie Norbert Vogel im GULP Interview erzählt. |
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| GULP | Herr Vogel, macht es einen Unterschied, ob ein Sachverständiger öffentlich bestellt und vereidigt wurde oder nicht? |
| Vogel | Der Begriff Sachverständiger ist nicht geschützt. Sachverständiger kann sich so ziemlich jeder nennen, soweit er Sachverstand besitzt und nicht gegen Wettbewerbsrecht verstößt. Öffentlich bestellt und vereidigt (öbuv) dürfen sich aber nur jene nennen, die von einer Institution wie der IHK auch wirklich bestellt und vereidigt wurden. Um unsere Belange kümmert sich der Bundesverband der öbuv Sachverständigen (BVS e.V.), in dem in meiner Fachgruppe "Elektronik und EDV" mittlerweile mehr als 60 Kollegen organisiert sind. Wir treffen uns regelmäßig, tauschen Erfahrungen aus und präsentieren in Vorträgen aktuelle Themen. |
| GULP | Welchen fachlichen Schwerpunkte decken Sie mit Ihrem Büro ab? |
| Vogel | Mein Partner Herr Gramberg und ich haben beide an der TU Berlin Informatik studiert. Zwar zeitlich ein wenig versetzt, aber mit einem ähnlichen Schwerpunkt im Hinblick auf die Softwaretechnik. Herr Gramberg arbeitet noch mehr im Detail der Programmiertechnik, ich sehe meinen Schwerpunkt mehr in dem "Außenrum", von der Pflichtenhefterstellung über das Softwaredesign bis zur Abnahme und den Betrieb. Herr Gramberg ist zusätzlich für die Bewertung von EDV-Anlagen, z.B. bei Firmengründungen oder Verlust durch Diebstähle, vereidigt. |
| GULP | Können Sie etwas aus der Praxis plaudern, in welchen Fällen Sie um Rat gefragt werden? |
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| Vogel | Einen echten Fall kann ich hier natürlich nicht darstellen, denn öbuv Sachverständige sind – fast wie Pfarrer oder Ärzte
- einer besonderen Schweigepflicht unterworfen. Das
macht es leichter, uns auch Systeme untersuchen zu
lassen,
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| GULP | Wer engagiert Sie hauptsächlich? |
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| Vogel | Unsere Auftraggeber sind sowohl Gerichte als auch Versicherungen, Unternehmen und Einzelpersonen. So sind die
Gerichte laut der Zivilprozessordnung gehalten, nur öbuv Sachverständige
für die Erstattung von Gutachten einzusetzen.
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| GULP | Werden die Gutachten eher mehr oder weniger? |
| Vogel | Es erscheint uns wie ein gleichbleibender Strom. Und der wechselt zwischen Gerichts- und anderen Fällen. Zurzeit kommen vermehrt Versicherungsfälle. Das hat aber auch mit dem wachsenden guten Rufs unseres Büros bei den Auftraggebern zu tun. |
| GULP | Eignet sich eine Sachverständigentätigkeit als Nebenjob, z.B. für nicht ausgelastete IT-Freiberufler? |
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| Vogel | Eher weniger, das ist doch eher ein Fulltime-Job. Wobei nicht davon auszugehen ist, dass mit der Bestellung sofort ein Schwall von Aufträgen den Briefkasten verstopft.
Raten würde ich es allen, die von anderen, möglichst nicht nur den eigenen Freunden,
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| GULP | Welche Ausbildung empfehlen Sie? |
| Vogel | Eine Ausbildung zum Sachverständigen kann ich mir schlecht vorstellen. Wie soll man eine besondere Sachkunde in einer Ausbildung vermitteln? Die Betonung liegt auf "besondere". Was man in Seminaren oder Ausbildungen vermittelt bekommt, ist zum Teil bestimmt hochwertig, aber, da jeder ein solches Seminar besuchen kann, nicht das Besondere. Die besondere Sachkunde erwirbt man in der täglichen Arbeit. Zusätzlich bildet man sich durch Seminare weiter und irgendwann stellt man fest, dass man mehr weiß als die anderen oder sogar als die Vortragenden in den Seminaren. |
| GULP | Worauf sollten diejenigen achten, die sich dennoch für eine Ausbildung zum EDV-Sachverständigen entscheiden? | ||
| Vogel | Wichtig ist, dass das Ziel ein echter Rundstempel ist. Es gibt Anbieter, die vereidigen auf eine Satzung eines Vereins und verlangen dafür Geld.
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| GULP | Vielen Dank für das Gespräch und beruflich weiterhin viel Erfolg. |
Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie beim Sachverständigenbüro Gramberg & Vogel
oder
beim Bundesverband
der öbuv Sachverständigen
e.V.
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"Sehr hilfreich. (Januar 2008)" |

