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Unter der Lupe: Mehr Delle als Krise

Die Situation im IT-Projektmarkt und ihre Auswirkungen

(Oktober 2001)
Inhalt dieses Artikels:
Die Projektanbieter | Weitere Marktindikatoren | Der IT-Freiberufler | Fazit| Die Stichprobe
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Dies ist eine Marktstudie aus dem IT-Projektmarktindex, dem Marktindex für IT-Projekte.
 

GULP Information Services untersuchte die Auswirkungen der angespannten Lage in der IT-Branche auf den IT-Projektmarkt. Vorliegende Untersuchung fasst die wesentlichen Ergebnisse einer Analyse des IT-Projektmarktes zusammen. Das Datenmaterial basiert auf den Statistiken der GULP Dienste zur Vermittlung von IT-Freiberuflern und den Berechnungen der GULP Service Tools GULP-o-meter, GULP Stundensatz Kalkulator und GULP Trend Analyzer.

 

Die Projektanbieter: Stetes Auf und Ab
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Kurz und bündig
> Die Projektanfragen entwickeln sich entgegen dem Trend der Vorjahre.
> Im Juni wird mit 2.277 Anfragen der Tiefstwert erreicht.
> Die Marktlage bietet Projektanbietern aber auch Chancen.

Der große Boom im IT-Markt ist vorerst gestoppt, der IT-Projektmarkt verhält sich abwartend. Diese Zurückhaltung spiegelt die "Aktuelle Marktlage" im GULP-o-meter wieder. Der Marktindex für den deutschsprachigen IT-Projektmarkt wertet die Anzahl der über GULP zugestellten Projektangebote je Kalenderwoche aus und gibt zudem Aufschluss über die saisonalen Trends im Marktgeschehen seit 1998.
Die Zahlen sprechen für sich: Das laufende Geschäftsjahr entwickelte sich entgegen dem saisonalen Trend der Vorjahre. Nach einem erfolgreichen ersten Quartal charakterisiert ein stetes Auf und Ab des Marktes die Entwicklung (siehe Abbildung 1).
Die Projektangebote für IT-Freiberufler sind ab Mitte März tendenziell rückläufig und auch der Frühsommer bringt noch keine Entspannung: Im Juni sinkt die Zahl der Projektanfragen auf 2.277 Offerten. Nach diesem Tiefstwert setzt eine vorübergehende Erholungsphase ein. Der Markt wächst im Juli um 35,8 Prozent und auch der August setzt den positiven Trend mit einer Steigerung von 9,4 Prozent fort. Doch dann wendet sich das Blatt wieder: Im September präsentiert sich der IT-Projektmarkt schwächer und verliert 29,4 Prozent.

Diagramm: Wöchentliche Entwicklung der Projektanfragen.

Abbildung 1: Anzahl der wöchentlichen Projektanfragen, die im Geschäftsjahr 2001 IT-Freiberuflern über die GULP Profiledatenbank zugestellt wurden.

 

Doch reagieren längst nicht alle Anbieter von IT-Projekten mit Zaudern auf die angespannte Situation. Grundsätzlich lassen sich zwei gegensätzliche Strategien ausmachen: Einige Firmen verhalten sich derzeit abwartend und ziehen ihr Engagement zurück.
Andere Unternehmen hingegen begreifen die momentane Marktsituation als echte Chance: Sie zeigen Flagge, positionieren sich als aktive Marktteilnehmer und gewinnen dadurch bei der stattfindenden Marktbereinigung heißumkämpfte Marktanteile dazu. Selbstredend, dass diese aktive Strategie den Unternehmen optimale Voraussetzungen schafft - Trübsal blasen ist also nicht angesagt.

 

 

Weitere Marktindikatoren: Kein Vorzeichenwechsel
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Kurz und bündig
> Der mittlere Stundensatz ist von Oktober 2000 bis Oktober 2001 um 5,6 Prozent gestiegen.
> Der Anteil verfügbarer IT-Freiberufler bleibt im Vergleich zu den Vorjahren gleich.

