Kommentare zu diesem Artikel:
"Ich denke das viele Firmen sich hier aus Ihrer Verantwortung flüchten. Wer soll den die Kräfte ausbilden wenn nicht die Firmen selbst ? (Februar 2012)"
"Es gibt durchaus einen Mangel an Fachkräften in bestimmten Gebieten, wie z.B. SAP. Dem gegenüber steht ein Überangebot an Fachkräften mit z.B. Oracle/PLSQL, Adabas/Natural, JAVA und dergleichen mehr. Es wäre interessant, diese Umfrage auf spezielle Bereiche herunter zu brechen. (Oktober 2007)"
"Es sind viele gute Beiträge zu dem Thema hier erschienen und ich teile viele davon. Nein, es gibt keinen Fachkräftemangel, solange die deutsche Wirtschaft und deren Verbände es sich erlauben, Personen unter 30 und über 50 nicht mehr als Arbeitskräfte wahrzunehmen, glauben den Top-Spezialisten mit einer 1:1 Ausbildung (am besten promoviert, 30 Jahre und 2-3 Jahre Berufserfahrung in jedem Thema, was man als Auftraggeber so braucht! Ich glaube, dass nennt man 'Eierlegende Wollmilchsau', oder?)zu bekommen und uns ein Bildungssystem leisten, das jeder Beschreibung spottet, Stundensätze zu verlangen die einem die Mindestlohndebatte sehr real vor Augen führt und Medien und Politiker, die nichts Besseres zu tun haben, als auf den Zug aufzuspringen, weil Sie auf eine Schlagzeile oder Wählerstimmen hoffen. Wir haben keinen Fachkräftemangel, sondern jammern wieder einmal auf hohem Niveau. Vorschläge zur Lösung gab es genug, nur nicht die Richtigen. Also wage ich es mal, einen zu machen. Hört auf zu jammern, lasst wieder etwas mehr Realismus walten und krempelt die Arme hoch, denn es gibt genug zu tun. Der globale Wettbewerb schläft nicht und als Volkswirtschaft sollte es in unserer aller Interesse sein, hier mehr Gas zu geben. Einige Länder wie China haben das kapiert, nur in Deutschland schläft man mal wieder und wenn man aufwacht, dann beginnt das Jammern von vorne. Und hier ein Tipp für die Verbände und Politiker: Schafft endlich die Beratungsresistenz im Mittelstand ab, klärt die Nachfolgediskussion für Unternehmen und reformiert dieses Bildungssystem. Da habt Ihr genug zu tun und lasst uns endlich unseren Job machen, denn wir können was und wir wollen auch, nur lasst Ihr uns nicht und das ist wessen Schuld? (September 2007)"
"Das wirklich Gute an diesem Artikel sind lediglich die Kommentare. Wenn Vollbeschäftigung nicht nur scheinbar, sondern wirklich ein Ziel der Wirtschaftspolitik wäre, dann hätte der Arbeitsmarkt nationale Grenzen wie es bis Ende der 50er Jahre galt. Es ist normal und wünschenswert, wenn beide Seiten suchen, Lösungen erarbeiten und sich auf das Machbare einigen. Nur bei Knappheit an Arbeitskräften entstehen positive Folgewirkungen: Fortbildung, Anpassungen bei den Studierwünschen, Forschung und Entwicklung, Verhalten gegenüber Mitarbeitern und Externen, Vertragsgestaltung gegenüber Externen, Ignorieren des Alters, positive Ausstrahlung auf andere Teil-Arbeitsmärkte usw.. (September 2007)"
"Ich komme aus der SAP Beratungswelt und da herrscht schon ein Mangel an guten Beratern. Ich verstehe auch die Unternehmen, die für ca. 1.000 Euro am Tag auch einen Berater mit zu 90% passendem Profil haben möchten und nicht dann auch noch investieren wollen (sei es in Schulungen oder indirekt durch Ineffizienz). Für mich als SAP-Berater ist das eine gute Lage und ich habe auch keine Angst vor der grossen Flut der biligen Berater aus Indien oder sonst wo her. (September 2007)"
"Ich habe sehr umfangreiche Erfahrungen, bin aber mit 58 Jahren für viele Unternehmen offensichtlich nicht mehr gefragt. Selbst mit einem 1:1 pasenden Projekt hört man häufig: Wir haben jemanden gefunden, der noch besser passt. Unmittelbar vor der Vergabe wird das Projekt abgesetzt oder verschoben. Absagen, sofern sie kommen, sind häufig nur kommentarlos. Die Anforderungen sind häufig extrem hochgeschraubt, man möchte für 50 Euro die Zertifizierungen für Netzwerke, MS, Unix, ITIL und Projektleitung sehen. In der Realität wird oft ein Abgänger von der Uni beauftragt (50 Euro), dann wird nach Fachkräften gerufen und politisiert, wenn die nötigen Erfahrungen fehlen. (September 2007)"
