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Umfrage-Ergebnis:

Relevanz von IT-Sicherheit

(August 2006)

Ohne Computer und Internet geht heute nichts mehr, vor allem im Arbeitsleben. Nahezu jeder Computeranwender hat schon einmal gehört, dass besonders vom Internet vielfältige Bedrohungen – u.a. durch Spam, Viren, Spyware, Phising - für die IT-Sicherheit ausgehen. Doch auch ein unachtsames Verhalten des Anwenders selbst kann schnell zur Sicherheitslücke werden, z.B. wenn unbedacht vireninfizierte Massenmails geöffnet werden oder die geheimen Zugangsdaten bzw. Passwörter per Post-it am Monitor pappen.

 
Wie so oft ist zwar vielen die Bedeutung von IT-Sicherheit theoretisch klar. In der Praxis spielt das Thema jedoch noch eine untergeordnete Rolle, konstatiert das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in seinem Bericht "Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2005". Nur zu oft werde in Unternehmen IT-Sicherheit erst nach einem Schadenfall wahrgenommen, obwohl der wirtschaftliche Erfolg maßgeblich von einer funktionierenden IT abhängt. Doch wie sensibilisiert für IT-Sicherheit sind diejenigen Personen, deren tägliches Brot es ist, IT-Technologien zu entwickeln und anzuwenden? GULP hat bei 453 IT-Freiberuflern und 26 Projektanbietern nachgefragt, welchen Stellenwert IT-Sicherheit für sie hat. Für beide Seiten ist das Thema mehrheitlich sehr wichtig.
 
Wie wichtig ist Ihnen persönlich bzw. in Ihrem Unternehmen IT-Sicherheit?
 
Mit einem Anteil von jeweils über 90 % stuft der Großteil der Projektanbieter wie auch der Freiberufler IT-Sicherheit als sehr wichtig bis wichtig ein. Damit hat das Thema für die Akteure im IT-Projektmarkt eine sehr hohe Relevanz. Zum Vergleich: Bei einer repräsentativen Studie des BSI setzten 83 % der befragten Wirtschaftsunternehmen das Thema "IT-Sicherheit" auf Platz eins oder zwei ihrer Prioritätenliste.

Eine kleine Schieflage zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung ergibt sich jedoch bei der Frage nach dem Sicherheitsbewusstsein der Kunden. Während 45 % der IT-Freiberufler dieses als gering einschätzen, schließt sich dieser Meinung nur ein Viertel (26 %) der Kunden an.

 
Frage Freiberufler: Wie schätzen Sie das Sicherheits-bewusstsein Ihrer Kunden ein?
Frage Kunden: Wie schätzen Sie das Sicherheitsbewusstsein Ihrer Mitarbeiter/Kollegen ein?
 
Rund drei Viertel von ihnen schätzen, dass die Mitarbeiter in ihrem Unternehmen ein hohes bis sehr hohes Sicherheitsempfinden haben. Damit zeigen sie größeres Vertrauen in das unternehmensinterne Problembewusstsein als die externen IT-Spezialisten. Ähnlich widersprüchlich fallen die Antworten beider Parteien zur Frage nach den vorhandenen IT-Sicherheitsrichtlinien aus.
 
Frage IT-Freiberufler:
Gibt es in der Regel bei Projekten verbindliche IT-Sicherheitsrichtlinien?
Frage Kunden:
Gibt es bei Ihnen verbindliche IT-Sicherheitsrichtlinien für Mitarbeiter?
IT-Freiberufler Ja 50 %
Kunden Ja 73 %


IT-Freiberufler Nein 50 %
Kunden Nein 27 %

 


Ungefähr drei Viertel der Kunden geben an, mit verbindlichen Sicherheitsrichtlinien zu arbeiten. Im Gegensatz dazu berichtet nur jeder zweite IT-Freiberufler, in Projekten mit solchen konfrontiert zu werden. Wahrscheinlich kommen die externen IT-Spezialisten aufgrund ihrer Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Projekten insgesamt zu einer etwas kritischeren Beurteilung der IT-Sicherheit als ihre Auftraggeber. Diese kennen nur ihre eigene Firmensituation, so dass eine gewisse Betriebsblindheit auch in einem solch brisanten Bereich nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann.

Generell sollte aber für beide Parteien gelten, ihre IT-Sicherheit immer wieder auf den Prüfstand zu stellen und auf aktuelle Entwicklungen zu achten, um zeitnah reagieren zu können. Unterstützung bieten hierzu beispielsweise die IT-Grundschutz-Kataloge des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnikextern.

 


Kommentare zu diesem Artikel:

"Sicherheit? Wen interessiert das schon? Hauptsache, die Webapplikation ist schnell gebaut und schnell online. Die Behauptung 'alles ist sicher' reicht selbst von Unqualifizierten meist schon aus. (September 2007)"

"Es ist interessant zu sehen, wieviele Kunden der Meinung sind, dass Sicherheitsrichtlinien implementiert und insgesamt eine hohe Bedeutung haben _sollen_. Ich habe es erst einmal in einem Projekt erlebt. Normal ist: Eine schwammige Richtlinie existiert (neuerdings) meist schon, wird aber unter keinen Umständen durchgesetzt. (August 2006)"


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