Wie stellen sich andere wichtige Marktindikatoren im Vergleich zu den Vorjahren dar? Der Marktwert - Indikator für die Nachfrage auf dem IT-Projektmarkt - präsentiert ein positives Bild. Hinsichtlich der Stundensätze müssen sich IT-Freiberufler keine Sorgen machen. So stieg der durchschnittliche Stundensatz in 9.931 ausgewerteten Profilen hauptberuflicher IT-Freiberufler der GULP Profiledatenbank im Zeitraum April 1999 bis Oktober 2001 kontinuierlich an: Lag der gewünschte Honorarsatz im Oktober 1999 noch bei € 68, so kletterte er ein Jahr später bereits auf € 71. Heute beträgt der mittlere Stundensatz € 75. Die Stundensätze sind also von Oktober 2000 bis Oktober 2001 mit 5,6 Prozent stärker gestiegen als im gleichen Zeitraum von 1999 bis 2000 (4,4 Prozent). Abbildung 2 zeigt die Entwicklung des Stundensatzes.

Diagramm: Entwicklung des mittleren Std.-satzes

Abbildung 2: Entwicklung des mittleren Stundensatzes für einen hauptberuflichen IT-Freiberufler im Zeitraum April 1999 bis Oktober 2001.

 

Auch eine Analyse der momentan verfügbaren IT-Freiberufler in der GULP Profiledatenbank zeigt im September 2001 keine gravierenden Unterschiede zu den Vorjahren. Der prozentuale Anteil ist mit neun Prozent in etwa gleich geblieben (siehe Abbildung 3).

Diagramm: Anteil der verfügbaren IT-Freiberufler in den ersten drei Quartalen der Jahre 1999, 2000 und 2001

Abbildung 3: Anteil für einen Projekteinsatz verfügbarer IT-Freiberufler im Zeitraum Januar bis September der Jahre 1999, 2000, 2001.
 

 

Die IT-Freiberufler: Jetzt ist aktive Projektakquise gefordert
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Kurz und bündig
> Notwendigkeit der aktiven Projektakquise.
> Rekordzahlen bei den Neueintragungen in der GULP Profiledatenbank.
> Verstärkte Aktivität der IT-Freiberufler im GULP Roboter.
> IT-Freiberufler schalten wöchentlich etwa 50 GULP Kleinanzeigen.
> Auf Wunsch der Freiberufler ein neuer GULP Dienst: GULP Roboter Festanstellung.

Welche Auswirkungen hat die angespannte Situation im IT-Projektmarkt auf das Verhalten der IT-Freiberufler? Die Zahlen bestärken die Vermutung, dass die IT-Freiberufler zumindest vorbauen. Waren sie in den letzten Jahren so stark nachgefragt, dass sie oft kaum eigene Anstrengungen unternehmen mussten, um einen Auftrag zu erhalten, sehen sie jetzt die Notwendigkeit der aktiven Projektakquise.

Die Neueinträge in die GULP Profiledatenbank halten im Juli, August und September 2001 den absoluten Rekord. In jedem dieser Monate kamen etwa 1.000 neue Profile von IT-Freiberuflern hinzu. Zum Vergleich: Der Durchschnitt der Vormonate lag 2001 bei knapp 800. Insgesamt umfasst die GULP Profiledatenbank heute über 27.000 Profile und hält damit deutschlandweit einen Marktanteil von 79 Prozent an der Gesamtanzahl der Selbstständigen in der Informationswirtschaft.

Im GULP Roboter, dem tagesaktuellen Verzeichnis offener Positionen in IT-Projekten, ist die verstärkte Aktivität besonders stark zu spüren. Allein dieser GULP Dienst, mit dem die IT-Freiberufler aktiv nach den für sie interessantesten Projektangeboten recherchieren, erzielte seit Juni 2001 einen Zuwachs von 58 Prozent bei den monatlichen AdClicks auf aktuell 111.030 und eine 38 prozentige Steigerung bei den Suchanfragen auf mehr als 68.800 pro Monat (siehe Abbildung 4).

Diagramm: Nutzungsfrequenz des GULP Roboters

Abbildung 4: Nutzungsfrequenz des GULP Roboters durch IT-Freiberufler im Geschäftsjahr 2001. Aufgeführt werden die Suchanfragen und die AdClicks auf die Projektofferten der Projektanbieter.