"Ich weiß ja nicht, wieso hier nach der Politik gerufen wird (womöglich die Einarbeitungszeit zu bezahlen? Das ist in meine Augen völlig absurd) - da sich Firmen bei längeren Projekten damit abfinden müssen, nicht in jedem Falle DEN Spezialisten zu finden, kann man ja in der Einarbeitungszeit einen verringerten Stundensatz vereinbaren (wenn nach 2-3 Wochen dann ein vernüftiges Honorar gezahlt wird) Die Erfahrung kommt nun mal zu >50% während des Umganges in der Zielumgebung. Es sind ja nicht nur das Produkt, sondern auch Prozesse zu verstehen... (August 2007)"
"Oft hat man den Eindruck, das Auftraggeber völlig unsinnige Anforderungen stellen. Zum Beispiel kommt immer wieder als Anforderung 'Clearcase' vor: Au Backe denkt man da, da muss man sich sicherlich lange einarbeiten. Also ich habe (ohne Clearcase) dann das Projekt bekommen und wurde in Clearcase 'eingarbeitet'. Einarbeitungszeit maximal 45 min. Da konnte man auch schon lange alles, was für das Projekt gebraucht wurde. Solche Beispiele gibt es sehr oft, da werden irgendwelche Toolkenntnisse verlangt, obwohl eigentlich C oder C++ programmiert werden soll. Das ist manchmal als würde man Michael Schumacher fragen, wo der Blinker beim Fiat ist. (August 2007)"
"Der Kollege der folgenden Satz geschieben hat, hat mit seinem gesamten Beitrag die Sache auf den Punkt gebracht: Auch ein arbeitsloser IT-Spezialist kann bei entsprechender Qualifizierung sehr gute Dienste leisten, nur man muss eben etwas Zeit in den Mensch investieren. (August 2007)' -> Im Grunde streiten sich Freiberufler und Projektanbieter doch nur darum, wer die Kosten für Weiterbildung/Einarbeitung des Freiberuflers übernimmt. Ich verstehe auch die Politik an dieser Stelle nicht: Sie könnte dem IT-Spezialisten z.B. für 1-4 Monate die Einarbeitungszeit finanzieren, sofern der Projektanbieter eine Mindestprojektlaufzeit garantiert. Damit wäre allen geholfen. (August 2007)"
"Vor allem die Kommentare treffen ins Schwarze. Es wird wirklich nur geschrien, um die Sätze zu drücken. Bin völlig der Meinung der anderen Freiberufler. Bei so hoher Arbeitslosigkeit in Deutschland klingt es wie Hohn, nach ausländischen Fachkräften zu schreien. (August 2007)"
"Ach ja: die Umfragen... Man unterscheide zwei Fragen: 1. Ist es fuer sie schwierig ein Frau zu finden? 2. Ist es fuer sie schwierig eine Frau fuers Leben zu finden? SAP (z.B.) hat gut verkauft, also gibt es starke SAP-Leute-Nachfrage mit entsprechendem Kraefte-Mangel. XYZ-Entwickler bleiben sitzen, weil XYZ selten eingesetzt wird. 'Qualifiziertes Personal' klingt gut, klueger ist zu fragen: wofuer qualifiziert? (August 2007)"
"Die Fakten sind gesagt, von den Leuten die an der Front sind. Mann sollte sie den Verantwortlichen so lange um die Ohren hauen bis sie wieder wach sind. Bildungspolitik fängt schon im Kindergarten an und zieht sich bis zur Uni: kein durchgängiges Konzept und immer sind ja die Anderen verantwortlich. Die Verbände arbeiten offensichtlich auch nur noch nach dem Selbsterhaltungsprinzip und uns helfen sie nicht wirklich. Und die Auftraggeber fordern optimale Skills und diverse Nebenbedingungen wie u.a. maximales Alter und maximaler Stundensatz, was es dann so nicht gibt, und jammern dann. Ich bin davon überzeugt dass jeder Entwickler der 20 Jahre Erfahrung hat, mit ein wenig spezifischer Weiterbildung, besser ist als die Suche im Ausland. Außerdem bezweifle ich stark dass die ausländischen Auftragnehmer alle die Bedingungen erfüllen die von uns verlangt werden. Und all das vernichtete Kapital, wer bezahlt das dann wieder über die Preise und Steuern? Natürlich wir. (August 2007)"
"Wenn sich manche beschweren, dass der Kunde nur 1:1 auf das Projekt passende Freiberufler will und keine Bereitschaft zur Einarbeitung vorhanden ist, muss ich sagen: So läuft nun mal das Geschäft! Für den Auftraggeber ist Zeit eben Geld und das will er nicht gerne in Ausbildung und Know-how investieren, welches nicht im Unternehmen verbleibt. (August 2007)"
"Ich bin IT-Spezialist, der in Bälde seine Promotion abschließt und habe >5 Jahre Projekterfahrung bei namhaften Firmen wie T-Systems und IBM hinter mir. Trotzdem ist es für mich äußerst schwierig, eine Stelle >>außerhalb<< der klassichen IT-Beratung zu finden. Und ich meine, das liegt nicht an meiner Person, Verhalten oder Qualifikation. Also ein Fachkräftemangel in der IT-Branche für vernünftige Stellen (also solche, wo man nicht permanent auf Reisen ist) ist absolut nicht vorhanden. Die Arbeitgeber sind null bereit, einen Kandidaten länger als eine Woche einzuarbeiten. Der Bewerber soll stets der passgenaue Spezialist sein. Da die IT aber bezüglich der verlangten Qualifikationen immer weiter fragmentiert, muss man konstatieren, dass es in Zukunft passgenaue Spezialisten nicht oder nur sehr eingeschränkt geben wird. Da müssen Arbeitgeber schon etwas flexibler werden und ggf. auch Leute, die nicht alle Qualifikationen mitbringen, länger einarbeiten. Auch ein arbeitsloser IT-Spezialist kann bei entsprechender Qualifizierung sehr gute Dienste leisten, nur man muss eben etwas Zeit in den Mensch investieren. (August 2007)"
"Der Artikel spiegelt gut das ganze Spektrum der Meinungen wieder. Man muß die nachgefragte Position auf jeden Fall immer im Bezug zum Stundenlohn sehen. Es gibt die Fachkräfte immer, die Frage ist nur zu welchem Preis. Da wird schnell aus einem Angebotsüberschuss ein Angebotsmangel... (August 2007)"
"Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass in den Unternehmensberatungen und Softwarehaesern genug Leute herumsitzen, die ohne Projekt sind. Der Kunde will aber nur Leute, die 1:1 auf die Projektposten passen. Wenn es um die Besetzung dieser Projektposten geht, ist niemand bereit Kompromisse einzugehen, wie z.B. den Bearbeiter mit nicht fakturierter Zusatzleistung den Posten zu erfüllen. (August 2007)"
"Ich glaube, auch in dieser Branche ist ein Fachkräftemangel vorhanden, wenn nur auf die bis max. 50-jährigen abgezielt wird. Ansonsten scheint es nicht so zu sein. Seit ich 60 Jahre alt geworden bin, sind Aufträge Mangelware obwohl ich große Erfahrung, Aktualität und gut Referenzen vorweisen kann. (August 2007)"
"In ein paar Jahren ist der Boom sowieso wieder vorbei. Da lohnt es sich doch gar nicht, in ausländische Fachkräfte zu investieren, es sei denn, man sichert ab, dass sie bei der ersten Arbeitslosigkeit gleich wieder abgeschoben werden können. Besser ist es, die über 45-jährigen zu schulen, damit sie wieder auf dem deutschen Markt eine Chance haben. Die Arbeitgeber, die die Älteren derzeit gegen ihre Überzeugung einstellen müssen, werden lernen, dass sie mit denen gar nicht so schlecht beraten sind. (August 2007)"
"Nach meiner Meinung ist der Fachkräftemangel von den Unternehmern und Arbeitgebern konstruiert. Diese hätten gerne gefügige Fachkräfte, die in aussichtsloser Lage alles mit sich machen lassen. Anfängern und Quereinsteigern gibt man nur ungern eine Chance. Selbst langjährig erfahrenen Kräften begegnet man mit Misstrauen und gibt ihnen nach einer Weiterbildung auf dem neuen Gebiet keine Gelegenheit, Erfahrung zu sammeln. Aus meiner eigenen Erfahrung heraus bekommt man nur dann einen Auftrag oder eine Anstellung, wenn man auf einem neuen Fachgebiet bereits 2 - 3 Jahre Praxis nachweist. Der Fachkräftemangel wird gerne aufgrund der Ausschreibungen hochgerechnet. Dabei vernachlässigt man, dass oft mehrere Dienstleister gleichzeitig für ein und denselben Endkunden den idealen Kanditaten für nur eine Stelle suchen. Es gibt also dann einen Bedarf für eine zu besetzende Stelle, die dann über 10 oder mehr Dienstleister ausgeschrieben wird. So entsteht der Eindruck eines immensen Fachkräftemangels. Oftmals wird die Selle jedoch nur besetzt, wenn der Endkunde alle Risiken für sich ausschliessen kann und sich der Dienstleister dabei ebenfalls noch einen Gewinn ausrechnet! Das heisst, ein Bewerber soll genau diese Tätikeit mit dieser Problemstellung möglichst schon einmal erfolgreich durchgeführt haben. Am Ende reguliert sich das meist über sehr knapp kalkulierte Preise weniger Vorzugslieferanten. Können diese die Anforderungen nicht mehr erfüllen, entsteht der 'Fachkräftemangel'. Hier wird sich in die Tasche gelogen und der Politik dann Versagen vorgeworfen. (August 2007)"
"In den letzten 3 Monaten habe ich über 20 sehr konkrete Anfragen erhalten. Obwohl ich in den nachgefragten Themen wirklich gut bin, gab es angeblich immer Passendere oder das Projekt hat sich nicht realisiert oder der Stundensatz war ein Witz. Ich biete mich schon an der Schmerzgrenze an. Es gibt kein Fachkräftemangel! Die Firmen/Projektanbieter sind nur nicht bereit, auch nur einigermaßen angemessene Stundensätze zu zahlen. (August 2007)"