 

GULP hat auf diesen Bedarf der freiberuflichen IT-Profis reagiert. Mit der GULP Kleinanzeige für Freiberufler wird ein weiterer Service zur Projektakquise nachgefragt: Wöchentlich beschreiben etwa 50 IT-Freiberufler ihr Wunschprojekt und GULP stellt das Projektgesuch praktisch jedem Unternehmen vor, das im deutschsprachigen Raum in nennenswertem Umfang mit IT-Freiberuflern zusammenarbeitet.

Ein weiteres Zeichen der Zeit: Die Bereitschaft der Freiberufler, in die Festanstellung zu wechseln, ist durchaus vorhanden. Beim Eintrag oder bei der Aktualisierung des Profils in der GULP Profiledatenbank geben die IT-Freiberufler an, ob für sie eine Festanstellung in Betracht kommt. Das Ergebnis: 30 Prozent sind an attraktiven Angeboten interessiert. GULP hat dem Wunsch dieser IT-Freiberufler entsprochen und den GULP Roboter Festanstellung eingeführt.

Auch die generellen Zugriffszahlen auf die GULP Seiten erreichen seit drei Monaten immer wieder neue Rekorde: Alleine im September zählte das Portal für IT-Projekte mehr als eine Million PageImpressions und über sechs Millionen Hits. Diese Zahlen lassen den Schluss auf die verstärkte Aktivität der IT-Freiberufler zu.

 

 

Fazit: Mehr Delle als Krise
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Vieles spricht dafür, dass sich der IT-Projektmarkt im Moment zwar in einer "Konjunkturdelle", nicht aber in einer gravierenden Krise befindet. Ähnliche Entwicklungen - wenn auch nicht in dieser Ausprägung - wurden bereits in der Vergangenheit durchlaufen. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die Gesetzesinitiative zur Bekämpfung der Scheinselbständigkeit im Jahr 1999. Die Debatte führte zu einer Verunsicherung der Branche und hatte einen Rückgang der Projektanfragen im Frühsommer zur Folge (Diagramm siehe "Saisonale Trends" im GULP-o-meter). Nachdem die Gesetzeslage geklärt war, erholte sich der Markt. Ebenso versetzte das Millennium den IT-Projektmarkt nachhaltig in eine "Y2k-Starre". Nachdem der Jahrtausendwechsel problemlos gemeistert worden war, startete der IT-Projektmarkt - entgegen dem zu erwartenden Trend - zunächst abwartend in das Jahr 2000. Sobald aber verspätete Y2k-Probleme mit Gewissheit auszuschließen waren, hatte die Stagnation ein Ende (Diagramm siehe "Saisonale Trends" im GULP-o-meter).

Die Paralellen der Vergangenheit lassen also erwarten, dass der IT-Projektmarkt momentan eine Konjunkturdelle durchläuft. Wann wird sich die Situation entspannen? Wer die Einschätzung des IT-Projektmarktes einsehen oder eine Prognose abgeben will, kann dies in der aktuelle Umfrage im GULP-o-meter tun. GULP befragt vom 15. Oktober 2001 bis 15. November 2001 den IT-Projektmarkt, wann momentan zurückgestellte IT-Projekte angegangen werden.

Weitere Informationen zur Marktlage im IT-Projektmarkt:

> GULP mit neuen Rekordzahlen
> Das GULP-o-meter
> Der GULP Trend Analyzer
> Der GULP Stundensatz Kalkulator
> Umfrage "Kippt der Markt?"
> Umfrage "Quo vadis, New Economy?"
 

 

Die Stichprobe
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Die vorliegende Marktanalyse beruht auf der statistischen Auswertung der GULP Dienste zur Vermittlung von IT-Freiberuflern. Untersucht wurden 84.110 Projektangebote, die IT-Freiberuflern im Zeitraum Januar 1999 bis September 2001 über den GULP Server zugestellt wurden. Das Datenmaterial wird durch Informationen aus den Profilen der 26.978 (Stand: September 2001) bei GULP eingetragenen IT-Freiberuflern und Angaben zum Nachfrageverhalten großer IT-Anwenderfirmen vervollständigt. Insgesamt repräsentiert die Datenbasis der vorliegenden Marktanalyse mehr als 79 Prozent des deutschen IT-Projektmarktes.

 

 


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